Ramadan beginnt: Kein Fastenbrechen auf dem Marktplatz (21.04.2020 16:50 Uhr)

Weiterhin geschlossen in der Corona-Krise sind Kirchen, Synagogen, Moscheen und weitere religiöse Räume. Das hat auch Auswirkungen auf die an diesem Freitag beginnende wichtigste Zeit des Jahres für Muslime, den Fastenmonat Ramadan. Normalerweise würde an drei Abenden während dieser Zeit (16. bis 18. Mai) auf dem Hanauer Marktplatz das Ramadan-Zelt des Islamischen Vereines Hanau stehen, aber wegen der Corona-Pandemie wurde diese Veranstaltung abgesagt, ebenso wie das vom Hanauer Ausländerbeirat veranstaltete Fastenbrechen im Bürgerhaus in Wolfgang am 26. April. Über Religionsgrenzen hinweg galt und gilt, dass für bedeutende Feste und Begegnungen zurzeit andere Formen gefunden werden müssen. ...

Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky: „Um die Corona-Epidemie einzugrenzen, gilt derzeit in alltäglichen Situationen, Abstand zu halten. Ich finde es sehr erfreulich, dass die Religionsgemeinschaften allen Gläubigen auf vielen, zum Teil neuen, sehr kreativen Wegen Trost spenden. Sie stehen mit Rat und Tat zur Seite, ob am Telefon, im Internet, mit Hilfsangeboten und vielem mehr.“ Religion habe für viele Menschen gerade in solch schweren Zeiten eine besondere Bedeutung. Daher begrüßt Kaminsky, dass Vertreter aus Politik, von Religionsgemeinschaften und von Kirchen in diesen Tagen Konzepte für Öffnungen von Gotteshäusern diskutieren. Selma Yilmaz-Ilkhan, Vorsitzende des Hanauer Ausländerbeirats: „Wir haben ein Pessachfest hinter uns, bei dem unsere jüdischen Freunde keine Synagogen besuchen konnten, ein Ostern ohne Gottesdienste. Auch Ramadan wird ohne ein richtiges Zusammenkommen von Menschen durchgeführt.“ Auch das seit 17 Jahren vom Islamischen Verein Hanau auf dem Marktplatz durchgeführte Ramadan-Zelt wird nicht stattfinden. Ebenso lädt der Ausländerbeirat seit fünf Jahren traditionell zum Fastenbrechen ein. „Das haben wir für dieses Jahr bereits im März abgesagt, denn die Gesundheit unserer Bürgerinnen und Bürger hat selbstverständlich Priorität“, so Yilmaz-Ilkhan.

Der islamische Fastenmonat Ramadan dauert rund vier Wochen, in denen Muslime tagsüber nicht essen und trinken dürfen sowie enthaltsam leben müssen. Abends treffen sie sich normalerweise in Familienverbänden, bei Freunden und in Moscheen, um gemeinsam zu essen, zu beten und zu meditieren. „Deshalb ist der Ramadan nicht allein eine Zeit der persönlichen Besinnung, der Geduld und der Enthaltsamkeit, sondern auch eine herausragende Zeit der Nachbarschaft, der Solidarität und des Zusammenhalts. In Corona-Zeiten wird es auch in Hanau nicht einfach sein, Ramadan wie gewohnt durchzuführen“, sagt Yilmaz-Ilkhan. Die Moscheen in Hanau böten traditionell jeden Tag kostenfreies Essen für Personen, die zu Hause niemanden haben oder für Personen, die in der Gemeinschaft zusammen ihr Fasten brechen wollen. Damit keiner alleine sei, sei das eine wichtige Tradition der Hanauer Moscheen. „Aufgrund von Corona wird dies leider dieses Jahr nicht möglich sein“, bedauert Selma Yilmaz-Ilkhan. Über das in diesem Jahr nicht stattfindende Ramadan-Zelt auf dem Marktplatz sagt sie: „Insbesondere nach dem rassistischen Anschlag vom 19. Februar wäre es dieses Jahr umso wichtiger, mit Menschen unterschiedlicher Religionen und Nationalitäten ein Zeichen gegen Rassismus und Hass zu setzen.“

Die Vorsitzende des Hanauer Ausländerbeirats freut sich daher, dass bereits jetzt die meisten Hanauer Moscheen im Internet aktiv seien, Gottesdienste und Vorträge anböten. Selma Yilmaz-Ilkhan: „Das wird auch im Ramadan beibehalten und die Menschen ein wenig trösten.“ Sie betont: „Es gibt bei Menschen in Hanau, egal welcher Religionszugehörigkeit, die Sehnsucht, wieder zusammenkommen zu können. Ein sehr wichtiges und entscheidendes Ritual wird durch die Corona-Pandemie wegfallen. Nächstes Jahr werden wir wieder einen gemeinschaftlichen Ramadan, Pessach und Ostern erleben.“

Ausnahmen von der Hanauer Maskenpflicht (21.04.2020 16:45 Uhr)

Keine Regel ohne Ausnahme – das gilt auch für die Maskenpflicht in Hanau. Seit Montag ist per Allgemeinverfügung geregelt, dass in Geschäften und im Netz der Hanauer Straßenbahn GmbH eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden muss. Eine solche textile Barriere schützt vor allem das Umfeld, denn sie sorgt dafür, dass virenbelastete Tröpfchen, die beim Sprechen, Niesen oder Husten aus Mund und Nase fliegen, zurückgehalten werden, und unterbricht so die Infektionskette. „Wenn wir alle den Nächsten schützen, ist für das Wohlgehen aller gesorgt,“ hatte Oberbürgermeister Claus Kaminsky schon vor drei Wochen festgestellt. ...

Doch auch wenn die Maskenpflicht hochsinnvoll ist und täglich weitere Bundesländer und Kommunen dem Hanauer Vorbild folgen, gibt es Personenkreise, die davon ausgenommen werden können. Asthmatiker und Menschen, die aus anderen gesundheitlichen Gründen keine Maske tragen können, sind von der Pflicht befreit. Sie müssen allerdings eine entsprechende Bescheinigung bei sich führen, die sie auf Anfrage beim Bürgerservice unter der Telefonnummer 06181/295 8135 erhalten. Um ihr Umfeld und sich selbst dennoch auf anderem Weg zu schützen, bieten sich beispielsweise sogenannte „Faceshields“ (Plexiglas-Gesichtsmasken) an.

Am Arbeitsplatz gilt anstelle der verordneten Maskenpflicht das vom Land Hessen geforderte Hygienekonzept, das alle Arbeitgeber erstellen sollen, denn bei ihnen liegt auch die Fürsorgepflicht. Im Einzelhandel können Kassiererinnen und Kassierer beispielsweise auch durch Plexiglasscheiben geschützt werden. Sind diese vorhanden, ist eine Maske für das Personal nicht erforderlich.
Sowohl in Bussen als auch in Anruf-Sammeltaxis der Hanauer Straßenbahn GmbH ist das Tragen einer Maske verpflichtend. Daneben gilt es auch für Fahrgäste in Taxis, dass sie eine Mund-Nasen-Bedeckung verwenden müssen. Für die Fahrer gilt in Corona-Zeiten, dass auch sie eine Maske tragen dürfen, solange diese Sicht oder Gehör nicht einschränkt.
Während die Stadt in den ersten Tagen nach der Einführung vor allem auf Aufklärung und Argumente setzt, wird sie von der kommenden Woche an die Einhaltung der Maskenpflicht durch die Stadtpolizei auch kontrollieren lassen. Dabei sind die Einzelhändler und Institutionen die Adressaten der Allgemeinverfügung. Deshalb müssen auch diese sicherstellen, dass die angeordnete Maskenpflicht eingehalten wird. Für den OB ist klar: „Wenn es mit Einsicht nicht funktioniert, wird das Nicht-Einhalten der unabdingbaren Regel Stück für Stück schärfer bestraft.“

Wertstoffhof nimmt wieder mehr als nur Sperrmüll an / Verschärfte Abstands- und Sicherheitsregeln (21.04.2020 16:30 Uhr)

Der städtische Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service (HIS) folgt dem vielfachen Wunsch aus der Bürgerschaft und nimmt auf seinem Wertstoffhof in der Daimlerstraße 5 samstags fortan nicht nur Sperrmüll an wie bisher, sondern weitere Abfallfraktionen. Das gilt erstmals am 25.April. Dabei sind von 8 bis 13 Uhr wie bisher die Corona-bedingten Hygiene- und Sicherheitsvorschriften zu beachten, insbesondere die Pflicht zur Mund-Nasen-Bedeckung. ...
Mittwochs bleibt der Wertstoffhof vorerst geschlossen. Samstags kann es wegen des Lieferandrangs durch Bürgerinnen und Bürger zu längeren Wartezeiten kommen.
Neben Sperrmüll bis zwei Kubikmeter nimmt HIS auf dem Wertstoffhof nun samstags unentgeltlich wieder Elektroaltgeräte und Gerätebatterien an, ebenso Grünschnitt bis zwei Kubikmeter sowie Papier und Kartonagen. Darüber hinaus können Altmetall, Leichtverpackungen und Styropor angeliefert werden, CDs, DVDs und Kork. Bauschutt und Reste aus Hausumbauten bis ein Kubikmeter sind kostenpflichtig abzugeben.
Anliefern dürfen Bürgerinnen und Bürger nur in Fahrzeugen bis maximal 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht. Gewerbliche Annahme ist untersagt.
Der Eigenbetrieb bittet die Anzahl der Menschen zu reduzieren, die im Anlieferfahrzeug unterwegs sind. Kinder sollten nach Möglichkeit nicht zum Wertstoffhof mitgenommen werden. Andernfalls dürfen sie das Fahrzeug während des Wartens und Abladens auf dem Wertstoffhof nicht verlassen.
Wer nur Grünschnitt abgeben und das erhöhte Verkehrsaufkommen rund um die Daimlerstraße vermeiden möchte, hat als Alternative die beiden ebenfalls geöffneten Annahmestellen in Kesselstadt (Burgallee Hochgericht,gegenüber Sporthalle Otto-Hahn-Schule) oder in Klein-Auheim, Kompostierungsanlage Fasaneriestraße. Beide sind dienstags und donnerstags von 8 bis 14 Uhr zugänglich sowie samstags von 9 bis 13 Uhr.
 Zu den weiteren Hygiene- und Sicherheitsvorschriften gehört die Pflicht zur Alltagsmaske für Mund und Nase für Anliefernde sowie ein Sicherheitsabstand von zwei Metern zwischen Anliefernden und HIS-Mitarbeitern. Im Wartebereich darf das Fahrzeug nicht verlassen werden. Nur ein Anliefernder darf aus dem Fahrzeug steigen und abladen.
Zusammen mit Sicherheitskräften überprüft HIS diese Vorgaben schon bei der Einfahrt zum Wertstoffhof. Dazu gehört auch, dass nur Hanauer Einwohnerinnen und Einwohner anliefern dürfen.

„Große Zustimmung und Einsicht in die Notwendigkeit“ Maskenpflicht in Hanaus Geschäften, Bussen und auf dem Wochenmarkt (20.04.2020 16:20 Uhr)

"Die Situation in der Innenstadt ist sehr entspannt. Es ist offensichtlich, dass die Menschen die vorsichtige Lockerung der Einschränkungen und das damit einhergehende Gefühl von beginnender Normalität sehr genießen, und dafür auch gern die geforderte Maske in den Läden tragen." Auch wenn es am ersten Tag nach Einführung natürlich den einen oder anderen Einzelfall gegeben hat, bei dem gegen die Maskenpflicht verstoßen wurde, ist Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky insgesamt zufrieden mit den Rückmeldungen. "Nachdem wir die Bürgerinnen und Bürger durch das seit drei Wochen geltende Maskengebot bereits umfassend über die Notwendigkeiten und Hintergründe informiert haben, stößt die Verpflichtung zur Maske jetzt überwiegend auf große Zustimmung." Stichprobenartige Überprüfungen in zentralen Hanauer Einkaufsstraßen am Montag haben ergeben, dass die meisten der Kundinnen und Kunden von der Maskenpflicht wussten und sich entsprechend ausgestattet hatten. Auch in den Bussen der Hanauer Straßenbahn GmbH haben sich nach Augenschein mehr als 80 Prozent der Fahrgäste an die Vorgabe zur Nutzung einer Gesichtsbedeckung gehalten. ...

Das Konzept der Stadt, anfangs weniger auf drohende Strafe und mehr auf einsichtsfördernde Aufklärung zu setzen, ist aufgegangen. Kaminsky kündigt dennoch an: "Wir werden die Einhaltung der Pflicht von nächster Woche an durch unsere Stadtpolizei aber auch kontrollieren."
 
Seit heute gilt es in der Brüder-Grimm-Stadt: Während im öffentlichen Straßenraum darauf verzichtet werden kann, müssen beim Einkaufen in den Geschäften und auf dem Wochenmarkt, in den Bussen der Hanauer Straßenbahn oder auch in Arztpraxen Mund und Nase bedeckt sein. Diese Pflicht kann mit einer sogenannten Alltagsmaske erfüllt werden, es reicht aber auch ein Tuch oder ein Schal, um den unteren Teil des Gesichts zu verhüllen. Auf gar keinen Fall sollen professionelle Masken verwendet werden, denn die sollten unbedingt weiterhin medizinischem und Pflege-Personal vorbehalten bleiben.
 
Dem Hanauer Oberbürgermeister ist an dieser Stelle wichtig, dass es sich bei der Maskenpflicht in Hanau nach seinem Rechtsverständnis nicht um einen Sonderweg oder eine Insel-Lösung handelt. Sogar die hessische Landesregierung selbst habe über ihre jüngsten Verordnungen die dringende Empfehlung zum Tragen einer Maske im öffentlichen Nahverkehr und in Geschäften ausgesprochen. Die dort formuliere Hinwirkungspflicht lasse sich gar nicht anders handhaben als mit einer Maskenpflicht, wie Hanau sie eingeführt habe. "Unsere Regelung ist konsequent und stellt sicher, dass die ‚dringende Empfehlung‘ des Landes auch beachtet und umgesetzt wird."
 
"Wir waren uns sicher, dass jeder zuhause einen Stoffgegenstand besitzt, der die Vorgaben unserer Maskenpflicht erfüllt", unterstreicht Kaminsky, dass niemand gezwungen sei, sich eine Maske zu kaufen. Trotzdem hat die Stadt auch Sorge dafür getragen, dass waschbare Mehrweg-Stoffmasken in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen und beispielsweise in verschiedenen Apotheken im Stadtgebiet zum Selbstkostenpreis von fünf Euro angeboten werden. Wie der OB ausführt, erhalten bedürftige Mitbürgerinnen und Mitbürger, zum Beispiel Kundinnen und Kunden der Hanauer Tafel, Masken kostenlos zur Verfügung gestellt. Zudem engagieren sich seit dem Beginn des Maskengebots auch viele private Initiativen und nähen Masken, die sie verteilen.
 
Der OB und der Krisenstab der Stadt Hanau sind überzeugt davon, dass die jetzt beginnenden Lockerungen auch mit erheblichen Risiken verbunden sind, die mit dem Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung reduziert werden können. Darüber sei es auch in der kommenden Zeit unbedingt notwendig, so Kaminsky, neben dem Tragen einer Maske auch weiterhin unnötige soziale Kontakte zu vermeiden und die Abstandsregeln sowie Hygienemaßnahmen, wie etwa Händewaschen, zu beachten.

Am Montag startet die Maskenpflicht in Hanau – Auch Tuch oder Schal reichen aus (19.04.2020 12:15 Uhr)

Ab Montag, 20. April, gilt in Hanau eine Maskenpflicht. Menschen, die sich in Geschäften oder Bussen der Hanauer Straßenbahn AG aufhalten, sind dann dazu angehalten, Mund und Nase zu bedecken. „Hierzu sind auch Tücher oder Schals geeignet“, stellt Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky klar. Alle textilen Barrieren, die verhinderten, dass sich Tröpfchen beim Sprechen oder Husten verteilen, erfüllten die Kriterien der Maskenpflicht. „Wir wollen alle verhindern, dass sich die Corona-Pandemie weiter ausbreitet. Dazu kann jede Bürgerin und jeder Bürger einen Beitrag leisten, indem sie Mund und Nase bedecken“, so Kaminsky. „Ich bitte jeden darum, sich daran zu halten – im Interesse aller Mitmenschen.“ ...
Der Oberbürgermeister weist darauf hin, dass es sich bei der Maskenpflicht in Hanau nach seinem Rechtsverständnis nicht um einen Sonderweg oder eine Insel-Lösung handelt. „Die hessische Landesregierung hat sowohl öffentlich als auch über ihre jüngsten Verordnungen die dringende Empfehlung zum Tragen einer Maske im öffentlichen Nahverkehr und in Geschäften ausgesprochen. Dies hat sie am Wochenende unter anderem dahingehend präzisiert, dass Betreiberinnen und Betreiber von Geschäften darauf hinwirken sollen, dass die Kundschaft Mund-Nasen-Bedeckungen tragen soll. Dies lässt sich nach meiner Auffassung gar nicht anders handhaben als mit einer Maskenpflicht, wie wir sie in Hanau ab Montag einführen“, so der Oberbürgermeister: „Unsere Regelung ist jedenfalls konsequent und stellt sicher, dass die ‚dringende Empfehlung‘ auch beachtet und umgesetzt wird. Wir werden der Hinwirkungspflicht des Landes damit gerecht.“ Er sei gespannt, wie die anderen Kommunen damit umgehen. Die Brüder-Grimm-Stadt sei zwar möglicherweise früher dran als andere, in der gesamten Republik schlössen sich jetzt aber immer mehr Städte (zum Beispiel Wolfsburg) oder sogar ganze Bundesländer wie Sachsen (Pflicht in Geschäften und ÖPNV) oder Mecklenburg-Vorpommern (Pflicht im ÖPNV) an. Die Polizeigewerkschaften haben sich zwischenzeitlich sogar für eine bundesweite Maskenpflicht ausgesprochen.
Hanaus Oberbürgermeister stellt aber klar, dass die Stadt eine Missachtung vorerst nicht bestrafen wird. „Wir setzen auf Aufklärung und Einsicht. Damit sind wir in den vergangenen Wochen bei allen Maßnahmen sehr gut gefahren. Denn die Hanauerinnen und Hanauer stehen zusammen und verhalten sich zum Großteil absolut vorbildlich und solidarisch“, erklärt Kaminsky weiter.
In der Brüder-Grimm-Stadt gilt bereits seit mehr als zwei Wochen ein Maskengebot. Dementsprechend seien inzwischen viele Bürgerinnen und Bürger im Besitz einer sogenannten „Alltagsmaske“. In der Stadt sind zahlreiche Nähinitiativen entstanden, die Nachbarschaften, Freunde oder Bedürftige mit selbst hergestellten Masken versorgen. Darüber hinaus laufen die Nähmaschinen in der Schneiderei der Brüder Grimm Festspiele auf Hochtouren – die Masken der Festspiele werden auf dem Wochenmarkt für fünf Euro verkauft und erfreuen sich überaus großer Beliebtheit.
„Ich bin mir sicher, dass jeder daheim einen Stoffgegenstand besitzt, der die Vorgaben unserer Maskenpflicht erfüllt“, stellt Kaminsky klar, dass niemand gezwungen sei, sich eine Maske zu kaufen. Die Stadt hat dennoch Sorge dafür getragen, dass entsprechende Produkte in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen. Ab Montagmittag sind zum Beispiel in verschiedenen Apotheken im Stadtgebiet waschbare Mehrweg-Stoffmasken erhältlich, die die Stadt besorgt hat und zum Selbstkostenpreis weitergibt. Diese Masken sind für fünf Euro erhältlich bei: family-Apotheke (Innenstadt/Nürnberger Straße 1), Gloria Apotheke (Innenstadt/Nußallee 7E), Postcarré Apotheke (Innenstadt/Am Steinheimer Tor 5), Altstadt-Apotheke (Nordwest/Hausmannstraße 2), Apotheke am Kinzigbogen (Lamboy/Kinzigbogen 6), Lamboy-Apotheke (Lamboy/Otto‑Wels‑Straße 1), Nord-Apotheke (Lamboy/Lamboystraße 11), Buchen-Apotheke (Mittelbuchen/Kesselstädter Straße 10), Burg-Apotheke (Steinheim/Steinheimer Vorstadt 11), easyApotheke (Steinheim/Otto‑Hahn‑Straße 18), Fleming-Apotheke (Steinheim/Doorner Straße 62), Einhorn-Apotheke (Großauheim/John‑F.‑Kennedy‑Straße 26), Rochus Apotheke (Großauheim/Hauptstraße 1), Fasanen Apotheke (Klein-Auheim/Geleitstraße 66A).
Die Versorgung der Hanauer Bürgerinnen und Bürger mit Alltagsmasken wird aber auch auf weiteren Kanälen organisiert. Zahlreiche Freiwillige, unter anderem aus der Initiative „Menschen in Hanau“, nähen derzeit Masken, die sie an Hanauerinnen und Hanauer spenden wollen, die in wirtschaftlich schwierigen Verhältnissen leben. Die Stadt Hanau baut gerade ein Ausgabesystem auf, über das im Laufe der Woche auch einkommensschwache Menschen mit Masken versorgt werden sollen. Für diese Maskenproduktion werden Material-Spenden oder weitere freiwillige Näherinnen und Näher gesucht. Interessenten können sich per E-Mail mit ihren Kontaktdaten an maskenbau-corona@hanau.de oder telefonisch unter 06181/6686091 beziehungsweise 06181/6686092 melden. Benötigt werden insbesondere Gummiband sowie Stoffe, Bettlaken, Bettwäsche, Baumwolle (auch Jerseystoffe), die bei mindestens 60 Grad waschbar sind.
„Wir können stolz sein auf das vielfältige Engagement in unserer Stadt“, freut sich Oberbürgermeister Kaminsky. Er weist darauf hin, dass die Maskenpflicht nicht für Kinder unter sechs Jahren gilt. „Und Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen keine Maske tragen können, zum Beispiel Asthmatiker, sind selbstverständlich auch davon ausgenommen.“ Eine entsprechende Bescheinigung, die von der Maskenpflicht entbindet und die mitgeführt werden sollte, kann über das Bürgertelefon der Stadt Hanau (06181/67660-2001) angefordert werden.

Hanau Marketing GmbH unterstützt Handel – Größere Geschäfte dürfen doch öffnen (19.04.2020 11:00 Uhr)

Diesen Tag hat der Einzelhandel herbeigesehnt: Ab Montag dürfen zahlreiche Geschäfte wieder öffnen. Allerdings mit Einschränkungen und neuen Spielregeln. So gibt es beispielsweise klare Vorgaben zu Abstandsregeln und Kundenzahl im Laden. Außerdem gilt eine allgemeine Maskenpflicht in Hanau. Zudem dürfen in den meisten Branchen nur 800 Quadratmeter Verkaufsfläche genutzt werden – öffnen können aber auch größere Geschäfte. „Wir begrüßen es ausdrücklich, dass das Land Hessen seine Haltung am Wochenende überdacht hat“, so Oberbürgermeister Claus Kaminsky. Die Auslegungshinweise zur Ladenöffnung wurden seitens des Landes aktualisiert. Demnach wird Hessen auch größeren Einzelhändlern die Öffnung erlauben: Sie müssen allerdings ihre Verkaufsfläche auf 800 Quadratmeter reduzieren. „Damit wird nun auch das ermöglicht, was wir in der vergangenen Woche gefordert haben“, so Kaminsky. ...
Um dem Handel der Start zu erleichtern, hat die Hanau Marketing GmbH (HMG) ein Hilfsbündel geschnürt.  Damit die Kunden auf den ersten Blick erkennen können, wie viele Menschen im Laden zugelassen sind, erhalten die Händlerinnen und Händler Plakate, auf denen sie die individuelle Zahl selbst eintragen können. Als Richtzahl gilt: ein Kunde pro 20 Quadratmeter Verkaufsfläche. In einem Geschäft mit der maximal zulässigen Gesamtgröße von 800 Quadratmetern dürfen sich dementsprechenden höchstens 40 Kundinnen und Kunden gleichzeitig aufhalten. Die HMG wird gemeinsam mit dem Ordnungsamt in den ersten Tagen verstärkt unterwegs sein, um Fragen zu beantworten und dabei zu unterstützen, Wartezonen vor den Geschäften zu identifizieren und die Hygienevorschriften umzusetzen.
Dabei wird die ab Montag in Hanau geltende Maskenpflicht im Fokus stehen – wer dann ein Geschäft in der Brüder-Grimm-Stadt besucht, muss Mund und Nase bedecken. „Dabei reichen sogenannte Alltagsmasken, Tücher oder Schals. Das Entscheidende ist, dass die Menschen eine textile Barriere vor Mund und Nase haben, die verhindert, dass Tröpfchen beim Husten und Sprechen ausgestoßen werden“, erläutert HMG-Geschäftsführer Martin Bieberle. Dies diene dem Schutz der Allgemeinheit, aber natürlich ganz besonders dem Schutz des Verkaufspersonals. Dieses, so stellt Bieberle klar, unterliege natürlich prinzipiell auch der Maskenpflicht, könne sich aber auch durch Plexiglasscheiben oder sogenannte „Faceshields“ schützen.
„Wir erwarten von den Händlerinnen und Händlern, dass sie eigenverantwortlich die Maskenpflicht in ihren Läden umsetzen. Sie haben dafür Sorge zu tragen, dass ihre Kundinnen und Kunden nur mit Mund-Nase-Bedeckung eingelassen werden“, so Bieberle. Da aber damit zu rechnen sei, dass es eine Phase der Eingewöhnung geben werde, unterstützt die Hanau Marketing GmbH den Handel dabei, Masken für die Kundinnen und Kunden zur Verfügung zu stellen. „Wir haben verschiedene Alltagsmasken beschafft, die vom Handel bei der Hanau Marketing GmbH bestellt werden können“, so Bieberle.
Das Ziel sei, den Händlern organisatorisch keine Steine in den Weg zu legen, sondern sie in dieser besonderen Zeit tatkräftig zu unterstützen. Es stehe den Händlern frei, eigene Alltagsmasken in ihr Sortiment aufzunehmen – auch dafür gebe es eine Handreichung der HMG. Bieberle: „Wir haben eine Reihe von Hanauer Schneidereien angesprochen, die sich in der Herstellung von Stoffmasken engagieren wollen. Wir vermitteln gerne den Kontakt, dann können individuelle Absprachen getroffen werden“, so Bieberle.
Für Rückfragen aus dem Handel steht die Hanau Marketing GmbH unter Telefon 06181/4289480 oder per E-Mail an info@hanau-marketing-gmbh.de zur Verfügung.

800 Quadratmeter sind die Obergrenze (17.04.2020 17:15 Uhr)

Eisdielen dürfen partiell öffnen / Stadtbibliothek bietet Abholservice
Vorsichtige Lockerungen der Einschränkungen und Verbote werden abgesichert durch konsequente Schutz- und Hygienemaßnahmen, um der Verbreitung des Corona-Virus auch bei weniger strengem Reglement der Kontakte im öffentlichen Raum weiterhin konsequent entgegenzutreten. ...

So lässt sich der Kurs von Bund und Land zusammenfassen, der am Donnerstag von vielen mit großer Erleichterung aufgenommen wurde. Die Stadt Hanau hat mit einer neuen, ab Montag gültigen Allgemeinverfügung festgelegt, was die Änderungen für Hanau bedeuten.
Wichtigste Ergänzung der Landesvorgaben ist die Entscheidung, die in der Verordnung formulierte dringende Empfehlung zur Nutzung einer Mund-Nasen-Bedeckung in eine Maskenpflicht zu übersetzen. In der Brüder-Grimm-Stadt müssen von Montag an beim Einkaufen und in den Bussen der Hanauer Straßenbahn GmbH sogenannte Alltagsmasken getragen werden.
Wie bisher dürfen der Lebensmitteleinzelhandel, der Futtermittelhandel, Wochenmärkte, Direktverkauf vom Lebensmittelerzeuger, Reformhäuser, Feinkostgeschäfte, Geschäfte des Lebensmittelhandwerks, Getränkemärkte, Banken und Sparkassen, Abhol- und Lieferdienste, Apotheken, Drogerien, Sanitätshäuser, Poststellen, Waschsalons, Tankstellen und Tankstellenshops, Reinigungen, Kioske, Blumen- und Zeitungsläden sowie Bau-, Gartenbau- und Tierbedarfsmärkte ihre Geschäfte öffnen. Neu hinzu kommen ab Montag Buchläden, Autohändler, Fahrradhändler und Einzelhandelsgeschäfte mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern.

Dabei werden bei der Betrachtung der Höchstgrenze die Läden in Einkaufszentren einzeln für sich bewertet, was bedeutet, dass beispielsweise im Forum Hanau ein großer Teil der Geschäfte am Montag wieder öffnen darf, andere aber nicht. Denn Einzelhandelsgeschäfte, die über mehr als 800 Quadratmeter verfügen, müssen weiterhin geschlossen bleiben. Das Land hat auf Nachfrage angekündigt, diesen Passus sehr restriktiv anzuwenden, so dass auch eine temporäre Verkleinerung der Verkaufsfläche durch entsprechende Absperrungen, um unter die 800 Quadratmeter-Grenze zu kommen, nicht erlaubt ist. „Diese Entscheidung können wir überhaupt nicht nachvollziehen“, zeigt sich Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky irritiert von dieser Auslegung. „Es ist weder aus hygienetechnischen Gründen noch mit Blick auf die Abstandsregelungen erklärbar, warum man dem großflächigen Einzelhandel diese Chance nicht einräumen will.“

Für alle Geschäfte, die öffnen dürfen, gelten jedoch weiterhin strenge Vorgaben, um die geforderten Hygienestandards zu erfüllen. Auch die Zahl der Kunden im Laden ist reglementiert. Als Richtwert gilt eine Person pro 20 Quadratmeter Ladenfläche. Diese Zahl kann sich im Einzelfall, sofern die Abstandsregelungen eingehalten werden können, je nach Ladengeschäft verändern. Während die Vorgabe, dass der Verkauf nur in haushaltsüblichen Mengen erlaubt ist, bestehen bleibt, sieht die neue Verfügung nicht länger eine Nutzungspflicht von Einkaufswagen vor.
Auf große Freude wird die Lockerung für Eisdielen stoßen. Auch diese erhalten, nachdem das Land es entsprechend geregelt hat, in Hanau die Erlaubnis, vom 20. April an wieder einen Lieferdienst und einen To-Go-Verkauf aufzunehmen, wenn sichergestellt ist, dass das Eis in nicht essbaren Behältnisse verkauft wird und die Lieferung nicht an öffentliche Plätze, Park- und Grünanlagen oder ähnliche Örtlichkeiten erfolgt. In einem Umkreis von 50 Metern dürfen weder Eis noch Getränke der Eisdiele verzehrt werden.

Während ursprünglich alle städtischen Einrichtungen vorläufig bis zum 3. Mai geschlossen bleiben sollten, wird es jetzt doch eine Ausnahme geben: Die Stadtbibliothek im Kulturforum öffnet bereits am Dienstag, 21. April, wieder – zunächst allerdings nur mit einem beschränkten Angebot für Abholer. Die gewünschte Lektüre kann online im Katalog der Stadtbibliothek (https://medienkatalog.hanau.de) ausgewählt und reserviert werden. Die Mitarbeiterinnen suchen die Medien heraus, verbuchen sie und stellen sie zur Abholung am nächsten Öffnungstag im Erdgeschoss des Kulturforums bereit. Geöffnet ist die Übergabetheke montags bis freitags von 10 bis 12 Uhr sowie von 16 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 12 Uhr.

Wichtig ist, dass der Bibliotheksausweis noch gültig ist. Falls er verlängert werden muss, ist die Kontaktaufnahme unter der Emailadresse stadtbibliothek@hanau.de oder unter der Telefonnummer 06181/982520 (montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 12 Uhr) möglich.

Um das Infektionsrisiko für Mitarbeiterinnen sowie für Leserinnen und Leser so gering wie irgend möglich zu halten, dürfen sich neben dem Personal im Erdgeschossraum höchstens zwei weitere Personen aufhalten. Das Warten im Vorraum ist nicht erlaubt. Die Medien werden mit den Namen der Abholenden gekennzeichnet und auf einem Tisch bereitgelegt.

Die Stadtbibliothek weist schließlich darauf hin, dass trotz der partiellen Öffnung ab dem 21. April die Ausleihfrist für alle entliehenen Medien automatisch und pauschal bis zum 3. Mai 2020 verlängert sind und keine Mahngebühren entstehen.

Montag startet in Hanau Maskenpflicht: Stadt sichert Versorgung (17.04.2020 15:50 Uhr)

"Wir gehen mit unserer Maskenpflicht nicht weiter als das Land Hessen und die Bundesregierung empfehlen. Sondern setzen die rechtlichen Vorgaben konsequent um." Mit diesen Worten reagiert Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky auf die Diskussion rund um die am Mittwochabend verkündete Maskenpflicht in der Brüder-Grimm-Stadt. In der am Freitag vom Land Hessen veröffentlichten Verordnung heißt es: "Die Empfehlungen des Robert Koch-Instituts zur Hygiene sind bei jeglichen Zusammentreffen zu beachten. ...

In Situationen, in denen Maßnahmen der physischen Distanzierung nur schwer eingehalten werden können, insbesondere in öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkauf, wird das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung dringend empfohlen." Kaminsky: "Die daraus resultierende Hinwirkungspflicht findet in unserer Allgemeinverfügung ihre Konkretisierung."

Zwischenzeitlich schwenken immer mehr Kommunen auf den Hanauer Weg ein. So erkundigten sich mehrere Städte in Hanau, wo ab Montag eine Maskenpflicht beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr gilt, nach der Umsetzung. Darüber hinaus verkündete am Nachmittag die sächsische Landesregierung eine ebenfalls ab Montag geltende, landesweite Maskenpflicht für den öffentlichen Nahverkehr und den Einzelhandel. Als Hanau vor zwei Wochen das Schutzgebot auf den Weg gebracht hatte, gab es noch viele Zweifler. Die Stadt Jena allerdings ging mit der Maskenpflicht schon einen Schritt weiter und vermeldete dazu gestern, dass es dort seit einer Woche keine neue COVID-19-Infektion gibt. Kaminsky: "Auch dies sind weitere Indizien dafür, dass wir auf einem guten Weg sind, die Bevölkerung zu schützen und die Verbreitung der Epidemie zu verlangsamen."
Auch für Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer ist die Maskenpflicht ein Thema, es gehe jetzt zunächst darum, die Beschaffung von Masken sicherzustellen: "Wir appellieren an die Fahrgäste, sich selbst zu schützen und andere zu schützen", sagte er in einem Fernsehinterview. Die Sinnhaftigkeit einer allgemeinen Maskenpflicht wird inzwischen kaum noch in Frage gestellt. Die Bundesregierung, das Land Hessen und andere Kommunen begründen ihre Zurückhaltung hauptsächlich mit fehlender Maskenkapazität. Besonders stolz ist der Krisenstab der Stadt Hanau auf die vielen, auch privaten, Initiativen, die Masken nähen und verteilen. Kaminsky: "Ich sehe uns als Stadt in der Pflicht, den Bürgerinnen und Bürgern zu ermöglichen, eine einfache Maske zu erwerben." Ab Montag können an mehrere Verkaufsstellen im gesamten Stadtgebiet Masken zum Selbstkostenpreis von 5 Euro erworben werden. So hat die Stadt am Freitag ausreichend sogenannte Alltags-Masken für ihre Bürgerinnen und Bürger besorgt. Bedürftige Mitbürgerinnen und Mitbürger, zum Beispiel Kundinnen und Kunden der Hanauer Tafel, bekommen kostenlos Masken.
"Selbstverständlich würde mir ein großer Stein vom Herzen fallen, wenn wir mit unserer Maskenpflicht übervorsichtig gewesen wären. Ich glaube aber heute, dass wir die Pandemie noch nicht überstanden haben und die Lockerung, über die wir uns alle freuen, mit erheblichen Risiken verbunden sind. Oberstes Gebot ist weiterhin der Schutz der Gesundheit der Mitmenschen. Ich bitte daher dringend, weiterhin auf unnötige soziale Kontakte zu verzichten und die Abstandsregeln sowie Hygienemaßnahmen, wie etwa Händewaschen, zu beachten und sich beim Einkaufen und Busfahren mit einer Alltags-Maske zu schützen. Auch ein einfaches Tuch reicht." Professionelle Masken sollten weiterhin medizinischem und Pflege-Personal vorbehalten bleiben.

Freibadsaison fällt wegen Corona womöglich ganz aus (17.04.2020 15:45 Uhr)

„Wegen Corona muss die Freibadsaison in diesem Jahr womöglich ganz ausfallen. Es sei denn, der Pandemieverlauf verläuft so, dass zumindest wenige Wochen draußen Schwimmen noch möglich sein wird“, stellt Hanaus Bürgermeister Axel Weiss-Thiel „mit Bedauern“ klar. Nach jetzigem Stand blieben Heinrich-Fischer- und Lindenau-Bad bis Ende August 2020 geschlossen. ...

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Hanau Bäder GmbH vergleicht diese Terminsetzung mit dem grundsätzlichen Verbot größerer Veranstaltungen bis 31. August, wie es Bund und Länder vorgegeben haben. Im September soll die Hallenbad- und Saunasaison wieder starten – allerdings nur im Heinrich-Fischer-Bad, weil im Lindenau-Bad die Sanierung wie geplant im Herbst 2020 beginnt.

„Uns ist bewusst, dass diese Entscheidung insbesondere für Familien hart ist, die sich wegen Corona auf einen Urlaub zuhause einstellen müssen und nun nicht Außenbecken, Liegewiesen, Spielplätze und Gastronomie unserer beiden Bäder nutzen können“, sagt Weiss-Thiel weiter. Aber es sei „schwer zu organisieren und zu überwachen“, dass insbesondere an heißen Tagen nur eine begrenzte Anzahl an Badegästen Zutritt haben könnte und sich wegen des Abstandsgebots im Wasser und darüber hinaus sich nicht zu nahe kommen dürfe.

„Wohlweislich haben wir mit den entscheidenden Vorbereitungsarbeiten für die Freibadsaison bisher nicht begonnen und dadurch Kosten vermieden“, berichtet Bäder-Geschäftsführer Uwe Weier. Das Wasser in den Freibecken sei noch nicht abgelassen, diese noch nicht gereinigt und auch noch kein Frischwasser eingelassen. Lediglich die Eisdruckpolster sind von den Beckenrändern entfernt. Nun bleibe vorerst das Wasser bis zur nächsten Freibadsaison 2021 in den Becken, um deren Statik zu stabilisieren.

Wie mit dem Personal der Bäder wegen der ausfallenden Freibadsaison weiter verfahren wird, bedarf Weiss-Thiel und Weier zufolge noch weiterer Prüfungen. Kurzarbeit sei ebenso denkbar wie das Verwenden von rund 30 Beschäftigten in anderen Bereichen der Unternehmung Stadt.  Festangestellte haben bereits und werden weiterhin Überstunden und Resturlaube abbauen. Befristete Verträge wurden nicht verlängert. Die wirtschaftlichen Folgen für die städtische Bädergesellschaft seien „erst mit Ende der Vollschließung seriös abschätzbar“.
„Mit den Pächtern des Bistros ‚La Taverna‘, dem Friseursalon ‚Haarscharf‘ und dem ‚Bella Vita Spa‘ im Heinrich-Fischer-Bad stehen wir in gutem Kontakt“, sagt Weier weiter. Die Bädergesellschaft stunde dem Gastronomiebetrieb und der Wellnessbetreiberin die Miete – beide mussten Corona-bedingt schließen. Von der Schließung nicht betroffen ist der Lieferservice des Bistros. Das Friseurgeschäft öffnet nach den Vorgaben des Gesetzgebers ab 4. Mai wieder.

Alltagsmaskenpflicht in Bussen ab 20. April, Kontrolle ab 27. April (17.04.2020 15:30 Uhr)

„Alltagsmasken in Bussen, Bahnen und Anruf-Sammeltaxen sind unabdingbar, wenn der ÖPNV seiner Funktion als umweltfreundliches und die Verbreitung des Corona-Virus vermeidendes Verkehrsmittel gerecht werden will“, ist Hanaus Stadtrat Thomas Morlock überzeugt. Daher besteht ab Montag, 20. April, im ÖPNV in den Bussen der Hanauer Straßenbahn Maskenpflicht, die dort ab 27. April auch gezielt kontrolliert wird. ...

Mit der Wiedereröffnung von Geschäften am 20. April und dem am 27. April einsetzenden Teilschulbetrieb werde die Mobilität der Stadtgesellschaft zunehmen, so Morlock weiter. Durch das daraus folgende dichtere Beisammensein in den HSB-Bussen sei die Abstandsregel von anderthalb Meter „auch bei bestem Willen nicht immer einzuhalten“, so der Stadtrat und HSB-Aufsichtsratsvorsitzende. Daher sei der verpflichtende Schutz mit einer Alltagsmaske „unabdingbar, damit der ÖPNV seine wichtige Bedeutung für die Mobilität nicht verliert und wir einem Umstieg der Kunden zum motorisierten Individualverkehr vorbauen“.  Und Morlock unterstreicht: „Wenn wir die Verkehrswende voranbringen wollen, müssen wir den Menschen das Vertrauen geben, dass sie in Bussen und Bahnen keinem Corona-Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind.“
Morlock hält es für „sinnvoll und zielführend“, wenn die Pflicht zum Tragen von selbst genähten Alltagsmasken, Tüchern, Schals oder Stoff als textile Barriere nicht nur im Stadtgebiet von Hanau in Bussen, Bahnen und Taxen vorgeschrieben würde, sondern darüber hinaus im Verbundgebiet des RMV und in gesamten ÖPNV in Deutschland. Daher seien aktuelle dementsprechende Überlegungen von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer zu begrüßen, ebenso die zumindest dringende Empfehlung des RMV und des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) Masken zu tragen.

Die HSB hat zu diesem Zweck im Einvernehmen mit der Stadt Hanau ihre Beförderungsbedingungen angepasst, damit die Masken verpflichtend zu tragen sind.  Morlock begrüßt zugleich das Zusammenwirken mit der KreisVerkehrsGesellschaft Main-Kinzig, die in den Regionalbus-Linienbündeln mit Hanauer Anbindung ausdrücklich auf die Maskenpflicht in der Brüder-Grimm-Stadt hinweisen lässt.
Die HSB setzt über Plakate an den mittleren und hinteren Bustüren ihre Fahrgäste von der Neuregelung in Kenntnis, zudem im Fahrgastfernsehen und unter www.hsb.de.  Dazu gehört auch, dass für das Einhalten der Maskenpflicht „nach der ersten Woche des Eingewöhnens ab 27. April spezielle Kontrollteams zum Einsatz kommen und Fahrgäste ohne Schutz von Mund und Nase leider des Busses verweisen müssen“, betont HSB-Geschäftsführer Thomas Schulte.
Der Vorneeinstieg in den HSB-Bussen ist weiterhin nicht möglich. Damit und mit einer Abgrenzung zwischen Fahrpersonal und Fahrgastraum werde die Infektionsgefahr für die Menschen, die den Bus lenken, ebenso gemindert wie durch den vorübergehend im Bus eingestellten Fahrkartenverkauf, begründet Schulte diese Vorgehensweise.

Wer RMV-Tickets aller Art erwerben oder sich beraten lassen will, kann das ab Montag, 20. April, wieder in der RMV-MobilitätsZentale am Busbahnhof Freiheitsplatz. Die ist für Fahrgäste montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr geöffnet.  Fahrkarten lassen sich auch an den neuen Automaten erwerben, welche die HSB an den Haltestellen Freiheitsplatz und Marktplatz in Betrieb genommen hat.
HSB-Geschäftsführer Schulte dankt den Fahrgästen, die auch in den vergangenen Wochen der Corona-bedingten Einschränkungen des öffentlichen Lebens dem städtischen Nahverkehrsunternehmen „die Treue gehalten haben“. So habe die HSB im April 2020 im Vergleich zum Vorjahr immerhin noch durchschnittlich 35 Prozent der Einsteigerzahl verbuchen können. Andere Verkehrsunternehmen vermeldeten meistens lediglich 20 Prozent.

Riesenerfolg für Online-Festival auf HanauDaheim (17.04.2020 14:45 Uhr)

Als sich am vergangenen Mittwochabend um 19 Uhr im Comoedienhaus Wilhelmsbad zumindest gedanklich der Bühnenvorhang öffnete, war das der Startschuss für eine ganz besondere Reihe. Unter dem Titel „HanauDaheim-Online-Festival“, geben Musiker aus der Region im Comoedienhaus ohne Publikum und mit strengen Hygieneauflagen Konzerte und streamen diese. Den Auftakt machten „The Companions“ und der Singer und Songwriter Reverend Schulzz. Geplant sind zunächst sieben Sessions mit immer anderen lokalen Künstlern. ...
Nach der Premiere herrschte bei den Initiatoren Kevin Kenntemich und Leon Herche nicht nur Erleichterung über das gelungene Konzert, sondern die helle Freude: „Wir hatten durchgehend 250 Zuschauer in den Streams auf Facebook und Youtube und konnten fast 14.000 Menschen in den Sozialen Medien erreichen. Die Bewertungen waren durchweg positiv. Das spornt uns natürlich richtig an.“ Auf den SocialMedia-Kanälen fanden sich nach dem Konzert Kommentare wie „Sehr cool. Ein fettes Dankeschön an alle, die das möglich machen. Rock on!“ und „Das war ein genialer Corona-Mittwochabend.“
Unterstützt wird das Projekt von der Sparkasse Hanau und der Baugesellschaft Hanau – dieses Engagement ermöglicht es, den Künstlern eine kleine Gage zukommen zu lassen. Kenntemich: „Für Musiker, Schauspieler und andere Künstler ist es im Moment sehr schwierig; viele haben Existenzängste. Das ‚Online-Festival‘ bietet ihnen auf vielfältige Art eine Plattform: um sich ihrem Publikum weiterhin zu präsentieren und ihren Fans zu Hause Abwechslung zu bieten. Aber eben auch eine wirtschaftliche Unterstützung. Das ist super, und wir sind dankbar, dass wir das so auf die Beine stellen dürfen.“
Weitere Künstlerinnen und Künstler für die Reihe willkommen – sie können sich per E-Mail an daheim@hanau.de melden.

Aber nicht nur Musik hat ihren Platz auf HanauDaheim: Wenn den Kindern daheim die Decke auf den Kopf fällt und Mama und Papa Benjamin Blümchen in der Dauerschleife hören müssen, dann braucht es eine Alternative für den Familienfrieden. Abhilfe bieten auch virtuelle Mitmach-Pakete für Kids. Geliefert werden sie regelmäßig vom Team des Eigenbetriebes Kindertagesbetreuung direkt. Die Erzieherinnen drehen an verschiedenen Standorten und liefern jeweils drei Bausteine für die Kinder im Corona-Modus: Eine spielerische Begrüßung, ein Basteltipp und eine Spielidee.
Das Konzept kommt an: Die Online-Kita ist der Bereich mit den meisten Besuchern. Astrid Weiermann, Leiterin des Eigenbetriebs, freut sich über den Erfolg: „Wir wissen, vor welche Herausforderungen die Corona-Zeit die Eltern stellt. Mit dem Online-Angebot können wir einen kleinen Beitrag leisten. Die Beiträge sind so zusammengestellt, dass sie Bewegung, Kreativität, Entspannung und Sprache abwechselnd bedienen. Die Rückmeldungen aus den Familien zeigen, dass die Kids sich immer schon auf die nächsten Tage und die neuen Ideen freuen.“ Diese Woche neu am Start ist unter anderem die „Pizzamassage“, das „Wachmachergedicht“ sowie Anleitungen für Pustebilder und ein Waldmandala, das mit Straßenmalkreide gemalt wird.

Insgesamt umfasst die Plattform HanauDaheim inzwischen mehr als 40 Online-Angebote aus Kunst, Kultur, Genuss, Bildung, Kirche und Sport – Tendenz steigend. Neu ist jetzt unter anderem eine digitale Stadtführung durch den Schlossgarten, die die Geschichte des Parks und des historischen Stadtschlosses erzählt. Zudem präsentiert Autorin Anja Zeller ihr Hanau-Abc. Jeden Samstag um 11.15 Uhr kommen Kinder ab vier Jahren auf ihre Kosten, wenn eine neue Samstagsgeschichte vorgelesen wird. Wer schon immer den Umgang mit einem Basketball in Ruhe und ohne Beobachter üben wollte, kann das jetzt beim Digi-Training der Turngemeinde Hanau: Am 19. April zeigt Basketballer Till Jönke (Ebbecke White Wings) alles um „Ballhandling mit Dribbling“.

Dass der „digitale Lieferdienst“, wie sich HanauDaheim augenzwinkernd nennt, ins Schwarze trifft, zeigt die Resonanz: Täglich klicken rund 3000 Besucher auf das Portal. Nach der Online-Kita und dem Online-Festival im Comoedienhaus sind Straßenmusik und die Aufführungen der Brüder Grimm Festspiele der Renner: Am Samstagabend gibt es ab 20.15 Uhr als nächstes das Schauspiel „Brandner Kaspar“ zu sehen. Auch Religion ist ein wichtiger Faktor bei HanauDeheim: Über Ostern waren die Angebote der verschiedenen Kirchen und Religionsgemeinschaften stark frequentiert.
 
Die nächsten Online-Festival-Termine auf einen Blick
Samstag, 18. April: Party mit Helium 6
Sonntag, 19. April: Theaterabend mit den Dramateuren und dem Schauspieler-Ehepaar Hartmut Volle und Andrea Wolf
Mittwoch, 22. April: Poetry Slam mit dem KUZ Hanau
Die Online Festivals im Livestream über: facebook.com/hanauerleben Youtube.com/Hanauerleben und natürlich auf hanaudaheim.de/onlinefestival
 
www.hanaudaheim.de
#HANAUDAHEIM

Kleine Geschäfte dürfen ab Montag wieder öffnen Schulen starten am 27. April / Kitas bleiben geschlossen (16.04.2020 20:00 Uhr)

Fünf Wochen ist es her, dass wegen der Corona-Krise mit den Schulschließungen in Hanau eine Zeit der zunehmenden Einschränkungen und Kontaktverbote begonnen hat. Mit großer Erleichterung haben deshalb alle Beteiligten in Hanau die von der Bundesregierung angekündigten und vom Land Hessen am Donnerstagnachmittag präzisierten Lockerungen, die vom 20. April an gelten sollen, aufgenommen. ...
"Vom kommenden Montag an dürfen Geschäfte mit einer Verkaufsfläche bis zu 800 Quadratmeter wieder öffnen", freut sich Oberbürgermeister Claus Kaminsky, dass damit nächste Woche auch in der Hanauer Innenstadt ein großer Teil der Ladengeschäfte den Betrieb wieder aufnehmen darf. Eine entsprechende Allgemeinverfügung werde rechtzeitig erlassen. "Wir werden diesen Schritt in eine neue Zeit mit größtmöglicher Großzügig- und Freizügigkeit zu ermöglichen", verspricht der OB und verweist dabei darauf, dass dafür strenge Regeln zu Hygiene und Abstand notwendig sind. Deshalb wird die Anzahl der Kunden, die gleichzeitig im Geschäft sein dürfen, auf eine Person pro 20 Quadratmeter Ladenfläche beschränkt.
 
Ein wichtiger Baustein in dem Konzept zur Wiederbelebung der Innenstadt ist zudem die ab Montag in Hanau ebenfalls geltende Maskenpflicht. Während Bund und Land es bisher bei einer "dringenden Empfehlung" zum Tragen einer Maske belassen, ist die Brüder-Grimm-Stadt einen Schritt weitergegangen und hat das seit mehr als zwei Wochen geltende Gebot in eine Tragepflicht verschärft. Diese erlaubt es jedoch nach den Worten von OB Kaminsky, die Wiedereröffnung der Geschäfte maximal liberal zu gestalten. "Bei der Bewertung der Verkaufsfläche wird jeder Laden für sich betrachtet", stellt er klar, dass Einkaufszentren wie das Forum nicht als eine Einheit betrachtet werden.
 
Unabhängig von der Größe des Ladens dürfen ab Montag auch Buchhandlungen sowie Fahrrad- und Kfz-Händler wieder öffnen. Auch Eisdielen erhalten die Erlaubnis, vom 20. April an wieder einen Lieferdienst und einen To-Go-Verkauf aufzunehmen. Auch das Kulturforum Hanau dürfte wieder seine Pforten öffnen. Hier müssen allerdings erst noch die genauen Modalitäten geklärt werden. Klar ist nur, dass ein vollumfänglicher Normalbetrieb bis auf weiteres nicht möglich sein wird.
 
Geschlossen bleiben dagegen vorläufig bis zum 4. Mai auch die städtischen Einrichtungen, die Volkshochschule, die Museen und die Stadtverwaltung. Weiterhin nicht nutzbar sind auch die Spielplätze, Sportanlagen und Schwimmbäder. "Darüber sind wir alles andere als glücklich", so der OB, aber in der Natur von Freizeitanlagen liege es, dass sich dort viele Menschen treffen und weder das Kontaktverbot, das vorläufig bis zum 3. Mai verlängert wurde, noch der Mindestabstand einzuhalten sind. Wie er weiter ausführt, dürfen die jetzt eingeleiteten Lockerungen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Corona-Krise nicht vorbei ist und nach wie vor ein hohes Infektionsrisiko besteht.
 
Schrittweise soll nach den Vorstellungen des Landes der Schulbetrieb wieder anlaufen. Dabei starten am 27. April vorerst nur die Abschlussklassen der Haupt- und Realschulen, die 4. Klassen der Grundschulen sowie der Unterrichtsbetrieb für die Q2 (12. Klasse). Der Abitursjahrgang kehrt nicht mehr in den Unterricht zurück, sondern soll lediglich die mündlichen Prüfungen absolvieren. Analog sollen auch die beruflichen Schulen einen Modus finden. Noch offen ist die Frage, wie mit den Förderschulen umgegangen wird.
 
Die Kindertagesstätten und Familientagespflege können bis auf weiteres keinen Regelbetrieb aufnehmen. Doch passend zum Schulstart wird durch das Land Hessen hier der Kreis der Anspruchsberechtigten für einen Notplatz in der Kindertagesbetreuung erweitert. Bisher konnten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Betrieben der Daseinsvorsorge, für Polizei und Rettungsdienste, aber auch für die Kliniken und die Pflegeheime einen Notplatz erhalten. Vom 27. April an können alle berufstätigen Alleinerziehenden, die an ihren Arbeitsplatz zurückkehren wollen oder müssen, ihre Kinder zur Notbetreuung anmelden. Wie bisher wird dies zentral über den Eigenbetrieb Kindertagesbetreuung koordiniert. Unter der E-Mail-Adresse eigenbetrieb-kindertagesbetreuung@hanau.de können Bedarfe angemeldet werden. Der Eigenbetrieb prüft jeden Einzelfall und nimmt direkt Kontakt auf.
 
"Es wird eine besondere Herausforderung für uns alle, die Lockerungen jetzt zu genießen und gleichzeitig alle notwendigen Beschränkungen weiterhin zu beachten", nimmt OB Kaminsky jeden einzelnen in die Pflicht, durch sein verantwortungsbewusstes Verhalten einen Beitrag dafür zu leisten, dass die bisher erreichten Erfolge in der Corona-Krise nicht wieder verloren gehen.

Aufklärung und Hinweise statt Strafen und Sanktionen (16.04.2020 16:45 Uhr)

Fragen und Antworten zur Masken-Pflicht, die in Hanau ab 20. April gilt
Die Stadt Hanau hat sich dazu entschieden, das Tragen einer „Alltagsmaske“ vom  20. April an in Hanau zur Pflicht zu machen. Diese gilt überall dort, wo Menschen auf Mitmenschen treffen und die Abstandsregeln möglicherweise nicht eingehalten werden können, wie im Einzelhandel und im ÖPNV, ebenso in Arztpraxen und öffentlichen Einrichtungen. Die Maskenpflicht gilt ausdrücklich nicht im öffentlichen Raum, also auf der Straße. Eine entsprechende Allgemeinverfügung der Stadt ist in Arbeit. Wichtig hierbei: Auch Tücher, Schals und Stoffstücke, die als textile Barriere fungieren, erfüllen die Kriterien der Maskenpflicht. ...

„Jede Maske hilft dabei, die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen. Das sagen inzwischen fast alle Experten und bestätigen damit unsere Haltung in Hanau, die wir schon Alltagsmaskenseit mehr als zwei Wochen ausgeben“, erläutert Oberbürgermeister Claus Kaminsky, der am 30. März ein „Alltagsmasken-Gebot“ für die Stadt erklärt hatte. Dank der eingeübten Praxis habe sich die Stadt jetzt dazu entschieden, aus der inzwischen auch von Bund und Land dringenden Empfehlung eine Pflicht zu machen. Kaminsky: „Hanau hat sich für eine Maskenpflicht entschieden, weil die schrittweise Öffnung von Geschäften dadurch liberaler gestaltet werden kann.“ Die Erfahrungen aus Jena, wo bereits seit gut zwei Wochen eine Maskenpflicht gilt, seien überaus positiv, so der Oberbürgermeister. Er betont, dass auch in Hanau auf Aufklärung und Hinweise statt Strafen und Sanktionen gesetzt werde. „Der Großteil der Hanauerinnen und Hanauer hat längst erkannt, dass eine Maske besser schützt als keine Maske. Deshalb bin ich zuversichtlich, dass sie sich an die Regeln halten werden und so dazu beitragen, dass wir alle schrittweise ins normale Leben zurückkehren können.“
Im Folgenden beantwortet die Stadt Hanau Fragen und Antworten zur Maskenpflicht.

Warum führt die Stadt Hanau eine Maskenpflicht ein?
Das Tragen einer Alltagsmaske schützt vor allem unsere Gegenüber. Der Hauptübertragungsweg scheint die Tröpfcheninfektion. Wenn eine infizierte Person niest oder eine feuchte Aussprache hat, kann es schnell zur Übertragung kommen. Eine Alltagsmaske hilft, das Risiko zu verringern. Wenn alle eine Alltagsmaske tragen, schützen wir uns alle gegenseitig. Hanau hat sich für eine Maskenpflicht entschieden, weil die schrittweise Öffnung von Geschäften dadurch liberaler gestaltet werden kann. Und weil sie möglicherweise auch dazu beitragen wird, dass die Bürgerinnen und Bürger schrittweise ins normale Leben zurückkehren können.

Ab wann gilt die Maskenpflicht?
Ab Montag, 20. April, gilt in Hanau eine Maskenpflicht.

Wo gilt die Maskenpflicht?
Eine Alltagsmaske muss überall dort getragen werden, wo Menschen auf Mitmenschen treffen und die Abstandsregeln möglicherweise nicht eingehalten werden können, wie im Einzelhandel und im ÖPNV, ebenso in Arztpraxen und öffentlichen Einrichtungen. Die Maskenpflicht gilt ausdrücklich nicht im öffentlichen Raum, also auf der Straße.

Welche Masken dürfen verwendet werden?
Der medizinische Mund-Nasen-Schutz und die FFP2-Masken sind dem medizinischen Bereich vorbehalten. Alltagsmasken können einfach selbst hergestellt werden. Welche Materialien verwendet werden sollten und wie die Herstellung funktioniert, ist auf Seiten wie www.maskeauf.de oder www.menschen-in-hanau.de ganz einfach nachzulesen. Hier gibt es auch verschiedene Modelle, die ohne Nähmaschine hergestellt werden können. Auch Tücher, Schals und Stoff als textile Barriere sind hilfreich und tragen der Maskenpflicht in Hanau genüge.

Wo bekomme ich Alltagsmasken?
Alltagsmasken können ganz einfach aus unterschiedlichen Materialien selbst hergestellt werden, ohne dafür Geld ausgeben zu müssen. Anleitungen, wie das funktioniert und was dafür verwendet werden kann, finden Sie auf der Seite www.corona.hanau.de, auf www.maskeauf.de oder www.menschen-in-hanau.de. Außerdem werden z.B. auf dem Hanauer Wochenmarkt Alltagsmasken verkauft.

Verteilt die Stadt Hanau Alltagsmasken?
Nein, nur im Ausnahmefall. Alltagsmasken können ganz einfach aus unterschiedlichen Materialien selbst hergestellt werden, ohne dafür Geld ausgeben zu müssen. Anleitungen, wie das funktioniert und was dafür verwendet werden kann, finden Sie auf unserer Seite www.corona.hanau.de oder www.maskeauf.de und  www.menschen-in-hanau.de. Auch Tücher, Schals und Stoff als textile Barriere sind hilfreich und tragen der Maskenpflicht in Hanau genüge. Wer sich nicht selber mit einer Maske versorgen kann, kann im Notfall Kontakt zum Bürgertelefon der Stadt Hanau unter der Nummer 06181/67660-2001 aufnehmen.

Was bedeutet die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr?
Die Maskenpflicht gilt ab Montag, 20. April, im gesamten Netz der Hanauer Straßenbahn AG, sowohl in Bussen als auch in Anruf-Sammeltaxis. Bezüglich der Regionalbus-Linien, die nach Hanau verkehren, appelliert die Stadt Hanau auf politischer Ebene an den RMV, das Tragen von Alltagsmasken in allen Verkehrsmitteln im Verbundbereich verpflichtend zu machen. Stadtrat Thomas Morlock sagt dazu: „Mund-Nasen-Schutz in Bussen, Bahnen und Anruf-Sammeltaxen ist unabdingbar, wenn der ÖPNV seiner Funktion als umweltfreundliches und die Verbreitung des Corona-Virus vermeidendes Verkehrsmittel gerecht werden will. Mit der Wiedereröffnung von Geschäften und dem später einsetzenden Teilschulbetrieb nehmen die Fahrgastzahlen und damit das dichtere Beisammensein in Bussen und Bahnen automatisch zu, so dass die Abstandsregel von anderthalb Meter dann nicht mehr umzusetzen ist. Daher ist das verpflichtende Tragen einer Alltagsmaske unabdingbar, damit der ÖPNV seine zunehmend wichtige Bedeutung für die Mobilität nicht verliert und wir einem Umstieg der Kunden zum motorisierten Individualverkehr vorbauen.“

Wird die Maskenpflicht in den Bussen kontrolliert?
Ja, die Stadt Hanau setzt dabei auf Aufklärung und Hinweise.

Muss ich eine Alltagsmaske dabei haben, um in den Bus gelassen zu werden?
Ja, Busfahrende sollten eine Alltagsmaske mitführen und sie sich vor dem Einstieg aufziehen. Im Bus wird aus organisatorischen und finanziellen Gründen kein Verkauf stattfinden. Dabei reichen selbstgenähte Masken, aber auch Tücher, Schals oder Stoff als textile Barriere aus.

Gilt die Maskenpflicht auch in Arbeitsstätten?
Nein, hier gilt das vom Land Hessen geforderte Hygienekonzept, das alle Arbeitgeber erstellen sollen. Die Fürsorgepflicht liegt hier beim Arbeitgeber.

Gilt die Maskenpflicht auch für Schulen?
Hier ist die Regelung des Kultusministeriums abzuwarten. Hessens Schulen öffnen voraussichtlich nicht vor Montag, 27. April.

Gilt die Maskenpflicht auch in Kitas?
Hier sind die Hygienevorschriften durch die Kita-Leitung vor Ort sicherzustellen. In der derzeitigen Notbetreuung versuchen die Erzieherinnen und Erzieher, die Kinder spielerisch an das Thema Maske heranzuführen. Grundsätzlich sind Kinder bis zum sechsten Lebensjahr aber von der Maskenpflicht in Hanau ausgenommen. Eltern, die ihre Kinder abholen, müssen aber eine Alltagsmaske tragen.

Welche Strafen folgen bei Nichtbeachtung?
Adressaten der städtischen Allgemeinverfügung sind die Einzelhändler und Institutionen, Ärzte etc. Diese müssen sicherstellen, dass die angeordnete Maskenpflicht eingehalten wird. Wenn es mit Einsicht nicht funktioniert, ist das Nicht-Einhalten der unabdingbaren Regel Stück für Stück schärfer zu ahnden. Grundsätzlich gilt: Wir appellieren an alle Hanauerinnen und Hanauer, dort, wo die Abstandsregeln möglicherweise nicht eingehalten werden können (z.B. im Einzelhandel, im ÖPNV, in Arztpraxen und in öffentlichen Einrichtungen), eine Alltagsmaske zu tragen.

Welche Rechtsform fordert die Maskenpflicht?
Die Maskenpflicht wird in Form einer städtischen Allgemeinverfügung in Kraft gesetzt.

Was ist mit Asthmatikern und anderen Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen keine Maske tragen können?
Asthmatiker und weitere Menschen mit Atemwegserkrankungen oder anderen Handicaps, denen das Maskentragen nicht möglich ist, müssen keine Alltagsmasken tragen. Eine entsprechende Bescheinigung erhalten diese Menschen vom Bürgerservice auf Anfrage.

Müssen auch Babys und Kleinkinder eine Alltagsmaske tragen?
Nein, Babys und Kleinkinder müssen keine Alltagsmaske tragen. Kinder unter sechs Jahren sind von der Pflicht entbunden.

Herrscht Maskenpflicht auch beim Arzt?
Ja. Auch hier gilt: andere durch das Tragen einer Alltagsmaske schützen und damit auch sich selber.

Welche Stadt erhebt noch eine Maskenpflicht? Welche Erfahrungen wurden gesammelt?
Bekannt ist die Stadt Jena, die seit gut zwei Wochen eine Maskenpflicht hat und damit sehr gute Erfahrungen gemacht hat. Verstöße mussten dort bislang nicht geahndet werden, Belehrungen und Ermahnungen haben ausgereicht. Darauf setzt auch die Stadt Hanau. Der Kreis Nordhausen hat zudem eine Maskenpflicht im ÖPNV verfügt.

Muss ich trotz Maskenpflicht weiterhin Abstand halten und Hände waschen?
Ja, weiterhin gelten der Mindestabstand von 1,5 Metern und Hygienemaßnahmen, wie Händewaschen. Die Maskenpflicht ist lediglich eine Ergänzung. 

Dürfen Menschen ohne Alltagsmaske ab Montag nicht mehr in den Supermarkt?
Ja, ausgenommen sind nur Menschen, die von der Maskenpflicht befreit sind und eine entsprechende Bescheinigung vorweisen können.

Wer näht Alltagsmasken? Wie geht das?
Für Versierte haben wir eine Nähanleitung auf www.corona.hanau.de. Das Internet bietet weitere Anleitungen, zum Beispiel unter www.maskeauf.de oder www.menschen-in-hanau.de

Worin bestehen Unterschiede zwischen einer medizinischen Mund-Nase- Schutzmaske und Alltagsmasken?
Einfache, selbst hergestellte Alltagsmasken aus Textilien bzw. Zellstoff oder Baumwolle bieten einen passiven Schutz der Umgebung. Sie sind zu unterscheiden vom Mund-Nasen-Schutz, der vor allem in den medizinischen Berufen verwendet wird. Dieser schützt – je nach Zertifizierung – auch davor, den Virus einzuatmen. Diese medizinischen Masken sollten auch den medizinischen Bereichen vorbehalten bleiben, die für die Arbeit dort immens wichtig sind. In Hanau hat der Oberbürgermeister lediglich dazu aufgerufen, eine einfache Alltagsmaske zu tragen, wenn man in der Öffentlichkeit unterwegs ist.

Kann man Alltagsmasken wiederverwenden?
Ja, selbstgemachte textile Alltagsmasken können in der Regel bei 60 oder 90 Grad gewaschen und wieder verwendet werden.

Was sagen WHO und RKI oder andere Wissenschaftler?
Wir halten uns an die Empfehlung der Bundesregierung, die vom RKI und verschiedenen anderen Experten beraten wird. Hiernach wird dringend dazu geraten, eine Alltagsmaske zu tragen.

Warum geht Hanau schärfer vor als der Bund?
Auch Bund und Land raten dringend dazu, Masken im Alltag zu tragen. Da in Hanau – anders als in fast allen anderen deutschen Städten – schon seit 30. März ein Maskengebot gilt und die Menschen nun schon zweieinhalb Wochen Zeit hatten, sich eine Alltagsmaske zuzulegen, hat sich Hanau dank der eingeübten Praxis dazu entschieden, nun diesen Schritt zu gehen, der möglicherweise auch auf Landes- oder Bundesebene folgen wird. Ziel aller ist und bleibt es, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Diesem Ziel folgt auch die Stadt Hanau mit ihrer Maskenpflicht.

Gilt die Maskenpflicht auch für den Taxibetrieb?
Ja – zumindest für Fahrgäste. Für den Fahrer gilt sie nicht, weil er gemäß Straßenverkehrsordnung erkennbar sein muss.

Hanauer Unternehmen hilft Hanauer Bürgern
Polsterei Akpek näht Alltagsmasken für den guten Zweck (16.04.2020 15:10 Uhr)

Das ist ein tolles Signal für den Zusammenhalt in Hanau“, freuen sich Jens Gottwald, Geschäftsführer der Baugesellschaft Hanau, und Petra Weinzettel, Sachgebietsleiterin Sozialmanagement, über das Angebot, das ihnen von Ugur Aktas dieser Tage gemacht wurde. Der Geschäftsführer der Polsterei Akpek GmbH aus Hanau meldete sich mit dem Vorschlag, Behelfsmasken für Mieterinnen und Mieter des Wohnungswirtschaftsunternehmens zu nähen. „Aufgrund der Corona-Krise ist bei uns die Auftragslage eingebrochen und ich muss meine Mitarbeiterschaft beschäftigen. ...

Wenn ich nicht jetzt etwas Gutes tun kann, wann dann,“ so der Hanauer Unternehmer. Gottwald war von der großzügigen Offerte der Polsterei begeistert. „Für unsere Mieter und Firmen ist es zurzeit schwierig, an herkömmliche Mundschutzmasken heran zu kommen. Einwegmasken sollten zudem dem medizinischen Personal vorbehalten bleiben. Die Unterstützung durch Ugur Aktas ist deshalb hoch willkommen,“ so Geschäftsführer Gottwald.

Die Polsterei Akpek, die ihren Firmensitz im Stadtteil Lamboy im Industriegebiet Nord hat, erledigt normalerweise hochwertige Polsterarbeiten für den Heimbedarf, Gewerbe und KFZ. Dabei werden neben herkömmlichen Stoffen auch Leder und andere Materialien verarbeitet. Alltagsmasken anzufertigen stellte da eine ganz neue Herausforderung für das Unternehmen dar.
Die ersten 100 Masken sind bereits fertiggestellt und konnten bei der Polsterei Akpek abgeholt werden. Bei dieser führte der Geschäftsführer die beiden durch die Näherei, so dass sich Jens Gottwald und Petra Weinzettel ein eigenes Bild von der Produktion machen konnten. Pro Maske näht ein Mitarbeiter 15 Minuten. Die Masken sind nicht nur bei 60 Grad waschbar, sondern auch aus Baumwollstoff gefertigt und damit atmungsaktiv. „Sitzt sehr gut,“ kommentierte Gottwald die erstklassige Verarbeitung beim Probetragen.

„Wir nähen so viele Masken, wie wir können,“ kündigte Ugur Aktas an und ergänzt, dass seine Firma gern für Firmen, die ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schützen möchten, solche Masken herstellt. „Wer Interesse daran hat, kann sich gerne bei uns melden. Natürlich können wir diese dann aber nicht verschenken“, so Aktas.
Die Mundschutzmasken für Privatpersonen spendet die Polsterei Akpek. Gegen eine Unkostenpauschale von 2 Euro pro Stück können sie bei der Zentrale der Baugesellschaft Hanau abgeholt werden. Das Geld, das auf diese Weise zusammenkommt, spendet die Baugesellschaft Hanau zusammen mit der Polsterei Akpek für einen noch festzulegenden guten Zweck.

„Die Öffnung ist richtig und konsequent“ Hanau führt Maskenpflicht im Einzelhandel und ÖPNV ein (15.04.2020 19:30 Uhr)

Die Richtung von Bund und Land ist seit Mittwochabend klar und eröffnet damit auch der Stadt Hanau die Chance, die Einschränkungen für Teile des öffentlichen Lebens auslaufen zu lassen. Entsprechende Grundsatzbeschlüsse durch Bund und Land erlauben solche Lockerungen unter anderem für Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern und damit scheint sicher, dass nächste Woche auch in der Hanauer Innenstadt ein großer Teil der Ladengeschäfte wieder öffnen darf. "Um diesen Schritt in eine neue Zeit mit größtmöglicher Großzügig- und Freizügigkeit zu ermöglichen, sind jedoch strenge Regeln zu Hygiene und Abstand notwendig", kündigt Oberbürgermeister Claus Kaminsky an. ...

Nach seinen Worten will die Brüder-Grimm-Stadt die Interpretationsspielräume so weit wie möglich im Interesse der Einzelhändler auslegen. Dies werde aber nur mit sehr klaren Absprachen und gut durchdachten Schutzkonzepten funktionieren. Dazu gehört neben einer Begrenzung der Personenzahl im Laden und einer Überwachung eventueller Warteschlangen auch die Vorgabe, einen Mundschutz zu tragen. "Die dringende Empfehlung der Bundes- und Landesregierung, sich mit einem Mund-Nasen-Schutz verantwortungsbewusst und rücksichtsvoll in der Öffentlichkeit zu verhalten, haben wir dahingehend erweitert, dass ab Montag in Hanau jeder, der ein Ladengeschäft betritt, eine solche Behelfs- oder Alltagsmaske tragen muss", präzisiert Kaminsky und ergänzt, dass die Stadt hier auf die guten Erfahrungen zurückgreife, die sie auf dem Hanauer Wochenmarkt mit einem klaren Reglement und strikter Überwachung der geforderten Maßnahmen gemacht habe. Die Maskenpflicht soll darüber hinaus auch im Öffentlichen Personennahverkehr gelten.
 
"Im Interesse der Wiederbelebung unserer Wirtschaft ist die Öffnung zu diesem Zeitpunkt richtig und konsequent", so der OB und betont, dass trotzdem das oberste Ziel der Gesundheitsschutz bleibe. "Wir müssen weiterhin mit allen Mitteln darum kämpfen, dass die Verbreitung des Corona-Virus verlangsamt wird", macht er deutlich, dass das Risiko einer Infektion nach wie vor besteht. "Dass wir schrittweise Lockerungen zulassen, darf nicht den falschen Eindruck wecken, dass die Corona-Krise beendet ist." Deshalb begrüßt Kaminsky ausdrücklich, dass die Kontaktsperre bis zum 4. Mai verlängert wurde.
 
Geschlossen bleiben vorläufig bis zum 4. Mai die städtischen Einrichtungen und die Stadtverwaltung. "Wir haben uns entschieden, uns die nächsten zwei Wochen darauf zu fokussieren, den Einzelhandel bei der Wiedereröffnung zu unterstützen, indem wir durch Aufklärung und Begleitung für möglichst hohe Akzeptanz und Verständnis bei der Kundschaft sorgen," erläutert OB Kaminsky die Pläne, die darauf basieren, dass Kundschaft und Einzelhandel von der Notwendigkeit der Schutz- und Hygienekonzepte überzeugt werden.
 
Das Vorgehen stößt beim Hanau Marketing Verein auf große Zustimmung. Mehmet Kandemir, erster Vorsitzender des HMV, erklärt, eine erste Kurzumfrage unter den Hanauer Einzelhändlern habe eindeutig ergeben, dass man "mit den Auflagen gut leben kann, wenn dafür die Geschäfte wieder geöffnet werden dürfen". Der HMV begrüßt ausdrücklich die Entscheidung der vorsichtigen Lockerung. Dass die Stadt die Durchsetzung der unerlässlichen Vorschriften durch flankierende Maßnahmen erleichtern wird, sorgt für Erleichterung bei den Einzelhändlern des HMV. "Wir freuen uns über jeden Tag, den wir früher damit anfangen können, die Auswirkungen der mehrwöchigen Schließung aufzuarbeiten," erinnert Kandemir daran, dass die Einnahmeausfälle für den Einzelhandel schnell existenziell bedrohlich werden können.
 
Dass die eingeleiteten Hygiene- und Schutzmaßnahmen eher vertrauensbildend bei der Kundschaft ankommt, davon geht Martin Bieberle, Geschäftsführer der Hanau Marketing GmbH, aus. "Sowohl die Maskenpflicht als auch die Vorgaben für die Anzahl der Kundinnen und Kunden im Ladengeschäft geben ein eindeutiges Signal, dass uns die Gesundheit der Menschen wichtig ist." Er sieht auch in der praktischen Umsetzung kein Problem. "Wir haben in Hanau durch die dringende Empfehlung zur Maske schon sehr frühzeitig einen klaren Kurs vorgegeben, der dazu geführt hat, dass vielerorts selbstgenähte Masken entstehen und angeboten werden." Auch die Schneiderei der Brüder Grimm Festspiele biete samstags auf dem Wochenmarkt regelmäßig wiederverwendbare Baumwollmasken an. "Im Internet gibt es unzählige kreative Ideen, wie man zu einer Maske kommen kann", macht Bieberle darauf aufmerksam, dass im Zweifelsfall ein quadratisches Nickituch und zwei Haargummis reichen, um sich mit einer Behelfsmaske auszustatten. "Das Video dazu ist auf unserer Internetseite www.corona.hanau.de zu finden."

Neu: Fahrkartenautomaten an den Bushaltestellen Freiheitsplatz und Marktplatz (15.04.2020 12:50 Uhr)

Die Hanauer Straßenbahn (HSB) hat im eigenen Fahrscheinverkauf erstmals Automaten in Betrieb genommen. Jeweils zwei davon befinden sich am Busbahnhof Freiheitsplatz (Bussteig A1) und an der Haltestelle Marktplatz (Südseite). „Das kann es unseren Fahrgästen erleichtern, Fahrkarten zu erwerben in der jetzigen Corona-Krise mit vorübergehend geschlossener RMV-MobilitätsZentrale und nicht möglichem Kauf beim Busfahrpersonal“, erklärt HSB-Geschäftsführer Thomas Schulte. ...

In Papierform lassen sich an diesen vier Automaten nur Einzel- und Tagestickets erwerben. Für Wochen- und Monatskarten bedarf es einer Plastikkarte mit Chip. Wer eine solche bereits nutzt, kann sie am Automaten elektronisch aufladen. Wer einen Rohling zum Aufladen braucht, kann diesen in einer der fünf weiterhin geöffneten HSB-Vorverkaufsstellen erhalten: Trinkhalle Schöbel (Burgallee 15 an der Ecke zur Karlsbader Straße), Kiosk Apostos Nastos (John-F.-Kennedy-Straße 26), Bäckerei „Brotkorb“ (Lamboystraße 15a), Kiosk „MS Pavillon“ (Ludwigstraße 137) und in Bruchköbel bei Schreibwaren Schenker (Hauptstraße 26). Zudem besteht die Möglichkeit, sich die Plastikkarte von der HSB zuschicken zu lassen nach Kontaktaufnahme unter Telefon 06181-3008846 (Montag bis Freitag 8 bis 16 Uhr) oder per E-Mail unter der Adresse mobizentrale.hanau@hsb.de.
Im Normalbetrieb verkauft die HSB jährlich rund 800.000 Einzel-, Tages-, Kurzstrecken- und Anschluss-Fahrscheine, davon drei Viertel beim Busfahrpersonal.  Dieses zu entlasten, ist Ziel der HSB mit der Einführung der vier Ticketautomaten an den beiden am meisten genutzten Haltestellen im Stadtgebiet. „Hinzu kommt, dass weniger zeitaufwendiger Fahrkartenverkauf im Bus auch mehr Fahrplanpünktlichkeit bedeutet“, nennt HSB-Geschäftsführer Schulte ein weiteres Argument für den neuen, zusätzlichen Vertriebsweg. Hinzu komme, dass Fahrgäste am Automaten – unabhängig von Öffnungszeiten der MobilitätsZentrale und der Vorverkaufsstellen – rund um die Uhr Tickets kaufen könnten. Was wiederum bedeute, dass die Fachleute in der MobilitätsZentrale am Busbahnhof Freiheitsplatz sich „mehr auf komplexe Beratungs- und Verkaufsgespräche konzentrieren können“.

Leopoldina-Vorschläge nur begrenzt hilfreich (14.04.2020 17:05 Uhr)

Oberbürgermeister Kaminsky fordert zeitlichen Vorlauf
„Dass wir uns alle eine rasche Rückkehr in unser normales Leben wünschen, ist unstrittig. Die Hoffnungen, die mit diesem Papier bei vielen Bürgerinnen und Bürgern erweckt wurden, halte ich für absolut verfrüht. Die zentrale Schwäche ist im Übrigen, dass es für all die Maßnahmen, von denen eine gewisse Zahl sinnvoll sein können, keinen Zeitplan gibt. Ich setze große Hoffnungen in die Gespräche der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten. Damit Realismus und Praktikabilität Einzug halten. ...

Es muss weiterhin in höchster Priorität gelten, was wir doch gemeinsam in den vergangenen Wochen gelernt haben: Wann können wir tatsächlich davon sprechen, dass wir die Neuinfektionen deutlich reduziert haben, wann können wir sicherstellen, dass die klinischen Kapazitäten für den noch vor uns liegenden Peak ausreichen. Und, dass alle derzeitigen Maßnahmen von Abstandhalten über Händewaschen bis zu Mund-Nasen-Schutz gegriffen haben“, sagt Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky über die Diskussion um die aktuelle „Leopoldina“-Stellungnahme zur Corona-Krise. Er mahnt: „Was den Wissenschaftlern in den Elfenbeintürmen einfällt, muss für die Bürgerinnen und Bürger nachvollziehbar und für uns Politikerinnen und Politiker auf allen Ebenen umsetzbar sein. Gerade wir vor Ort brauchen einen Vorlauf, um realistische Zeitpläne umzusetzen – die Leopoldina-Vorschläge sind nur begrenzt hilfreich.“
Er erinnert sich an die Leopoldina-Thesen von vor vier Jahren, als behauptet wurde, dass von den mehr als 1600 Krankenhäusern in Deutschland ein Großteil wegkönne und sich eine bessere Versorgung mit bundesweit nur 330 Kliniken erreichen ließe. Kaminsky quittiert diese Diskussion: „Gut, dass wir heute noch so viele und funktionierende Kliniken haben.“ Er hoffe ohnehin, dass die in den letzten Jahren vorangetriebene Ökonomisierung im Gesundheitswesen sowie im Alten- und Pflegeheimbereich nach der Corona-Krise in neuem Licht betrachtet wird.
Auch heute ist das Tagesgeschäft von Hanaus Oberbürgermeister und dem städtischen Krisenstab geprägt von der Corona-Krise. „Krisenzeiten sind Zeiten der Exekutive. Für unsere Brüder-Grimm-Stadt treffen wir seit Wochen direkte und aktuelle Entscheidungen, die in unserem Verantwortungsbereich liegen. Wir geben unseren Bürgerinnen und Bürgern Hilfestellungen, wo wir können. Klar, deutlich, unmissverständlich. Und wir setzen Bundes- und Landes-Verfügungen um“, so Kaminsky, der sich vehement gegen asoziale Hamsterkäufe eingesetzt hatte und sich für das Nähen und Tragen von Masken engagiert. Dabei hat er immer betont, dass Profi-Schutz nur für medizinisches und Pflege-Personal vorgesehen ist und darauf hingewiesen, dass „für uns alle Abstands- und Hygieneregeln in der Corona-Krise einzuhalten“ sind.

Neue Lernplattform der Stadt soll digitales Lernen erleichtern (14.04.2020 15:05 Uhr)

Land Hessen muss sich um digitale Lernmittelfreiheit kümmern
„Für den Bereich des digitalen Lernens wirkt die Corona-Krise als Katalysator für die innovative Weiterentwicklung von Konzepten und Methoden“, fasst Hanaus Bürgermeister Axel Weiss-Thiel die aktuellen Entwicklungen im Schulbereich zusammen. Bisher sei Heim- und Fernunterricht für Lehrerinnen und Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler eine unbekannte Form des Lernens. Dabei hat nach den Worten des Schuldezernenten eine Umfrage unter der den Hanauer Schulen erbracht, dass „vor allem die Kompetenzen zur Nutzung digitaler Angebote höchst unterschiedlich ausgeprägt sind, was für alle Beteiligten eine besondere Herausforderung darstellt.“ ...

Seit rund vier Wochen sind alle Schulen geschlossen. Normaler Unterricht kann seither nicht mehr stattfinden. Inzwischen hat sich gezeigt, dass auch über das Ende der Osterferien hinaus eine Rückkehr zum Regelunterricht nicht möglich sein wird. Angeführt von der am Ostermontag veröffentlichten Studie der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina deutet sich an, dass nur eine schrittweise Öffnung der Schulen denkbar ist, und dass vor diesem Hintergrund Konzepte benötigt werden, wie Schule in den nächsten Wochen und Monaten gestaltet werden kann.
Der Stadt Hanau als Schulträger fällt dabei die Aufgabe zu, die technischen Voraussetzungen für digitale Lösungen zu schaffen. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der IT-Abteilung der Beteiligungsholding Hanau GmbH, die für die städtische IT-Infrastruktur zuständig ist, arbeiten mit hoher Priorität daran. Deshalb wird die Stadt nach den Osterferien eine standardisierte und datenschutzkonforme Lehr- und Lernplattform für alle städtischen Schulen bereitstellen können“, lobt Bürgermeister Weiss-Thiel den engagierten Einsatz zur Umsetzung dieses Punktes, der auch Teil des Medienentwicklungsplanes ist, der im Februar durch die Stadtverordnetenversammlung bereits beschlossen wurde.
Bei diesen Anstrengungen, bessere Zugänge für das digitale Lernen zu schaffen, braucht die Stadt Hanau die Unterstützung der Schulen, so Weiss-Thiel, und nennt die Pflege der notwendigen Datensätze und die Einarbeitung in die neuen Unterrichtsformen als Beispiele. „Hier sind wir als Schulträger ausdrücklich auf die Kooperationsbereitschaft der einzelnen Schulen, des Staatlichen Schulamtes und des Hessischen Kultusministeriums angewiesen.“
Für die Schulen dagegen ist es wichtig zu wissen, welche technischen Möglichkeiten es gibt, welche Lösungen sich bewährt haben und welche Lösungen den rechtlichen Ansprüchen des Datenschutzes genügen. Eine Abfrage zu den derzeit genutzten digitalen Kommunikationsmethoden in den Schulen ergab ein sehr heterogenes Bild, fasst der Bürgermeister die Ergebnisse zusammen, und ergänzt, dass sowohl die eingesetzten Technologien als auch die formulierten Anforderungen ganz unterschiedlich sind.
Zudem müssten auch die Lehrerinnen und Lehrer in die Lage versetzt werden, die neue Lehr- und Lernumgebung sicher zu beherrschen. Um also die Schulen für die digitale Zukunft besser aufzustellen, soll es parallel zur Einführung von cloudbasierten Anwendungen für die Schulen auch ein Fortbildungsprogramm über die Volkshochschule Hanau für Lehrerinnen und Lehrer geben. Dabei können die Lehrkräfte sowohl auf online basierte Schulungen als auch auf Präsenzseminare zurückgreifen. Erste Abstimmungsgespräche zwischen dem Stadtschulamt, dem Medienzentrum, dem Staatlichen Schulamt und der VHS, die federführend beim Aufbau der Fortbildungsreihe sein wird, haben bereits stattgefunden.
Der Schuldezernent hat aber neben dem notwendigen Ausbau der Infrastruktur und der Lehrerfortbildung ein weiteres Manko identifiziert, dass das digitale Lernen erschwert. Rückmeldungen der Schulen zeigen nach seinen Worten, dass sowohl die Kompetenzen als auch die technische Ausstattung in den Familien der Schülerinnen und Schüler für digitales „Homeschooling“ sehr unterschiedlich sind. Hier sieht Weiss-Thiel durchaus Anlass zur Sorge. „Vielfach teilen sich mehrere Familienmitglieder einen Computer und besonders in einkommensschwachen Familien fehlen viele Grundvoraussetzungen für digitales Lernen zuhause.“ Dies sei ein Aspekt, so der Bildungsdezernent, der bei allen Diskussionen um digitales Lernen und den Digitalpakt Schule in den letzten Jahren sträflich vernachlässigt worden sei.
Laptops und Tablets werden, so seine Erwartungen, in Zukunft die heutigen Schulbücher zu einem nicht unerheblichen Teil ablösen. Das dürfe aber nicht zu einem Nachteil für Kinder werden, die von zuhause nicht die notwendige Unterstützung dafür erhalten können. „Wenn wir Chancengleichheit und dafür den Grundsatz der Lernmittelfreiheit (Artikel 59 der Hessischen Verfassung und §153 des Hessischen Schulgesetzes) ernst nehmen, muss das Land Hessen, analog der heutigen Schulbücher und sonstigen Lehrmittel, hier deutlich nachbessern“, erinnert der Schuldezernent daran, dass bisher im Fokus des DigitalPakts Schule lediglich die IT-Infrastrukturen an Schulen stehen, um die notwendigen Rahmenbedingungen für das digitale Lernen zu schaffen.

Ruhiges Oster-Wochenende in Hanau (13.04.2020 15:05 Uhr)

Ein positives Fazit zum Verhalten der Hanauerinnen und Hanauer an den Ostertagen hat der Krisenstab der Stadt gezogen. „Die Menschen haben sich weitgehend an die Regeln und Vorgaben gehalten und sind trotz des schönen Wetters vornehmlich zuhause geblieben“, bilanziert Thorsten Wünschmann, Leiter des Ordnungsamts. Vorbildlich sei das Verhalten vor allem am Mainufer und im Kurpark Wilhelmsbad gewesen, die beide gut frequentiert gewesen seien. Dort hätten sich die Menschen sehr rücksichtsvoll und der aktuellen Situation angemessen verhalten. ...

Von Karfreitag bis Ostersonntag führte die Stadtpolizei insgesamt 79 Kontrollen durch – dabei wurden sieben Verstöße gegen geltende Regelungen  registriert. Am Freitag waren eine Shisha-Bar und ein Kiosk unerlaubterweise geöffnet und wurden geschlossen. Die anderen Beanstandungen betrafen kleinere Gruppen, die sich zum Sportmachen oder Beisammensein auf unterschiedlichen Grünflächen der Stadt versammelt hatten. Die Kontrollen und Präsenzstreifen wurden am Ostermontag fortgesetzt, dabei wurde eine weitere Bar geschlossen. Alle Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz wurden zur Weitverfolgung und Ahndung an den dafür zuständigen Main-Kinzig-Kreis gemeldet.
Private Sicherheitskräfte unterstützten – wie schon in den Vorwochen – bei der Kontrolle auf dem Hanauer Wochenmarkt. Trotz eines erhöhten Besucheraufkommens lief das Marktgeschehen sehr geordnet ab – die Abstands- und Hygieneregeln wurden weitgehend eingehalten. „Ein großes Lob geht insbesondere an die Beschicker, die sich wirklich sehr bemühen, alle Auflagen einzuhalten“, so Wünschmann. Deshalb habe man sich auch dazu entschlossen, ab kommendem Mittwoch probeweise wieder einen Imbissbetrieb auf dem Markt zuzulassen – allerdings mit der klaren Vorgabe, dass die Speisen nur zum Mitnehmen verkauft werden dürfen. Das Essen direkt auf dem Wochenmarkt bleibt untersagt.

„HanauDaheim Online Festivals“ startet am Mittwoch mit Livestream-Konzert von Companions und Reverend Schulzz (13.04.2020 11:50 Uhr)

Wohnzimmer-Konzerte auf Facebook, Gartenparties via Skype, online Märchenlesungen für Kinder und Erwachsene – die Corona-Krise lässt zwar den gewohnten Alltag zum Stillstand kommen. Doch das Kontaktverbot und die Einschränkungen sorgen gleichzeitig dafür, dass mit viel Kreativität und Phantasie Angebote entstehen, die das Verweilen in den eigenen vier Wänden unterhaltsam gestalten. Auch Kevin Kenntemich und Leon Herche haben ein Konzept entwickelt, das sie jetzt gemeinsam mit der Stadt Hanau auf der neugeschaffenen Plattform HanauDaheim.de verwirklichen. ...
Ihre Grundidee war, allen Hanauer Bürgerinnen und Bürgern ein Stück Normalität in den aktuell nicht immer leichten Alltag zu bringen. Dafür wollen sie das moderne Medium des Livestreams nutzen, der ihrer Meinung nach hervorragend geeignet ist, um viele Leute zu erreichen und gleichzeitig ein qualitatives Freizeitprogramm zu schaffen. "Außerdem könnte es regionalen Künstlern eine virtuelle Bühne bieten, um mit ihrer Kunst die Menschen zu erreichen und gleichzeitig Werbung für sich selbst zu machen," beschreibt Kevin Kenntemich seine Beweggründe, denn als Tontechniker der Firma Soundhouse Hanau kennt er auch die Nöte der zur Zeit arbeitslosen Musikerinnen und Musiker gut.
Unter dem Titel "HanauDaheim Online Festivals" startet am Mittwoch, 15. April, eine neue Veranstaltungsreihe, die vorläufig sieben Termine umfasst und jeweils ein Programm von bis zu drei Stunden bieten will. Vom Comoedienhaus Wihelmsbad aus und unter strenger Beachtung aller Hygienevorschriften des Robert-Koch-Instituts werden wechselnde Künstlerinnen und Künstler auftreten und per Livestream über die die Social-Media-Kanäle der Stadt Hanau sowie über die neu geschaffene Plattform www.hanaudaheim.de direkt nach Hause "geliefert". Jeder Auftritt wird unter einem eigenen Motto stehen. Dabei soll das Angebot die gesamte Bandbreite der künstlerischen Möglichkeiten umfassen. Angefangen bei Livemusik über Theater oder Poetry-Slams ist alles denkbar. Wichtig ist den beiden Initiatoren, dass das gesamte Projekt nicht gewinnorientiert ist, auch wenn das Publikum die Chance hat, per PayPal den Auftritt mit einer Spende zu honorieren.
Zur Premiere am Mittwoch konnten mit den "Companions" und Reverend Schulzz zwei Größen der Musikszene gewonnen werden. Unter dem Motto "Rock Cover" werden die Bands ab circa 19 Uhr ihrem Publikum beweisen, dass Livemusik auch per Livestream ihre mitreißende Wirkung entfalten kann.
 Die Companions sind seit vielen Jahren weit über die Region hinaus für ihren energiegeladen-rockigen Sound bekannt. Volker Stelzner erklärt für die Band, dass sie sehr gespannt sind auf dieses besondere Konzert. "So sehr wir die Interaktion mit dem Publikum vermissen, so sehr freuen wir uns auf die Herausforderung, möglichst viele Zuschauer daheim an die Geräte zu locken."
Den Hanauerinnen und Hanauern ist die Band mit ihrem wilden, aber immer geschmackssicherer Mix aus Pop, Rock, Indie, R&B und Reggae von verschiedenen Gelegenheiten bekannt. Mit ihren Auftritten glänzten sie beim Lamboy- und Bürgerfest ebenso wie bei legendären Brückenkopf-Abenden oder bei musikalischen Lesungen in der Stadtbibliothek.
Für das Konzert im Comoedienhaus lassen die Companions ausnahmsweise die Verstärker im Proberaum. Stattdessen spielen sie ihre Interpretationen von Klassikern der Pop- und Rockgeschichte akustisch mit "kleinem Besteck": unplugged, spontan und pur.
Reverend Schulzz, Singer/Songwriter-Legende aus Hanau, und Handlungsreisender in Sachen Urban Folk und Alternative Sadcore, musste nicht lange überredet werden, um bei diesem Projekt mitzumachen. Unterstützt wird er an diesem Abend Boris Meixner (Gitarre/Companions) und Burkhard Rieger (Akkordeon/Wingerts, Rue de Paris, Duo Ordeon, Esprit de Paris u.a.).
Seit Anfang der Neunziger Jahre kleidet er seine impressionistisch hingezupften Erzählungen in so eingängige wie zeitlose Stücke. Eine musikalische Traditionspflege mit behutsamen Innovationen, die zu eigenwilligen, aber widerstandsfähigen Melodien mit skurril-melancholischen Texten führen, ergeben am Ende zerbrechliche Predigten eines Nachtsüchtigen. Diese präsentiert er mit Gitarre, Harmonika und seiner unverwechselbaren, brüchig-sanften Stimme.
Weitere Termine des "HanauDaheim Online Festivals" sind 17. April, 18. April, 20. April,22. April und 24. April sowie der 25. April. Was an dem jeweiligen Abend zu sehen ist, wird kurzfristig entschieden und unter anderem auf www.hanaudaheim.de bekanntgegeben.
 

Und sonntags wird gesungen: Vom Miteinander in einer besonderen Nachbarschaft (12.04.2020 12:05 Uhr)

Sonntagabend, 17.50 Uhr: Die Balkone im Eck Jahnstraße, Hasenpfad, Julius-Leber-Straße füllen sich, Fenster werden geöffnet, Liedblätter rascheln, kollektives Räuspern liegt in der Luft. Um 18 Uhr soll es losgehen, das gemeinschaftliche Singen. Angestimmt und begleitet wird der nachbarschaftliche Flashmob von Astrid und Stefan. Sie haben das Lied ausgesucht, die Tonart angepasst, den Text per Whatsapp rumgeschickt, geben sonntags auch den ersten Impuls – und dann wird zusammen gesungen. Aus den Fenstern, von den Balkons und mit Abstand auch auf der Straße. ...
Praktisch unvorstellbar in "normalen" Zeiten, doch jetzt eine willkommene Gelegenheit, Zusammenhalt zu beweisen. Ursprünglich stammt die Idee aus Italien, wo Musiker zu einer verabredeten Zeit im ganzen Land auf ihren Balkons ein bestimmtes Lied zum Besten gaben. Deutsche Künstler griffen das auf und initiierten das erste Sonntagskonzert mit der berühmten "Ode an die Freude" – im Beethoven-Jahr eine doppelt gute Wahl.
Zwischen 20 und 30 Sänger seien an der Julius-Leber-Straße immer dabei, schätzt Vivien Franke. Sie und ihr Mann Heiko leben hier, singen kräftig mit und engagieren sich auch sonst. Überhaupt: Die Nachbarschaft sei nicht nur in Corona-Zeiten von starkem Gemeinschaftsgefühl geprägt, sagt Franke, aber jetzt eben besonders. Zusammen haben die Nachbarn schon einiges auf die Beine gestellt – nicht nur den sonntäglichen Gesang, sondern auch die Fertigung von Schutzvisieren. "Wir haben sie mit Laminierfolie und robusten Gummibändern gebastelt und dann jeweils 100 Stück an das Klinikum und das St. Vinzenz-Krankenhaus übergeben." Dort kam diese sinnvolle Spende sehr gut an, denn nicht nur Mund-Nasen-Schutz und Handschuhe sind hier Mangelware, auch Schutzbrillen werden knapper.
 Inzwischen liegen der rührigen Nachbarschaftsgruppe, die auch mit der Initiative "Menschen in Hanau" eng zusammenarbeitet weitere Anfragen vor, etwa aus Seniorenheimen. Vivien Franke betont aber auch hier vor allem die Gemeinschaftsleistung: "Wir haben zusammen überlegt, wie man das umsetzen kann, haben Geld für das Material gesammelt, dann die Visiere gebaut – jeder hat das beigetragen, was er konnte. Ein Teil hat gespendet, ein Teil hat gebastelt."
Die Corona-Krise zeige, was eine gute Nachbarschaft wert sei, sagt sie. In der Whatsapp-Gruppe gehe es jetzt rund: "Wir kaufen füreinander ein, kümmern uns umeinander. Wenn jemand beispielsweise unter häuslicher Quarantäne steht, werden die Besorgungen erledigt und vor die Tür gestellt." Auch soziale Kontakte auf Abstand seien jetzt wichtig: Unlängst veranstalteten die Anlieger einen Kaffeeklatsch von Balkon zu Balkon, kamen so miteinander ins Gespräch. Eine Nachbarin, die im Ambulanten Hospizdienst tätig ist, band die engagierte Truppe kurzerhand in eine Aktion ein: Um ihre Kollegen in der Sterbebegleitung, in der Pflege und Betreuung zu unterstützen und zu motivieren, bat sie um Plakate und Karten mit "Dankeschön"-Nachrichten, die nun verteilt werden.
Für Vivien Franke ist das Leben in ihrer Nachbarschaft in Corona-Zeiten noch ein Stück wertvoller geworden: "Wir rücken innerlich noch ein Stück näher zusammen", sagt die 46-Jährige. Spürbar wird das auch an jedem Abend um 20 Uhr – dann öffnen sich überall die Fenster. Gemeinsames Applaudieren für all jene, die jetzt noch im Arbeitseinsatz sind. "Das alles gibt uns allen Halt und Kraft. Wir wissen: Wir sind nicht allein", so Franke.
Videos der Straßenkonzerte in der Julius-Leber-Straße sind unter https://hanaudaheim.de/events/strassenmusik zu finden.

Trinkwasser muss fließen, damit Verkeimung vermieden wird (11.04.2020 11:05 Uhr)

Trinkwasser muss in Leitungen stets fließen, damit es dort nicht zu einer unerwünschten Verkeimung mit Bakterien kommt. Das gilt im Grunde immer, auch schon dann, wenn über Nacht ein Hahn nicht aufgedreht wurde. Daher raten die Stadtwerke Hanau (SWH) als Wasserversorger, morgens beim ersten Zapfen das Wasser erst kurz ablaufen zu lassen oder aufzufangen, um beispielsweise Pflanzen zu gießen und dann erst das frische Trinkwasser für Kaffee oder Tee aus der Leitung zu entnehmen. Ähnlich gilt das auch für die Dusche. "Solche Regeln gelten jetzt in der Corona-Krise erst recht, wenn in Gebäuden beispielsweise wegen vorübergehender Schließung von Schulen, Restaurants und Cafés oder auch Trainingsstopp tage- oder wochenlang das Wasser in den Leitungen verbleibt", gibt Stadtwerke-Geschäftsführerin Martina Butz zu bedenken. ...
"Trinkwasser muss fließen, dann stimmt die Hygiene", fasst Adrian Szabo, Geschäftsführer der Stadtwerke-Tochter Hanau Netz GmbH, die goldene Verbraucherregel zusammen. Das sei auch wichtig im Zusammenspiel von Trinkwasserinstallationen in Häusern mit dem öffentlichen Wasserversorgungsnetz.
So seien am besten mindestens einmal pro Woche in vorübergehend ungenutzten Gebäuden alle Wasserhähne, Duschen, Toiletten und sonstigen Anschlüsse einer Trinkwasserinstallation ausreichend lange zu öffnen und zu spülen, um das stehende Wasser in der gesamten Hausinstallation auszutauschen. Die Maßgabe ist hier das dreifache Volumen des Leitungsinhalts.
"Unser Hanauer Trinkwasser hat eine exzellente Qualität und gilt zurecht als Lebensmittel Nummer Eins", erklärt der zuständige SWH-Bereichsleiter Dr. Dirk Drescher. Um dies sicherzustellen, unternehmen die Stadtwerke Hanau und Hanau Netz gemeinsam täglich intensive Anstrengungen. Auch in Krisenzeiten ist diese Qualität nicht gefährdet.
Der für die städtischen Gebäude zuständige Eigenbetrieb Hanau Immobilien- und Baumanagement (IBM) lässt Leitungssysteme wöchentlich von Hausmeistern spülen oder hat automatische Spüleinrichtungen eingebaut. "Diese Kontrollmechanismen gelten während herkömmlicher Schließzeiten wie in Ferien ebenso wie jetzt in der Corona-Krise", sagt IBM-Betriebsleiterin Hiltrud Herbst.

„Ein kleines Stück Alltag herstellen“
Eigenbetrieb Kindertagesstätten startet die „Online-Kita“ für Bildung und Beschäftigung daheim (10.04.2020 11:40 Uhr)

"Mir ist langweilig!" Diesen Ausruf ihrer Kinder dürften Eltern zur Genüge kennen. Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie, in der Schulen und Kindertagesstätten geschlossen, die Möglichkeiten, Freunde zu treffen, durch die Kontaktsperre arg beschränkt, und Spielplätze gesperrt sind. Kinder müssen daheim beschäftigt werden – und dafür hat sich der städtische Eigenbetrieb Kindertagesbetreuung eine ganze Menge einfallen lassen. Seit gut einer Woche gibt es über das neue städtische Portal www.hanaudaheim.de die sogenannte "Online-Kita". ...

"Wir bieten dort jeden Tag mehrere Beiträge zum Spielen, Ausprobieren und Bewegen an", berichtet Astrid Weiermann, Leiterin des Eigenbetriebs. Drei bis vier Videos werden täglich von Montag bis Freitag veröffentlicht, dazu Bastel- oder Experimentieranleitungen, Spieletipps und hilfreiche Links mit weiteren Beschäftigungsideen. "Ein großartiges Angebot, das unsere Kolleginnen und Kollegen aus den Kindertageseinrichtungen selber entwickelt haben und eigenständig umsetzen", freut sich auch Sozialdezernent und Bürgermeister Axel Weiss-Thiel über das Projekt: "Ein großes Dankeschön an alle, die daran mitarbeiten."

Seit nunmehr fast vier Wochen sind auch in Hanau die Kindertagesstätten für den normalen Betrieb geschlossen. Seitdem müssen die Kleinen auf ihre Freunde, ihre Betreuungskräfte und die entsprechenden Bildungsangebote verzichten. "Dem wollen wir mit der ‚Online-Kita‘ entgegenwirken. Wir wollen ein kleines Stück Alltag herstellen", erklärt Astrid Weiermann. Insbesondere die nun fehlende sprachliche Bildung habe ihre Kolleginnen und Kollegen besorgt. Innerhalb der Sprachfachkräfte wurde deshalb die Idee geboren, die Kindertagesstätten-Angebote via Internet nach Hause zu bringen. In Eigenregie kümmern sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seitdem darum, Videoclips zu produzieren. Sie filmen, schneiden, vertonen. Sie sortieren und bewerten zudem die Vielzahl an anderen Angeboten, die es im Internet zur Kinder-Unterhaltung gibt und kuratieren diese für die städtische Website.  "Wir wollen eine Plattform von und für Hanau schaffen. Eine Plattform, die in diesen schweren Zeiten Orientierung und Beschäftigung bietet", erläutert Weiermann.

Drei Schwerpunkte hat sich das "Online-Kita"-Team gesetzt: Bewegung und Entspannung, Kreatives und Experimentieren sowie Geschichten, Fingerspiele und Lieder zur Stärkung der Sprache.  Die Kinder werden dabei direkt angesprochen und können auf unterschiedliche Weise mitwirken. Sie können Grüße an ihre Kita-Gruppen senden, Bilder malen, Wünsche äußern. Derzeit läuft zudem die Suche nach einem kindgerechten Namen für die "Online-Kita". Vorschläge und Ideen können per E-Mail an online-kita@hanau.de oder per Post an die Kita Françoisgärten, Ulanenplatz 9, 63450 Hanau, geschickt werden.
Bei der Umsetzung des Projekts profitiert der Eigenbetrieb Kindertagesbetreuung von der derzeitigen Schließung der Einrichtungen – der Fluch wird quasi zum Segen. "Die Kolleginnen und Kollegen, die derzeit im ‚Home office‘ sind, haben jetzt die notwendige Zeit, dieses Projekt, mit dem wir Neuland betreten, umzusetzen", berichtet Weiermann.

Nicht alle der 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Eigenbetrieb sind derzeit aber auf diesem Neuland unterwegs, denn seit vier Wochen wird zudem eine Notbetreuung angeboten. Kinder, deren Eltern in den sogenannten "systemrelevanten" Berufen tätig sind - zum Beispiel medizinisches Personal oder Rettungskräfte, aber auch die Beschäftigten der noch geöffneten Supermärkte –, haben Anspruch auf einen Notbetreuungsplatz. Rund 150 Kinder werden derzeit in Hanau auf diesem Weg betreut. An rund 15 Standorten und in Kleingruppen von drei bis vier Kindern. Die Zusammenarbeit mit den freien Trägern, die ebenfalls Plätze anbieten, und den Tagesbetreuungspersonen, die Kinder daheim aufnehmen, funktioniere hervorragend, so Weiermann. "Und die Rückmeldungen der Eltern sind sehr positiv." Man spüre dabei auch die große Solidarität innerhalb der Bevölkerung: "Wir haben schon mehrfach gehört, dass Eltern, die eigentlich einen Anspruch auf die Notbetreuung hätten, zurücktreten, damit die Plätze zum Beispiel für Alleinerziehende zur Verfügung stehen."

Hanau hat auch frühzeitig entschieden, dass die Betreuungsgebühren und die Verpflegungspauschalen für die Zeit der Schließung der Kindertagesstätten und der Familientagesbetreuung erlassen werden. Abbuchungsaufträge, die dem Eigenbetrieb Hanau Kindertagesbetreuung erteilt wurden, sind ausgesetzt.  Daueraufträge sollten durch die Eltern eingestellt werden.  "Wir haben zudem bereits entschieden, dass wir in diesem Jahr auf die Sommerschließung der Kitas verzichten, damit Eltern, die jetzt Urlaub nehmen mussten, in den Sommerferien nicht vor dem nächsten Problem stehen", unterstreicht Bürgermeister Weiss-Thiel.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Eigenbetrieb kümmern sich derzeit aber nicht nur um die "Online-Kita" und die Notbetreuung, sondern auch um die Produktion von Stoffmasken. 25 Tagesbetreuungskräfte nähen derzeit, mit großzügiger Unterstützung des Nähzentrums Bergmann, Masken für die Kolleginnen und Kollegen und die Kinder aus der Notbetreuung. "Auch hier zeigt sich, dass Hanau in der Krise zusammensteht", erklärt Weiermann, die darauf hofft, dass die Kindertagesstätten bald wieder regulär öffnen dürfen. Die Entscheidung in dieser Frage obliegt jedoch dem Land Hessen.

Großzügige Spenden für die Hanauer Kliniken
Heraeus überreicht Schutzausrüstungen / Gesichtsmasken dank privatem Engagement (09.04.2020 16:50 Uhr)

Viele Menschen und Unternehmen zeigen in Zeiten der Corona-Pandemie große Hilfsbereitschaft durch personellen Einsatz oder durch Sachspenden. Manchmal kommt auch beides zusammen, wie die jüngste Übergabe am Klinikum Hanau zeigt ...

Drei Frauen aus der Nachbarschaft des Klinikums - eine davon arbeitet im Zentrallabor – sind bei ihren Überlegungen, wie sie in der aktuellen Situation konkret helfen können, über eine "Bastelanleitung" für Gesichtsvisiere gestolpert, die von einem Oberarzt am Görlitzer Klinikum entwickelt wurde. Dabei entstehen aus Laminierfolie, einseitig klebendem Schaumstoff für die Polsterung am Kopf und Gummiband stabile Masken zum Einsatz im Krankenhaus-Alltag. Der Vorteil dieses Modells ist, dass es wischdesinfiziert werden kann.
 
Astrid Weis, Vivien Franke und Susanne Hofmann (Mitarbeiterin im Zentrallabor am Klinikum) fertigten entsprechend dieser Anleitung insgesamt 200 solcher Visiere, die das ganze Gesicht bedecken, und überreichten jeweils 100 an das Klinikum Hanau und 100 an das Sankt Vinzenz-Krankenhaus.
 
Sowohl der Geschäftsführer des Klinikums Volkmar Bölke als auch Esther Klug, Geschäftsbereichsleitung Pflege & Stationsmanagement, zeigten sich begeistert von dem Engagement und nahmen die ersten Masken persönlich entgegen. "Eine tolle Aktion in schwierigen Zeiten", kommentierte Bölke und freute sich sehr darüber, dass die drei Bastlerinnen bei der Übergabe spontan anboten, dass sie gern weitere Masken herstellen würden, wenn sich diese im Alltag bewährt hätten.
 
Dringend benötigte Schutzausrüstung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Klinikums hat auch der Hanauer Technologiekonzern Heraeus gespendet. Wie Uwe Endruschat, verantwortlicher Leiter für Umwelt, Gesundheit und Sicherheit, dazu erklärte, verfüge man als global aufgestelltes Unternehmen auch über hervorragende Kontakte nach China, die man in diesem Fall genutzt hat, um weiteres Schutzmaterial zu organisieren.
 
"Wir sind dankbar für jede Unterstützung", freute sich Geschäftsführer Bölke über das dringend benötigte Material, das von Heraeus gespendet wurde, und würdigte die Lieferung als sehr großzügige Geste. Denn Prokurist Thorsten Wies konnte schließlich insgesamt 10.000 Einweg-Masken, 2.000 FFP2-Masken, 200 Schutzanzüge Klasse 3 und 2.000 Einmal-Handschuhe entgegennehmen. "Wir können jede einzelne Maske, jeden Handschuh und jeden Schutzanzug gebrauchen, um die Gesundheit und Sicherheit unserer Patienten und Mitarbeiter zu schützen," so Wies.
 
Durch die öffentliche Berichterstattung auf das Problem fehlender Schutzmasken für Pflegekräfte aufmerksam geworden, hat die Handelsfirma A & V Import Export GmbH über die Industrie- und Handelskammer mit dem Krisenstab der Stadt Kontakt aufgenommen. Als Unterstützung in der schwierigen Lage bot die stellvertretende Geschäftsführerin Thu Hanh Pham an, Atemschutzmasken aus Vietnam zu importieren und zur Verfügung zu stellen. Knapp eine Woche später war es bereits soweit: 14.750 OP-Masken wurden von einem Vertreter des Unternehmens an das zentrale Lager des Krisenstabs übergeben. Von dort aus werden nicht nur die beiden Hanauer Krankenhäuser, sondern auch niedergelassene Ärzte, Pflegeeinrichtungen und Rettungsdienste versorgt. "Mit der kurzfristigen Bereitstellung haben Sie uns sehr geholfen", bedankt sich Oberbürgermeister Claus Kaminsky für die tatkräftige Unterstützung.

Corona-Krise: Hanauer Bürgertelefon in acht weiteren Sprachen (09.04.2020 13:50 Uhr)

Ausländerbeirat unterstützt den Krisenstab - Internetseite barrierefrei
„Wir lassen niemanden allein“, ist das gelebte Motto des Corona-Krisenstabes der Stadt Hanau. Oberbürgermeister Claus Kaminsky: „Hanau steht zusammen, das gilt in dieser schweren Zeit der Corona-Pandemie ganz besonders. Wir wägen unsere Entscheidungen sorgfältig für die Belange der Bürgerinnen und Bürger, unserer Wirtschaft, sowie die der Stadt Hanau ab. Eine Blaupause für diese außergewöhnliche Notsituation gibt es nicht, daher ist es wichtig, der Stadtgesellschaft die richtigen und zu jederzeit aktuellen Informationen zeitnah zur Verfügung zu stellen. Dass unser Ausländerbeirat den Krisenstab unterstützt, ist für mich richtig und wichtig. ...

So können wir mit vielen Menschen und Gruppen noch direkter kommunizieren.“ Ab Samstag gibt es neben der bestehenden Bürgertelefon-Hotline 06181-67660-2001 Telefonnummern für acht zusätzliche Sprachen. Weiterhin ist die zentrale Informationsseite www.corona.hanau.de komplett barrierefrei.
Schon zu Beginn der Krisen-Kommunikation wurden Botschaften auf der städtischen Seite in verschiedene Sprachen übersetzt und immer wieder aktuelle Informationen sowie nützliche Links angeboten. Ab Samstag sitzen Hanauerinnen und Hanauer mit besonderen Sprachkenntnissen jeweils mittwochs, freitags und samstags zwischen 16 und 19 Uhr am Bürgertelefon. Sie können in ihren Landessprachen Antworten geben und weiterhelfen: Bosnisch (06181-67660-2121), Italienisch (06181-67660-2122), Bulgarisch (06181-67660-2123), Arabisch (06181-67660-2124), Russisch (06181-67660-2125), Türkisch (06181-67660-2126), Rumänisch (06181-67660-2127) und Paschtu (06181-67660-2128). Die Erfahrungen der vergangenen Wochen zeigen, dass Hanauerinnen und Hanauern, die anderen Sprachfamilien angehören, präzise an den verschiedenen Corona-Hotlines der Stadt Hanau geholfen werden konnte: Meist übersetzten Familienangehörige, Verwandte und Nachbarn, wenn es um allgemeine, Wirtschafts- oder soziale Fragen ging. Daher wird der neue Service nur zu besonderen Zeiten angeboten.
Selma Yilmaz-Ilkhan, Vorsitzende des Ausländerbeirats der Stadt Hanau, begrüßt die Entscheidung über die Einbeziehung des Ausländerbeirates in die Arbeit des städtischen Corona-Krisenstabs: „Auch während dieser schwierigen Tage, sind wir bereits von Beginn an vor allem mit einer Vielzahl von Migrantenselbstorganisationen und ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürger im engen Austausch gewesen und konnten sowohl über erforderliche Hygienemaßnahmen ausführlich informieren, als auch anstehende städtische Vorkehrungen unmittelbar in die Vereine transportieren.“ Um gemeinsame Strategien zu entwickeln und die bestehende gute Zusammenarbeit zwischen der Stadt Hanau und dem Ausländerbeirat weiterhin zu stärken, finden wöchentliche Telefon- und Videokonferenzen statt. Selma Yilmaz-Ilkhan: „Damit bestehende Bedarfe, Wünsche und Anregungen aus unserer ausländischen Bevölkerung und von den Menschen mit Migrationshintergrund unmittelbar bei der Stadtverwaltung ankommen und direkter aktiv gesteuert werden, nimmt nun zudem mein Gremiumskollege Mustafa Kaynak die Verbindungs-Funktion des Ausländerbeauftragten wahr. Dabei helfen ihm sowohl die weitreichenden Netzwerke der einzelnen Gremiumsmitglieder als auch seine persönlichen Kontakte.“
Die intensive Zusammenarbeit mit dem Ausländerbeirat in einem Hanauer Krisenstab hat sich bereits zuletzt als äußerst wirkungsvoll erwiesen. Robert Erkan, Stadtverordneter und Gremiumsmitglied des Ausländerbeirats, kümmerte sich bereits einen Tag nach dem rassistischen Terroranschlag vom 19. Februar gemeinsam mit den anderen Gremiumsmitgliedern als Leiter der Koordinierungsstelle für die Opferangehörigen beispielhaft um die Bewältigung – und tut dies noch heute.  Selma Yilmaz-Ilkhan: „Wir sind in Hanau auf dem richtigen Weg, in dem wir die Krisen, die wir erleben, gemeinsam zu lösen und zu bewältigen versuchen. Nur gemeinsam sind wir stark und können in Zusammenhalt auch diese Krise bewältigen.“
Als weiteren Kommunikations-Baustein, um möglichst viele Bürgerinnen und Bürger in der Corona-Krise aktuell und zielgerichtet zu informieren, werden die Inhalte der zentralen Internetseite www.corona.hanau.de barrierefrei angeboten. Neben einer Seite, auf der in leichter Sprache und größeren Schriftzeichen und ohne Kontrast alle wichtigen Informationen zusammengefasst sind, ist es auch möglich, sich die Inhalte vorlesen zu lassen. Diese Angebote richten sich an Hanauerinnen und Hanauer mit Leseschwäche, Konzentrationsproblemen, Nicht-Muttersprachler sowie ältere Menschen. Auf der Internetseite sind auch weitergehende Informationen in Gebärdensprache und für Gehörlose zu finden.

Corona-Krise: Hanauer Bürgertelefon in acht weiteren Sprachen (09.04.2020 13:50 Uhr)

Ausländerbeirat unterstützt den Krisenstab - Internetseite barrierefrei
„Wir lassen niemanden allein“, ist das gelebte Motto des Corona-Krisenstabes der Stadt Hanau. Oberbürgermeister Claus Kaminsky: „Hanau steht zusammen, das gilt in dieser schweren Zeit der Corona-Pandemie ganz besonders. Wir wägen unsere Entscheidungen sorgfältig für die Belange der Bürgerinnen und Bürger, unserer Wirtschaft, sowie die der Stadt Hanau ab. Eine Blaupause für diese außergewöhnliche Notsituation gibt es nicht, daher ist es wichtig, der Stadtgesellschaft die richtigen und zu jederzeit aktuellen Informationen zeitnah zur Verfügung zu stellen. Dass unser Ausländerbeirat den Krisenstab unterstützt, ist für mich richtig und wichtig. ...

So können wir mit vielen Menschen und Gruppen noch direkter kommunizieren.“ Ab Samstag gibt es neben der bestehenden Bürgertelefon-Hotline 06181-67660-2001 Telefonnummern für acht zusätzliche Sprachen. Weiterhin ist die zentrale Informationsseite www.corona.hanau.de komplett barrierefrei.
Schon zu Beginn der Krisen-Kommunikation wurden Botschaften auf der städtischen Seite in verschiedene Sprachen übersetzt und immer wieder aktuelle Informationen sowie nützliche Links angeboten. Ab Samstag sitzen Hanauerinnen und Hanauer mit besonderen Sprachkenntnissen jeweils mittwochs, freitags und samstags zwischen 16 und 19 Uhr am Bürgertelefon. Sie können in ihren Landessprachen Antworten geben und weiterhelfen: Bosnisch (06181-67660-2121), Italienisch (06181-67660-2122), Bulgarisch (06181-67660-2123), Arabisch (06181-67660-2124), Russisch (06181-67660-2125), Türkisch (06181-67660-2126), Rumänisch (06181-67660-2127) und Paschtu (06181-67660-2128). Die Erfahrungen der vergangenen Wochen zeigen, dass Hanauerinnen und Hanauern, die anderen Sprachfamilien angehören, präzise an den verschiedenen Corona-Hotlines der Stadt Hanau geholfen werden konnte: Meist übersetzten Familienangehörige, Verwandte und Nachbarn, wenn es um allgemeine, Wirtschafts- oder soziale Fragen ging. Daher wird der neue Service nur zu besonderen Zeiten angeboten.
Selma Yilmaz-Ilkhan, Vorsitzende des Ausländerbeirats der Stadt Hanau, begrüßt die Entscheidung über die Einbeziehung des Ausländerbeirates in die Arbeit des städtischen Corona-Krisenstabs: „Auch während dieser schwierigen Tage, sind wir bereits von Beginn an vor allem mit einer Vielzahl von Migrantenselbstorganisationen und ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürger im engen Austausch gewesen und konnten sowohl über erforderliche Hygienemaßnahmen ausführlich informieren, als auch anstehende städtische Vorkehrungen unmittelbar in die Vereine transportieren.“ Um gemeinsame Strategien zu entwickeln und die bestehende gute Zusammenarbeit zwischen der Stadt Hanau und dem Ausländerbeirat weiterhin zu stärken, finden wöchentliche Telefon- und Videokonferenzen statt. Selma Yilmaz-Ilkhan: „Damit bestehende Bedarfe, Wünsche und Anregungen aus unserer ausländischen Bevölkerung und von den Menschen mit Migrationshintergrund unmittelbar bei der Stadtverwaltung ankommen und direkter aktiv gesteuert werden, nimmt nun zudem mein Gremiumskollege Mustafa Kaynak die Verbindungs-Funktion des Ausländerbeauftragten wahr. Dabei helfen ihm sowohl die weitreichenden Netzwerke der einzelnen Gremiumsmitglieder als auch seine persönlichen Kontakte.“
Die intensive Zusammenarbeit mit dem Ausländerbeirat in einem Hanauer Krisenstab hat sich bereits zuletzt als äußerst wirkungsvoll erwiesen. Robert Erkan, Stadtverordneter und Gremiumsmitglied des Ausländerbeirats, kümmerte sich bereits einen Tag nach dem rassistischen Terroranschlag vom 19. Februar gemeinsam mit den anderen Gremiumsmitgliedern als Leiter der Koordinierungsstelle für die Opferangehörigen beispielhaft um die Bewältigung – und tut dies noch heute.  Selma Yilmaz-Ilkhan: „Wir sind in Hanau auf dem richtigen Weg, in dem wir die Krisen, die wir erleben, gemeinsam zu lösen und zu bewältigen versuchen. Nur gemeinsam sind wir stark und können in Zusammenhalt auch diese Krise bewältigen.“
Als weiteren Kommunikations-Baustein, um möglichst viele Bürgerinnen und Bürger in der Corona-Krise aktuell und zielgerichtet zu informieren, werden die Inhalte der zentralen Internetseite www.corona.hanau.de barrierefrei angeboten. Neben einer Seite, auf der in leichter Sprache und größeren Schriftzeichen und ohne Kontrast alle wichtigen Informationen zusammengefasst sind, ist es auch möglich, sich die Inhalte vorlesen zu lassen. Diese Angebote richten sich an Hanauerinnen und Hanauer mit Leseschwäche, Konzentrationsproblemen, Nicht-Muttersprachler sowie ältere Menschen. Auf der Internetseite sind auch weitergehende Informationen in Gebärdensprache und für Gehörlose zu finden.

Fokus auf der Pflege (09.04.2020 11:00 Uhr)

Freiwillige Helfer vor allem im Gesundheitswesen gesucht
In der Corona-Krise heißt es mehr denn je, zusammenzustehen und anzupacken. Dabei sind ungewöhnliche Wege nicht nur möglich, sondern Querdenken ausdrücklich erwünscht. Dies gilt auch beim freiwilligen Engagement: Für Menschen, die sich einbringen und unterstützen wollen, hat die Stadt vor zwei Wochen eine Datenbank eingerichtet. Unter www.corona.hanau.de/ Freiwillige Helfer*innen können sich Interessierte registrieren. Hier steht ein Formular zum Download bereit. ...

Gesucht werden Helferinnen und Helfer für alle möglichen Bereiche – aktuell aber vor allem als Unterstützer in der Pflege und im Gesundheitswesen. „Im Moment herrscht noch kein akuter Mangel, aber das kann sich natürlich sehr schnell ändern. Wenn dann die Pflege an ihre Grenzen kommt, benötigen wir einen Pool von Menschen, die einspringen können“, sagt die städtische Projektleiterin Barbara Battenhausen.
Klar ist, dass für ein Ehrenamt im Gesundheitsbereich Fachkenntnisse unerlässlich sind: „Wir denken an Medizinstudenten, an Menschen, die jetzt in anderen Berufen tätig sind, aber eine medizinische Ausbildung haben, an diejenigen, die ihren Zivildienst oder ihr freiwilliges soziales Jahr im Krankenhaus oder Altenheim geleistet haben oder oder oder. Wichtig sind einschlägige und nachweisliche Erfahrungen in Medizin oder Pflege.“ Es gelte, sich schon jetzt auf die Zeit vorzubereiten, in der auf Stationen und in Wohnbereichen Unterstützung gebraucht werde. „Wir hoffen auf die Hanauer Bürgerinnen und Bürger, die schon bei vielen anderen Gelegenheiten bewiesen haben, dass der Begriff ‚zusammen stehen‘ in unserer Stadt keine Worthülse ist. Bitte helfen Sie mit“, appelliert Battenhausen an die Solidarität.
  
Infos zur Registrierung auf einen Blick
Auf der Website www.corona-hanau.de unter dem Menüpunkt „Hanau steht zusammen“/Freiwillige Helfer*innen gesucht. Hier findet sich ein Formular zum Download sowie die Mailadresse hanauengagiert@hanau.de für die Anmeldung.

„Ostern fällt nicht aus“
Hanauer Kirchen feiern Gottesdienste im Internet (08.04.2020 17:20 Uhr)

Kirchen, Synagogen, Moscheen und weitere religiöse Räume und Einrichtungen sind zurzeit wegen der Corona-Krise geschlossen. Aber die Angebote für Gläubige sind vielfältig, über alle Religionsgrenzen hinweg. Pünktlich zum Osterfest sind auf dem städtischen Portal www.hanaudaheim.de/glauben unter dem Punkt "Glauben in Hanau" Internet-Gottesdienste, die sie live oder als Video anschauen können, aufgelistet. ...

Dazu gib es viele weitere virtuelle Andachten und Botschaften zu sehen und lesen – etwa von den evangelischen und katholischen Kirchen, der Wallonisch-Niederländischen Gemeinde und der Baptisten-Gemeinde. Oberbürgermeister Claus Kaminsky: "Ich freue mich, dass die Religionsgemeinschaften in dieser schweren Zeit allen Gläubigen mit Rat und Tat auf vielen Wegen zur Seite stehen. Ob virtuell im Internet mit Video-Gottesdiensten und Andachten, telefonischen und sozialen Hilfsangeboten sowie gemeinsamem Glockengeläut: Jeder Zuspruch hilft. Damit wird der Zusammenhalt in dieser Krisenzeit gestärkt."

Am 24. April beginnt der Ramadan, zurzeit feiern Juden Pessach, ihr wichtigstes Fest. In Videobotschaften auf www.hanaudaheim.de wenden sich Imam Mustafa Macit Bozkurt vom Islamischen Verein Hanau, der evangelische Pfarrer Wolfgang Bromme aus Großauheim, Dechant Andreas Weber, Pfarrer der katholischen Pfarrgemeinde St. Elisabeth und Oliver Dainow von der Jüdischen Gemeinde Hanau an die Gläubigen in Hanau.
"Gerade in diesen Tagen ist es wichtig, zusammen zu stehen", so Pfarrerin Heike Mause (Marienkirche). Gemeinsam haben die evangelischen Gemeinden Großauheim, Großkrotzenburg, Wolfgang, Hanau-Kesselstadt und der Stadtkirchengemeinde im ökumenischen Arbeitskreis die Hilfsaktion "Dich schickt der Himmel" gestartet, um Hanauerinnen und Hanauern, die wegen der aktuellen Lage das Haus nicht verlassen können, Rat und Hilfe anzubieten. Nicht nur zu Ostern wird die Hanauer Tafel unterstützt: Bei der "Gabenzaun-Hilfsaktion" der Stiftung Lichtblick können Lebensmittel an einen Bauzaun an der Alten Johanniskirche gehängt werden. In den Schaukästen sind Andachten und Impulse für die Oster-Feiertage zu lesen. Ebenfalls im Internet findet die "Kinderkirche Online" statt, für Jugendliche ist ein Video-Chat-Raum eingerichtet.

Einen besonderen Videogruß aus der Marienkirche gibt es ab Ostersonntag auf www.hanaudaheim.de: Christian Mause, Kantor und Bezirkskantor des Kirchenkreises, spielt das alte Kirchenlied "Christ ist erstanden". Die Osterkerze wird mit einem Bibelwort entzündet. In Gedenken an die Corona-Krise läuten zurzeit täglich um 12 und 19.30 Uhr Kirchenglocken in Hanau. An Karfreitag um 15 Uhr sind sie in Gedenken an die Todesstunde zu hören, dann wieder an Ostersonntag um 12 Uhr, um die Botschaft zu verkünden, die alle Christen vereint: Jesus Christus ist auferstanden.

Dechant Andreas Weber: "Ostern ist das höchste Fest des ganzen Jahres – für uns Christen hier in Hanau, aber auch für die Christen in der ganzen Welt. In diesem Jahr erleben wir das Osterfest anders. Aber Ostern fällt nicht aus. Wir bleiben in diesem Jahr daheim. Die Menschen spüren, dass wir die Abstandsregeln einhalten. Auch aus einer guten Nächstenliebe dem Andern gegenüber, den wir dadurch schützen und die Pandemie in den Griff bekommen. Ostern ist das Fest des Lebens, die Botschaft lautet: Jesus lebt."

Hanau sagt Veranstaltungen bis zum 30. Juni ab (08.04.2020 11:00 Uhr)

Mehr Planungssicherheit für die Veranstalter, weniger finanzielle Risiken und eine Minimierung der Verbreitungsgefahr des Corona-Virus – das sind die Gründe, warum sich der Krisenstab der Stadt Hanau dazu entschieden hat, vorsorglich weitere Veranstaltungen abzusagen. „Auch wenn sich die Bundes- und Landesregierung erst nach Ostern erklären wollen, ob und wie die Schutzmaßnahmen verlängert werden, haben wir entschieden, dass in Hanau bis zum 30. Juni keine Veranstaltungen stattfinden sollen“, erklärt Oberbürgermeister Claus Kaminsky. ...

Betroffen von der Entscheidung sind alle Veranstaltungen, die von der Stadt Hanau ausgerichtet werden oder die in städtischen Räumlichkeiten stattfinden sollten. „Auch wenn das öffentliche Leben in den nächsten Wochen wieder langsam hochgefahren werden sollte, sind wir der festen Überzeugung, dass Veranstaltungen, bei denen viele Menschen zusammenkommen, nicht möglich sein werden – denn es wird weiterhin die Maxime gelten, alle Risiken zur Verbreitung des Virus zu reduzieren“, so Kaminsky.

In diesen Absage-Zeitraum fallen auch die Feierlichkeiten zu 700 Jahre Stadtrechte Steinheim, die vom 20. bis 23. Juni mit verschiedenen Großveranstaltungen geplant waren. „Uns ist bewusst, dass das bei denjenigen, die in den vergangenen Monaten viel Arbeit und Herzblut in dieses Jubiläum gesteckt haben, Enttäuschung hervorrufen wird“, so Kaminsky. Es sei aber unverantwortlich, die Planungen weiter voranzutreiben, denn schon heute stehe für ihn fest, dass Veranstaltungen – wenn überhaupt – in den nächsten Wochen und Monaten nur unter strengsten Auflagen stattfinden werden dürfen. „Man sieht in Österreich, mit welchen Voraussetzungen dort das öffentliche Leben wieder hochgefahren werden soll. Es wird auch bei uns strenge Begrenzungen zu Teilnehmerzahlen geben und möglicherweise eine Maskenpflicht – all dies würde für die Veranstalter eine zusätzliche organisatorische und finanzielle Belastung bedeuten. Und das verbunden mit dem hohen Risiko einer kurzfristigen Absage“, erklärt Kaminsky weiter. Deshalb habe sich der Krisenstab dazu entschieden, etwas mehr Planungssicherheit herzustellen. Die Feierlichkeiten in Steinheim werde man hoffentlich nachholen können – möglicherweise auch erst im nächsten Jahr.

Betroffen von der Entscheidung sind unter anderem auch alle Veranstaltung der städtischen Reihe „Kultour“, die Stadtteilfeste in Klein-Auheim und Kesselstadt (6. Juni), der Tag der offenen Tür im Gefahrenabwehrzentrum Hans Martin (7. Juni), das Apfelweinfest und der Keramikmarkt im Schlossgarten (26. bis 28. Juni), das Lindenau-Festival (26. bis 28. Juni) und der Christopher Street Day (27. Juni). Teilweise hatten die jeweiligen Veranstalter aber auch schon vorher entschieden, ihre Feste abzusagen oder zu verschieben. Bereits am 20. März hatte der Krisenstab entschieden, dass die Brüder Grimm Festspiele (15. Mai bis 27. Juli), das Hanauer Märchenfest (9. und 10. Mai) und das Hanauer Lamboyfest (12. bis 14. Juni) in diesem Jahr nicht stattfinden können.

Hanaus Oberbürgermeister appelliert an nicht-städtische Veranstalter, dieser Linie zu folgen. „Mir fehlt zum Beispiel die Fantasie, dass das für Mitte Juni geplante Gartenfest in Wilhelmsbad stattfinden kann“, erläutert Kaminsky und verweist in diesem Zusammenhang auf den Hessentag (geplant für 5. bis 14. Juni), den das Land Hessen schon Mitte März mit dem Argument des Gesundheitsschutzes abgesagt hatte. „Ich gehe dementsprechend nicht davon aus, dass das Land Hessen den landeseigenen Kurpark Wilhelmsbad für eine Veranstaltung mit mehreren zehntausend Besuchern zur Verfügung stellen wird.“
Kaminsky erwartet von der Bundes- und Landesregierung, dass sie direkt nach Ostern Klarheit schafft, inwieweit die Einschränkungen und Verbote über den 19. April ausgedehnt werden müssen. „Die Menschen wollen wissen, ob sie weiterhin zuhause bleiben müssen. Sie wollen wissen, ob Kitas und Schulen noch länger geschlossen bleiben – ein Vorlauf von wenigen Tagen erschwert jede Planung“, so der Oberbürgermeister. Dies gelte im übrigen auch für die Stadt Hanau – wann das Rathaus, die Museen, die Schwimmbäder oder das Kulturforum wieder öffnen dürften, sei nach wie vor unklar. Kaminsky: „Wir erwarten hier am Dienstag klare Aussagen von der Bundes- und der Landesregierung.“

Der Osterhase bringt jetzt Gutscheine „Hanau Vorfreude“ für Geschenkideen nutzen (07.04.2020 18:15 Uhr)

Wer in diesem Jahr noch nach Geschenken zu Ostern sucht, kann als besonderen Gag Klopapier schenken oder muss sich online behelfen – gemütliches Schlendern und Shoppen ist in Corona-Zeiten bekanntlich nicht machbar. In Hanau aber gibt es eine weitere Möglichkeit, die nicht nur dem Beschenkten Spaß macht, sondern auch dem lokalen, unter der Corona-Pandemie stark leidenden Handel gut tut: www.hanau-vorfreude.de. ...

Auf der Plattform, die in der vergangenen Woche an den Start ging, können Kunden jetzt bei lokalen Einzelhändlern, Gastronomen und Dienstleistern Gutscheine erwerben. Damit spannt die Stadt Hanau sozusagen schnell und unbürokratisch einen Vorfreude-Rettungsschirm.
Die Hanauer Lust auf die Zeit nach dem Kontaktverbot erfreut sich seit ihrer Veröffentlichung großer Beliebtheit: Mehr als 20.000 Menschen waren hier schon zu Gast – Tendenz steigend. Auch bei der Teilnehmerzahl hat sich einiges getan: Über 50 Geschäfte aus allen möglichen Branchen aus dem gesamten Stadtgebiet sind dabei und haben sich als sogenannter "Lieblingsort" registrieren lassen. Dazu gehören unter anderem Vertreter der Modebranche wie Müller-Ditschler und Glam, Spezialisten für Wohnen und Dekoration wie Wohnsinn, Casa und Porzellan Clemens, dazu eine Vielzahl von Dienstleistern und Gastronomien von Klara bis Graf Ludwig.
"Das ist jetzt die Gelegenheit, den Handel vor Ort zu unterstützen und Lieblingsorte zu retten", sagt Stadtentwickler Martin Bieberle, "die Händler und Gastronomen können Hilfe wirklich gebrauchen, und Ostern ist ein toller Anlass." Bestellung und Bezahlvorgang sind unkompliziert, und die Gutscheine werden sofort versandt. "Damit kommen auch Kurzentschlossene, die bisher noch keine Idee für ein Ostergeschenk hatten, zum Zuge", so Bieberle.

Strenge Regelung der Landesverordnung untersagt Betrieb von Eisdielen (07.04.2020 16:45 Uhr)

Für eine rege Diskussion in der Stadtgesellschaft hat die gestrige Entscheidung der Stadt Hanau gesorgt, mit Blick auf das bevorstehende Osterfest den Blumenhändlern zu erlauben, ihre Geschäfte wieder zu öffnen. Kritik wurde vor allem dahingehend laut, dass, wenn es schon Lockerungen in den Beschränkungen gebe, auch die Eisdielen wieder ihren Betrieb aufnehmen dürfen sollten. ...

"So verständlich dieser Wunsch bei dem sonnigen Wetter auch sein mag, haben wir an dieser Stelle leider keinen Ermessensspielraum", erläutert Oberbürgermeister Claus Kaminsky, dass hier die Verordnung des Landes Hessen greift, wonach Eisdielen bis auf weiteres geschlossen bleiben müssen "Die Regelung hinsichtlich der Blumenläden in der städtischen Allgemeinverfügung war dagegen strenger als die Beschränkungen des Landes, das mehr Ausnahmen zugelassen hatte." Nachdem jedoch erkennbar wurde, dass sich viele Kundinnen und Kunden an die Auflagen halten, indem sie den geforderten Abstand wahren und Masken tragen, um ihr Umfeld zu schützen, sei es das richtige Signal gewesen, auf das Niveau der Landesverordnung zurückzukehren und mehr Freiheiten zuzulassen.

Große Solidarität mit den Brüder Grimm Festspielen Unterstützungsfonds stößt auf positive Resonanz
Masken aus der Schneiderei auf dem Wochenmarkt (07.04.2020 12:45 Uhr)

Die Fans und Sponsoren lassen ihre Brüder Grimm Festspiele nicht im Regen stehen. Dies können Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky und Intendant Frank-Lorenz Engel bereits wenige Tage nach Einrichtung des Unterstützungsfonds feststellen. Die Solidarität mit den Ensemblemitgliedern, die besonders durch die wegen der Corona-Pandemie notwendige Absage der Festspiele betroffen sind, sei sehr groß. "Auch hier zeigt sich: Hanau steht zusammen", so Kaminsky und Engel. ...

Eine Reihe von Sponsoren ist inzwischen dem Vorbild der Firma Umicore gefolgt, die ihren Sponsorenbeitrag für die Festspiele auch trotz der Absage aufrechterhalten hat. Von Evonik gibt es inzwischen ebenfalls die Zusage, an der geplanten Unterstützung festzuhalten. Auch die in Hanau ansässige Forma DunlopTech will ihre Sponsorenzusage einhalten. Einen beträchtlichen Zuschuss für den Unterstützungsfonds leistet auch das Hanauer Tankstellenunternehmen MTV-Förster. Hilfe kommt auch aus dem Pioneer Park Hanau: Die  Entwicklungsgesellschaft LEG Hessen-Hanau GmbH hat ihr finanzielles Engagement für die Festspiele bekräftigt. Auch die Brüder-Grimm-Stiftung der Sparkasse Hanau und die Nagel-Stiftung – seit vielen Jahren wichtige Förderer der Festspiele – werden ihren Beitrag zum Unterstützungsfonds leisten, freuen sich OB Kaminsky und Intendant Engel. Desweiteren hat der Förderverein der Brüder Grimm Festspiele, der ein beständiger Partner ist, ebenfalls bekundet, die Festspiele auch in diesem Jahr nicht im Stich zu lassen. Positive Signale gibt es auch vom Land Hessen und dem Kulturfonds FrankfurtRhein-Main, die in Aussicht gestellt haben, einen Großteil ihrer jährlichen Zuschüsse trotz des Ausfalls bereit zu stellen. Mit weiteren Sponsoren und Unterstützern sei man in guten Gesprächen, so Engel.
"Das sind beeindruckende Zeichen der Solidarität mit den besonders betroffenen Ensemblemitgliedern", stellt Intendant Frank-Lorenz Engel fest. Dies gelte nicht nur für die wichtigen Sponsoren, sondern auch für die Fans der Festspiele. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, die bereits Tickets gekauft hätten, würden auf eine Rückerstattung verzichten und somit ebenfalls ihren Beitrag leisten. Gut angelaufen sei auch der Verkauf "virtueller Tickets", durch die man mit Beträgen von fünf bis 100 Euro Gutes tun könne. Diese Tickets, die zugleich als Spendenbescheinigung gelten, kann man bei Frankfurt-Ticket unter https://bit.ly/BGF-Spenden erwerben. Zusätzlich wurde ein Spendenkonto bei der Sparkasse Hanau unter der Nummer IBAN DE92 5065 0023 0000 0500 05 eingerichtet. Wer beim Verwendungszweck neben "BGF" auch Name und Anschrift eingibt, erhält automatisch eine Spendenbescheinigung – ab einer Summe von 200 Euro, denn bis zu dieser Grenze reicht dem Finanzamt der einfache Überweisungsbeleg.
Die Mittel des Unterstützungsfonds sollen vor allem den Künstlerinnen und Künstlern zu Gute kommen, von denen die meisten freiberuflich tätig und durch die Absage besonders betroffen sind. "Unser Wort, dass wir in dieser Krise niemanden alleine lassen, steht", so der Oberbürgermeister. Die Stadt habe sich deshalb inzwischen dazu entschieden, die geschlossenen Verträge mit dem Ensemble weitgehend zu erfüllen. "Wir sind dennoch weiterhin auf jede Unterstützung angewiesen", betont der Oberbürgermeister. "Die ersten positiven Signale von Sponsoren und Förderern haben uns aber so zuversichtlich gestimmt, dass wir in Vorlage treten konnten, damit die Ensemblemitglieder persönliche Sicherheit haben", so Kaminsky. Auch wenn es noch keine genauen Berechnungen gibt, könnte das Defizit der Festspiele in diesem Jahr im hohen sechsstelligen Bereich ausfallen, denn ein Großteil der üblichen Kosten fallen trotz der Absage an. "Insofern hilft uns wirklich jeder Euro, damit wir im kommenden Jahr wieder die gewohnte Qualität bieten können", so Engel.
Dass die Festspiele in diesem Jahr nicht im Amphitheater stattfinden können, muss aber auch nicht bedeuten, dass die Fans ganz auf "Märchen made in Hanau" verzichten müssen. Bei Facebook, Youtube und auf dem neuen Online-Portal www.hanaudaheim.de sind ab sofort Aufführungen der vergangenen Spielzeiten in voller Länge zu sehen – den Auftakt machte das Musical "Vom Fischer und seiner Frau" aus dem Jahr 2017. Weitere Live-Mitschnitte folgen. Auf der Plattform www.hanaudaheim.de gibt es ebenfalls die Möglichkeit, direkt für die Festspiele zu spenden. Zu sehen und zu hören sind dort auch die Schauspielerinnen und Schauspieler, die in diesem Jahr bei den Festspielen auf der Bühne gestanden hätten. Sie präsentieren sich oder Märchen in unterhaltsamer Form. Mit der Aktion will das Ensemble ein Zeichen setzen, dass die Bindung zwischen den Akteuren der Brüder Grimm Festspiele und ihren Fans auch in Corona-Zeiten nicht abreißt.
Auch in der Festspiel-Schneiderei wird eifrig gewerkelt: Dort entstehen derzeit die sogenannten "Hanau-Masken", die dazu beitragen sollen, die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Oberbürgermeister Kaminsky hatte die Bevölkerung darum gebeten, in der Öffentlichkeit generell eine Maske zu tragen und versprochen, dass für jene, die sich nicht selber eine Maske herstellen können, gesorgt werde. Seitdem nähen die Mitarbeiterinnen der Festspiel-Schneiderei quasi im Akkord Masken, die am Mittwoch (8. April) und Samstag (11. April) auf dem Hanauer Wochenmarkt erhältlich sein werden – zum Preis von 5 Euro. Die Einnahmen kommen dann wiederum dem Festspiel-Spendentopf zugute. Das Motto dieser Aktion lautet "Von den Festspielen – für die Festspiele".

Geänderte Erreichbarkeit des Bürgertelefons an Ostern (07.04.2020 07:35 Uhr)

„Wir lassen niemanden alleine!“ Dieses Motto hat Oberbürgermeister Claus Kaminsky für die aktuelle Corona-Krise ausgegeben. Deshalb hat die Stadt Hanau verschiedene Informationsangebote und Service-Telefone etabliert, um für alle Anliegen der Hanauerinnen und Hanauer kompetente Kontaktstellen zu schaffen. ...

„An den Ostertagen wollen wir den Kolleginnen und Kollegen, die seit mehr als drei Wochen Fragen zur aktuellen Lage beantworten, aber auch etwas Erholung und Zeit mit der Familie ermöglichen“, begründet Kaminsky die über die Feiertage eingeschränkte Erreichbarkeit. Das Bürgertelefon (06181/ 67660-2001) ist deshalb an Karfreitag und Ostersonntag nicht besetzt. Am Samstag und am Ostermontag werden Anrufe in der Zeit von 8.30 bis 13.00 Uhr entgegengenommen. Für hilfsbedürftige Hanauerinnen und Hanauer, die sich nicht mit mehr selber mit Lebensmitteln versorgen können, hat die Stadt einen Lieferservice eingerichtet. Dieser pausiert an Karfreitag, Ostersonntag und Ostermontag, ist am Samstag aber von 9 bis 13 Uhr telefonisch unter 06181/67660-2002 oder per E-Mail an versorgung@hanau.de erreichbar. Die Sozial-Hotline, die normalerweise montags bis freitags unter 06181/67660-2003 Fragen zu sozialen Themen und rund um den Job beantwortet, pausiert an Karfreitag und Ostermontag. Über aktuelle Entwicklungen informiert die Stadt über Ostern auf ihrer Internetseite www.corona.hanau.de und über Twitter (@brueder_grimm).

Nachschub für die erste Linie sicherstellen (06.04.2020 17:35 Uhr)

Stadt Hanau koordinierte Lieferungen von Schutzausrüstung an mehr als 100 Ärzte
Desinfektionsmittel, Handschuhe, Mund-Nasen-Schutz – diese Begriffe sind in der Corona-Krise in aller Munde. Vor allem, weil es inzwischen kaum noch welche gibt. Kliniken, Pflege und Rettungsdienste schlagen Alarm: Ohne Schutzausrüstung können sie sich nicht um hochinfektiöse Patienten kümmern, würden damit zudem die eigenen Mitarbeiter gefährden. ...

Zu den betroffenen Berufsgruppen gehören auch die niedergelassenen Ärzte. Ihnen wird in Hanau nun umfassend und unbürokratisch geholfen: In Absprache mit dem Main-Kinzig-Kreis und als Ergänzung zu dessen Materialversorgung kümmert sich ein Logistik-Team um zusätzliche Lösungen. Damit werden vorübergehende Engpässe aufgefangen, die sich durch noch nicht stabile Nachschubsysteme vom Bund zu den Ländern ergeben. „Die Hausärzte werden begriffen als die erste Linie vor den Kliniken und müssen auch höchste Priorität genießen“, sagt Dr. Silke Hoffmann-Bär, Leiterin der Stabsstelle Gesundheit, „daher haben wir eine eigene kleine Versorgungsstruktur aufgebaut.“
„Unbürokratisch“ heißt hier das Zauberwort: Gespendete Schutzausrüstung und Material, das lokale Unternehmen zur Verfügung stellen, werden möglichst zügig nach Anfrage an die Praxen weitergegeben. Dabei gehen die Lieferungen, die kostenfrei von Kreis, Land oder Bund eintreffen, auch kostenlos an die Ärzte. „Material, das die Stadt selbst einkaufen muss, wird genau so unkompliziert durchgereicht, aber in den Fällen gibt es eine Rechnung dazu. Diese entspricht dann dem durchschnittlichen Einkaufswert. Klar ist aber, dass kein großer Verwaltungsaufwand entstehen wird. Es muss schnell ausgeholfen werden, damit die Ärzte ihren Praxisbetrieb für die Bürgerinnen und Bürger aufrecht erhalten können“, so Hoffmann-Bär.
Die Mengen von Schutzmaterialien, die die Stadt nun vorhält, seien allerdings keineswegs so groß, dass man von einem Logistiklager reden könne: „Es geht wirklich nur um Notrationen.“ Das Team koordiniert bisher mehr 100 Hanauer Arztpraxen, hinzu kommt als Nächstes eine Abfrage an die hiesigen Zahnärzte und Kieferorthopäden. Zur Logistik gehört auch eine Recherchegruppe im Hintergrund: Sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dokumentieren die ärztlichen Bedarfe, nehmen Bestellungen auf und behalten die Bestände im Blick. „Das Team ist motiviert und arbeitet uns super zu. Wir sind froh, dass wir diese Schnittstelle haben, um den Ärzten auch an der Stelle einen möglichst unkomplizierten Kommunikationsweg zu bieten“, sagt Silke Hoffmann-Bär.

Blumenhändler dürfen zu Ostern wieder öffnen
OB Kaminsky sieht Masken als Voraussetzung für weitere Lockerungen (06.04.2020 17:30 Uhr)

Für eine vorsichtige Lockerung der restriktiven Einschränkungen im Einzelhandel hat sich die Stadt Hanau mit Blick auf das bevorstehende Osterfest entschieden und erlaubt ab sofort den Blumenhändlern, wieder zu öffnen. "Nachdem wir beobachten konnten, dass sich wirklich viele Kundinnen und Kunden an die Auflagen halten, indem sie den geforderten Abstand wahren und Masken tragen, um ihr Umfeld zu schützen, wollen wir hier mehr Freiheiten zulassen", beschreibt Oberbürgermeister Claus Kaminsky die Intention und ergänzt, dass die Stadt an dieser Stelle mit ihrer Verfügung auch strenger war als die Landesverordnung. ...

Dieser kleine Schritt darf nach den Worten des OB auf keinen Fall dahingehend missinterpretiert werden, dass man jetzt auf Vorsichts- und Schutzmaßnahmen verzichten kann. "Im Gegenteil ist jetzt der richtige Zeitpunkt, die eigenen Vorräte an selbstgenähten Stoffmasken aufzustocken, denn ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass eine weitere Lockerung der Einschränkungen mit einem Maskengebot für den Aufenthalt im öffentlichen Raum einhergehen wird."
 
Die Stadt Hanau hatte bereits Ende März eine entsprechende Empfehlung zum Tragen von selbstgenähten Stoffmasken gegeben. Dass dies ein Schritt in die richtige Richtung war, bestätigt auch ein Papier aus dem Bundesinnenministerium, das heute bekanntgeworden ist. Dort wird ein vorsorgliches Masken- und Mundschutzgebot im Zusammenhang mit der zur Öffnung des öffentlichen Lebens in Aussicht gestellt.
 
Eine Maske sorgt dafür, dass Tröpfchen, die beim Sprechen, Niesen oder Husten aus Mund und Nase fliegen, zurückgehalten werden. Da das Corona-Virus genau auf diesem Wege verbreitet und übertragen wird, kann die die Gefährdung der Mitmenschen durch das Tragen einer Maske reduziert werden. Selbst ein Tuch, das vor dem Gesicht getragen werde, würde den erhofften Effekt des Fremdschutzes erfüllen. "Wenn wir alle den Nächsten schützen, ist für das Wohlgehen aller gesorgt."
 
Dabei appelliert der OB einmal mehr an die Bürgerinnen und Bürger, keine professionellen Schutzmasken zu kaufen, weil diese dringend für Beschäftigte im Gesundheits- und Pflegebereich oder für Menschen mit Vorerkrankungen gebraucht werden.

Chinesische Unterstützung im Kampf gegen Corona
20.000 Schutzmasken aus Taizhou kommen im Klinikum an (06.04.2020 16:10 Uhr)

Ein paar Tage lagen die weitgereisten Pakete mit dem unübersehbaren Aufdruck "United we shall overcome" noch beim Zoll, aber am Montag war es dann endlich soweit: 20.000 Atemschutzmasken, die von der chinesischen Partnerstadt Taizhou zur Unterstützung geschickt worden waren, konnten ans Klinikum Hanau ausgeliefert werden. Weitere Maskenlieferungen sind noch angekündigt. Volkmar Bölke, Geschäftsführer des Krankenhauses, freute sich über das Eintreffen der Einmal-Mundschutzmasken. "Die Unterstützung aus China entspannt die Situation bei uns im Haus ein wenig." Immerhin rund 1.500 dieser einfachen Masken werden jeden Tag im Klinikum benötigt. ...

Noch im Februar hatte eine Ärzte-Delegation aus Taizhou ihren langgeplanten Besuch im Klinikum Hanau wegen der sich in China abzeichnenden Corona-Epidemie absagen müssen. Oberbürgermeister Claus Kaminsky und Jürgen Scheuermann, Vorsitzender des Vereins "Freundschaft mit Taizhou e.V.", sprachen daraufhin in einem Schreiben ihre Anteilnahme an der schwierigen Situation auf Grund der aktuellen Gesundheitskrise in China aus. Außerdem hatten Hanauer Bürgerinnen und Bürger unter der Federführung des Vereins "Freundschaft mit Taizhou e.V." 5.000 Euro an Spenden gesammelt, die nach Taizhou überwiesen wurden.
 
Vier Wochen später hatte die Corona-Krise auch Deutschland erreicht. Über Jürgen Scheuermann nahm jetzt die Partnerstadt Kontakt mit Hanau auf und kündigte ihrerseits Hilfe an. Die Situation in Taizhou sei stabil und man wolle deshalb die deutsche Partnerstadt in ihrem Kampf gegen das Virus unterstützen, indem man für die Präventions- und Kontrolleinsätze wichtigen Atemschutzmasken zur Verfügung zu stellen. Ein Angebot, dass der Krisenstab der Stadt Hanau gern annahm, da sich eine spürbare Verknappung bei Schutzmasken abzeichnete. "Die Unterstützung unserer Partnerstadt ist hochwillkommen", so Oberbürgermeister Kaminsky, und bedankt sich in diesem Zusammenhang ausdrücklich bei Jürgen Scheuermann, ohne dessen persönlichen Einsatz es diese Städtepartnerschaft und damit diese hilfreiche Sendung nicht gegeben hätte.
 
Bereits seit geraumer Zeit engagiert sich der Krisenstab im Rahmen seiner Möglichkeiten, um dringend benötigten Schutzmasken organisieren.

„Ganz ‚normaler‘ Unterricht - nur anders“ VHS Hanau und Brüder Grimm Berufsakademie setzen auf Online-Angebote (05.04.2020 12:05 Uhr)

In Zeiten von "sozialer Distanz" auf Grund der Corona-Pandemie ist sogenannter "Präsenzunterricht" in den Klassenzimmern derzeit nicht möglich. Digitale Lernformate gewinnen daher rapide an Bedeutung. Sowohl die Brüder Grimm Berufsakademie, als auch die Volkshochschule Hanau bieten die Möglichkeit über digitale Medien und das Internet weiter zu lernen, zu studieren und sich sogar auf Prüfungen vorzubereiten. Viele digitale Lernangebote finden sich im Internet auf www.vhs-hanau.de und auf der neuen städtischen Homepage www.hanaudaheim.de. ...

Die Digitalisierung des Lebens und des Lernens waren an der Volkshochschule Hanau (VHS) und in der gesamten Volkshochschulwelt bereits vor der Corona-Krise ein großes Thema. Das aktuelle Programmheft der VHS Hanau widmet sich dem Semesterthema "Digitalisierung – Teilhabe – Verantwortung" der Digitalisierung und ihren Auswirkungen auf unser gesellschaftliches Leben. Infolge des Verbots für die Durchführung von Präsenzkursen bekommt digitales Lernen nun jedoch auch an der VHS eine ungeahnte Dynamik.
"Im Wesentlichen ist das Kursangebot der VHS Hanau auf Präsenzlernen ausgelegt. Erst wenige Kursformate nutzten bisher die digitalen Möglichkeiten, wie beispielsweise das Streaming von Vorträgen oder die vhs.cloud", erläutert VHS-Schulleiterin Elke Hohmann. Die Volkshochschule Hanau habe sich jedoch in den letzten Wochen intensiv mit den Möglichkeiten des digitalen Lernens beschäftigt, bestehende Angebote zusammengetragen und eigene Online-Angebote entwickelt.

So musste die VHS mit Schließung der Schulen schnell eine Lösung für die Teilnehmenden der Vorbereitungslehrgänge auf die Schulabschlussprüfung finden. "In vier Lehrgängen bereiten sich aktuell 72 Teilnehmende an der VHS auf ihre Prüfung zum Hauptschulabschluss, Realschulabschluss und Fachoberschulabschluss vor. Die Prüfung wird im Mai beziehungsweise Juni sein, und bis dahin gilt es, noch einiges an Lerninhalten zu vermitteln", berichtet Hohmann. "Ziel ist es, dass alle Teilnehmenden, die bereits zur Prüfung durch das Staatliche Schulamt zugelassen sind, ihre Prüfung auch ablegen können und in den nächsten Wochen die Zeit nutzen, sich auf die Prüfung vorzubereiten. Den Unterricht nun komplett auszusetzen, wäre keine Alternative, da bis zur Prüfung zu viel Wissen verloren gehen würde", erläutert die VHS-Leiterin.
Aus diesem Grund entschloss sich die VHS Hanau dazu, in Windeseile die beiden als Präsenzunterricht organisierten Vorbereitungslehrgänge zur Hauptschulabschlussprüfung auf die vhs.cloud "umzuziehen". In der vhs.cloud wurden virtuelle Klassenräume für die Teilnehmenden und Lehrkräfte eingerichtet. Die Teilnehmenden arbeiten mit eigenen Computern, Laptops und Smartphones von zu Hause. Der Unterricht findet weiterhin zu fest vereinbarten Uhrzeiten statt, zu denen sich die Teilnehmenden mit ihren Kursleiterinnen und Kursleitern in dem virtuellen Klassenraum der vhs.cloud treffen. Die Kursleiterinnen und Kursleiter stellen Materialien und Aufgaben digital zur Verfügung und zeigen online, wie die Materialien zu bearbeiten sind, beantworten per Videokonferenz Fragen oder chatten mit ihren Teilnehmenden. Die bearbeiteten Aufgaben werden von den Teilnehmenden in die vhs.cloud hochgeladen werden, werden von den Kursleiterinnen und Kursleitern korrigiert und erhalten Feedback. Parallel können sich die Teilnehmenden auch außerhalb der Unterrichtszeiten austauschen und sich gegenseitig helfen. Da nicht alle Teilnehmenden der Schulabschlusskurse zu Hause über die technischen Möglichkeiten verfügten, werde parallel Arbeits- und Lernmaterial per Mail zugeschickt, so Hohmann.

Von der vorübergehenden Schließung der Volkshochschule Hanau sind insgesamt rund 450 Kurs-, Beratungs- und Prüfungsangebote betroffen. "Kurse mussten entweder abgebrochen, unterbrochen oder abgesagt werden, Prüfungen und Beratungsleistungen finden nicht oder nur per Telefon oder E-Mail statt", berichtet Hohmann. Der organisatorische Aufwand in den ersten beiden Wochen der Schließung sei für die Verwaltungsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter an der VHS Hanau immens gewesen: Hunderte Menschen mussten umgehend über das Aussetzen oder die Absage ihres Kurses informiert werden, nun müssen Teilnahmegebühren anteilig zurückerstattet und Gebührenabrechnungen korrigiert werden.
"Die derzeitigen Beschränkungen des Lehrbetriebs sind sinnvoll und notwendig. Doch Bürgerinnen und Bürgern fehlen zuhauf Weiterbildungsangebote, die sie für ihr persönliches und berufliches Fortkommen und für ihre gesellschaftliche Teilhabe brauchen", weiß Hohmann. Als kommunale Weiterbildungseinrichtungen in öffentlicher Trägerschaft träfen die Folgen der Corona-Krise auch die Volkshochschulen schwer, denn die unzweifelhaft notwendige Schließung führe zu erheblichen Einnahmeausfällen. "An der VHS Hanau gehen die finanziellen Verluste in den sechsstelligen Bereich", teilt die Leiterin mit.

Infolge des Unterrichtsausfalls sind in Hessen zudem bis zu 12.000 freiberufliche Kursleiterinnen und Kursleiter in ihrer Existenz bedroht. Für die Betroffenen der Volkshochschule Hanau wurde umgehend nach der behördlichen Anordnung auf Schließung eine Kulanzregelung im Hinblick auf die entstandenen Honorarausfälle geschaffen. Der zuständige Dezernent und Bürgermeister der Stadt Hanau, Axel Weiss-Thiel, hat ein "Notbudget" freigegeben und der Zahlung eines anteiligen Honorarausfalls zugestimmt. Diese Kulanzregelung soll helfen, die Einkommensverluste infolge der vorübergehenden Schließung der VHS Hanau zu mildern. "Diese unbürokratische Hilfe wurde intensiv in Anspruch genommen, was deutlich macht, wie brisant die private wirtschaftliche Lage der meist freiberuflich Lehrenden ist", berichtet VHS-Leiterin Hohmann.
Aktuell erfordere die Umstellung der Lerninhalte auf das digitale Format sehr viel Zeit. Die Kursleiterinnen und Kursleiter müssten sich mit Unterstützung der VHS-Pädagogen mit der vhs.cloud vertraut machen und digitale Lernkonzepte erstellen, berichtet Hohmann. Doch das sei auch "eine Investition in die Zukunft", denn auch "nach Corona" werde der Einsatz der vhs.cloud Standard in den Kursen an der VHS Hanau sein.
Die vhs.cloud wurde vom Deutschen Volkshochschulverband entwickelt und steht den Kursleiterinnen und Kursleitern kostenfrei zur Verfügung. Aktuell gilt es, alle mit den Funktionalitäten der Cloud vertraut zu machen. Hierzu bietet der Hessische Volkshochschulverband kostenfreie Webinare an. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der VHS Hanau unterstützen mit Informationen und Rat rund um technische und didaktische Fragen. "Ganz ‚normaler‘ Unterricht - nur anders", sagt Hohmann "Unser Ziel ist es, das digitale Lernangebot an der VHS Hanau kurzfristig immer besser auszubauen und so den Bürgerinnen und Bürger in der Phase der Corona-Krise ein professionelles Lernangebot zu ermöglichen. Wir sind auf einem guten Weg", so Hohmann.

Die Kurse der VHS Hanau zur berufsbezogenen Deutschförderung werden nach Ostern in Form von Online-Tutorials in Verbindung mit dem vhs.lernportal.de durchgeführt oder als virtuelle Deutschkurse auf der vhs.cloud. Voraussetzung dabei ist immer, dass die Teilnehmenden über die technischen Möglichkeiten verfügen, um an den digitalen Lernformaten zu partizipieren.
An der Brüder Grimm Berufsakademie sind aktuell 40 Studierende im akademischen Block der Studiengänge Innovationsmanagement, Designmanagement und Produktgestaltung von der Schließung der Akademie betroffen. Im betrieblichen Block befinden sich derzeit 26 Studierende, die ihre Ausbildung an der Staatlichen Zeichenakademie und dem Berufliches Schulzentrum Odenwaldkreis und in verschiedenen Unternehmen absolvieren.
Um das ausbildungsintegrierte Duale Studium an der BGBA fortführen zu können, haben die Lehrenden ihre Vorlesungen, Seminare und Übungen im Online-Modus eingerichtet. Nach den ersten Wochen des Studienbetriebs online, fasst die Geschäftsführerin Elke Hohmann die Situation zusammen: "Sowohl bei den Studierenden im akademischen Block sowie von den Lehrenden wurden keine Probleme festgestellt, die den Lehrbetrieb als solches in Frage stellen. Dies liegt zum einen an den kleinen Lerngruppen mit einer sehr intensiven, individuellen und engagierten Betreuung, zum anderen aber auch daran, dass die Hälfte der Blockphase und damit die Hälfte des Wissens-Inputs in den meisten Fällen bereits vor der Schließung vermittelt wurden."

Positiv bewertet auch die Akademieleitern Prof. Nicole Simon die ersten Erfahrungen: "Unsere Dozentinnen und Dozenten arbeiten alle in Branchen, in denen die Online-Kommunikation selbstverständlich ist. Für die Studierenden ist es nun eine gute Übung, im Ernstfall den Wert aber auch die Herausforderungen dieser Kommunikationswege zu erleben. Andererseits sind wir ja nicht nur Wissensvermittler. Bildung ist für uns immer auch Persönlichkeitsentwicklung, und das kommt im Moment durch den fehlenden persönlichen Austausch zu kurz."

Auf (fast) jede Frage eine Antwort
Mehrere Hotlines bieten Betroffenen in Hanau Hilfe (04.04.2020 18:30 Uhr)

"Ich musste mein Geschäft schließen – wo kann ich Unterstützung beantragen?", "Mein Job ist in Gefahr – was soll ich tun?" "Ich bin über 80 und lebe allein – wie komme ich an Lebensmittel?", "Was genau bedeutet das Kontaktverbot?" Diese und viele andere Fragen laufen bei den verschiedenen Hotlines ein, die die Stadt Hanau eingerichtet hat. ...
"Die Menschen machen sich aktuell große und ganz vielfältige Sorgen, um ihre Existenz, um die Versorgung ihrer alten Eltern oder um den Arbeitsplatz. Diese Menschen wollen wir auffangen und ihnen möglichst unkompliziert Hilfestellung bieten. Es gilt unser Leitmotiv: Wir lassen niemanden allein", sagt Oberbürgermeister Claus Kaminsky.
Nach rund drei Wochen ziehen die Verantwortlichen eine positive Bilanz: So verzeichnet beispielsweise das Bürgertelefon mehr als hundert Anrufe pro Tag. "Die meisten Menschen sind sehr freundlich und stellen ganz gezielte Fragen rund um die aktuelle Situation", erzählt Thorsten Wünschmann, Leiter des Hanauer Ordnungsamtes, "wenn neue Themen in die Öffentlichkeit kommen, häufen sich natürlich die Fragen dazu, aber ansonsten beantworten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Bürgertelefon wirklich alles quer Beet." Jeweils vier sitzen in einer Schicht, gearbeitet wird im Drei-Schicht-Betrieb, telefoniert von 7 bis 20 Uhr.
Kurios: Selbst aus anderen deutschen Städten kommen regelmäßig Anrufe. "Und dabei handelt es sich nicht um Irrtümer, sondern tatsächlich um Menschen, die etwas wissen wollen", so Wünschmann. Die Anruferin mit der größten räumlichen Distanz lebt in Zürich: Sie plant einen Umzug in die Brüder-Grimm-Stadt und wollte wissen, ob das im Moment überhaupt möglich ist.
Aktuell seien natürlich Masken ganz oben auf der Hitliste des Bürgertelefons. Wünschmann lobt sein Team: "Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind motiviert und engagiert, knien sich richtig in die Aufgabe rein und versuchen, zu helfen, wo es geht." Das komme auch bei der ganz überwiegenden Zahl der Menschen so an: "Wenn die Masken im Ausnahmefall bis an die Haustür geliefert werden, sind die Leute so dankbar. Es gab sogar schon Tränen."

Damit sind auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den anderen Hotlines mehr als vertraut – sie erleben häufig die pure Verzweiflung. Das Team der Sozial-Hotline weiß, dass vor allem das Kurzarbeitergeld die Menschen beschäftigt. Sie machen sich Sorgen, wie sie die Miete bezahlen und ihre Familie ernähren sollen. Ebenfalls gefragt: Antworten zu ausbleibendem Unterhalt, Schutzausrüstung oder Hilfen für Soloselbständige. Den allermeisten Menschen kann das Team eine Antwort bieten, eine Stelle nennen, die sich kümmert oder wo es Zuschüsse gibt.
Diesen Anspruch haben auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Wirtschafts-Hotline, die direkt an die Wirtschaftsförderung angebunden ist. Hier können sich speziell Unternehmer informieren. Erika Schulte, Chefin der Hanauer Wirtschaftsförderung, beschreibt: "Am Anfang waren wir eher ein Sorgen- und Beruhigungstelefon, doch inzwischen merken die Leute, dass die Soforthilfe ankommt. Jetzt werden sehr konkrete und individuelle Fragen gestellt." Ein Problem sei aus ihrer Sicht, dass es für Mittelständler mit mehr als 50 Mitarbeitern keine direkten Hilfen gebe. Diese Unternehmer könnten bislang nur Kredite beantragen – die Erfahrung aber zeige, dass Soforthilfe gefragt sei. "Auch die Zusammenarbeit mit unseren Partnern in Hanau, der IHK und der Kreishandwerkerschaft zum Nutzen unserer Unternehmen ist in der momentanen Situation beispielhaft", ergänzt Schulte.

Apropos "Soforthilfe": Was machen eigentlich jetzt ältere Menschen ohne Familie vor Ort, die sich nicht selbst um ihren Einkauf kümmern können? Für sie hat die Stadt eine sogenannte "Versorgungs-Hotline" eingerichtet. Dahinter verbergen sich unter anderem ein städtisch organisierter Lieferservice für Lebensmittel und tiefgekühlte Speisen, aber auch eine Liste von Hanauer Apotheken, die Medikamente ins Haus bringen. Die "Versorger" sind gefragt: Bereits in den ersten Tagen nach Freischaltung der Telefonnummer gingen weit mehr als 100 Anrufe ein – vor allem der Lebensmittel-Lieferdienst nimmt vielen Senioren eine Last von den Schultern.
Keine Hotline, aber ein "Hilfsangebot mit Sahnehäubchen" ist die Plattform "Hanau Vorfreude". Hier können Kunden beim Händler, Gastronomen und Dienstleister ihres Vertrauens Gutscheine erwerben, deren Gültigkeit nicht begrenzt ist. Damit erzielen die Geschäfte, die nun geschlossen sind, auch jetzt Einnahmen, und die Kunden können sich auf die Zeit nach dem Kontaktverbot, auf Einkaufen und gastronomische Erlebnisse freuen. Mehr als 10.000 Klicks werden hier pro Tag registriert.
Auch für die Zeit, die man jetzt zwangsläufig allein in den eigenen vier Wänden verbringen muss, gibt es jetzt eine Lösung: Unter www.hanaudaheim.de finden sich zahlreiche Anregungen, Videos und Tipps aus ganz unterschiedlichen Bereichen wie Sport, Bildung oder Kulinarik.
 
Hilfsangebote/Hotlines
Bürgertelefon der Stadt Hanau für Fragen zur Lage in Hanau: 06181/ 67660-2001 (täglich von 7 bis 20 Uhr) Sozial-Hotline der Stadt Hanau für  Fragen rund um den Job: 06181-67660-2003 (montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr) E-Mail sozial-hotline@hanau.de Bürgertelefon der Stadt Hanau für Menschen, die Hilfe bei der Versorgung mit Lebensmitteln benötigen: 06181-67660-2002 / 06181-295-8130 (montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr; samstags von 9 bis 13 Uhr) E-Mail: versorgung@hanau.de Für Fragen rund um die Notdienste der Kindertagesstätten:  eigenbetrieb-kindertagesbetreuung@hanau.de Für Fragen rund um die Notbetreuung der Schulen: Bitte kontaktieren Sie die für Ihr Kind zuständige Schule (montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr) Für Fragen von Hanauer Unternehmen, die finanzielle Unterstützung benötigen: wirtschaft-corona@hanau.de Gutschein-Portal zur Unterstützung des Hanauer Handels: www.hanau-vorfreude.de Portal für Unterhaltung, Bildung und Kultur: www.hanaudaheim.de

Auch während der Corona-Krise laufen die städtischen Baustellen in Hanau weitgehend weiter (04.04.2020 10:30 Uhr)

Bislang sind von der Corona-Krise nur etwa 20 Prozent der Bauunternehmen in Deutschland stark betroffen, so die aktuelle Aussage des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe. Die wichtigsten Baustoffe seien noch zu haben. Wichtig sei, dass die öffentliche Hand als Auftraggeber nicht ausfalle, denn Unternehmen und private Bauherren verschöben zunehmend ihre Aufträge. ...

„Auf die Stadt Hanau ist hierbei Verlass“, unterstreichen Bürgermeister Axel Weiss-Thiel, verantwortlich für den Hochbau des Eigenbetriebs Hanau Immobilien- und Baumanagement (IBM), sowie Stadtrat Thomas Morlock, zuständiger Dezernent für den Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service (HIS). IBM und HIS melden aktuell weitgehend uneingeschränktes Arbeiten an mehreren Baustellen. Nicole Laupus, kommissarische Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Hanau,  bestätigt das auch für andere Baustellen und lobt „das Bemühen der Stadt Hanau, jetzt in der Krise zum Erhalt von Handwerker-Arbeitsplätzen tatkräftig beizutragen“.
Auch die Stadtwerke Hanau und deren Tochter Hanau Netz GmbH führen begonnenen Leitungsbau beispielsweise auf dem Pioneer-Gelände fort. Allerdings machen sie momentan neue Baustellen nur dann auf, wenn diese unbedingt nötig sind, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Beide Gesellschaften haben gemeinsam Notfallpläne und Vorsorgekonzepte erarbeitet, die unter anderem regeln den Kontakt zu Dritten zu minimieren und damit der Ausbreitung des Virus entgegenzuwirken.

Wo die Arbeiten in der jetzigen Pandemielage fortgeführt werden, wird das auch dadurch begünstigt, dass krisenunabhängig vorgeschriebene Sicherheits- und Gesundheitskoordinatoren auf den Baustellen jetzt erst recht auf Hygienevorschriften und Mindestabstände achten. Darüber hinaus weist die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft mit Aushängen nachdrücklich auf die bekannten Krankheitsanzeichen hin und auf die üblichen geltenden Hygieneregeln hin wie Abstandhalten, Husten in die Armbeuge und regelmäßiges gründliches Händewaschen mit Seife. Sie empfiehlt den Individualverkehr auf dem Arbeitsweg, möglichst keine Sammelfahrten in Firmenbussen sowie Kundenkontakte und Arbeitsbesprechungen per Mail oder Telefon.

Sibylle Jesgarz von IBM und Jörg Herchenröder von HIS berichten übereinstimmend, dass bis auf Weiteres genug Baumaterial vorhanden sei und die meist kleineren Baufirmen aus Existenzsorgen Wert darauf legten ihren Betrieb aufrecht zu erhalten und die städtischen Aufträge weitestgehend im Zeitplan zu erfüllen. Bei diesen gebe es auch bisher keine Personalprobleme.
Für die Umgestaltung des Platzes an der Wallonisch-Niederländischen Kirche beispielsweise kann das von HIS beauftragte Unternehmen auf genug Pflastersteine zurückgreifen, die momentan wie geplant weiter um das Baudenkmal herum verlegt werden. Noch ist auch genug Schotter für den Pflasterbau vorhanden, wobei Herchenröder hofft, dass das zur Monatsmitte auch noch der Fall ist. Wie vorgesehen sollen auf den Grünflächen im April weitere Bäume gepflanzt und im Mai Rasen ausgebracht werden.

Auch für den weiteren Straßenbau in der Steinheimer Straße hat HIS rechtzeitig genug Baumaterial ordern können. „Baustelle läuft“ heißt es auch in der aktuellen HIS-Statusmeldung für die Instandsetzung der Gustav-Hoch-Straße, den Straßenbau In den Tannen (Ernst-Barthel-Straße), den Kanalbau in der Pilgerstraße und den barrierefreien Ausbau der Bushaltestellen „Am Mainkanal“. In der Frankfurter Landstraße steht im Zusammenhang mit dem Entstehen einer Bahnunterführung in wenigen Tagen der Kanalbau ab Otto-Hahn-Schule an.

Bei den drei laufenden Schulbauten von IBM – der  Erweiterung der Nachmittagsbetreuung in der Klein-Auheimer Friedrich-Ebert-Schule und der Steinheimer Geschwister-Scholl-Schule sowie dem Neubau der Mensa und Erweiterung der Nachmittagsbetreuung Kaufmännischen Schulen/ Erich-Kästner-Schule – gibt es zurzeit noch keine zeitlichen Verzögerungen. Die Arbeiten können zum jetzigen Zeitpunkt vor Ort so koordiniert werden, dass sich die Bauarbeiter verschiedener Firmen beispielsweise vom Fenstereinbau oder der Haustechnik-Montage relativ gut verteilen lassen, berichtet Jesgarz.
Ähnlich verhält sich das bei der derzeitigen Sanierung des Neustädter Rathauses. Mehraufwendungen könnten hier entstehen, da die Beschäftigten zweier Firmen wegen derzeit geschlossener Hotels nicht mehr vor Ort übernachten können und daher täglich pendeln. Außerdem werden die Mitarbeiter auf zusätzliche Fahrzeugen verteilt, damit der nötige Mindestabstand zwischen den Insassen gewahrt bleiben kann. 
Weil sich im derzeit ebenfalls zu sanierenden Feuerwehrhaus Klein-Auheim in den Räumen die Baufirmen nicht aus dem Weg gehen können, haben sie sich mit IBM darauf verständigt, nun teilweise ihre Gewerke nacheinander fortzusetzen.

Auf Hanaus größter Baustelle, dem Wolfgänger Pioneer-Areal, laufen vor der demnächst bevorstehenden Übergabe der ersten Wohnungen Hoch- und Tiefbaugewerke weitgehend wie gewohnt weiter. Das gilt auch für die Bodensanierung und die Vorbereitung der LCKW-Grundwasserreinigung. Leitungen und Rohre werden nur dort verlegt, wo das Gelände schon freigemessen ist, also keine Kampfmittel im Boden lagern. Weitere Bereiche auf dem großräumigen Gelände werden derzeit nicht auf eventuelle Weltkriegsbomben hin untersucht, um eine bei einem Fund womöglich nötige Evakuierung von Anwohnerinnen und Anwohnern „unbedingt zu vermeiden“, so Marcus Hergenröther, Projektleiter der städtischen BAUprojekt Hanau GmbH. 

Basteln, bilden, bewegen: Neue Internet-Plattform der Stadt (03.04.2020 17:45 Uhr)

„HanauDaheim“ startet mit ausgezeichnetem Programm
Die Zeit zuhause verkürzen und ein Stück auch zu verschönern: Das steckt hinter „HanauDaheim“, dem neuen Internet-Angebot der Stadt Hanau. Während der Corona-Krise sind hier viele spannende und hilfreiche Themen für alle Altersgruppen gebündelt, es sind Angebote zum Anschauen, Mitmachen, Lernen sowie zum virtuellen Kontakte pflegen und neu aufbauen. Oberbürgermeister Claus Kaminsky: „Die aktuelle Krise verlangt uns unter anderem ab, Kontakte auf ein absolut notwendiges Mindestmaß zu reduzieren. Das neue Angebot soll helfen, unser kulturelles und soziales Leben aufrechtzuerhalten.“ Zu finden sind die Programm auf der Seite www.hanaudaheim.de. ...

Das Internet-Angebot wird gemeinsam mit Hanauerinnen und Hanauern, freien und institutionellen Kulturschaffenden der Stadt sowie vielen weiteren Aktiven und Kreativen aus Bildung und Sport gestaltet. Besonders freut Kaminsky, dass zum Start von „HanauDaheim“ unter anderem das Musical „Vom Fischer und seiner Frau“ der Brüder Grimm Festspiele erstmals im Internet zu sehen sein wird: die Premiere am Samstag (4. April) um 20.15 Uhr und danach dauerhaft. „Vom Fischer und seiner Frau“ feierte 2017 in Hanau Premiere, Hauptdarstellerin Anna Montanaro (als Ilsebill) und Kevin Schroeder (für die „besten Liedtexte“) wurden im selben Jahr mit dem „Deutschen Musical Theater Preis“ ausgezeichnet, insgesamt war das Stück in acht Kategorien nominiert. Anna Montanaro schaffte es als dritte deutsche Künstlerin, in einer Hauptrolle am Broadway in New York besetzt zu werden – nach Hildegard Knef und Ute Lemper. Wie alle Angebote auf „HanauDaheim“, ist dieser Kultur-Leckerbissen kostenlos, für die Stücke der Brüder Grimm Festspiele können die Zuschauer spenden, da die aktuelle Spielzeit wegen der Corona-Epidemie abgesagt werden musste.

An die jüngsten Hanauerinnen und Hanauer richtet sich ein besonderes Angebot, sagt Astrid Weiermann, Betriebsleiterin des Hanauer Eigenbetriebs Kindertagesbetreuung: „Pfiffige und lustige Spielideen und tolle Angebote gibt es im Internet zuhauf – das Hauptziel von „HanauDaheim“ ist, dass die Hanauer Kinder, Eltern und Erzieherinnen und Erzieher weiterhin miteinander reden können.“ So führen in der Rubrik „Online Kita“ Erzieherinnen spielerisch vor, wie man Knete herstellt, erzählen Kinder-Geschichten, lesen Gedichte vor, bemalen Luftballons oder zeigen, wie das „Fliegenklatschen-Spiel“ funktioniert. Die Hanauer Erzieherinnen achten, wie im Kita-Alltag üblich, auf die spielerische wie erzieherische Ausgewogenheit.

Bei „Stay at home“-Konzerten erleben die Zuschauerinnen und Zuschauer auf „HanauDaheim“ Musikerinnen und Musiker nicht in Sälen oder Open-Air-Geländen, sondern von der Couch aus: Die Hanauer Reggae-Band „Banjoory“ tritt auf, der über die Stadtgrenzen hinaus beliebte Reinhard Paul singt im Rahmen seiner „Gartenfernsehen“-Auftritte auch für das „HanauDaheim“-Publikum. Der „Culture Club“ öffnet im Internet seine Online-Disco. Musik hören – dazu passt auch tanzen: Tipps geben die Profis der Hanauer Tanzschule unter der Leitung von Ute Berné und Britt Harrington.

Objekt der Woche“ heißt die Rubrik von Martin Hoppe: Der Fachbereichsleiter für Kultur, Stadtidentität und internationale Beziehungen der Stadt Hanau, stellt Kunstwerke aus der Hanauer Museumssammlung vor. Er beginnt seine Reihe mit Bernhard Eberhard (1795 bis 1860), der kurhessischer Innenminister im „Märzministerium“ und Oberbürgermeister der Stadt Hanau war. Die Volkshochschule Hanau bietet digitale Lernangebote an, die von schulischer bis zu Erwachsenen und politischer Bildung reichen.

Weiterhin werden auf der Seite Gemeinschafts-Erlebnisse angeboten: digitaler Brunch per Video-Live-Chat, zusammen für Hilfskräfte um 21 Uhr Beifall klatschen oder gemeinsam musizieren. Geplant sind viele weitere Angebote, von Yoga- und Kochkursen, Home-Office-Gymnastik und Sport-Angeboten für Senioren sowie viele weitere. Per Mail an daheim@hanau.de kann sich jeder, der ein Angebot oder eine Idee hat, wenden.

„Ein wichtiges Zeichen in schwierigen Zeiten“
Haupt- und Finanzausschuss beschließt Doppelhaushalt 2020/2021 einstimmig (03.04.2020 16:00 Uhr)

"Ihre Einmütigkeit in der Entscheidung über den Doppelhaushalt 20202/2021 ist ein kraftvolles Zeichen in die Bürgerschaft", würdigt Oberbürgermeister Claus Kaminsky die einstimmige Verabschiedung des Zahlwerks durch den Haupt- und Finanzausschuss, der am Donnerstag in nichtöffentlicher Sitzung unter der Leitung seiner Vorsitzenden Ute Schwarzenberger stellvertretend für die Stadtverordnetenversammlung getagt hat. Neben der Haushaltssatzung wurden auch die Wirtschaftspläne der Eigenbetriebe Hanau Infrastruktur Service, Immobilien- und Baumanagement sowie Kindertagesbetreuung einstimmig beschlossen. "Es ist gut und wichtig, dass die Menschen in Hanau erkennen, wie wir trotz aller politischer Differenzen in schwierigen Zeiten zusammenstehen, um gemeinsam durch die Krise zu gehen." ...
Die Stadt hatte auf Vorschlag des OB die Möglichkeit, die das hessische "Gesetz zur Sicherung der kommunalen Entscheidungsfähigkeit" wegen der Corona-Krise geschaffen hat, genutzt und die eilbedürftigen Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung an den Haupt- und Finanzausschuss delegiert. Dank einer Videokonferenz-Schaltung konnten der OB und Stadtrat Thomas Morlock aus dem Krisenstab in der Hauptfeuerwache teilnehmen, während Bürgermeister Axel Weiss-Thiel und die Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck vor Ort in der eigentlichen Sitzung waren, die unter strengen Vorsichtsmaßnahmen im Brüder-Grimm-Saal des Congress Park Hanau stattfand.
 
Während üblicherweise die Haushaltsverabschiedung von den Fraktionen genutzt wird, in ausführlichen Redebeiträgen die eigenen Positionen aufzuzeigen, Änderungsanträge zu erläutern sowie Lob oder Kritik an dem Zahlenwerk der Verwaltung anzubringen, beschränkten sich die Mitglieder des HFA in diesem Jahr auf die reinen Formalien und Beschlussfassungen. Die CDU-Fraktion hatte zu Beginn der Sitzung noch alle ihre Haushaltsanträge zurückgezogen. Wie die Fraktionsvorsitzende Isabelle Hemsley erklärte, werde man den einen oder anderen Antrag sicher später wieder aus der Schubladen hervorholen, doch jetzt und heute sei nicht der richtige Zeitpunkt für diese Anliegen. "Der Magistrat weiß selbst, wo jetzt die Prioritäten gesetzt werden müssen."
 
In der Tat ist es nach den Worten des OB so, dass trotz aller aktueller Unwägbarkeiten die Stadt durch die jetzige Beschlusslage zunächst handlungsfähig bleiben will. "Wir hoffen auf eine rasche Haushaltsgenehmigung, damit wir die durch den Beschluss freigegebenen Zuschüsse an soziale Einrichtungen und Vereine auch tatsächlich auszahlen sowie notwendige Investitionen anstoßen können."
 
Immerhin sollte mit dem Doppelhaushalt 2020/2021 die Zeit als Schutzschirmkommune für Hanau enden. "Wir sind bereit für die Zukunft" hatte der OB als Überschrift bei der Einbringung im November 2019 gewählt und seinerzeit keinen Zweifel daran gelassen, dass der finanzpolitische Neustart der Brüder-Grimm-Stadt gelungen war. Mit einem geplanten Überschuss von 5,8 Millionen Euro für 2020 und weiteren 5,7 Millionen Euro für 2021 sah sich die Stadt hervorragend aufgestellt für den Weg in die Kreisfreiheit. "Ich finde kaum die passenden Worte für mein großes Bedauern, dass all unsere gemeinsamen Anstrengungen und Zumutungen für die Bürgerschaft jetzt nicht die Früchte tragen werden können, die wir alle verdient hätten", prognostiziert der OB, dass die Auswirkungen der Corona-Krise auch in Hanau tiefgreifend sein werden.
 
"Wir werden erst in einigen Monaten erkennen können, wie sich die aktuellen Einbußen und Mehraufwendungen tatsächlich auf unsere Finanzen auswirken", rechnet der OB aber schon heute damit, dass die drastischen Einbrüche bei den Wirtschaftsunternehmen auch in Hanau voll durchschlagen und einen Rückgang der Gewerbesteuer im zweistelligen Millionenbereich verursachen werden. Dazu kommen verringerte Schlüsselzuweisungen und ein sinkender Anteil an der Einkommensteuer. "Wir müssen genau schauen, was wir uns am Ende der Krise noch leisten können."
 
Kaminsky hat vor diesem Hintergrund schon jetzt erste Vorsichtsmaßnahmen ergriffen, um die finanzielle Basis dafür zu schaffen, dass der Stadt am Ende der Krise dennoch ein möglichst guter Start gelingt. Mit einer klaren Ansage an die Stadtverwaltung und die Eigenbetriebe hat er darauf hingewiesen, dass allen in den nächsten Wochen und Monate eine Gratwanderung zwischen finanzieller Großzügigkeit und radikaler Kostenbremse bevorsteht.
 
Grundsätzlich soll überall dort finanzwirtschaftlich Vollgas gegeben werden, wo es den Menschen und Unternehmen hilft, um Existenzen in dieser schwierigen Zeit zu sichern. Das kann von Kulanz bei der Erstattung von Kita-Beiträgen über die Stundung fälliger Gewerbesteuerbeiträge bis hin zum den Verzicht auf städtische Gebühren reichen. Auf der anderen Seite gibt es innerhalb der Verwaltung einen radikalen Ausgabe-Stopp überall dort, wo die Stadt es noch in der Hand hat. Jede Ausgabe soll nach der Ansage des OB noch einmal auf den Prüfstand. Darunter fallen auch die bereits im Stellenplan abgebildeten Neueinstellungen. "Nur so können wir uns die Handlungsspielräume für die Zeit danach erhalten."
 
Auf den Weg gebracht wurden auch die Bauleitplanung für das Vorhaben in der Karl-Kirstein-Straße (Satzungsbeschluss) und in der Alfred-Delp-Straße (Offenlagebeschluss) sowie die Sanierung der H-Gebäudes an der Tümpelgartenschule.

Bürgermeister Weiss-Thiel: Hilfesystem für wohnungslose Menschen bewährt sich auch in der Corona-Krise (03.04.2020 11:30 Uhr)

„Bisher greift unser Hilfesystem für wohnungslose Menschen in Hanau. Hoffen wir, dass das so bleibt“, sagt Bürgermeister Axel Weiss-Thiel. In „bewährter Gemeinsamkeit“ sorgten die Ökumenische Wohnungslosenhilfe (ÖWH) im Franziskus-Haus und das städtische Amt für Wohnhilfen und Soziales für ein Unterstützungsnetz, das auch den eventuellen Fall einer Corona-bedingt nötigen Isolation von Nichtsesshaften vorbereitet ist. ...
Zugleich hebt Weiss-Thiel hervor, dass Franziskus-Haus und das Amt nach Anmeldung im Rathaus für Bedürftige offen seien wie eh und je. An die Hanauer Bevölkerung appelliert er: „Melden Sie der Polizei oder der Stadtpolizei offenkundig Obdachlose im Straßenbild. Und das lieber einmal mehr als einmal zu wenig, um gegebenenfalls Leben zu retten.“   
„Keine und keiner darf erfrieren“, diese Devise steckt auch hinter der Notschlafstelle „Schneckenhaus“ im Franziskus-Haus. Wegen der derzeit niedrigen Nachttemperaturen ist sie weiterhin geöffnet.  Stadt Hanau und Main-Kinzig-Kreis unterstützen diesen Erfrierungsschutz für mittellose und obdachlose Menschen in den kalten Wintermonaten finanziell.3.4.2020-corona Franziskus-haus
Über eine Klingel kann dort ein Bereitschaftsdienst angefordert werden. Das „Schneckenhaus “ ist mit Betten und einem eigenen Sanitärbereich ausgestattet und bietet getrennte Übernachtungsmöglichkeiten für Frauen und Männer. Die Hilfe suchenden Menschen werden mit allem versorgt, was zur Übernachtung notwendig ist, bei Bedarf auch mit Essen und Getränken.
Normalerweise ist der Verbleib im „Schneckenhaus“ auf eine Nacht beschränkt. Jetzt in der Corona-Krise ist diese Regel außer Kraft gesetzt, alle Plätze sind belegt. Die übliche Zahl von sechs Betten ist auf die Hälfte reduziert, um den in der Pandemie nötigen Abstand zu wahren. „Bei Mehrbedarf haben wir Kapazitäten in der Hinterhand“, erläutert Stefan Beyer, Leiter des Amtes für Wohnhilfen und Soziales.
„Außer der von Ehrenamtlichen geführten Kleiderkammer, die ohnehin renoviert werden muss, halten wir alle Dienste für Wohnungslose mit Fachleuten am Laufen“, beschreibt Franziskus-Haus-Leiter Rainer Broßmann die Lage. Caritas und Diakonie als Träger des Hauses seien es den wohnungslosen Menschen „schuldig sie jetzt nicht im Stich zu lassen“. Die Einrichtung zu schließen, sei schon deswegen nicht möglich, weil sie auch Wohnungen unter ihrem Dach habe, in der Menschen auf den Übergang zu einer eigenen Bleibe andernorts vorbereitet werden.
Handhygiene und Abstandhalten seien in allen Stockwerken ein Muss. In der Herberge sind statt üblicherweise 15 nun neun Klienten allesamt in Einzelzimmern untergebracht. In der Tagesstätte, in der sich wohnungslose Menschen mit Essen und Trinken versorgen und Geselligkeit suchen, sei das Abstandwahren „eine größere Herausforderung als im Rest des Hauses“, bekennt Broßmann.
Bisher seien kein Corona-Verdachtsfall oder gar eine positive Testung auf Covid-19 eingetreten, erläutern Broßmann und Beyer. Und wenn solches doch eintritt? Dann sei im Einzelfall zu entscheiden, im Einvernehmen mit dem Gesundheitsamt des Main-Kinzig-Kreises, erläutert Beyer. Und weiter: „Dann sind drei Isolierungszimmer mit separatem Zugang in einer  Unterkunft der Stadt Hanau vorgesehen.“  Freilich würden Versorgung mit Essen und medizinischer Hilfe, die Überwachung bei eventuell Suchtkranken und die Reinigung des Gebäudes dann zu einer „neuen großen Herausforderung für uns“. Hierfür fehle trotz bestehendem Pandemieplan des Franziskus-Hauses die Erfahrung, fügt Broßmann hinzu. 

„Diese Hilfe kommt gut an“ (03.04.2020 07:30 Uhr)

"In der Krise zusammenhalten – das schweißt zusammen, das zeichnet eine Stadtgesellschaft aus", zeigt sich Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky froh über die Spende Desinfektiondes Spezialchemie-Unternehmens Evonik, das seit vielen Jahrzehnten im Industriepark Wolfgang ansässig ist und den Park betreibt. Kerstin Oberhaus, Standortleiterin des Industriepark Wolfgang, freut sich sehr, dass Evonik 3.000 Liter Desinfektionsmittel für die Stadt Hanau kostenfrei zur Verfügung stellen konnte: "Die Chemie hilft – das ist unsere Devise, der wir natürlich auch in Hanau sehr gerne folgen. Wir stellen diese Desinfektionsmittel normalerweise nicht selbst her und haben im Konzern kurzfristig auf den sprunghaft gestiegenen Bedarf reagiert", so Oberhaus. "Wir tun, was wir können, um zu helfen, wo es nötig ist." ...
In der Corona-Krise sind medizinische Produkte weltweit begehrt –Handschuhe, Schutzkittel, Mundschütze sowie Flächen- und Hand-Desinfektionsmittel sind vor allem für ärztliches und pflegerisches PersonalHanau Desinfektion dringendes Gut und bereits oft Mangelware. Für Bürgerinnen und Bürger reicht handelsübliche Seife zur Reinigung aus. Um die 3.000 Liter Desinfektionsmittel Hausärzten, Alten- und Pflegeeinrichtungen sowie mobilen Pflegediensten in passenden Behältnissen zukommen zu lassen, hat die Kelterei Heil (Laubuseschbach) 2,5- und 5-Liter-Kanister zur Verfügung gestellt.
Bei Evonik sind aufgrund des deutlich gestiegenen Bedarfs an Desinfektionsmitteln an mehreren Standorten die entsprechenden Produktionsaktivitäten zur kurzfristigen Hilfe ausgeweitet worden. Das Unternehmen erreichen vermehrt Anfragen von Kassenärztlicher Vereinigung, Apotheken, Feuerwehren und Krankenhäusern. Institutionen des Gesundheitswesens wurde bisher nach bestehenden Liefer- und Produktionsmöglichkeiten geholfen. Inzwischen beteiligt sich das Spezialchemieunternehmen darüber hinaus an einer breit angelegten Initiative des Chemie-Verbandes VCI. Evonik liefert dafür – koordiniert über Mitarbeiter in Hanau - in größeren Mengen aktive Inhaltsstoffe für Desinfektionsmittel. Die deutschlandweite Verteilung der gebrauchsfertigen Mittel übernimmt eine neue Online-Plattform des VCI, die in den kommenden Tagen für klar definierte Zielgruppen wie Krankenhäuser freigeschaltet wird.
Oberbürgermeister Kaminsky: "Wir arbeiten im Krisenstab daran, die Hanauerinnen und Hanauer bestmöglich zu informieren und punktgenau zu helfen. Wir haben überlegt, welche Firmen wir in Hanau haben, die helfen können. Evonik hat uns sofort Unterstützung zugesagt und umgesetzt. Diese wichtige Desinfektionsmittel-Spende ist großartig." Kaminsky weiter: "Beim Thema Mundschutz haben wir in Hanau rasch und früh einen Weg gefunden, wie wir unseren Hausärzten, Alten- und Pflegeheimen sowie mobilen Pflegediensten im Rahmen unserer Möglichkeiten mit professionellen Masken helfen können. Bürgerinnen und Bürgern stellen wir auf unserer Internetseite www.corona.hanau.de eine eigene Nähanleitung für Masken zur Verfügung." Wer keinen Zugang zu einer selbstgenähten Schutzmaske hat, kann sich beim Bürgertelefon der Stadt Hanau, Telefon 06181/ 67660-2001, melden. Kaminsky mahnt, weiterhin soziale Kontakte zu meiden sowie Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen einzuhalten.

Seniorenbüro sagt alle Veranstaltungen bis zur Sommerpause ab (03.04.2020 06:50 Uhr)

Auf Grund der aktuellen Corona-Krise sagt das Seniorenbüro der Stadt Hanau alle geplanten Veranstaltungen bis zur Sommerpause ab. ...
"Sollten schon Teilnehmerbeiträge gezahlt worden sein, werden wir diese natürlich zurückerstatten", verspricht Bürgermeister Weiss-Thiel. Die Absage der Veranstaltungen, Schulungen und Reisen sei nötig, um die Seniorinnen und Senioren, die ja zur Risikogruppe zählen, zu schützen. "Selbst wenn es mit den derzeitigen Maßnahmen gelingt, die Ausbreitung des Virus auf ein für unsere Krankenhäuser beherrschbares Maß zu verringern, ist es deshalb nach Aussage der Experten noch nicht ungefährlich. Der Schutz der älteren Bevölkerung geht im Moment vor", so Weiss-Thiel. Ganz davon abgesehen sei eine Vorbereitung der Reisen aktuell nicht möglich, da Busse und Unterkünfte auf Verdacht gebucht werden müssten und somit die Gefahr von hohen Stornokosten entstehe.

Kaminsky: „Neue Position des Robert-Koch-Instituts freut mich sehr" (02.04.2020 16:10 Uhr)

Das Robert-Koch-Institut hat heute Nachmittag seine Einschätzung zum Tragen von Mundschutz geändert: Wenn Menschen - auch ohne Symptome - vorsorglich eine Maske tragen, könnte das das Risiko einer Übertragung von Viren auf andere mindern, meldet das RKI. ...

Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky aktuell dazu: „Dass sich das Robert-Koch-Institut in dieser wichtigen Frage nun neu aufstellt, freut mich sehr. Seit Montag gilt in Hanau die Formel ‚Wenn jeder eine Maske trägt, ist allen geholfen‘. Unsere Position war bisher durch den Präsidenten der Bundesärztekammer und den renommierten Virologen Dr. Alexander Kekulé prominent gestützt. Jetzt auch durch das RKI, das bestärkt uns.“

Ein wichtiges Zeichen für die Mitglieder (02.04.2020 16:00 Uhr)

HMV verzichtet auf Beiträge für 2020
Der Beschluss ist einstimmig: Der Vorstand des Hanau Marketing Vereins (HMV) hat entschieden, die Mitgliedsbeiträge für 2020 auszusetzen. „Das ist ein wichtiges Zeichen für unsere Mitgliedsbetriebe. Jetzt sind Solidarität und Zusammenhalt gefragt“, sagt Mehmet Kandemir, Erster Vorsitzender des HMV. Die wichtigen und notwendigen Maßnahmen im Rahmen der Corona-Krise würden viele Händler und Gastronomen ins Mark treffen, da gelte es, als Verein Entlastungen zu schaffen. ...

„Uns ist bewusst, dass wir damit keine Existenzen retten werden, aber wir wollen unseren Mitgliedern signalisieren, dass wir ihre Sorgen ernst nehmen. Das, was wir tun können, um sie zu unterstützen, das machen wir auch.“ Die Mitgliedsbetriebe, die bereits gezahlt hätten, bekämen ihren Beitrag erstattet. „Diese Entscheidung kostet den Hanau Marketing Verein einen großen Teil seines Jahresbudgets, aber dieses Geld nehmen wir gern in die Hand, um unseren Mitgliedern zu helfen“, so Kandemir. Gemeinsam mit der Hanau Marketing GmbH sei die vorläufige Aussetzung der Aktionstage beschlossen worden, das gebe Luft für dieses Hilfsangebot. Auch die Einrichtung der Seite www.hanau-vorfreude.de, auf der sich Händler, Gastronomen und Dienstleister registrieren und Kunden schon jetzt Gutscheine kaufen können, lobt der HMV-Chef. Auf diese Weise haben die von der Schließung betroffenen Geschäfte wenigstens die Möglichkeit, auch jetzt Einnahmen zu erzielen. Außerdem macht die den Menschen schon heute Lust auf die Zeit nach Corona.“
Der Vorstand verweist zudem auf die Hilfsangebote, die Handel und Gastronomie zur Verfügung stehen. „Wir legen allen dringend ans Herz, sich schnell zu informieren und alle Hilfen in Anspruch zu nehmen, die möglich sind. Auf der Seite www.corona-hanau.de ist eine gute Übersicht über die Hilfsangebote aufgelistet. Helfen wird der Hanauer Gastronomie auch, dass die Stadt Hanau ganz schnell entschieden hat, die Gebühren für die Außengastronomie auszusetzen. Das ist das richtige Signal für die Betroffenen“, sagt Mehmet Kandemir.
Der Hanau Marketing Verein (HMV) ist ein Zusammenschluss von Hanauer Einzelhändlern, Gastronomen und Dienstleistern. Er arbeitet eng mit der städtischen Hanau Marketing GmbH zusammen und wirkt als Schnittstelle zwischen Stadt und Mitgliedsbetrieben. Der HMV hat aktuell knapp 160 Mitglieder.

„Corona verhindert die kollektive Trauerarbeit“
OB Kaminsky sieht in Kontaktverboten eine besondere Herausforderung (02.04.2020 15:30 Uhr)

Menschen, die mit Maske oder Mundschutz am Brüder Grimm Denkmal Blumen niederlegen oder einfach stehenbleiben und für einige Minuten innehalten. Szenen wie solche sind in diesen Tagen auf dem Hanauer Marktplatz immer wieder zu beobachten ist, scheinen wie ein Sinnbild für die Zeit. Die einen Schreckensereignisse noch nicht ansatzweise verarbeitet, stellt sich die Stadt der Brüder Grimm schon der nächsten existentiellen Krise. Wie überall im Land rückt auch hier vieles in den Hintergrund, weil sich alles um Infektionsketten und Vermeidungsstrategien, Verbote und Hilfsangebote dreht. ...

"Wir sind von einer Extremsituation direkt in die nächste gefallen. Auch wenn die Corona-Pandemie eine weltweite Krise ist, sind wir Teil davon, und die aktuellen Probleme überlagern alles andere in unserer Stadt." Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky sieht in dem derzeitigen Kontaktverbot, das schon in einem normalen Alltag erhebliche Einschränkungen bedeutet, für die trauernden Familienangehörigen und Freunde der Opfer des 19. Februar eine kaum nachzufühlende Herausforderung. "Die Familien der Getöteten werden davon ungleich härter getroffen, denn ihnen fehlt jetzt die Chance des kollektiven Trauerns und damit der Trost, der sich aus körperlicher Nähe und persönlicher Anteilnahme ergibt." Doch auch der gesamten Stadtgesellschaft, so der OB weiter, hätte er gewünscht, dass sie die Zeit gehabt hätte, zur Ruhe zu kommen und die schrecklichen Ereignisse miteinander zu verarbeiten.
 
In den späten Abendstunden des 19. Februars waren neun Menschen mit ausländischen Wurzeln Opfer eines rassistisch motivierten Anschlags geworden. Danach tötete der Täter seine Mutter und sich selbst. Mit Mahnwachen, Trauermärschen und diversen Kundgebungen gegen Rassismus reagierte die Hanauer Stadtgesellschaft in den Tagen danach unmittelbar auf die Tat. Auch an den öffentlichen Totengebeten und Beisetzungen der Mordopfer nahmen viele Menschen der Region teil. "Die Stadtgesellschaft hat eindrucksvoll ihre Solidarität und Anteilnahme dokumentiert", so der OB. Die Zusammenkünfte hätten die Botschaft "Die Opfer waren keine Fremden." mit Leben erfüllt.
 
Natürlich gebe es heute technische Möglichkeiten der Kontaktaufnahme. Telefon, Skype oder andere Kanäle erleichterten es, auch in der Zeit der Kontaktverbote in Verbindung zu bleiben. "Doch ein echter Ersatz für das persönliche Gespräch voller Anteilnahme ist das kaum."
 
Doch die Corona-Krise erschwert nicht nur das gemeinsame Trauern und Trösten. "Wir werden die Opfer nicht vergessen", hatte der OB versprochen und eine Gedenkstätte angekündigt. Diese soll in enger Abstimmung mit den Angehörigen entstehen. Sowohl was den Ort angeht als auch die Gestaltung, will die Stadt auf die Wünsche der Familien eingehen und hatte ursprünglich für April zu einem ersten Treffen eingeladen. "Leider mussten wir den Termin absagen, ohne einen neuen benennen zu können", bedauert der Hanauer OB, dass auch dieser in der Trauerarbeit hilfreiche und wichtige Prozess vorläufig ins Stocken geraten ist. "Wir sind aber in ständigem Kontakt mit den Opferfamilien und zeigen ihnen, dass wir sie und ihr Leid trotz Corona nicht vergessen haben."
 
Diese fortwährende Unterstützung war dieser Tage besonders nötig, als die Familie von Gökhan Gültekin, der bei dem rassistischen Anschlag getötet wurde, auch den schwer an Krebs erkrankten Vater Behcet Gültekin verlor. Mithilfe der Stadt gelang es trotz der strengen Restriktionen, eine schnelle Überführung in die Türkei zu ermöglichen. "Kein wirklicher Trost", wie Hanaus OB weiß, vor allem, weil keiner aus der Familie den toten Vater begleiten durfte. Aber wenigstens habe man dessen Wunsch nach einer Beisetzung in seinem Heimatland erfüllen können.
 
In der Öffentlichkeit wurde die traurige Nachricht um den Tod des Vaters allerdings überlagert von der Meldung über einen angeblich vorhandenen Abschlussbericht des Bundeskriminalamtes zu dem Attentat, der eine Neueinschätzung des Tatmotivs geliefert haben soll. Für den Hanauer OB war diese Berichterstattung ein doppelter Schlag ins Gesicht der Angehörigen. "Es gab die klare Absprache, dass die Opferfamilien die Ersten sein würden, die über die Ermittlungsergebnisse informiert werden." Aber auch die vermeintliche Neueinordnung als nicht rechtsterroristische Tat sorgte für massiven Protest. "Ich bin dem Präsidenten des BKA, Holger Münch, sehr dankbar für die schnelle und unmissverständliche Klarstellung, dass die Ermittlungen noch andauern und das BKA an seiner Bewertung des Attentats als eine eindeutig rechtsextremistische Tat festhält." Kaminsky geht jetzt davon aus, dass sich auch am ursprünglich abgesprochenen Vorgehen, was die öffentliche Präsentation des Berichts angeht, nichts geändert hat.
 
Auch wenn die öffentliche kollektive Trauerarbeit durch die Corona-Krise unerwartet gestoppt wurde, laufen viele Projekte zur Unterstützung der Opferfamilien und Betroffenen uneingeschränkt weiter. Prominentestes Beispiel dafür ist das Engagement des in Hanau geborenen und aufgewachsenen Rappers Azzi Memo, der gemeinsam mit 18 Musikerkollegen den Benefiz-Song "Bist du wach?" aufgenommen hat. Der Hanau-Song, der morgen erscheint, ist ein "zutiefst persönlich-emotionales Fanal gegen geistige Brandstifter in diesem Land", so Mehmet Seyitoglu, wie der bürgerliche Name von Azzi Memo lautet. Für dieses Projekt hat er "die Creme de la Creme" der Rapper-Szene gewinnen können, darunter Kool Savas, Manuellsen, Rola, Celo & Abdi oder Credibil. Alle mitwirkendenden Musiker, von denen viele selbst einen Migrationshintergrund haben, verzichten auf die Einnahmen aus dem Song zugunsten der Amadeu-Antonio-Stiftung, die sich für Hinterbliebene und Überlebende des Anschlags von Hanau einsetzt.
 
"Das Engagement von Azzi Memo ist ein wunderbares Beispiel für unsere Grundhaltung "Hanau steht zusammen", freut sich Hanaus OB über die Aktion, die den Zusammenhalt stärkt und gleichzeitig eine direkte Unterstützung für die Opferfamilien darstellt. Die aktuelle Corona-Krise habe auch dieses Thema an den Rand der Wahrnehmung gedrängt, doch der Kampf gegen Rassismus und rechten Terror und der Einsatz für ein Zusammenleben in Vielfalt habe nicht an Bedeutung verloren. "Wir lassen uns von einem irren Rassisten oder von einem rassistischen Irren unsere Art des Zusammenlebens nicht zerstören." Dieses Zusammengehörigkeitsgefühl in der Stadt trage und unterstütze die Menschen gerade auch in der aktuellen Bewältigung der Corona-Krise. Auch wenn es in diesen Tagen manchmal nicht so offensichtlich ist, so ist der Hanauer OB dennoch überzeugt: "Hanau hat seine guten Zeiten immer noch vor sich."

Ärztlicher Bereitschaftsdienst ab sofort im Hans-Böckler-Haus (02.04.2020 14:30 Uhr)

Der Ärztlichen Bereitschaftsdienst ist am Donnerstag vom Klinikum Hanau ins Jugendbildungszentrum Hans-Böckler (Sandeldamm 19) umgezogen. Der Grund ist die aktuelle Corona-Epidemie. Wer glaubt, sich mit dem Corona-Virus angesteckt zu haben, ruft weiterhin beim Bürgertelefon des Kreis-Gesundheitsamtes (06051- 8510000) oder der Hotline des Landes Hessen (0800-5554666) oder beim Ärztlichen Bereitschaftsdienst (116 117) an. ...

Klinikum-Geschäftsführer Volkmar Bölke: „In der aktuellen Situation war der temporäre Umzug des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes dringend notwendig, um zum Schutz aller das Patientenaufkommen in unserem Schleusenzelt und auf dem Klinikgelände weiter zu minimieren.“ Oberbürgermeister Claus Kaminsky begrüßt den Umzug: „Die Stadt stellt in der Krise weiterhin sicher, dass die Hanauer Bürgerinnen und Bürger eine wohnortnahe und gut erreichbare Adresse haben, an die sie sich wenden können.“

Geöffnet ist der Ärztlicher Bereitschaftsdienst am Sandeldamm 19 ab Donnerstagabend (19 Uhr) montags, dienstags und donnerstags von 19 bis 2 Uhr, mittwochs und freitags von 14 bis 2 Uhr sowie am Wochenende von Samstag 7 Uhr bis Montag 7 Uhr. Bölke abschließend: „Sobald sich die Lage normalisiert, steht einer Rückkehr des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes nichts im Wege.“

Anwalts-Ärger in Corona-Krise (02.04.2020 14:00 Uhr)

Stadt Hanau positioniert sich deutlich gegen Abmahnungen wegen selbstgenähter Masken
In der Krise Gutes tun, in der Krise Ausbeuter sein. So gegensätzlich sind die Positionen bei ein und derselben Sache: den Masken, die dabei helfen sollen, die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen. ...

Immer mehr Bürgerinnen und Bürger nähen einfache Masken. Sie verschenken, spenden oder verkaufen sie. Der Krisenstab der Stadt Hanau warnt alle, die damit Gutes tun, davor, diese Masken mit dem Zusatz „Schutz“ zu versehen, denn zurzeit häufen sich die Nachrichten, dass sogenannte Abmahn-Anwälte juristisch gegen Masken-Produzenten vorgehen, die sie etwa im Internet oder auf Social-Media-Plattformen als „Atemschutz“ oder „Schutzmasken“ anbieten. Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky: „Wenn solche Menschen, deren Ausbildung staatlich mitfanziert worden ist, sich dafür Zeit nehmen, Menschen, die helfen, juristisch zu belangen, dann sage ich: Pfui Teufel! Das sind genau die Verhaltensweisen, die wir jetzt nicht brauchen. Was wir jetzt brauchen, sind Nächstenliebe und Solidarität in unserer Stadt.“

Einfache, selbstgenähte Masken helfen, das Risiko einer Ansteckung mit dem Corona-Virus zu verringern, da sind sich immer mehr Experten einig: „Jede Maske hat mehr Schutzwirkung für Träger und Gegenüber als keine Maske“, so die Formel der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene. Seit Montag empfiehlt der Krisenstab der Stadt Hanau allen Bürgerinnen und Bürgern, in der Öffentlichkeit freiwillig eine Maske zu tragen. Dies beherzigen bereits viele Hanauerinnen und Hanauer. An vielen Stellen in der Stadt entstehen zurzeit in verschiedenen Haushalten und Schneidereien wiederverwendbare Masken, auch in der Schneiderei der Brüder Grimm Festspiele. Auf der zentralen Informationsseite www.corona.hanau.de finden Interessierte eine eigene Nähanleitung und weitere Tipps. Wer keinen Zugang zu einer selbstgenähten Maske hat, kann sich beim Bürgertelefon der Stadt Hanau unter 06181 / 67660-2001 melden. Ausdrücklich weist der Krisenstab darauf hin, dass die Bürgerinnen und Bürger keine professionellen Schutzmasken kaufen sollten, da diese für Beschäftigte im Gesundheits- und Pflege-Bereich sowie Menschen mit Vorerkrankungen gebraucht würden.

Oberbürgermeister Claus Kaminsky bedankt sich bei allen Hanauerinnen und Hanauern, die Masken nähen und bei allen, die eine Maske tragen: „Das kann ein kleiner Beitrag sein. Bitte verzichten Sie aber weiterhin nicht darauf, Abstand zu halten und Hände zu waschen, diese Hygienemaßnahmen müssen weiterhin sein. Das Ziel bleibt, den Anstieg der Corona-Virus-Verbreitung zu vermeiden.

Würzburg und Wolfsburg mit allen Mitteln verhindern
OB Kaminsky im Austausch mit Altenpflege (02.04.2020 12:00 Uhr)

 „Würzburg, Wolfsburg und Köln dürfen sich nicht wiederholen“ – dies ist die klare Ansage von Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky. Die Träger in der Altenhilfe, die in Hanau und dem Kreis Pflegeeinrichtungen betrieben, müssten unterstützt und gestärkt werden. „Gleichzeitig aber benötigen wir Transparenz und klare Kommunikation mit den Trägern“, erklärt Kaminsky. Es sei jetzt an der Zeit, Maßnahmen einzuleiten und nicht zu warten, bis eine Katastrophe sich anbahne. In mehreren Telefonkonferenzen mit den Hanauer Altenpflegeträgern informierte sich das Stadtoberhaupt in diesen Tagen über deren Planungen und aktuellen Alltag und lobte unter anderem die konsequente Einhaltung der Schutzmaskenpflicht in den Einrichtungen. ...
Kaminsky dankte zudem ausdrücklich dem Personal in den Einrichtungen, das sich um die alten Menschen kümmere: „Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege, in der Hauswirtschaft, in der Reinigung und in der 215263vsozialen Betreuung verdienen unseren großen Respekt. Sie sind für diejenigen da, die am meisten gefährdet sind und gerade jetzt Zuspruch brauchen. Vielen Dank für Ihren Einsatz!“
In diesem Zusammenhang ging der Oberbürgermeister auch nochmal auf die Minimierung sozialer Kontakte ein und machte klar, dass auch ein Ausgehverbot für Bewohner in der vollstationären Pflege kein Tabuthema mehr sein dürfe. „Uns ist bewusst, dass wir den Bewohnerinnen und Bewohner schon jetzt viel abverlangen und damit einen Grenzbereich betreten, aber Szenarien wie in Würzburg und Wolfsburg gilt es mit allen Mitteln zu verhindern.“
Ein weiteres Problemfeld in der Pflege, das sich in der Corona-Krise auftut, nimmt die Stadt Hanau jetzt ebenfalls ins Visier: Viele Pflegekräfte aus dem häuslichen Bereich sind in ihre Heimatländer zurückgekehrt. Das stellt zahlreiche Familien vor ein ernsthaftes Betreuungsproblem – dessen werde man sich annehmen: „Aktuell loten wir gerade mit den Ambulanten Pflegediensten vor Ort aus, welche Möglichkeiten es hier gibt. Wir wollen niemanden allein lassen und müssen gerade die Menschen, die besonders gefährdet sind, im Blick behalten“, so Claus Kaminsky. Es dürfe nicht sein, dass alte Menschen mit Pflegebedarf im schlimmsten Fall auf sich gestellt seien.

Stark zurückgehende Belegungszahlen: Zwei Hanauer Parkhäuser schließen bis auf Weiteres (02.04.2020 11:00 Uhr)

Bedingt durch die Corona-Krise gehen die Belegungszahlen in Parkhäusern und Tiefgaragen der Hanauer Parkhaus Gesellschaft (HPG) stark zurück auf zurzeit nur noch rund 25 Prozent. Daher schließt die HPG von Freitag, 3. April, an bis auf Weiteres das Parkhaus Kinopolis 2 und das Parkhaus Am Forum. ...
Dauerparker können alle anderen zur Verfügung stehenden und freigeschalteten Abstellanlagen nutzen: Parkhaus Kinopolis, Tiefgarage Am Markt, Tiefgarage Forum, Tiefgarage Klinikum Süd, Parkhaus Congress Park/Schwimmbad und Parkdeck Main-Kinzig-Halle. Von dieser Regel ausgenommen sind das Parkhaus Klinikum und der Parkplatz der Vereinten Martin-Luther-und-Althanauer-Hospital-Stiftung.
In einem Schreiben an ihre Dauerparker weist die HPG darauf hin, dass weitere Parkhaus-Schließungen in den kommenden Tagen nicht auszuschließen sind. Das vor wenigen Tagen eingeführte Anwohnerparken gilt weiterhin für die Parkhäuser Kinopolis und Congress Park/Schwimmbad. Bei dieser Sonderaktion vor allem für Anwohnerinnen und Anwohner innerhalb des City-Rings oder in der Nähe sind für den Einstellplatz 50 Euro pro Kalendermonat zu zahlen.
Bei Fragen gibt die HPG Auskunft unter der Mailadresse info@hanauer-parkhaus.de und über die Telefonnummer 06181/9261-80. Die Verwaltung ist für Besucherverkehr geschlossen.
Sprechtasten an den Einfahrten und Zugängen der Parkhäuser und Tiefgaragen bleiben in Betrieb, so dass über diesen Weg der Bereitschaftsdienst rund um die Uhr erreichbar ist. Der Notdienst ist auch unter der Rufnummer 06181/28800 zu kontaktieren.

Zweites Corona-Todesopfer in Hanau (01.04.2020 17:00 Uhr)

70 Klinik-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorsorglich in Quarantäne / Ärztlicher Bereitschaftsdienst zieht um
In der Nacht zum Mittwoch ist im Klinikum Hanau ein 82-Jähriger Mann an den Folgen einer COVID-19-Erkrankung gestorben. Er ist das zweite Corona-Todesopfer in Hanau. Oberbürgermeister Claus Kaminsky: „Mein Mitgefühl gilt seiner Familie und allen, die ihm nahegestanden haben.“ Der Verstorbene war, wie zwei weitere Patienten, bereits vor einer Woche im Klinikum wegen einer anderen Erkrankung aufgenommen worden. Da während ihrer Aufenthalte Corona-Infektionen nachgewiesen wurden, hat das Klinikum Hanau in enger Absprache mit dem Gesundheitsamt vorsorglich 70 Klinik-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Ärztinnen und Ärzte, Pflege-Personal und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus weiteren patientennahen Berufsgruppen, in häusliche Quarantäne geschickt. Klinikum-Geschäftsführer Volkmar Bölke: „Die drei Patienten hatten bei ihrer stationären Aufnahme keinen Kontakt zu einem Corona-Fall und waren auch nicht in einem bis dahin benannten Risiko-Gebiet.“ ...
„Alle Patientinnen und Patienten werden bei Aufnahme streng nach den Richtlinien des Robert-Koch-Institutes (RKI) befragt und untersucht. Seit dem Wochenende wenden wir verschärfte Regeln an, die sogar noch über den RKI-Empfehlungen liegen“, so Bölke. Seit Samstag werden grundsätzlich alle Patienten mit Husten, Schnupfen, Halsschmerzen oder Fieber isoliert. Ist ein stationärer Aufenthalt notwendig, so erfolgt dieser auf der COVID-19-Aufnahme-Station in einem Einzelzimmer. Zurzeit befinden sich 24 Patientinnen und Patienten im Klinikum, darunter neun auf der Intensivstation. Bölke: „Leider waren diese drei Infektionen nicht mehr aufzuhalten, weil die Patienten schon eine Woche wegen anderer Erkrankungen im Haus waren und sich die Hinweise erst nach Entwicklung der Symptome einstellten. Unsere Schritte wurden und werden von uns in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt sowie nach den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts umgesetzt.“
Oberbürgermeister Claus Kaminsky mahnt: „Diese Fälle zeigen, wie ernst die Corona-Epidemie ist.“ Er lobt ausdrücklich, dass im Klinikum frühzeitig die Mitarbeiter geschult wurden und ein Krisenstab gebildet worden war. Kaminsky: „Am Sonntag vor zwei Wochen habe ich veranlasst, dass vor das Klinikum ein Schleusenzelt gebaut wird.“ Mit Chefärzten, Pflegedienst und Hygienefachkräften sowie in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt hat die Klinik-Geschäftsführung die notwendigen Maßnahmen ergriffen.

Als wichtiges und kritisches Thema wird bundesweit nicht nur von Fachleuten die Schutzausrüstung diskutiert. Klinik-Geschäftsführer Bölke: „Unser Personal arbeitet in den kritischen Bereichen mit der nach RKI-Vorgaben erforderlichen persönlichen Schutzausrüstung. In allen anderen Bereichen tragen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen Mund-Nasen-Schutz zur Sicherheit. Die tatkräftige Unterstützung der Stadt Hanau hilft uns dabei – vor allem auch die Appelle von Oberbürgermeister Kaminsky, dass die Bürger sich schützen sollen und keine professionellen Schutzmasken kaufen sollen, da diese für unser Personal im Gesundheits- und Pflegebereich sowie für Menschen mit Vorerkrankungen gebraucht werden.“ OB Kaminsky weist nochmals auf seine Bitte hin, dass alle Hanauerinnen und Hanauer Masken tragen sollen, die sie am besten aber selbst herstellen. Um bestehende Maßnahmen, die Ausbreitung zu vermindern, zu ergänzen, so Kaminsky: „Halten Sie auch bitte weiterhin die Abstandsregeln und weitere Hygienemaßnahmen ein, wie etwa Händewaschen.“

Klinikum-Geschäftsführer Volkmar Bölke betont: „Das Klinikum Hanau ist, Stand jetzt, voll einsatzfähig und für die Behandlung von Patienten gut vorbereitet. Richtig ist auch, dass wir bereits jetzt im Vergleich zu anderen Krankenhäusern in Hessen besonders viele Corona-Fälle aufnehmen mussten. Wir bewerten die Situation mehrfach täglich neu.“
Zur Entspannung der Lage am und im Klinikum Hanau trägt bei, dass am morgigen Donnerstag der Ärztliche Bereitschaftsdienst (ÄBD) vorübergehend ins fußläufig erreichbare Jugendbildungszentrum Hans-Böckler (Sandeldamm 19), besser als Hans-Böckler-Haus bekannt, zieht. Klinikum-Geschäftsführer Volkmar Bölke: „In der aktuellen Situation ist der temporäre Umzug des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes dringend notwendig, um zum Schutz aller das Patientenaufkommen in unserem Schleusenzelt und auf dem Klinikgelände weiter zu minimieren. Mein Dank geht an alle, die zu dieser schnellen Umsetzung beigetragen haben. Sobald sich die Lage normalisiert, steht einer Rückkehr des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes nichts im Wege. Wir haben in unserem Haus mit der vorgelagerten räumlichen Position vor der Zentralen Notaufnahme die idealen Strukturen für das Team geschaffen.“

Die Patientinnen und Patienten können sich auf einen regulären Betrieb des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes und eine weiterhin gute Zusammenarbeit mit dem Klinikum einstellen. Der Ärztliche Bereitschaftsdienst ist telefonisch unter 116 117 erreichbar. Er ist neben den niedergelassenen Ärzten und dem Gesundheitsamt die Anlaufstelle für alle, die Symptome verspüren und den Umgang damit abklären wollen. Geöffnet ist der Ärztlicher Bereitschaftsdienst am Sandeldamm 19 ab Donnerstag (19 Uhr) montags, dienstags und donnerstags von 19 bis 2 Uhr, mittwochs und freitags von 14 bis 2 Uhr sowie am Wochenende von Samstag 7 Uhr bis Montag 7 Uhr. Für Hanauerinnen und Hanauer, die glauben, sich mit dem Corona-Virus angesteckt zu haben, gilt weiterhin, dass sie zunächst beim Bürgertelefon des Kreis-Gesundheitsamtes (06051- 8510000) oder der Hotline des Landes Hessen (0800-5554666) oder beim Ärztlichen Bereitschaftsdienst anrufen.

Oberbürgermeister Claus Kaminsky begrüßt den Umzug: „Die Stadt stellt in der Krise weiterhin sicher, dass die Hanauer Bürgerinnen und Bürger eine wohnortnahe und gut erreichbare Adresse haben, an die sie sich wenden können.“ 
Infokasten Ärztlicher Bereitschaftsdienst.
Neue, vorübergehende Adresse ab Donnerstag, 2. April 2020, 19:00 Uhr:
Jugendbildungs- und Kulturzentrum Hans Böckler
Sandeldamm 19 in 63450 Hanau
Öffnungszeiten: Mo, Di, Do von 19:00 – 02:00 Uhr
Mi + Fr 14:00 – 02:00 Uhr
Sa von 07:00 Uhr durchgehend bis Mo 07:00 Uhr
Start der Sprechstunde: Donnerstag, 02. April, ab 19:00 Uhr

Sportsfield im Dornröschenschlaf (01.04.2020 16:30 Uhr)

Rund 850 Geflüchtete leben derzeit auf dem ehemaligen Kasernengelände Sportsfield Housing im Stadtteil Wolfgang. „Unter ihnen ist bisher keine Corona-Erkrankung aufgetreten. Darüber sind wir sehr froh“, teilt Bürgermeister Axel Weiss-Thiel mit. Aber die Corona-Krise und die daraus resultierende Kontaktsperre wirke sich natürlich auch auf die Geflüchteten und ihr Leben aus. ...

So liegen derzeit alle Freizeit- und Fortbildungsangebote der VHS und privater Initiativen – wie Sprachunterricht, Näh- und Kunstkurse und Sportgruppen - brach. Aushänge in verschiedenen Sprachen, die in den Treppenhäusern der Flüchtlingsunterkünfte hängen, informieren über den Corona-Virus, mögliche Schutzmaßnahmen und Verhaltensregen. Die Spielplätze auf dem Gelände sind abgesperrt, und das Treffen von Gruppen selbstverständlich untersagt. Auch gilt für Sportsfield seit dem 20. März ein strenges Besuchsverbot, dass durch das Sicherheitspersonal am Eingang kontrolliert wird. Jedoch können die Bewohnerinnen und Bewohner natürlich das Sportsfield-Gelände normal verlassen, um arbeiten oder einkaufen zu gehen oder einen Arzt zu besuchen.
„Für die Vorsichtsmaßnahmen habe alle Flüchtlinge großes Verständnis und verhalten sich wirklich mehr als vorbildlich. Alle bleiben zuhause, und auf dem Gelände ist kaum ein Mensch zu sehen. Es liegt wie im Dornröschenschlaf“, berichtet Sven Holzschuh vom Krisenstab der Stadt Hanau, der lange für die Johanniter-Unfall-Hilfe die Hessische Erstaufnahmeeinrichtung auf Sportsfield geleitet hat. Obwohl das große Gelände der Kaserne ausreichend Gelegenheit für Bewegung biete, bevorzugten es die Bewohnerinnen und Bewohner ganz eindeutig, in den eigenen vier Wänden zu bleiben, sagt er.
Wie Holzschuh mitteilt, gibt es von der Johanniter-Unfall-Hilfe ab sofort das Angebot einer Corona-Sprechstunde für die Sportsfield-Bewohner. Jeweils Montag bis Freitag von 15 bis 17 Uhr werden gesundheitliche Fragen zum Corona-Virus und der Covid-19-Erkrankung beantwortet. Auch wer den Verdacht einer Erkrankung hat, solle dort vorsprechen, erklärt Holzschuh. Die Johanniter würden dann entsprechende Maßnahmen in die Wege leiten und gegebenenfalls das Gesundheitsamt des Main-Kinzig-Kreises informieren.
Sollte es auf dem Sportsfield-Gelände eventuell doch zu Corona-Erkrankungen kommen, sind Stadt und Johanniter in jedem Fall vorbereitet: „Wir haben die Möglichkeit, in leerstehenden Wohnungen oder Gebäuden Quarantäne-Zonen einzurichten, falls Erkrankungen auftreten“, erläutert Bürgermeister Weiss-Thiel. Auf diese Weise könne man hoffentlich verhindern, dass sich das Virus weiter ausbreite. „Doch in der Zwischenzeit tun wir -  gemeinsam mit der Johanniter Unfallhilfe - alles, damit es gar nicht erst soweit kommt“, so der Bürgermeister. Das disziplinierte Verhalten der Geflüchteten trage hier natürlich sehr zur guten Gesamtsituation bei.

Coronarchiv dokumentiert die Erfahrungen der Pandemie (01.04.2020 09:00 Uhr)

Das Coronavirus hält derzeit die Welt in Atem – auch die Bürgerinnen und Bürger in Hanau. Auch die Kultureinrichtungen im Forum mussten für den Publikumsverkehr schließen. Das bedeutet aber nicht, dass hinter verschlossenen Türen nicht trotzdem gearbeitet wird. So ist beispielsweise das Stadtarchiv in diesen Tagen schwer beschäftigt: Denn viele haben im Moment die Zeit, sich mit der eigenen Familiengeschichte zu beschäftigen und stellen Anfragen nach Urkunden oder Nachlässen. ...
Aber auch bundesweit tut sich etwas Außergewöhnliches in der Archivwelt. Corona beeinflusst alle Aspekte des Lebens – auch die Forschung. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Hamburg, Bochum und Gießen starten in Zeiten von Kontaktsperre und Homeoffice das Projekt „coronarchiv“. Das Portal soll die Pandemie aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger dokumentieren – und jede bzw. jeder ist aufgerufen, sich daran zu beteiligen.
Darum bittet das Stadtarchiv Hanau jede interessierte Bürgerin und jeden interessierten Bürger, selbst Zeitdokumente herzustellen und sie an das Stadtarchiv zu senden. Aus Hanau kann dann ein Gesamtüberblick an das sich im Aufbau befindende „coronarchiv“ gesendet werden. Benjamin Roers, Mitarbeiter des International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) an der Universität Gießen, sagt zu der Idee eines Corona-Archivs: „So schnell heutzutage Zeitzeugnisse entstehen, so schnell können sie auch wieder verschwinden. Unsere Hoffnung ist, dass wir mit dem Projekt die diversen Stimmen in dieser ‚Krisenzeit‘ langfristig dokumentieren können. Eine vielfältige Gesellschaft braucht vielfältige Erinnerung.“ Das Onlineportal wird allen zugänglich gemacht werden, so dass jede und jeder ganz persönliche Erinnerungen und Fundstücke zur „Corona-Krise“ beitragen kann. Die Dokumente werden im Hanauer Stadtarchiv mit archiviert.
Wer Kontakt mit dem Stadtarchiv aufnehmen will, entweder für einen Blick in die eigene Familiengeschichte oder um als Zeitzeuge Bilder, Dokumente oder Videos zur Corona-Situation zusenden zu können, kann per E-Mail Anfragen an Stephan.Loquai@hanau.de senden. Telefonisch erreichbar ist das Stadtarchiv unter  06181 / 98 252 52.

„Eine Maske schützt besser als keine Maske“ OB Kaminsky bittet um freiwilliges Tragen von Mund-Nasen-Schutz (31.03.2020 17:50 Uhr)

Ein Mund-Nasen-Schutz sorgt dafür, dass Tröpfchen, die beim Sprechen, Niesen oder Husten aus Mund und Nase fliegen, zurückgehalten werden. Da das Corona-Virus genau auf diesem Wege verbreitet und übertragen wird, ist der laufende Expertenstreit rund um das Tragen von Schutzmasken für Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky weder nachvollziehbar noch hilfreich. Er hat in dieser Frage eine klare Position und die Bürgerschaft am Montag gebeten, auf freiwilliger Basis künftig im öffentlichen Raum einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen und weiß sich in dieser Frage auf einer Linie mit dem Präsidenten der Bundesärztekammer, Dr. Klaus Reinhardt, und dem renommierten Virologen Dr. Alexander Kekulé, die beide dafür werben, dass jeder eine Maske trägt, um seine Mitmenschen zu schützen. ...
"Auch wenn es keinen abschließenden letzten wissenschaftlichen Beweis für die Wirksamkeit geben mag", so Kaminsky, folge daraus für ihn kein Argument gegen das Tragen einer Maske. "Es fehlt auch jeglicher Beweis der Unwirksamkeit oder gar der Schädlichkeit." In Zeiten wie diesen sei es jedoch notwendig, wirklich jede Chance zur Reduzierung des Infektionsrisikos zu nutzen. "Ich bin mir sicher, dass jede getragene Maske eine größere Schutzwirkung entfaltet als keine Maske."
 
Gerade weil nicht jeder Infizierte seine Erkrankung sofort bemerkt, besteht das Risiko, dass er andere Menschen ansteckt, ohne dies zu wissen. Mit dem Tragen einer Maske könnte diese Gefährdung der Mitmenschen reduziert Masken Erklärerwerden, vor allem jener, die sich negativen Einflüssen nicht entziehen können wie Busfahrer im ÖPNV oder Kassiererinnen im Supermarkt, Pflegepersonal oder Ärzte. "Wer heute eine Maske trägt, zeigt, dass er Rücksicht nimmt auf all diejenigen, die derzeit das öffentliche Leben in unserer Stadt am Laufen halten", hofft OB Kaminsky auf die Einsicht der Bevölkerung.
 
Dabei appelliert der OB an die Bürgerinnen und Bürger, keine professionellen Schutzmasken zu kaufen. "Diese werden dringend für Beschäftigte im Gesundheits- und Pflegebereich oder für Menschen mit Vorerkrankungen gebraucht." Selbstgenähte Baumwollmasken oder auch ein Tuch, das vor dem Gesicht getragen werde, würden den erhofften Effekt des Fremdschutzes erfüllen. "Wenn wir alle den Nächsten schützen, ist für das Wohlgehen aller gesorgt."
 
Überall in der Stadt entstehen derzeit in verschiedenen Schneidereien und Initiativen wiederverwendbare, stabile Schutzmasken aus Baumwolle. Auch die Schneiderei der Brüder Grimm Festspiele fertigt. derzeit anstelle von prachtvollen Kostümen die benötigten Stoffmasken. Neben verschiedenen Entwürfen, die sich unter anderem im Internet unter www.maskeauf.de finden, hat die Stadt Hanau an einer eigenen Nähanleitung für Masken gearbeitet. Diese Anleitung für die Fertigung an der Nähmaschine kann sich jede und jeder auf der Internetseite www.corona.hanau.de herunterladen. "Wir lassen keinen allein", gilt nach den Worten des OB auch in der Maskenfrage. Wer keinen anderen Zugang zu einer selbstgenähten Schutzmaske hat, kann sich beim Bürgertelefon der Stadt Hanau, Telefon 06181/ 67660-2001, melden.
 
Außerdem engagiert sich der Krisenstab im Rahmen seiner Möglichkeiten, um die Hanauer Ärzte, Alten- und Pflegeheime, mobile Pflegedienste und Feuerwehren mit dringend benötigten Schutzmasken zu versorgen. In den vergangenen Tagen wurden die Bestände und Bedarfe unter anderem bei den niedergelassenen Ärzten in Hanau zusammengetragen. Parallel dazu baut der Krisenstab ein eigenes Lager auf, um kurzfristig fehlenden Schutzbedarf und -kleidung liefern zu können.
 
Auch ein Hilfspaket, das die chinesische Partnerstadt Taizhou auf den Weg geschickt hat, ist dieser Tage in Hanau angekommen. Die mehr als 100.000 Mundschutzmasken kamen zum richtigen Zeitpunkt. Auch die Baugesellschaft Hanau erhielt aus diesem Bestand ein Paket zur Versorgung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die per Dienstanweisung verpflichtet wurden, bei Kundenkontakt in den Wohnungen einen Mundschutz zu tragen, um einer weiteren Übertragung des Corona-Virus vorzubeugen.

Für den Fall der Fälle gewappnet sein (31.03.2020 15:30 Uhr)

Die Stadt Hanau will wegen der Corona-Pandemie für alle Fälle eine Datenbank mit freiwilligen Helferinnen und Helfern aus der Bürgerschaft aufbauen. Es gebe zwar von städtischer Seite aktuell keinen Bedarf an Hilfskräften, man wolle aber vorbereitet sein, falls sich die Situation verschlechtert, heißt es dazu vom Krisenstab der Stadt. Vorausschauend handeln, um im Ernstfall gerüstet zu sein, sei die Devise. ...
"Trotz der erheblichen Einschränkungen werden die notwendigen Dienstleistungen in der Stadt erbracht und funktionieren derzeit ohne größere Probleme", sagt Oberbürgermeister Claus Kaminsky. Die Stadt könne aktuell sogar wichtige nicht-städtische Einrichtungen mit eigenem Personal unterstützen, wie etwa der Einsatz von städtischen Objektbetreuern bei der Lebensmittelausgabe der Hanauer Tafel gezeigt habe. Gleichzeitig sei man dankbar, dass zum Beispiel der Schaustellerverband mit Lkw-Fahrern kurzfristig einzelne Personallücken bei der städtischen Müllabfuhr geschlossen habe. "Das ist ein eindrucksvoller Beweis, dass das Motto ‚Hanau steht zusammen‘ nicht nur ein Slogan ist, sondern dass das in unserer Stadt gelebt wird."
Niemand wisse aber, wie sich die Pandemie weiterentwickle und wie sich das auf den Personalstand in den relevanten Bereichen auswirken könnte. Eine einzige Infektion könne zum Beispiel dazu führen, dass eine ganze Einsatzgruppe ausfalle, weil alle Kontaktpersonen in häusliche Quarantäne müssten, so der OB. Für diese Fälle möchte man gerüstet sein und gegebenenfalls auf freiwillige Helferinnen und Helfer zurückgreifen können. "Unser Ziel ist es", so der Oberbürgermeister, "alle Versorgungsleistungen so optimal wie möglich aufrecht zu erhalten, auch wenn es zu personellen Engpässen kommen sollte."
Konkret bittet die Stadt Freiwillige mit bestimmten Kompetenzen, sich jetzt schon zu melden - vorsorglich. Zum Beispiel Lkw-Fahrer, die derzeit freigestellt sind und eventuell beim Bauhof oder den Entsorgungsbetrieben der Stadt aushelfen könnten. Gefragt seien auch Menschen mit Kenntnissen aus dem Gesundheitsbereich. Zum Beispiel ehemalige Alten- und Krankenpfleger, die jetzt in ihrem neuen Beruf auf Kurzarbeit gesetzt sind und bereit wären, im Notfall die Kranken- und Pflegeeinrichtungen zu unterstützen. Denkbar wären auch Köche oder Küchenhilfen, die wegen der Schließung von Restaurants jetzt Zeit für einen ehrenamtlichen Einsatz hätten. Darüber hinaus können sich aber auch Bürgerinnen und Bürger ohne spezielle aktuell benötigte Qualifikationen melden, die bei leichten Tätigkeiten helfen könnten, etwa beim für hilfsbedürftige Personen eingerichteten Lieferservice der Stadt.
Dabei muss der Einsatz nicht immer zwangsläufig zu einer ehrenamtlichen Tätigkeit führen. "Wir können uns auch durchaus vorstellen, Hilfskräfte zum Beispiel an Lebensmittelgeschäfte zu vermitteln, die Unterstützung im Lager oder beim Regale auffüllen benötigen – gegen Entlohnung, versteht sich", so die städtische Projektleiterin Barbara Battenhausen.
Um sich als möglicher Helfer registrieren zu lassen, braucht man lediglich ein Online-Formular ausfüllen und an hanauengagiert@hanau.de zurücksenden. Das entsprechende Formular steht auf der Homepage www.corona.hanau.de zum Download bereit.
"Zurzeit benötigen wir keine Hilfe im großen Stil", betont Battenhausen noch einmal ausdrücklich, "wir wollen einfach nur für alle Fälle vorbereitet sein". Es könne also durchaus sein, dass die registrierten Helferinnen und Helfer nie zum Einsatz kommen. Oder nur einige in konkreten Fällen benötigt werden. Aus der Flüchtlingssituation von 2015 wisse man, dass die Hilfsbereitschaft der Hanauerinnen und Hanauer ungeheuer groß sei. Damals hätten sich viel mehr Helferinnen und Helfer gemeldet, als benötigt wurden und deshalb sei mancher enttäuscht gewesen, dass seine Hilfe letztlich nicht gebraucht wurde. Das könne jetzt auch passieren, so Battenhausen. Aber man solle dabei an eins denken: Am besten sei es schließlich, wenn gar keine freiwilligen Helfer eingesetzt werden müssten, weil die Krise dank der Anstrengung aller begrenzt und bald überwunden werde, so Battenhausen abschließend.

Unterstützung für Menschen in größter Not (31.03.2020 08:15 Uhr)

Die Wohnungsnotfallhilfe der Stiftung Lichtblick (Stiftung der evangelischen Marienkirchengemeinde zu Hanau) wird mit Unterstützung der Baugesellschaft Hanau, der Agentur Einzigkartig, der Druckerei MC Druck und der Stadt Hanau ein besonderes Angebot für wohnungslose Menschen, die die offiziellen Hilfsangebote nicht annehmen können, schaffen. Ab Mittwoch, 1. April, soll ein sogenannter „Gabenzaun“ am Johanneskirchplatz hinter der Alten Johanneskirche stehen. ...
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Lichtblick, des betreuten Wohnens für wohnungslose und obdachlose Menschen, werden den Gabenzaun einmal mit Gabentüten bestücken. Die Tüten mit Gaben sollen helfen, obdachlosen und bedürftigen Menschen in der schwierigen Zeit von Corona zu unterstützen. Hilfsbereite Bürgerinnen und Bürger sollen sich beteiligen und das Projekt „Gabenzaun“ unterstützen, um so Solidarität mit denen zeigen, die es im Moment besonders schwer haben.
Jutta Knisatschek, Geschäftsführerin Lichtblick, weist darauf hin, dass sich diese Aktion an obdachlose und bedürftige Menschen in Hanau richtet. Wer helfen möchte, sollte die Gaben (Obst, Süßwaren, Lebensmittel, Hygieneartikel, Bekleidung entsprechend der Jahreszeit) in Plastik verpacken und das Obst vorher waschen. „Denken Sie daran, dass gerade in Zeiten der Corona-Pandemie besonders auf Hygiene geachtet werden muss. Daher müssen die Tüten beschriftet sein, damit man sofort sieht, was darin ist und nicht alle Tüten aufgerissen und durchwühlt werden“, ermahnt Knisatschek. Auch bittet sie Spendenwillige darum, den Gabenzaun nicht als „Abfallstelle“ zu missbrauchen, also nicht einfach Dinge zu „entsorgen“, sondern zu überlegen, was bedürftige Menschen brauchen könnten. Die Mitarbeitenden von Lichtblick hätten ein Auge darauf, dass die Umgebung nicht vermüllt und gegebenenfalls verdorbene Sachen entsorgt würden, erläutert Knisatschek.
Im Krisenstab der Stadt Hanau zeigte man sich von der Idee der Stiftung für den Gabenzaun sofort angetan: „Das ist eine schöne Idee, die wir von Seiten der Stadt natürlich gerne unterstützen wollen“, so Oberbürgermeister Claus Kaminsky. Die Baugesellschaft stellte in Folge den gewünschten Zaun auf, und das Ordnungsamt der Stadt verzichtete auf eine Sondergenehmigung. Die Agentur Einzigkartig lieferte unentgeltlich den Entwurf und MC Druck kostenlos das Banner.

Mit Vorfreude wichtige Zeichen setzen: Neue Gutscheinplattform für Handel und Gastro (30.03.2020 18:36 Uhr)

Hanau. Vorfreude ist die schönste Freude – diesen Spruch kennt jedes Kind. Ab sofort bekommt dieser Begriff in Hanau eine zentrale Bedeutung: Auf der Website www.hanau-vorfreude.de können Kunden jetzt bei lokalen Einzelhändlern, Gastronomen und Dienstleistern Gutscheine erwerben, die eine unbegrenzte Gültigkeit haben. Damit freuen sie sich bereits jetzt auf die Zeit nach der Schließung, auf Shoppingerlebnisse, auf Kaffee trinken in der Sonne oder ein schönes Essen mit Freunden. Vorfreude eben. ...
Mit dieser gemeinsamen Aktion der Stadt Hanau und der Hanau Marketing GmbH (HMG) sollen in der aktuellen Corona-Krise die lokalen Händler unterstützt werden. "Die aktuelle Situation macht Einzelhandel und Gastronomie zu schaffen. Wir versuchen, den Betroffenen wenigstens ein bisschen wVorfreudeeiterzuhelfen. Das Geld für die Gutscheine geht direkt bei dem Händler ein, so dass er trotz der Schließung eine Einnahme erzielen kann", erklärt HMG-Chef Martin Bieberle. "Inspiriert wurden wir von einer Plattform der Stadt Marburg namens ‚Marburgliebe.de‘, auf der die Marburger mit dem Erwerb der sogenannten ‚Marburger Hilfsgutscheine‘ ihre Lieblingsläden in der Coronakrise unterstützen. Das fanden wir eine so großartige Idee, die wir gerne für uns angenommen haben." Die Käufer können sich sogar doppelt freuen: Jetzt zunächst virtuell und später dann beim Besuch des Ladens. Neben dem Gutscheinkauf besteht für die Bürger die Möglichkeit, ein Trinkgeld zu spenden und damit zusätzlich die Einzelhändler, Gastronomen oder Dienstleister ihres Vertrauens zu unterstützen.

Schon jetzt, zum Start der neuen Homepage, haben sich bereits fast ein Dutzend Teilnehmer angemeldet. Mit dabei sind klassischer Einzelhandel, Gastgewerbe, Kultur und ein Yogastudio. Weitere Interessenten sind herzlich willkommen, die Seite soll weiter wachsen und die Vielfalt des Angebotes in Hanau abbilden. Auf der Website sind die Empfehlungen zusammengefasst unter dem Punkt "Lieblingsorte" – aus gutem Grund: "Wir wollen mit dem Angebot die Lieblingsorte der Menschen erhalten, also einen Beitrag dazu leisten, dass Kneipen und Läden auch nach der Corona-Krise noch bestehen", so Bieberle. Als "Lieblingsort" kann der Betrieb sich darstellen, seine Geschichte erzählen und Angebote machen. Bilder machen die Sache rund. "Hier haben die Geschäfte die Gelegenheit, den Kunden so richtig Lust auf das Einkaufs- oder Gastro-Erlebnis zu machen. Wir legen es allen nachdrücklich ans Herz, sich auf der Plattform zu registrieren und diese Chance nicht ungenutzt zu lassen", plädiert Martin Bieberle an den Hanauer Handel.

Mitmachen ist ganz einfach: Auf www.hanau-vorfreude.de klicken, den Menüpunkt "Lieblingsort anmelden" wählen und Beschreibung eingeben. Tipp: Vorher von den schon eingestellten Lieblingsorten inspirieren lassen.

Schutzmasken-Gebot für Hanau: Viele Privatpersonen nähen bereits (30.03.2020 17:58 Uhr)

Hanau. Das Tragen schon einfacher Schutzmasken für Mund und Nase im öffentlichen Raum hilft, das Risiko einer Ansteckung mit dem Corona-Virus zu verringern. Darin sind sich alle Fachleute einig. Um die Verbreitung des Virus zu verlangsamen gilt weiterhin, soziale Kontakte zu vermeiden und dass die wichtigen Hygienemaßnahmen Händewaschen und Abstandhalten eingehalten werden. Jetzt bittet die Stadt Hanau zusätzlich ihre Bürgerinnen und Bürger, Schutzmasken zu tragen. Oberbürgermeister Claus Kaminsky zu dem Gebot: "Wenn jeder eine Maske trägt, ist allen geholfen. Unser Gebot soll das Bewusstsein dafür schärfen, dass jeder von uns die Aufgabe hat, sich und andere zu schützen. Das macht die Ansteckung schwieriger und verlangsamt die Ausbreitung des Corona-Virus." ...
Die Stadt Hanau arbeitet zurzeit an einer Nähanleitung, damit möglichst viele Hanauerinnen und Hanauer selbst Schutzmasken herstellen können. Viele Bürger nähen bereits selbst Masken. OB Kaminsky freut sich über das Engagement: "Wir sind im Krisenmodus – da muss man pragmatisch sein." Bis spätestens Ende dieser Woche stellt der Hanauer Krisenstab eine eigene Nähanleitung für Atemschutzmasken zur Verfügung. Außerdem hilft er bei der Versorgung der Hanauer Hausärzte, Alten- und Pflegeheime, der mobilen Pflegedienste und Feuerwehren im Rahmen seiner Möglichkeiten. Kaminsky: "Unsere Maßnahmen entbinden den Bundesgesundheitsminister Spahn nicht von seiner Pflicht, die zugesagten Schutzmasken und Ausrüstungen zur Verfügung zu stellen."

Neben dem Kauf von Atemschutzmasken und dem Selbstnähen, gibt es eine weitere Möglichkeit, die rar und teurer werdenden Masken zu bekommen: Ein Hanauer Nagelstudio hat dem Klinikum 2000 Mundschutzmasken gespendet. Zurzeit sind kosmetische Einrichtungen geschlossen. Volkmar Bölke, Geschäftsführer des Hanauer Klinikums: "Vielen Dank, darüber freuen wir uns sehr." Und weiter "Wir begrüßen außerordentlich, dass sich die Stadt Hanau so engagiert um Masken für ihre Bürgerinnen und Bürger kümmert."

Wochenmarkt: Keine Imbisse mehr, dafür mit Security (30.03.2020 17:40 Uhr)

Hanau. Bisher darf der Hanauer Wochenmarkt mittwochs und samstags unter strengen Auflagen zu Abstand und Hygiene weiter stattfinden, um die Nahversorgung mit Lebensmitteln sicherzustellen. Nachdem aber am vergangenen Wochenende an verschiedenen Stellen zu beobachten war, dass die Regeln zum Kontaktverbot nicht eingehalten wurden und sich Menschengruppen zusammenfanden, hat der Krisenstab entschieden, dass vom kommenden Mittwoch an keine zum sofortigen Verzehr zubereiteten Speisen mehr verkauft werden dürfen. ...
"Die Beschicker bemühen sich nach besten Kräften darum, ihre Kunden an die Abstandsregeln zu erinnern. Sie trifft ausdrücklich keine Schuld an den Ansammlungen, die am Samstag zu sehen waren", bemerkt Oberbürgermeister Claus Kaminsky. Es habe an verschiedenen Stellen aber Gruppen gegeben, die gemeinsam gegessen hätten. Um dies aufzulösen, dürfen Imbisse und der Espresso-Stand nicht mehr am Marktbetrieb teilnehmen. Zusätzlich werden von Mittwoch an vier Security-Kräfte verschärfte Kontrollen durchführen und eingreifen, wenn sie Verstöße gegen die Auflagen feststellen. "Abstand zu halten und die Sozialkontakte auf ein Minimum zu reduzieren, ist das Gebot der Stunde", unterstreicht Oberbürgermeister Claus Kaminsky und ergänzt, dass, wenn die Auflagen weiterhin in großem Umfang missachtet würden, keine andere Möglichkeit bliebe, als den Wochenmarkt zu schließen. "Das wollen wir im Interesse all jener Menschen, die hier einkaufen und sich dabei an die Regeln halten, und auch im Interesse der Marktbeschicker unbedingt vermeiden."

Eisdielen müssen geschlossen bleiben (30.03.2020 17:32 Uhr)

Hanau. Das Coronavirus hält derzeit die Welt in Atem – auch die Bürgerinnen und Bürger in Hanau. Umso wichtiger sind Informationen zur Lage in der Stadt, Antworten auf vielfach gestellte Fragen und eine Übersicht der verschiedenen Hilfsangebote. Was sich in dieser Hinsicht in Hanau tut oder geplant ist, wird täglich aktualisiert. ...
Eisdielen dürfen nicht öffnen
Das sonnige Wetter am Wochenende ließ es offenkundig werden: Entgegen der Verfügung der Stadt Hanau hatten verschiedene Eisdielen geöffnet. Der Krisenstab weist deshalb noch einmal nachdrücklich darauf hin, dass dieses für Eisdielen seit dem 23. März verboten ist. Darüber hinaus müssen auch Bars, Clubs, Diskotheken, Schankwirtschaften, Kneipen und ähnliche Einrichtungen geschlossen bleiben, wenn der Schwerpunkt nicht auf dem Anbieten von Speisen liegt. Restaurants und Speisegaststätten dürfen nur noch Abholung oder Lieferung von Speisen anbieten. Im Wartebereich muss ein Abstand von 1,5 Meter gewährleistet werden. Zudem gelten strenge Hygienemaßnahmen, die ausgehängt werden müssen. Es gelten die aktuellen Verordnungen des Landes Hessen sowie die Allgemeinverfügungen der Stadt Hanau, die auf der städtischen Homepage www.corona.hanau.de nachzulesen sind.
 
Magistrat gratuliert per Telefon
Sie sind gern gesehene Gäste bei hohen Geburtstagen oder Ehejubiläen, wenn sie im Auftrag der Stadt Glückwünsche überbringen. Doch in Zeiten von Corona dürfen auch die ehrenamtlichen Stadträte keine Besuche machen. Damit diese Ehrentage aber vonseiten der Stadt nicht ganz untergehen, gratuliert der Magistrat ab sofort telefonisch. Abwechselnd übernehmen Claudia Borowski, Wulf Falkowski, Günther Jochem, Franz Ott, Heinz Münch und Wulf Hilbig diesen Ehrendienst, der – sofern es von den Jubilaren gewünscht - beim 90. Geburtstag, beim 95. Geburtstag und vom 100. Geburtstag an jedes Jahr sowie bei Ehejubiläen von der Goldenen Hochzeit an erwiesen wird.
 
Süße Grüße an den Krisenstab
Schokoriegel, selbst gebackene Kuchen, Gummibärchen – zahlreiche süße Grüße erreichten den Krisenstab der Stadt Hanau in den vergangenen Tagen in der Feuerwache.Haertel-naschereien Gestern überbrachte die ehemalige Oberbürgermeisterin Margret Härtel einen Korb voller österlicher Leckereien. "Eine wunderbare Geste", freut sich der amtierende OB Claus Kaminsky. Er richtet seinen Dank auch an die Stadtverordnete Hildegard Geberth, Kreistagsmitglied Christel Hesse und ihre Tochter Simone sowie Ortsvorsteher Reiner Dunkel, die in den vergangenen Tagen ebenfalls für Nervennahrung gesorgt hatten. Der Stadtverordnete Robert Erkan lieferte ein großes "Vier gewinnt" – "ein bisschen Entspannung tut zwischendrin gut", so Kaminsky. Fedi Choukair und Daniel Matthieu versorgten den Stab sowie das Klinikum Hanau zudem mit "Smartsleep" – einem Nahrungsergänzungsmittel, das dabei helfen soll, kurze Nächte auszugleichen. "Auch aus dem Kreis der städtischen Kolleginnen und Kollegen wurden wir mit Naschereien versorgt", richtet der OB einen weiteren Dank an Diana Müller und Wolfgang Herget.

„Jeder einzelne Euro zählt“ / OB Kaminsky bittet Sponsoren um weitere Unterstützung der Festspiele (29.03.2020 15:00 Uhr)

Hanau. In einem persönlichen Brief hat sich Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky an die Sponsoren und Unterstützer der Brüder Grimm Festspiele gewandt und um Verständnis für die Absage der Veranstaltungsreihe gebeten. Man habe alle Möglichkeiten durchgespielt, so der OB, aber keine realisierbare Alternative gefunden. Zugleich warb Kaminsky dafür, die Brüder Grimm Festspiele und insbesondere die betroffenen Künstlerinnen und Künstler auch in dieser schwierigen Lage zu unterstützen. ...
Die Entscheidung sei bitter und nicht leichtgefallen, so der OB in seinem Brief, aber gemeinsam mit dem Intendanten Frank-Lorenz Engel sei er der Meinung, dass die Sicherheit und Gesundheit sowohl der Besucher als auch der Künstler absoluten Vorrang habe. Nachdem Drehbücher geschrieben und alle Vorbereitungen getroffen waren, hätten in diesen Tagen die Proben, der Bühnenbau und die Kostümfertigung beginnen müssen. Dies sei angesichts der notwendigen Kontaktbeschränkungen nicht möglich gewesen.

In seinem Schreiben weist Kaminsky auch auf die schwierige Lage der Festspiele als Folge der Corona-Pandemie hin. Die bereits geleisteten Arbeiten und vertraglichen Verpflichtungen müssten aus dem städtischen Zuschuss finanziert werden. Durch den Wegfall der Ticketeinnahmen würden aber insbesondere die freiberuflichen Autoren, Regisseure, Mitarbeiter und Schauspieler in eine erhebliche und oft existenzbedrohende Situation geraten. Deshalb habe man einen Unterstützungsfonds für die Betroffenen eingerichtet, der sich aus Spenden und nicht zurückgegebenen Tickets speisen soll. Zahlreiche Bürger hätten schon erklärt, dass sie auf eine Rückzahlung der bereits gekauften Tickets verzichten und die Kaufsumme als Spende verstehen wollen. Außerdem hat Frankfurt-Ticket eine unkomplizierte Spendenmöglichkeit auf seiner Homepage unter https://bit.ly/BGF-Spenden geschaffen. Zudem hat die Sparkasse Hanau ein Spendenkonto unter der Nummer IBAN DE92 5065 0023 0000 0500 05 eingerichtet. „Jeder einzelne Euro zählt und hilft, die Festspiele zu erhalten und die betroffenen Künstler zu unterstützen“, so Kaminsky.

Mit dieser Spendenaktion wolle man deutlich machen, so der Oberbürgermeister in seinem Brief, dass man die Akteure und Schauspieler der Festspiele nicht einfach als „Kulturdienstleister“ sehe, sondern als „Menschen, denen wir nahestehen und die wir nicht allein lassen“. Damit wolle man auch die Dankbarkeit ausdrücken für die vielen berührenden, nachdenklichen, aufbauenden und fröhlichen Momente, die die Künstler den großen und vor allem den kleinen Zuschauern der Festspiele immer wieder geschenkt haben.

Besonders erfreut sei man darüber, so Kaminsky in seinem Brief, dass bereits auch die ersten Sponsoren erklärt hätten, ihren angekündigten, beziehungsweise schon gezahlten Beitrag für die Brüder Grimm Festspiele 2020 ganz oder teilweise aufrecht zu erhalten und für den Unterstützungsfonds zur Verfügung zu stellen. Ihm sei klar, dass viele Unternehmen sich jetzt in einer schwierigen Zeit befinden. Umso mehr sei man denen dankbar, die großzügig Solidarität mit den Brüder Grimm Festspielen üben. Mit den besten Wünschen für die Unternehmen und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schließt Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky seinen Brief.

Pressekontakt: Stadt Hanau, Güzin Langner, Telefon 06181/295-929

Sperrmüll-Annahme auch während der Corona-Krise / HIS weist auf besondere Verhaltensregeln hin (29.03.2020 12:30 Uhr)

Sperrmüll-Annahmestelle in Hanau

Weil die Sperrmüll-Abholung von zuhause wegen der Corona-Krise derzeit eingestellt ist, hat der städtische Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service (HIS) zumindest die gewohnte Samstag-Öffnung im Wertstoffhof Daimlerstraße am Samstag wiederaufgenommen. Mit dem Unterschied, dass diesmal nur Sperrmüll und keine andere Abfallart angeliefert werden durfte.
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Unterstützt von Sicherheitskräften, wollte HIS mit dem zusätzlichen Angebot der jedes Jahr im Frühjahr gesteigerten Nachfrage nach Unratabgabe nachkommen. HIS-Betriebsleiter Markus Henrich weist zugleich auf einige Regeln hin, „mit der Bürgerinnen und Bürger uns jetzt die Arbeit erleichtern“.
Dazu gehört, dass möglicherweise verseuchte Abfälle aus privaten Haushalten mit Menschen in Coronavirus-Quarantäne in reißfeste Säcke gefüllt werden sollen. Diese gehören ausnahmsweise in die Restmülltonne, was auch für Bioabfälle, Papier und Leichtverpackungen gilt. Die Abfallsäcke sind zu verknoten. Sie sollen nicht frei zugänglich neben Abfalltonnen gestellt werden. Gebrauchte lose Taschentücher gehören nicht in die Altpapierbehälter. Für Glasabfälle und Pfandverpackungen wird empfohlen, diese nicht über den Hausmüll zu entsorgen, sondern möglichst bis zum Ende der Quarantäne im Haushalt aufzubewahren. Eine Reinigung ihrer Oberflächen ist empfehlenswert.
HIS-Leiter Henrich weist zudem darauf hin, dass Papiertaschentücher, Küchenpapier und feuchtes Toilettenpapier nach Gebrauch nicht in die Toilette, sondern in den Restmüll gehören. Feuchttücher sind reißfest, weshalb sie sich im Wasser nicht zersetzen. Das führt zu technischen Problemen bei den Abwasseranlagen, den sogenannten Verstopfungen. Im schlimmsten Fall legen sie sogar Pumpen lahm.
„Dieses Problem haben wir glücklicherweise bisher nicht“, erklärt Stadtrat Thomas Morlock. Ebenso zufrieden ist er mit dem „gesitteten, entspannten Verhalten“ der Bürgerinnen und Bürger, die am Samstag im Wertstoffhof Sperrmüll loswerden wollten.  Knapp 300 waren es über fünf Stunden. Das sind rund 200 weniger als am vergleichbaren Samstag des Vorjahres – ebenfalls zur üblichen „Frühjahrsputzzeit“ in Haus und Garten.
Anders als sonst üblich nahm HIS diesmal nur Sperrmüll an, also weder Grünabfall noch Elektroschrott oder Kartonagen. Das führte dazu, das der eine oder andere Anlieferer wieder weggeschickt werden musste, weil er beispielsweise einen defekten Kühlschrank und vor allem Biomüll als Fracht hatte. Und das meist schon an der Betriebshof-Zufahrt, wo HIS eigens von einem Sicherheitsdienst unterstützt wurde.
Wie er mit dem Grünschnitt jetzt umgehen solle, fragte ein Bürger. Eine von vier HIS-Diensthabenden wies ihn freundlich auf die zentrale Annahmestelle in Klein-Auheim (Fasaneriestraße) hin, die momentan montags und donnerstags von 8 bis 14 Uhr geöffnet ist.
„Sperrmüll wird derzeit leider wie eh und je einfach an den Sammelcontainern für Altglas und Altpapier regelwidrig abgelegt“, bedauert Betriebsleiter Henrich. So kamen am Samstag allein bei einer HIS-Sammeltour durch Lamboy-Tümpelgarten und den Norden der Innenstadt 2,8 Tonnen wild abgelagerter Abfall zusammen, darunter auch Elektroschrott, mehrere Spiegel und eine schwere alte Tür. „Um das zu vermeiden, bieten wir auch in der jetzigen Corona-Krise samstags von 8 bis 13 Uhr die Sperrmüllannahme in der Daimlerstraße an“, hofft Henrich auf Einsicht bei den offenbar Unbelehrbaren.

Pressekontakt: Stadt Hanau, Joachim Haas-Feldmannn, Telefon 06181/295-929

Schulen sollen auch während der Osterferien Notbetreuung bieten / OB Kaminsky erfreut über die Entscheidung des Kultusministeriums (28.03.2020 14:30 Uhr)

„Ab dem 4. April 2020 bis zum 19. April 2020 steht eine erweiterte Notbetreuung zudem auch samstags und sonntags sowie an den Feiertagen zur Verfügung,“ heißt es in einem Schreiben des Hessischen Kultusministeriums, das am Samstagmorgen über das staatliche Schulamt an die Schulleitungen ging und zur Fortsetzung der schulischen Notbetreuung über den Beginn der Osterferien hinaus informierte. ...
Oberbürgermeister Claus Kaminsky, der am Freitag noch das Fehlen einer entsprechenden Regelung angemahnt hatte, bezeichnet den Erlass als das richtige Signal und freut sich, dass der Vorstoß des Hessischen Städtetags offenbar erfolgreich war. „Auch das Land hat offensichtlich erkannt, dass der Bedarf besteht, und eine entsprechende Erlasslage geschaffen.“ Wichtig ist dabei auch, dass die Voraussetzungen zur Teilnahme an der Notbetreuung an Wochenenden und Feiertagen analog zu den Vorgaben des Hessischen Sozialministeriums für die Not-Kindertagesbetreuung festgelegt wurden.

Allerdings bleiben nach den Worten des Hanauer OB noch einige Fragen offen. „Wer übernimmt die Betreuung an Samstagen und Sonntagen und an den Feiertagen?“, nennt er ein Beispiel. Ungeklärt ist für ihn darüber hinaus, ob sich aus der Formulierung „An Schulen mit bestehendem Ganztagesangebot ist eine Betreuung bis in den Nachmittag sichergestellt“ ergibt, dass künftig die Ganztagsbetreuung von Lehrkräften sichergestellt wird. Bisher war die schulische Notbetreuung in Hanau nur am Vormittag von Lehrerinnen und Lehrern übernommen worden. Die Nachmittagsbetreuung lag in den Händen der Betreuungsvereine.

Diese Regelung hat von Anfang an für heftigen Widerspruch bei OB Kaminsky geführt, der mehrfach auf den Aspekt der Minimierung von Sozialkontakten hingewiesen und gefordert hatte, die schulische Notbetreuung vollständig in die Hände der Lehrkräfte zu legen. „Damit könnte das Risiko einer Infektion für alle Beteiligten reduziert werden.“

Pressekontakt: Stadt Hanau, Güzin Langner, Telefon 06181/295-929

Hilfe für Menschen in der Krise: Zahlreiche Angebote trotz Corona (28.03.2020 12:30 Uhr)

Homeoffice, Kurzarbeit, Zukunftssorgen, Kontaktverbot, keine Schule und keine Kita, fehlende Rückzugsmöglichkeiten auf beengtem Raum und bei manchen Menschen kommt sogar noch Quarantäne hinzu. Familien, Paare und Alleinstehende werden dieser Tage durch die Corona-Krise vor große Herausforderungen gestellt, die zu seelischen Problemen, Konflikten und sogar Gewalt in der Beziehung oder Familie führen können. Doch auch in der Zeit der Krise können sie auf Hilfe und Unterstützung von städtischen Beratungsstellen und den Beratungsstellen freier Träger zählen. ...
„Ich empfehle jedem, der eine sehr schwierige Situation oder eskalierende Konflikte zuhause hat, die Angebote wahrzunehmen und sich Hilfe von außen zu holen“, rät Bürgermeister und Sozialdezernent Axel Weiss-Thiel. Viele Beratungsstellen seien auch jetzt – trotz dezimiertem Personal – unermüdlich im Einsatz. Er dankte den Sozialen Trägern der verschiedenen Beratungsstellen und den vielen professionellen und ehrenamtlichen Beraterinnen und Beratern für ihr Engagement: „Es ist großartig, dass Sie nach auch in der aktuellen Krise versuchen Hilfesuchende nach Möglichkeit zu unterstützen. Ich weiß, dass Ihnen durch die momentane Situation zahlreiche Einnahmen und finanzielle Unterstützer wegbrechen, und verspreche Sie nicht im Regen stehen zu lassen!“, so Weiss-Thiel.
Auch die städtische Frauenbeauftragte Monika Kühn-Bousonville zeigt sich besorgt: „Aufgrund der Corona-Pandemie sind alle Menschen gehalten, zu Hause zu bleiben. Doch viele Frauen und Kinder sind genau dort nicht sicher. Die Situation in der Wohnung, in der Rückzugs- und Schutzräume aufgrund der Quarantäne wegfallen, verschärft die verschiedenen Faktoren, die zu einer Krisensituation führen“, sagt sie. Laut Medienberichten zeigten die Erfahrungen in China, dass die Begrenzung aller Familienmitglieder auf den häuslichen Bereich, der Anstieg von Stressfaktoren sowie finanzielle Sorgen Auslöser für vermehrte Gewalteskalationen seien.  „In diesen Ausnahmesituationen kann es vorkommen, dass psychische Gewalt in körperliche Gewalt umschlägt“, sagt die Frauenbeauftragte. Hier sei auch die Aufmerksamkeit und Solidarität der Nachbarn gefragt, betont Kühn-Bousonville. Bei Anzeichen und Befürchtungen von Gewalt in der Nachbarschaft bittet sie darum, die Polizei zu informieren. „Es ist weiterhin wichtig, den betroffenen Frauen, gerade im persönlichen Umfeld, zu signalisieren: wenn Hilfe gebraucht wird bin ich da!“, sagt Kühn-Bousonville. In Hanau stehen mehrere Beratungsstellen sowie das Frauenbüro für Beratung von hilfesuchenden Frauen zur Verfügung. Derzeit finden die Beratungen online oder telefonisch statt.
 
Hier gibt es Unterstützung und Hilfe bei der Stadt:
Bei Fragen zur Konflikten in der Familie, Erziehung und speziell zu Trennung und Scheidung bietet die Familien- und Jugendberatung (fjb) der Stadt Hanau einen Not-Telefondienst an. Dieser ist montags bis donnerstags von 9 bis 13 und von 14 bis 17 Uhr sowie freitags von 9 bis 13 Uhr unter Telefon 06181/187530 zu erreichen.
Frauenbüro der Stadt Hanau: frauenbuero@hanau.de, Telefon 0151/18063919 (telefonische Beratung Mo-Do 9:00-16.00, Fr 9:00-14.00 und nach Vereinbarung)
Weitere Beratungsstellen:
Frauenhaus Hanau: Beratung, Schutz und Unterkunft für Frauen und Kinder, die Opfer von häuslicher Gewalt werden, mail@frauenhaus-hanau.de, Telefon 06181/12575. Träger ist der Verein Frauen helfen Frauen e.V., hilfe@frauenberatung-hanau.de, Telefon 06181/1897664
Hanauer Hilfe e.V.: Beratung von Opfer und Zeugen von Straftaten, Kontakt@hanauer-hilfe.de, Telefon 06181/24871 (telefonische Beratung Mo-Fr 09:00-12:00, Mo 15:00-17:00, Do 17:00-18:30 und nach Vereinbarung)
WEISSER RING MKK: Beratung von Opfer und Zeugen von Straftaten, weisser-ring-mkk@t-online.de, Telefon 0151/55164730

pro familia: Schwangerschaftskonfliktberatung, sozialrechtliche Beratung bei Schwangerschaft, Krisengespräche für Paare. hanau@profamilia.de, Telefon 06181/21854, (telefonische Beratung Mo, Di 15:00-18:00 Mi, Fr 9:00-12:00 und nach Vereinbarung)
Lawine: Prävention, Beratung und Therapie bei sexueller Gewalt, mail@lawine-ev.de, Telefon 06181/256602, (telefonische Beratung Di, Do 10:00–12:00 und nach Vereinbarung)
Das bundesweite Hilfetelefon steht für Frauen in 17 Sprachen zur Verfügung, unter der Telefonnummer 0800/0116016 oder www.hilfetelefon.de
Katholische Ehe- Familien- und Lebensberatung: Lebensberatung, Erziehungsberatung, Beratung bei Partnerschaftskonflikten, Elf-hanau@bistum-fulda.de, Telefon 06181/21749 (telefonische Beratung Mo-Fr 9:00-18:00 Uhr nach Vereinbarung)
Diakonisches Werk: Erziehungsberatung, Lebensberatung, Trennungs- und Scheidungsberatung, Suchberatung, Schuldnerberatung, Sozialberatung, kontakt.dwh@ekkw.de, Telefon 06181 /923400 (telefonische Beratung Mo-Do 9:00-12:00, 13:00-16:00; Fr 9:00-12:00)
AIDS-Hilfe: Beratung zu HIV, sexueller Orientierung und sexueller Gesundheit, info@aidshilfe-hanau.de 06181-31000 (telefonische Beratung Di 14:00–16:00, Mi 16:30–18:30, Do 11:00–15:00 und nach Vereinbarung)
Lichtblick, Stiftung der Evang. Marienkirchengemeinde zu Hanau: Beratung für Frauen und Familien in psychosozialen Krisen und familiärer Notsituation/Sozialberatung, info@lichtblick-in-hanau.de, Telefon 06181 923170 (Telefonische Beratung nach Vereinbarung)
SKF Sozialdienst katholischer Frauen: Beratung für Schwangere, info@skf-hanau.de, Telefon 06181 – 364500 (telefonische Beratung Mo, Fr 9:00 – 12:00, Di, Do 14:00-16:00 und nach Vereinbarung)
 
Pressekontakt: Stadt Hanau, Ute Wolf, Telefon 06181/295-664

Corona-bedingt gilt ab 30. März der Samstag-Fahrplan der Hanauer Straßenbahn mit teils zusätzlichen Fahrten und Taktverdichtung (27.03.2020 12:35 Uhr)

Die Busse der Hanauer Straßenbahn (HSB) verkehren ab Montag, 30.März, nun werktags ähnlich wie üblicherweise samstags nach einem leicht ausgedünnten Fahrplan. Die HSB begründet das mit dem Corona-bedingten Rückgang der Fahrgastzahlen auf weniger als ein Drittel des an Werktagen üblichen Aufkommens. Hinzu kommt, "dass wir vorsorglich mit unserem Personalreservoir haushalten müssen, wenn weitere Krankmeldungen zu erwarten sind", so HSB-Geschäftsführer Thomas Schulte. ...

Der sogenannte Samstag-Plus-Fahrplan ab 30. März ist im Internet auf www.hsb.de im Download-Bereich abrufbar und unter "Verkehrsmeldungen" im Detail erklärt. Er bedeutet: Von Montag bis Freitag verkehren alle HSB-Linien wie samstags – plus teils zusätzlicher Frühfahrten und Taktverdichtungen. Mit den Ergänzungen starten die meisten Linien vor 5:30 Uhr und fahren tagsüber alle 20 Minuten (Linien 1, 2, 5, 10) bzw. 30 Minuten (Linien 4, 6, 7, 11, 12). Die Linie 9 fährt vormittags fünf Minuten früher. Von Montag bis Sonntag entfallen nach circa 23:30 Uhr die Fahrten der Linie 2 und das Anruf-Sammel-Taxi (Linien 2, 4, 6, 8, 9, 10). An Samstagen sowie Sonn- und Feiertagen gilt der normale Fahrplan – mit Ausnahme der entfallenden Fahrten nachts. Die RMV-App mit ihrer Verbindungsauskunft schafft zu jeder Tageszeit eine schnelle Übersicht, wie die HSB verkehrt.
Da der Fahrscheinkauf im Bus derzeit wegen der Ansteckungsgefahr für das Fahrpersonal ausscheidet, aber grundsätzlich Fahrscheinpflicht besteht, gilt es grundsätzlich sich per Internet auf der RMV-App oder im DB-Navigator ein Ticket zu besorgen. Weitere Möglichkeiten bieten unterwegs die Fahrkartenautomaten an allen Hanauer Bahnhöfen sowie an neuen, die vom 7. April an jeweils zweifach am Busbahnhof Freiheitsplatz und an der Haltestelle Marktplatz in Betrieb gehen. Stadtrat und HSB-Aufsichtsratsvorsitzender Thomas Morlock stellt klar: "In Bussen der HSB werden keine Einzelfahrscheine gefordert, wenn weder im Bereich der Einstiegs- noch der Ausstiegshaltestelle ein Automat zur Verfügung steht und die Kundinnen und Kunden auch keine Möglichkeit haben auf digitalem Weg ein Ticket zu lösen."
Um die Ansteckungsgefahr mit Covid 19 zu verringern, fordert die HSB ihre Fahrgäste auf, das Weiterverbreiten des Corona-Virus auch im Bus und an den Haltestellen durch verantwortliches Verhalten zu verhindern. Dazu gehört, an den Haltestellen und während der Fahrt der gebotene Mindestabstand von 1,5 bis 2 Metern auch auf Sitz- oder Stehplatz einzuhalten. In den Bussen desinfiziert die HSB regelmäßige Haltestangen und -griffe sowie Taster. Weitere ausführliche Hinweise zum Umgang mit dem Virus und Corona-bedingte Veränderungen hat das kommunale Nahverkehrsunternehmen im Internet unter www.hsb.de zusammengefasst.

"Die Finanzhilfen müssen jetzt direkt bei unseren Unternehmen ankommen" (27.03.2020 11:00 Uhr)

wirtschaft-corona@hanau.de für lokalen Einzelhandel, Unternehmen, Selbstständige und Gastronomie
 
„Die versprochenen Rettungsschirme und Finanzhilfen von Bund und Land sind gut und wichtig. Damit sie auch bei unseren heimischen Wirtschaftsteilnehmern ankommen, helfen wir jetzt hier direkt. Dass ein Hanauer im Bürokratie-Dschungel verloren geht, lassen wir nicht zu. Es gibt viele Fragen – wir geben Antworten“, sagt Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky. ...
Ab sofort können sich Unternehmerinnen und Unternehmer, Einzelhändler, Gastronomen, Selbstständige und Klein-Unternehmer aus Hanau an die E-Mail-Adresse wirtschaft-corona@hanau.de wenden. Dort schreiben sie kurz ihr Anliegen und ihre Telefonnummer auf und werden innerhalb eines Tages von einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter der Stadt Hanau zurückgerufen, der sie individuell, persönlich, konkret und kostenfrei berät. Falls erforderlich wird in diesem Erstgespräch ein weiterer, fester Telefontermin mit einem Experten vermittelt. Die Stadt Hanau arbeitet mit der NH-ProjektStadt, der Industrie und Handelskammer Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern, der Kreishandwerkerschaft Hanau und Juristen zusammen. Die Themenpalette reicht von Kurzarbeitergeld bis Fördermöglichkeiten, Zusammenspiel von KfW zu Hausbank, Sparkasse oder Volksbank, und andersherum, Bürgschaften, Kapital für Kleinunternehmen, Fragen bei der Insolvenzveranlagung.
Die Corona-Krise trifft die lokalen Unternehmen besonders hart. Am 19. Februar hatte der rassistische Anschlag Hanau getroffen, direkt nach der zentralen Trauerfeier am 4. März verschärfte sich die Corona-Epidemie. Waren nach dem Anschlag Faschingsveranstaltungen und viele weitere Feiern abgesagt worden, schloss die Stadt zum Schutz ihrer Bürgerinnen und Bürger frühzeitig öffentliche Einrichtungen. Oberbürgermeister Claus Kaminsky: „Hanau ist nun in der fünften Woche in Folge im Ausnahmezustand. Unsere Unternehmen und Selbstständigen sowie die vielen Inhaber-geführten Geschäfte trifft es gerade besonders hart: Dicke Finanzpolster sind bei den Buchhändlern, Optikern, Restaurant- und Kneipenbesitzern sowie Mode-Händlern und Selbstständigen nicht vorhanden – aber die beispielhaft genannten und viele weitere mehr machen unsere Brüder-Grimm-Stadt doch so lebens- und liebenswert. Die Betroffenen bieten nicht nur Waren und Dienstleistungen an, sondern sind uns auch wertvolle Arbeitgeber. Damit es auch nach Corona heißt: Ich lebe gerne in Hanau, ich kann hier gut arbeiten und einkaufen.“

Preisgünstige Stellplätze in vier Parkhäusern Kita-Gebühren werden erstattet
Flugblatt informiert zu Lieferservice (26.03.2020 18:08 Uhr)

In der Corona-Krise mit Ausgehbeschränkungen im täglichen Leben sind die städtischen Parkhäuser und Tiefgaragen weniger stark ausgelastet als sonst. Das nutzt die Hanauer Parkhaus GmbH (HPG) für eine Sonderaktion, von der vor allem Anwohnerinnen und Anwohner innerhalb des City-Rings oder in der Nähe profitieren können: Für 50 Euro pro Kalendermonat können sie bis auf weiteres einen Stellplatz mieten. Dieser Preis liegt deutlich unter den ansonsten üblichen Stellplatzmieten. Weiterer Vorteil der HPG-Sonderaktion ist auch, dass Autos gerade bei längeren Standzeiten wie jetzt in Parkhäusern besser geschützt sind. Zudem wird dadurch der Parkraum im öffentlichen Straßenraum entlastet. ...
Bis zu 400 Stellplätze bietet die HPG an: in den Parkhäusern Kinopolis und Kinopolis 2 jeweils 50, im Parkhaus Am Forum 200 und im Parkhaus Congress Park/Schwimmbad 100. Falls die Nachfrage diese Stückzahlen überschreitet, können auch mehr vermietet werden, sofern die Restkapazitäten ausreichen, um Kurzparkende aufzunehmen.
 
Die abzuschließenden Verträgen, die per Mail geordert werden können unter info@hanauer-parkhaus.de oder auf dem Postweg (Am Frankfurter Tor 10, 63450 Hanau), haben eine beidseitige Kündigungsfrist von 14 Tagen zum Monatsende. Das macht beide Vertragspartner flexibel für die Zeit nach der Corona-Krise, wenn die Kurzparkenden wieder zunehmen und Anwohnende ihr Auto tagsüber wieder brauchen.
 
Ein Anwohner-Parkausweis ist bei dieser Aktion nicht erforderlich. Nötig ist allein, dass Mieter ihre Adresse im bzw. am City-Ring nennen. Für die Transpondertickets ist einmalig eine Gebühr von acht Euro zu zahlen.
 
Kita-Gebühren: Abbuchungen ausgesetzt
 
Bereits mit der Ankündigung der vorläufigen Schließung der Kindertagesstätten und der Familientagesbetreuung hatte die Stadt erklärt, dass selbstverständlich die bezahlten Gebühren und das Essensgeld für die Zeit erstattet werden. Wie der Eigenbetrieb Kindertagesbetreuung jetzt mitgeteilt hat, werden bestehende Abbuchungsaufträge ab April ausgesetzt. Eltern, die ihre Gebühren mit einem Dauerauftrag bezahlen, werden gebeten, diesen ebenfalls vorläufig einzustellen. Zur Verrechnung von zu viel gezahlten Gebühren im März lässt sich jedoch erst nach der Wiederaufnahme der Kinderbetreuung Genaueres sagen.
 
Lieferservice jetzt mit Kühlwagen
 
Bereits gut angelaufen ist der kommunale Lieferservice, mit dem die Stadt Hanau während der Corona-Krise die Versorgung von Bürgern sicherstellen will, die sich in einer Notlage befinden, in ihrer Mobilität eingeschränkt sind und keine Hilfe haben oder wegen Quarantänemaßnahmen die Wohnung nicht verlassen können. Mit einer flächendeckenden Flugblatt-Aktion, die alle Hanauer Haushalte erreicht hat, wurde am Donnerstag noch einmal auf dieses Angebot aufmerksam gemacht, das die notwendigsten Waren des täglichen Lebens ins Haus liefert. Auf der Corona-Internetseite der Stadt ist unter www.corona.hanau.de sowohl ein Bestellformular herunterzuladen als auch eine Liste der Waren zu finden, die in den Lieferservice fallen. Bestellungen werden auch unter der Telefonnummer 06181/2958130 angenommen. Seit kurzem verfügt der Lieferservice, der von der Stadt in Kooperation mit dem Rewe-Markt Cifci organisiert und koordiniert wird, auch über ein Kühlfahrzeug, das sicherstellt, dass die vorgeschriebene Kühlkette sichergestellt ist.
 
Auch bei der Auslieferung wird streng auf die Hygiene-Empfehlungen geachtet. Ein direkter Kontakt zwischen dem Empfänger der Waren und dem städtischen Lieferanten ist nicht vorgesehen. Der Helfer stellt die Ware vor die Tür, klingelt und wartet dann in entsprechendem Abstand, bis Sie die Lieferung angenommen haben. Es wird aus diesem Grund auch nicht an der Haustür abgerechnet, sondern die Rechnung kommt später per Post.

„Der besondere Reichtum unserer Stadt“ Schausteller, Feuerwehrleute und Objektbetreuer packen an wo Not am Mann ist (26.03.2020 17:15 Uhr)

Sonst beleben sie mit Riesenrad, Autoscooter und Kinderkarussell die Fest- und Rummelplätze. Jetzt sorgt die Corona-Krise dafür, dass alle Fahrgeschäfte ruhen müssen. "Doch wir können nicht stillsitzen", schreibt Dominik Weingärtner in einer Mail an die Stadt, mit der die Schausteller sich, ihre Fahrzeuge und ihre Arbeitskraft anbieten. Unter dem Motto "Wir haben die Kraft, die Technik, die Logistik und das Know-how" wollen sie dort unterstützen, wo Personal- und Fahrzeug-Engpässe im Bereich des Transports abgefedert werden müssen. ...

Diese gibt es derzeit tatsächlich beim Eigentrieb Hanau Infrastruktur Service (HIS), der unter anderem zuständig für die Abfallwirtschaft und Steven Czop, sonst im Bürgerhaus Wolfgang im Einsatz, hilft bei der Lebensmittelausgabe der Hanauer Tafel aus.Straßenreinigung ist. Dort fehlen derzeit Fahrer für die Müllautos. Seit Montag werden drei LKW-Fahrer aus den Reihen der Schausteller eingewiesen, um ab nächster Woche einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Abfallentsorgung zu leisten. "Ohne eingehende Vorbereitung geht es nicht", erläutert Markus Henrich, Leiter von HIS. Neben der Technik und der Steuerung im Fahrzeug müssen die Fahrer auch die Routen genau kennenlernen, bevor sie als zeitweilige Mitarbeiter der Stadt Hanau auf Tour geschickt werden können.
 
Oberbürgermeister Claus Kaminsky hat das Angebot der Hanauer Schausteller als ein bemerkenswertes Signal in die Stadtgesellschaft bezeichnet. Solches Engagement zeige den besonderen immateriellen Reichtum, über den Hanau verfüge. "Es sind solche Aktionen, die dem Gedanken ‚Hanau steht zusammen‘ Leben einhauchen. Anpacken, wo Hilfe gebraucht wird, ohne zuerst zu fragen, was am Ende dabei an persönlichem Vorteil herausspringt, das sind die Gesten, die wir in Zeiten wie diesen ganz besonders brauchen," würdigte der OB diesen Einsatz und bezog dabei die beispielhaften Einsätze von Freiwilligen Feuerwehrmännern und städtischen Objektbetreuern ein.
 
Denn die Schausteller sind die nicht die einzigen, die ihre Zeit und Fähigkeiten in den Dienst der Gemeinschaft stellen. Auch bei der Freiwilligen Feuerwehr gibt es einige, die über die notwendige Fahrerlaubnis verfügen, um eines der mehr als 20 Tonnen schweren Müllautos zu fahren. Sie werden vom 1. April an bei HIS die Schichten ergänzen.
 
Doch nicht immer sind es besondere Fertigkeiten, die zum Einsatz an ungewohnten Arbeitsplätzen führen. Manchmal reicht es, dass Zeit und Hände zur Verfügung stehen. Fünf Objektbetreuer der Stadt Hanau, die nach der Schließung aller städtischen Gebäude in Bereitschaft versetzt worden sind, sind kurzerhand eingesprungen, als bei der Hanauer Tafel überraschend Not am Mann war. Unerwartet konnten die ursprünglich eingeteilten Mitarbeiter dort ihren Dienst nicht antreten, und Lukas Moses, Andreas Leschert, Steven Czop, Bernhard Czech und Rene Fiur übernahmen deren Part bei der Ausgabe der Lebensmittel.
 
Jutta Knisatschek, Leiterin der Einrichtung, war hinterher so begeistert von dem engagierten Wirken der fünf, dass sie ihnen eine ehrenamtliche "Dauerstellung" anbot. Die Hanauer Tafel versucht derzeit, mit besonderen Hygiene- und Schutzmaßnahmen den Betrieb aufrecht zu erhalten, denn gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wie im Moment ist die Tafel für ihre Kundinnen und Kunden überlebensnotwendig.
 
Für alle Hanauerinnen und Hanauer, die in der Krise helfen wollen, baut die Stadt Hanau derzeit ein zentrales Meldesystem auf, das im Laufe der nächsten Tage über die Homepage www.corona.hanau.de zu erreichen sein wird.

Erster Corona-Todesfall in Hanau
Schutzanzüge und Atemschutzmasken fehlen (26.03.2020 16:15 Uhr)

Am heutigen Donnerstag gab es in Hanau den ersten Corona-Todesfall. Es handelt sich um eine mehr als 90 Jahre alte Bürgerin, die sich in häuslicher Quarantäne befand. "Unser Mitgefühl gilt allen, die der Verstorbenen nahegestanden haben", sagt Oberbürgermeister Claus Kaminsky. Zurzeit befinden sich 13 Corona-Patienten in Hanau in stationärer Behandlung, die auch aus der Region stammen. Kaminsky mahnt: "Wir dürfen unsere Ziele, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen und uns medizinisch besser aufzustellen, nicht aus den Augen verlieren." ...

Im Klinikum Hanau befinden sich aktuell drei positiv getestete Patienten sowie drei Patienten mit fraglicher Infektion auf der COVID-Station. Zwei weitere Patienten mit nachgewiesener COVID-19-Infektion liegen auf der Intensivstation. Im Sankt Vinzenz Krankenhaus sind zwei positiv getestete Patienten sowie zwei Patienten mit fraglicher Infektion auf der COVID-Station. Ein weiterer Patient mit fraglicher Infektion liegt auf der Intensivstation. Insgesamt befinden sich 13 Menschen in Hanau in stationärer Behandlung.
"Optimale Ausstattung unserer Krankenhäuser und ihres Personals hat allerhöchste Priorität", so Hanaus Oberbürgermeister Kaminsky. Sehr deutlich äußerte sich Kaminsky in dieser Frage gegenüber Prof. Dr. Jürgen Graf. Der von Hessens Sozialminister Kai Klose vor einer Woche mit der Führung des Planungsstabes "Stationäre Versorgung von COVID-19-Patienten" beauftragte Ärztliche Direktor des Frankfurter Uni-Klinikums Graf hat bisher keine Aufgabenstellungen und keine Informationen kommuniziert. Ebenso wartet Hanau auf Schutzausrüstungen und Atemschutzmasken für Kliniken, Alten- und Pflegeheime, ambulante Pflegedienste, Jugendamt, Feuerwehr, Arztpraxen und deren Mitarbeiter, die von Bundesgesundheitsminister Spahn zugesagt worden war. Kaminsky: "Ich bleibe dabei: Alles, was wir hier in Hanau für unsere Bürgerinnen und Bürger selbst in die Hand nehmen können, tun wir – und lassen auch nicht nach. Unsere Krankenhäuser bereiten sich so gut wie möglich und vorausschauend vor und ergreifen notwendigen Maßnahmen. Jetzt sind Bund und Land an der Reihe, ihren Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten gerecht zu werden, "
Der OB wies auf die ständig aktualisierte, zentrale Informations-Internetseite der Stadt Hanau, www.corona.hanau.de hin. Dort sind zum Beispiel auch viele, über das ganze Stadtgebiet verteilte Apotheken aufgelistet, die einen Bringdienst anbieten.

„Wir lassen die Mieter der Baugesellschaft nicht allein in der Corona-Krise“
Erlass von maximal 35 Prozent der Kaltmiete möglich (26.03.2020 15:00 Uhr)

„Wir lassen die Mieterinnen und Mieter der Baugesellschaft in dieser Corona-Krise nicht allein, wenn sie von Kurzarbeit oder Entlassung betroffen sind und Mühe haben ihre Miete zu zahlen“, verspricht Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky. Konkret heißt das: In begründeten Härtefällen erlässt die Baugesellschaft einen Teil der Miete. Das kann bei entsprechendem Nachweis für den Zeitraum von April bis einschließlich September 2020 gelten. ...

„Bis zu 35 Prozent der Kaltmiete können vom Teilerlass erfasst sein“, erläutert Baugesellschaft-Geschäftsführer Jens Gottwald. Ein mehrköpfiges Expertengremium der Baugesellschaft entscheide darüber und orientiere sich zum einen am Mietereinkommen der vergangenen drei Monate, zum anderen an der Maximalmiete. „Jeder Einzelfall wird gesondert geprüft und gewertet“, beschreibt Gottwald das detaillierte Vorgehen weiter.
Mieterinnen und Mieter, die einen Teilerlass beanspruchen wollen, müssen insbesondere folgendes vorlegen: den Einkommens- oder Umsatznachweis für die Monate Januar bis März 2020; einen schriftlichen Nachweis über eine Corona-bedingte Kündigung, unbezahlten Urlaub oder Kurzarbeit. Dies muss für die gesamte Dauer der geforderten Hilfe nachgewiesen werden. Weitere Nachweise, die einen Härtefall begründen, sind wünschenswert, aber nicht Pflicht.
Zudem zieht die Baugesellschaft in die Entscheidung über einen Teilerlasses Faktoren aus dem bestehenden Mietverhältnis heran. Dazu gehört die Länge des bestehenden Mietverhältnisses. Eine Rolle spielen auch die Zahlungsmoral in der Vergangenheit, insbesondere der letzten drei Jahre, sowie eine positive Zukunftsprognose unter Auswertung der Mieterakte. Aufsichtsrat und Geschäftsleitung der Baugesellschaft setzen damit ein gemeinsames Zeichen die Mieterinnen und Mieter der Baugesellschaft Hanau in Zeiten einer weltweiten Krise ein Gefühl der Hilfe zu vermitteln und diese ein Stück weit wirtschaftlich zu entlasten. „Wir wollen damit ein partnerschaftliches Zeichen an unsere Mieterinnen und Mieter senden und häuslichen Spannungen ein wenig vorbeugen“, führt Geschäftsführer Gottwald dazu aus.
Den Vorschlag des Deutschen Mieterbunds und des Gesamtverbands der Wohnungswirtschaft in Deutschland einen „Sicher-Wohnen-Fonds“ einzurichten, begrüßt OB Kaminsky, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Baugesellschaft Hanau. Aus diesem Hilfspaket müssten Mietforderungen beglichen werden können, damit Mietverhältnisse bei Corona-bedingt Zahlungsschwachen beglichen werden könnten.
Mieterhöhungen wurden bei der Baugesellschaft Hanau bereits ausgeschlossen. Auf Räumungsklagen und Kündigungen wird ebenfalls während des Krisenzeitraums verzichtet.

Brüder Grimm Festspiele: Tickets werden erstattet (25.03.2020 18:35 Uhr)

Oberbürgermeister und Intendant bitten aber um Verzicht und Solidarität
Bereits gekaufte Tickets für die wegen der Corona-Pandemie abgesagten Brüder Grimm Festspiele 2020 werden zurückgenommen und erstattet. Die Frage ist aber, ob die Kunden auf einer Rückzahlung bestehen sollten. In einer gemeinsam Pressemitteilung haben Oberbürgermeister Claus Kaminsky und Intendant Frank-Lorenz Engel darum gebeten, die Festspiele und vor allem die in Not geratenen Schauspieler zu unterstützen. Dazu wird die Stadt einen Fonds bilden, der aus Spenden und auch aus dem Verzicht auf die Rückerstattung von Tickets gebildet werden soll. ...
„Natürlich erstatten wir alle bereits gekauften Tickets“, so Oberbürgermeister Claus Kaminsky, „unabhängig vom rechtlichen Anspruch“. Die Regelung ist dabei unbürokratisch: Die Eintrittskarten können einfach an der Stelle zurückgegeben werden, wo sie gekauft wurden. Es sei klar, so heißt es in der Pressemitteilung, dass dies aktuell natürlich etwas schwierig sei wegen der Einschränkungen im normalen Geschäftsbetrieb. Die Kunden werden deshalb um etwas Geduld gebeten, bis die Vorverkaufsstellen wieder ihren regulären Betrieb aufgenommen haben. Außerdem gibt es die Möglichkeit auf dem Postweg die Tickets zurückzugeben. Dazu gibt es bei Frankfurt Ticket ein Rückerstattungsformular unter https://bit.ly/BGF-Erstattung im Internet. Infos gibt es zudem telefonisch über die Ticket-Hotline 069-13 40 400, unter info@frankfurt-ticket.de per Mail sowie auf den Webseiten www.frankfurtticket.de und www.festspiele.hanau.de.
Gleichwohl bitten Kaminsky und Engel aber auch alle Fans der Festspiele darum, über eine Rückerstattung gründlich nachzudenken. „Wer die Eintrittskarten nicht oder nur teilweise zurückgibt, leistet damit einen finanziellen Beitrag zur Milderung der Problemlage, in der sich die Festspiele nunmehr befinden“ so der OB. Dabei können die Festspielfans über ihren Beitrag individuell entscheiden. Bei mehreren gekauften Tickets kann zum Beispiel auch nur ein Teil der Tickets auf dem Formular beantragt und der Rest gespendet werden.
„Besonders hart von der Absage betroffen sind die Schauspieler“, erinnert Intendant Frank-Lorenz Engel, „von denen praktisch alle freiberuflich arbeiten“. Die Gagen seien ohnehin nicht üppig, umso mehr schmerze jetzt der Ausfall. Im Gegensatz zu anderen vergleichbaren Festspielen kommen die Brüder Grimm Festspiele mit einem relativ schmalen Budget aus. Ohne Spenden und Sponsoren wäre das kulturelle Aushängeschild der Stadt, das jährlich rund 80.000 Besucher ins Amphitheater lockt, kaum zu stemmen. Neben den bereits entstandenen und vertraglich gebundenen Kosten, die vor allem aus dem städtischen Zuschuss finanziert werden müssen, bleibt der Verlust durch die Absage, der vor allem die Künstler und freiberuflichen Mitarbeiter trifft.
Die emotionale Bindung der Hanauer und vieler Menschen der Region zu „ihren“ Brüder Grimm Festspielen sei einzigartig, so Oberbürgermeister Claus Kaminsky. Das gelte auch in Bezug auf die Schauspieler, die keine unnahbaren Stars seien, sondern mit großem Engagement und großer Spielfreude jedes Jahr die Besucher begeistern und dabei auch ganz persönliche Bindungen aufbauen. „Einige stehen bereits seit Jahren auf der Festspielbühne und haben uns viele berührende und freudige Momente geschenkt“, so Kaminsky, „deshalb wollen ihnen zeigen, das Hanau keinen allein lässt“. Und Intendant Frank-Lorenz Engel ergänzt: „Wir hoffen jetzt auf die Solidarität der Märchenfans mit den betroffenen Künstlern“.
Diese Solidarität mit den Festspielen und den Akteuren kann man aber nicht nur durch Verzicht auf die Ticket-Rückerstattung beweisen. Auch wer noch keine Karten gekauft hat, kann ganz konkret helfen. Frankfurt-Ticket als Organisator des Kartenverkaufs wird dazu online „virtuelle Tickets“ unter https://bit.ly/BGF-Spenden anbieten. Auf diesem Weg kann man in unterschiedlichen Kategorien von fünf bis 100 Euro unkompliziert einen Beitrag zum Unterstützungsfond leisten. Hier genügt übrigens das erworbene Spendenticket als Nachweis beim Finanzamt. Zudem besteht natürlich auch weiterhin die Möglichkeit, die Festspiele regulär mit einer Spende zu unterstützen. Dazu ist ein besonderes Spendenkonto bei der Sparkasse Hanau unter der Nummer IBAN DE92 5065 0023 0000 0500 05 eingerichtet. Bitte als Verwendungszweck „BGF“ angeben und, falls eine Spendenquittung gewünscht wird, zusätzlich Namen und vollständige Adresse.
Besonders erfreut zeigten sich in diesem Zusammenhang Oberbürgermeister und Intendant über eine Entscheidung der Umicore-Geschäftsleitung. Das in Hanau mit einem großen Standort vertretene Unternehmen gehört zu den wichtigen Sponsoren der Festspiele. Der für 2020 gezahlte Sponsorbeitrag soll einen Beitrag dazu leisten, die schwierige Lage der Festspiele und der Schauspieler zu bewältigen. „Wir haben uns riesig über diese beispielhafte Entscheidung gefreut,“ so Oberbürgermeister Claus Kaminsky und Intendant Frank-Lorenz Engel. Das sei ein Zeichen gelebter Solidarität und beweise, wie stark Umicore mit der Brüder-Grimm-Stadt und ihren Festspielen verbunden sei.
„Wir hoffen, dass wir auch den Brüder Grimm Festspielen über die Krise helfen können, wenn möglichst viele – sei es mit einer noch so kleinen Spende – dieses kulturelle Wahrzeichen der Stadt zu ihrer Herzenssache machen“, so Kaminsky und Engel. Auch bei den Festspielen gelte also „Hanau steht zusammen“, heißt es abschließend in der Pressemitteilung.

Zahlreiche Einschränkungen im Alltag durch Corona (25.03.2020 17:55 Uhr)

Das Kontaktverbot in Zeiten von Corona und die dringende Empfehlung, im Haus zu bleiben, stellt derzeit alle Menschen vor eine besondere Herausforderung, die genau jetzt in eine neue Wohnung oder ein neues Haus umziehen wollen. ...

Über allem steht die Frage, ob Umzüge überhaupt noch erlaubt sind, die klar bejaht werden kann. Private Umzüge sind, wenn auch mit Einschränkungen, nach wie vor zulässig. Allerdings gelten strenge Hygienevorschriften. So muss auf Hilfe aus dem Freundeskreis verzichtet werden. Nur Personen des eigenen Hausstandes dürfen mit anpacken. Ansonsten bleibt nur die Beauftragung eines Umzugsdienstleisters, der verpflichtet ist, die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts zur Hygiene, insbesondere zu Kontakten und Einhaltung des Sicherheitsabstandes, einzuhalten.
 
Dem aktuellen Versammlungsverbot fallen auch wichtige Kirchenfeste zum Opfer. Die Konfirmationen wurden von den Kirchengemeinden in Rücksprache mit den Eltern bereits abgesagt. Neue Termine sind für den Herbst bereits verabredet. Auch die Feiern zur Erst-Kommunion sind in Hanau auf die Sommermonate beziehungsweise die Zeit nach den Sommerferien verschoben.

Gratwanderung zwischen Großzügigkeit und Kostenbremse
OB Kaminsky trifft finanzwirtschaftliche Vorsichtsmaßnahmen (25.03.2020 14:35 Uhr)

„Wir müssen schon jetzt Vorsichtsmaßnahmen ergreifen und die Voraussetzungen dafür schaffen, dass wir uns am Ende der Krise in einer finanziellen Situation wiederfinden, die uns einen möglichst guten Start ermöglicht.“ Mit dieser klaren Ansage an die Stadtverwaltung und die Eigenbetriebe will Oberbürgermeister Claus Kaminsky dafür sensibilisieren, wie wichtig es ist, die Gratwanderung zwischen finanzieller Großzügigkeit und radikaler Kostenbremse erfolgreich zu meistern. ...

„Wir müssen heute alles dafür tun, dass unsere Stadt die enormen Belastungen so glimpflich wie möglich übersteht, und gleichzeitig verhindern, dass am Ende die Hanauer Bürgerschaft mit Gebühren- und Steuererhöhungen für daraus entstandene Haushaltsdefizite herangezogen wird.“
Wie Kaminsky weiter ausführt, registriert er derzeit mit großem Wohlwollen die diversen Rettungspakete, die von Land und Bund geschnürt werden. Er mahnt jedoch mit Nachdruck an, dass es solche Hilfsprogramme unbedingt auch für die Kommunen geben müsse. „Das Wohl und Wehe einer Stadt wie Hanau hängt an der Gewerbesteuer und es reichen die vier Grundrechenarten, um jetzt prognostizieren zu können, dass  die  drastischen Einbrüche bei  den Wirtschaftsunternehmen am Ende des Tages voll bei den Städten und Gemeinden durchschlagen werden.“ Für Hanau rechnet Kaminsky mit einem Rückgang der Gewerbesteuer im zweistelligen Millionenbereich. Trotzdem wird er nach eigenen Worten den Haupt- und Finanzausschuss bitten, den im Dezember eingebrachten Haushaltsentwurf zu genehmigen, um handlungsfähig zu bleiben, denn „wir werden erst in Monaten erkennen können, wie sich die Corona- Krise tatsächlich auf unsere Finanzen auswirkt“.
Grundsätzlich will Hanaus Oberbürgermeister in der nächsten Zeit überall dort finanzwirtschaftlich Vollgas geben, wo es den Menschen und Unternehmen hilft, um Existenzen zu sichern. „Dort wird nicht gespart“, gibt er die Marschrichtung vor. Das reicht von Kulanz bei der Erstattung von Kita-Beiträgen über die Stundung fälliger Gewerbesteuerbeiträge bis hin zum den Verzicht auf städtische Gebühren. „Die Marktbeschicker, die allen Widrigkeiten zum Trotz unseren Wochenmarkt am Laufen halten, zahlen in diesem Jahr keine Standgebühren mehr.“ Außerdem würden natürlich die notwendigen Mittel bereitgestellt, um eine neue Sozial-Hotline zu schalten oder das Bürgertelefon ausreichend besetzen zu können. „Auch die Neubesetzung von zwei Stellen bei der Stadtpolizei werden wir vorantreiben, denn die Kontrollen zur Einhaltung unserer Verfügungen sind in Zeiten von Corona leider unabdingbar.“
Einen radikalen Ausgabe-Stopp will Kaminsky jedoch an jenen Stellen erreichen, wo „wir es noch in der Hand haben“. Anders als bei der Stadtpolizei gilt quasi ein vorläufiger Einstellungsstopp an allen anderen Stellen, auch wenn die Neubesetzung im Stellenplan bereits berücksichtigt wurde.
Daneben soll die Verwaltung einen Teil ihrer Entscheidungsspielräume aufgeben und Ausgaben künftig hinterfragen lassen. Denn während Investitionen ohnehin immer über die Dezernenten freigegeben werden müssen, ist dies im konsumtiven Bereich normalerweise nicht so. Dies soll sich jetzt nach dem Willen des OB ändern, damit „wir uns die Handlungsspielräume für die Zeit danach erhalten“.

Stadtwerke Hanau: Corona-Viren werden nicht über das Trinkwassernetz übertragen (24.03.2020 17:35 Uhr)

"Die Trinkwasserversorgung bleibt während der Corona-Krise auch langfristig gesichert", betont Martina Butz, Geschäftsführerin der Stadtwerke Hanau (SWH). Denn die Stadtwerke haben frühzeitig ihre Pandemie-Notfallpläne aktiviert. Butz erklärt, dass Corona-Viren nicht über das Trinkwassernetz übertragen werden.
In Hanau wird Grundwasser für die Wasserversorgung gewonnen - lediglich ein kleiner Teil des Bezugs aus dem Vogelsberg kann je nach Jahreszeit aus Quellwasser stammen. Die Stadtwerke Hanau betreiben in ihren Wasserwerken UV-Desinfektionsanlagen, die mit ihren hochenergetischen ultravioletten Strah-len nicht nur Bakterien, sondern auch Viren vernichten, so Butz. ...

Pandemie-Notfallpläne sehen spezielle Schutzvorkehrungen vor Die Pandemie-Notfallpläne beinhalten beispielsweise spezielle Schutzvorkehrungen für das technische Personal. Zudem wird nun ein Teil des Personals von den alltäglichen Arbeitsprozessen isoliert und in Reserve gehalten, um so bei einem Ausfall einzelner schnell für personellen Ersatz sorgen zu können.
Die Wasserförderung und die Wasseraufbereitung laufen voll automatisch, daher hat die Corona-Krise keinen direkten Einfluss auf die Wasserverfügbarkeit und die gewohnte Wasserqualität. Die Stadtteile Steinheim und Kleinauheim werden vom Zweckwasserverband Offenbach (ZWO) versorgt. Dieses Was-ser wird ebenfalls aus Grundwasser gewonnen. Der ZWO hat genauso wie die Stadtwerke seine Pande-mie-Notfallpläne aktiviert, die gleiche Schritte zur Sicherstellung der Wasserversorgung vorsehen wie die der Stadtwerke Hanau. "SWH und ZWO stehen in ständigem Kontakt", erklärt Butz.
Nach bisheriger Erfahrung wird sowohl in Hanau als auch beim ZWO derzeit kein erhöhter Wasserbedarf festgestellt aufgrund der Corona-Krise und der damit verbundenen Schließung von Geschäften, Restau-rants oder Firmen. "Der aktuelle Wasserbedarf liegt noch weit unter den üblichen Bedarfen im Hoch-sommer, so dass auch keine Engpässe in der Wasserversorgung zu befürchten sind", sagt die SWH-Geschäftsführerin.

Klinikum Hanau mit Corona-Betten gut aufgestellt
Schleusenzelt bewährt sich (24.03.2020 17:00 Uhr)

Mit Hochdruck, aber ohne Panik: Im Klinikum Hanau laufen die Vorbereitungen auf weitere Corona-Fälle im angemessen zügigen Tempo. Aktuell stehen auf der sogenannten "Corona-Station" acht Betten in Einzelzimmern zur Verfügung, weitere 22 Betten auf zwei Stationen sind vorbereitet und könnten sofort belegt werden. Auch bei den Intensivbetten hat das Klinikum bereits vorgesorgt: Die 22 Betten, die im Normalbetrieb verfügbar sind, werden bis Ende der Woche auf 34 aufgestockt. Die Anschaffung weiterer Beatmungsgeräte ist bereits in die Wege geleitet. "Zum Glück werden sie aktuell noch nicht benötigt, da, Stand heute, nur vier Patienten stationär aufgenommen sind. Aber wir alle wissen, wie schnell sich das leider ändern kann", sagt Oberbürgermeister Claus Kaminsky und lobt die gute Vorbereitung des Klinikums auf den Ernstfall. "Es ist richtig und vorausschauend, alle nur möglichen Maßnahmen zu ergreifen, bevor es brennt. Das sorgt zumindest an dieser Stelle für ein bisschen Ruhe." ...

Auch die Einrichtung des Schleusenzeltes am Eingang des Klinikums erweist sich als sinnvoll: Viele Fragen können bereits an dieser Stelle geklärt werden. Das Wichtigste aber: Eine stationäre Aufnahme wird bei minderschweren Fällen zumeist abgewendet. "Um es nochmal zu verdeutlichen: Es geht nicht mehr nur darum, die Verbreitung des Virus einzudämmen. Es geht auch darum, unser Gesundheitssystem nicht zu überlasten, sondern Plätze vorzuhalten für diejenigen, die wirklich schwer am Corona-Virus erkrankt sind und medizinische Versorgung im Krankenhaus benötigen", betont Kaminsky.
Um eine solche Versorgung zu gewährleisten, müsse jedoch auch von Seiten des Bundes für eine ausreichende Ausstattung Sorge getragen werden – er begrüße in diesem Zusammenhang die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn angekündigten Nachbesserungen. Spahn hatte am Wochenende mit seinem ersten Gesetzesentwurf zur Sicherung der Krankenhausfinanzierung für Entsetzen bei Kliniken, Trägern und Kommunen gesorgt. Diese kritisierten heftig, dass der vollmundigen Ministerankündigung unbürokratischer und großzügiger Hilfe ein "Klein-Klein"-Programm, das mit spitzem Bleistift gerechnet wurde, gefolgt war. Auf diesen Sturm der Entrüstung hatte Spahn reagiert, höhere Zuschüsse und verschlankte Abrechnungsmodalitäten angekündigt.
Der Geschäftsführer des Klinikums Hanau, Volkmar Bölke, bewertet das positiv: "Das neue Gesetz wurde entscheidend nachgebessert und sieht insbesondere die kleinen und mittleren Kliniken als Gewinner. Das ist auch gut so, denn sie werden in diesen Zeiten gebraucht. Die Erhöhung des Pflegeentgeltes bedeutet mehr Liquiditätssicherheit." Bölke begrüßt ausdrücklich die Rücknahme der ursprünglich geplanten bürokratischen Maßnahmen, übt jedoch Kritik an der Erhöhung der Pauschale für Schutzkleidung: "Zu niedrig ist meines Erachtens der Zuschlag von 50 Euro pro Patient für Schutzkleidung. Aufgrund der Nachfragelage steigen die Preise in astronomische Höhen. Bei Masken erleben wir eine Steigerung auf das Zehnfache und mehr."
Die Pläne der Landesregierung, sechs Krankenhäuser mit der Koordination der Aktivitäten in den mehr als 200 Kliniken in Hessen zu beauftragen, nutzt Oberbürgermeister Claus Kaminsky für eine deutliche Forderung: "Wir brauchen endlich Klarheit bei den Zuständigkeiten. Verantwortlichkeiten müssen klar definiert und kommuniziert werden." Das Land will mit dieser Koordinationsgruppe die Betreuung von Patienten mit schweren Krankheitsverläufen gewährleisten, medizinisches und Pflegepersonal unterstützen. "Das ist mir zu schwammig", so Kaminsky, "wir brauchen klare Kante."

„Verbotene Geselligkeit ist kein Kavaliersdelikt“
Kontaktverbot bringt viele Einschränkungen für den Alltag (24.03.2020 14:30 Uhr)

"Das ist kein Kavaliersdelikt", greift Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky einen Feuerwehreinsatz von Montagabend auf. Sechs bis acht junge Erwachsene hatten in der Gemarkung Steinheim auf einem privaten Gartengrundstück eine gesellige Lagerfeuer-Party gefeiert. Der Feuerschein hatte jedoch nicht nur zur Alarmierung der Wehrmänner geführt, sondern auch die Polizei auf den Plan gerufen, die diesen Verstoß gegen das Kontaktverbot jetzt strafrechtlich verfolgen wird. "Mir ist bewusst, dass wir derzeit alle zurückstecken müssen, aber ich appelliere an jeden einzelnen, sich an die Regeln zu halten", macht der OB klar, dass es keine Bagatelle ist, die klaren Verbote zu umgehen. "Wer sich jetzt darüber hinwegsetzt und die zwingend notwendige Zurückhaltung verweigert, spielt mit dem Leben der Schwächsten unserer Gesellschaft." ...

Die Landesverordnung und die darin geregelte Reduzierung der erlaubten Sozialkontakte wirkt sich auch bei geplanten Hochzeiten aus. Bereits vereinbarte Termine beim Standesamt Hanau können zwar stattfinden, allerdings steht nicht mehr der Trausaal im Schloss Philippsruhe zur Verfügung. Trauungen finden ab sofort im Ordnungsamt (Steinheimer Straße 1) statt. Es dürfen zudem nur noch die Brautleute an der Zeremonie teilnehmen. Etwaige Ausnahmen von dieser Regelung sind direkt mit dem Standesamt abzustimmen. Neue Termine für Eheschließungen werden derzeit nicht vergeben.
 
Auch für Bestattungen und Trauerfeiern, die weiterhin stattfinden, gilt, dass die Trauergemeinde so klein wie möglich ausfallen sollte. Die Stadt Hanau hat hier die Maximalzahl auf zehn Personen festgelegt.
 
Geschlossen ist seit letzter Woche auch das Kulturforum. In diesem Zusammenhang weist die Stadtbibliothek Hanau ausdrücklich darauf hin, dass alle entliehenen Medien pauschal bis zum 20. April 2020 verlängert wurden und keine Mahngebühren berechnet werden. Die entliehenen Medien müssen bis dahin nicht zurückgegeben werden. Sollte das Kulturforum über dieses Datum hinaus geschlossen bleiben müssen, wird die Leihfrist für alle Medien entsprechend weiter verlängert.
 
Die Sommerferien liegen noch in weiter Ferne, aber üblicherweise beginnt Ende März die Anmeldung zu den Ferienspielen und dem Sommercamp, um den Eltern möglichst früh Planungssicherheit zu geben. Ob das beliebte Ferienangebot in diesem Jahr stattfinden kann, ist jedoch noch nicht entschieden. Eine Anmeldung wird frühestens nach dem 19. April möglich sein.
 
Behoben sind inzwischen auch die technischen Probleme der Sozial-Hotline, nachdem eine neue Telefonnummer zugeteilt und freigeschaltet wurde. Seither gibt es eine rege Nachfrage unter der jetzt gültigen Rufnummer 06181/295-298. Hier finden Hanauerinnen und Hanauer in prekären Lebenssituationen kompetente Ansprechpartner, die sich als Lotsen das jeweilige Anliegen anhören und dann an die richtige Stelle weiterleiten. Per Email ist die neue Anlaufstelle unter sozial-hotline@hanau.de erreichbar.
Pressekontakt: Güzin Langner, Telefon 06181/295-929

„Das war die vollkommen richtige Entscheidung“
Überaus positive Bilanz zum Hamsterkauf-Verbot (23.03.2020 17:45 Uhr)

„Die Maßnahmen haben gegriffen.“ So lautet die erste Bilanz von Oberbürgermeister Claus Kaminsky zum Verbot der Hamsterkäufe in Hanau. Die Stadt hatte am Sonntag per Allgemeinverfügung geregelt, dass Supermärkte dafür Sorge zu tragen haben, dass die Waren nur noch in haushaltsüblichem Umfang verkauft werden. „Unser Eindruck ist: Die Einzelhändler haben darauf reagiert und sich für die neue Situation aufgestellt“, so Kaminsky. Dabei habe es sich ausgezahlt, dass die Stadt die großen Handelsketten bereits am Sonntag über die geplanten Beschränkungen in Kenntnis gesetzt hat. ...

Das Ordnungsamt kontrollierte die Einhaltung der Maßnahmen am Montag intensiv. Bis zum frühen Nachmittag wurden rund 80 Geschäfte aufgesucht. Ergebnis: Mehr als die Hälfte hatte sich auf die neuen Regelungen bereits eingestellt und kontrollierte den Zugang sowie das Einkaufsverhalten der Kunden. „Bei den wenigen gab es nur kleinere Beanstandungen, vor allem fehlende Aushänge“, berichtete Thorsten Wünschmann, Leiter der Ordnungsbehörde. Die betroffenen Geschäfte hätten im Laufe des Montags aber weitgehend nachgebessert.
„Dass die Regale an der einen oder anderen Stelle trotzdem leer gewesen sind, ist dem Umstand geschuldet, dass die Supermärkte und Drogerien leichte Lieferprobleme haben. Es dauert ein bisschen, bis die leergehamsterten Regale wieder gefüllt sind“, sagte Oberbürgermeister Claus Kaminsky. Die großen Ketten hätten aber signalisiert, dass diese Probleme in den nächsten ein bis zwei Tagen behoben seien.
Die Stadt Hanau hat über die Allgemeinverfügung aber nicht nur die Abgabemengen geregelt, sondern im Sinne des Kontaktverbots auch die Zahl der Besucher begrenzt. Die erlaubte Maximalzahl richtet sich nach der Verkaufsfläche. Um eine Überschreitung der Höchstzahl zu vermeiden, regelt die Allgemeinverfügung auch, dass an dem jeweiligen Markt nur so viele Einkaufswagen zur Verfügung stehen dürfen, wie Besucher gleichzeitig im Gebäude sein dürfen. „Das bedeutet aber nicht, dass jeder einen Einkaufswagen mitnehmen muss – selbstverständlich muss der Einkauf auch mit einem Kinderwagen möglich sein“, appellierte Kaminsky an die Händler.
Die Resonanz auf die klare Linie der Stadt, die Kaminsky schon in der vergangenen Woche angekündigt hatte („Hamstern ist asozial“), sei zu 99 Prozent positiv ausgefallen, resümierte der Oberbürgermeister. Zahlreiche Kommunen, unter anderem auch die Stadt Frankfurt, hätten sich in Hanau nach dem Verfahren erkundigt. Zudem fragten zahlreiche Medien aus dem gesamten Bundesgebiet an. „Das zeigt, dass wir die vollkommen richtige Entscheidung getroffen haben“, so Kaminsky. „Das Wichtigste ist für mich aber: Die Kassiererinnen und Kassierer, die in den vergangenen Tagen manches erleiden mussten, sind aus der Schusslinie.“
Auch bei den Hanauerinnen und Hanauern kam die neue Regelung gut an. Auf besorgte Nachfragen, ob das Miteinkaufen für hilfsbedürftige Nachbarn oder Familienmitglieder nun nicht mehr möglich sei, reagierte die Stadt prompt: Beim Bürgerservice kann man sich eine entsprechende Bescheinigung ausstellen lassen, telefonisch unter 06181/295-8135 oder 06181/295-640 (montags bis donnerstags von 8 bis 16.30 Uhr, freitags von 8 bis 13 Uhr) beziehungsweise per E-Mail an buergerservice@hanau.de.

„Jetzt ist direkte Hilfe wichtig“
Stadt Hanau schaltet Sozial-Hotline / Telefonisch ab Dienstag 8 Uhr (23.03.2020 16:40 Uhr)

„Wo erhalte ich Hilfe, um meine Miete zu zahlen?“ „Wer sichert meiner Familie den Lebensunterhalt, während ich als Freiberufler keine Einnahmen habe?“ „Wer ist für das Beantragen von Kurzarbeitergeld verantwortlich?“ Wie vergangene Woche angekündigt, hat die Stadt Hanau sofort Maßnahmen in die Wege geleitet und Entscheidungen getroffen, um Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in der Corona-Krise tatkräftig zur Seite zu stehen. ...

„Unsere Leitplanke ist, dass wir in dieser Krise niemanden alleine lassen“, so Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky. Und weiter: „Damit niemand im Dickicht von Bundes- oder Landes-Telefonnummern verloren geht, bieten wir direkte Ansprechpartner vor Ort an.“ Monika Wendt, die bei der Stadt Hanau das Projekt „Aufbau des Jobcenters bei Kreisfreiheit“ leitet, sagt: „Da wegen Corona alle Behörden geschlossen sind, bieten wir eine direkte Ansprechbarkeit an. Gerade jetzt werden Hilfe und Unterstützung am meisten benötigt.“
Ab dem morgigen Dienstag können Hanauerinnen und Hanauer in prekären Lebenssituationen direkt die neue Sozial-Hotline 06181 295-298 (montags bis freitags 8 bis 16 Uhr) anrufen. Sie können sich mit ihren Fragen auch an sozial-hotline@hanau.de wenden. Wendt: „Die Mitarbeiterinnen unserer neuen telefonischen und virtuellen Anlaufstelle haben Antworten auf soziale Fragen. Sie hören zu, klären die Anliegen und lotsen die Bürger und Bürgerinnen an die richtigen Stellen.“
Ab Dienstag 24. März 2020 montags – freitags von 8:00 bis 16:00 Uhr
Sozial-Hotline: 06181/295-298 und Sozial-hotline@hanau.de
Weitergehende Hinweise rund um das Thema Corona gibt es auch auf der städtischen Homepage www.corona.hanau.de. Der Internetauftritt wird ständig aktualisiert. Neben aktuellen Angaben zur städtischen Lage sind dort auch wichtige Rufnummern und Informationen.

Hauptfeuerwache könnte zur Quarantäne-Station werden
24 Mitglieder im Krisenstab arbeiten dezernats- und ämterübergreifend (23.03.2020 16:30 Uhr)

Kurze Kommunikationswege ermöglichen schnelle Entscheidungen. Diese wiederum sind die Voraussetzung für zielstrebiges Agieren und zeitnahes Reagieren. Selten ist dies so wichtig wie in einer Ausnahmesituation, wie sie sich derzeit präsentiert. Die Stadt Hanau hat deshalb schon frühzeitig einen Corona-Krisenstab ins Leben gerufen, in dem zentral alle Fragen rund um die Entwicklungen und Notwendigkeiten im Zusammenhang mit dem Virus zusammenlaufen und bearbeitet werden. Die ämter- und dezernatsübergreifende Struktur des Stabs garantiert dabei den notwendigen Informationsfluss. Die von den einzelnen Ämtern, Behörden und Eigenbetrieben entsendeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellen sicher, dass jede neue Entwicklung sofort Eingang finden kann in die tagesaktuelle Arbeit. ...

Stab 03Seither bietet der Schulungsraum im zweiten Stock der Hauptfeuerwache mit den angrenzenden Räumen den Arbeitsplatz für all jene, für die es keinen normalen Arbeitsalltag mehr gegeben hat, nachdem Oberbürgermeister Claus Kaminsky und Feuerwehrchef Peter Hack am Freitag, 13. März, den Krisenmodus offiziell bestätigt haben. Ein engagiertes Team um Feuerwehrmann Sebastian Mathuschik hat von diesem Augenblick an dafür gesorgt, dass sich der eher spärlich ausgestattete Schulungsraum in ein Großraumbüro mit allen erforderlichen Arbeitsmaterialien und Rahmenbedingungen entwickelt. Angefangen von Steckdosen in ausreichender Menge für die Vielzahl der Laptops über Flipcharts und Pinnwände bis hin zur Papiertonne für sensible Dokumente reichte das Spektrum der zu organisierenden Infrastruktur. Ein LCD-Fernseher, um die aktuellen Pressekonferenzen von Bund und Land zu verfolgen, oder ausreichend Tische, um den notwendigen Mindestabstand zwischen allen Mitgliedern einhalten zu können, oder auch die notwendige Ausstattung für Telefon- und Videokonferenzen folgten in den Tagen danach. Am Tag 11 hat sich aus dem schnell verfügbaren Provisorium ein professionelles Arbeitsumfeld entwickelt.
 
Für den gesamten "Stab", aber vor allem für das Kommunikations-Team um Magistratspressesprecherin Güzin Langner und Daniel Freimuth, der für die Operative Steuerung verantwortlich ist, sowie für Martina Kischel, persönliche Referentin des OB, gelten im Krisenmodus keine üblichen Bürozeiten mehr. Das Tempo der verschiedenen Kommunikationskanäle, die heute weit mehr als die klassische Pressearbeit umfassen, erfordert hohe Präsenz und Schnelligkeit. Mit der Unterstützung von vielen Kolleginnen und Kollegen sowie externen Kommunikationsagenturen und Social Media-Profis gelingt es, immer "vor der Lage" zu sein, wie die Feuerwehr eine vorausschauende Krisen-Planung bezeichnet.
 
Stab 04Inzwischen haben sich aber auch im Ausnahmezustand Routinen entwickelt, die von außen betrachtet immer dieselben sind. Dabei gleicht bei genauerer Betrachtung kein Tag dem anderen. Wochentags beginnt um 9 Uhr die morgendliche Lagebesprechung, die einen Überblick gibt über das, was in der Nacht passiert ist und was für den neuen Tag geplant ist. Reihum geben alle einen Bericht zu den aktuellen Planungen. Claus Kaminsky ist immer dabei. Er hat vorläufig alle Termine abgesagt, die er nicht telefonisch aus dem Stab heraus erledigen kann, oder die vor Ort stattfinden können wie die Interviewanfragen von verschiedenen TV-Stationen, nachdem der OB mit seiner Verfügung gegen Hamsterkäufe bundesweit Schlagzeilen gemacht hat.
 
Um 15 Uhr folgt die zweite große Runde, in der vorläufige Bilanz gezogen wird, was im Laufe des Tages an Anfragen oder Problemen an die einzelnen Stabsmitglieder herangetragen wurde. Außerdem gibt es immer einen Sachstand für alle, wie weit die angestoßenen Projekte gediehen sind. Diese sind in den ersten Tagen von den Schulschließungen mit allen Konsequenzen und von der Organisation der Not-Kinderbetreuung durch den Eigenbetrieb Kindertagesbetreuung unter der Leitung von Astrid Weiermann geprägt. Der Aufbau eines funktionierenden und gutbesetzten Bürgertelefons liegt in den Händen von Ordnungsamtsleiter Thorsten Wünschmann und nach kleineren Anlaufschwierigkeiten können sich Hanauerinnen und Hanauer täglich von 7 bis 20 Uhr mit ihren kleinen und größeren Nöten an kompetente Ansprechpartner wenden. Aus den Anregungen, Unsicherheiten und Fragen, die hier an die Stadt herangetragen werden, entwickeln sich die nächsten Projekte: eine neue Internetseite, die von Thomas Bott quasi über Nacht erstellt werden muss, eine Hotline für Unternehmen und Selbständige, ein Angebot zur Lebensmittel-Versorgung von hilfebedürftigen Menschen, die selbst nicht mehr einkaufen gehen können, oder auch eine Beratungsstelle für Arbeitnehmer, die in der Krise Angst um ihren Arbeitsplatz haben müssen oder diesen bereits verloren haben.
 
Denn bei allen Aktivitäten und Überlegungen gibt es eine klare Marschrichtung, die der OB gleich zu Beginn ausgegeben hat. "Grundsätzlich gilt aktuell und auch sicherlich für die nächsten Wochen, dass all unser Tun unter dem Motto zu stehen hat ‚Wie können wir helfen?‘" Dabei soll die Unterstützung, so der OB weiter, "unbürokratisch, schnell und konsequent" bei den Menschen ankommen. Mit viel Engagement und Ideenreichtum setzen die Mitglieder des Krisenstabs, aber auch die städtischen Kolleginnen und Kollegen im Rathaus alles daran, diese Parole mit Leben zu erfüllen.
 
Aber auch wenig erfreuliche Entscheidungen sind zu treffen: Die Absage für alle Veranstaltungen in naher Zukunft ist nur der Vorbote für eine, die dem OB einStab 10 paar Tage später nach eigenen Worten "das Herz bluten lässt". Angesichts der Restriktionen, die es bereits gibt, und derer, die noch zu erwarten sind, ist eine professionelle Vorbereitung der Brüder Grimm Festspiele nicht vorstellbar. Die beliebte und weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Open-Air-Theaterserie wird zum ersten Mal in ihrer 36-jährigen Geschichte abgesagt.
 
Der OB, selbst rund um die Uhr erreichbar, ist nach eigenen Worten beeindruckt und dankbar für den Einsatz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Stab. Ihm ist nach eigenen Worten sehr wohl bewusst, dass diese ein überdurchschnittliches Engagement zum Wohle der Stadt zeigen. Das könnte auch noch auf eine ganz besondere Probe gestellt werden, wenn es tatsächlich eine Corona-Infektion innerhalb des Krisenstabs gäbe. "Jedem von uns hier war von Anfang an klar, dass es zu einer Quarantäne-Situation in der Feuerwache kommen kann", so Martin Bieberle als Leiter des Verwaltungsstabs. Das erklärt sich aus der Arbeitsweise des Stabs, für die sich alle Beteiligten auch in räumlicher Nähe zueinander befinden müssen, um die notwendigen kurzen Kommunikationswege zu erhalten. Bis auf ganz wenige Ausnahmen, die für den Fall einer Infektion innerhalb des Stabs in die häusliche Quarantäne entlassen würden, haben deshalb die übrigen Mitglieder bereits in der Hauptfeuerwache einen zugeteilten Spind für die persönlichen Habseligkeiten und zum Teil auch schon einen fertig gepackten Koffer, um für die ersten Tage unter Ausschluss der Öffentlichkeit gewappnet zu sein. "Dies gilt ausdrücklich auch für mich", stellt Oberbürgermeister Kaminsky klar, dass es für ihn in diesem Fall keine Sonderregelung gibt.
 
Dem Krisenstab unter der Leitung von Oberbürgermeister Claus Kaminsky, Peter Hack und Martin Bieberle gehören an (in alphabetischer Reihenfolge): Frank Bornmann, Thomas Bott, Daniel Freimuth, Lutz Hanus, Boris Henn, Jörg Herchenröder, Silke Hoffmann-Bär, Britta Hoffmann-Mumme, Andreas Jäger, Holger Kimmel, Martina Kischel, Laurine Köhler, Dominik Kuhn, Güzin Langner, Petra Lückhardt, Sebastian Mathuschik, Thomas Morlock, Uwe Niemeyer, Karl-Georg Wolff, Astrid Weiermann, Michael Wojak, Thorsten Wünschmann.

Abfallentsorgung in Hanau: Tonnenabfuhr vorerst unverändert, Sperrmüllannahme samstags, Grüngutabgabe zentral montags und donnerstags (23.03.2020 16:00 Uhr)

Der städtische Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service (HIS) versucht die gewohnte Taktung und Qualität der Abfallentsorgung aufrecht zu erhalten, solange es möglich ist. Sollte es zu einem personellen Engpass kommen, leert HIS vorrangig die Behälter für Restmüll und Bioabfall. Zusätzliche Abholtouren sind in der aktuellen Situation nicht möglich. ...
Im Stadtgebiet stehen für Papier, Pappe und Kartonagen zusätzlich 41 Abfallbehälter zur Entsorgung von Papier, Pappe und Kartonage zur Verfügung. Sie werden dreimal wöchentlich geleert. Die Standorte – auch für Altglas-Sammelbehälter – sind im Internet zu finden unter https://www.hanau.de/mam/rathaus/service/his_broschuere_glas_papiercontainer2019.pdf.
Bürgerinnen und Bürger können in der derzeitigen Situation mithelfen Abfall zum Beispiel durch Mehrwegbehälter zu vermeiden bzw. das Abfallvolumen zu verringern, indem sie etwa Kartonagen vor der Entsorgung zerkleinern.
Das gilt insbesondere für die Menschen in Großwohnanlagen. Dort schränkt HIS darüber hinaus den gewohnten Zusatz-Service ein, alle Tonnen mit Rädern und bis zu 240 Litern vom Standplatz an den Straßenrand zu bewegen. Behälter mit 700 und 1100 Litern Fassungsvermögen sind davon ausgenommen; sie werden weiterhin von HIS zum Mülllastwagen geschoben.
Sperrmüll holt HIS bereits seit einigen Tagen nicht mehr ab. Sollte sich in Großwohnanlagen Sperrmüll innerhalb des Gebäudes, auf dem Außengelände oder den Gehwegen ansammeln, fordert HIS die zuständigen Hausverwaltungen auf rasch Containerdienst mit der Abfuhr zu beauftragen. Denn wo erst einmal Sperrmüll länger liegt, fällt erfahrungsgemäß schnell weiterer an und kommt Rest- oder Biomüll hinzu, was dann Ungeziefer und Schadnager anzieht.
Als Alternative bietet HIS von Samstag 28. März, an allen Bürgerinnen und Bürgern wieder die Möglichkeit, auf dem Betriebshof in der Daimlerstraße 5 samstags von 8 bis 13 Uhr ausschließlich Sperrmüll kostenlos abzugeben. Es haben immer nur zehn Fahrzeuge von Anliefernden Einlass zum Betriebshof. Sobald ein Fahrzeug die Schranke nach draußen passiert hat, darf ein Neues einfahren.
Darüber hinaus lässt sich Grüngut ab Donnerstag, 26.März, zentral zur Annahmestelle in Klein-Auheim (Fasaneriestraße) bringen. Die Annahmestelle ist jeweils montags und donnerstags von 8 bis 14 Uhr geöffnet.
Gelbe Säcke können ab Mittwoch, 26, März, in der Einfahrt zum HIS-Betriebshof (Daimlerstraße, Einfahrt mit einer Schranke) abgeholt werden. Ein Zusatzschild am Hoftor weist auf die Box an der Stirnseite des Einsatzleiterbüros hin.

Kaminsky begrüßt neue Linien von Bund und Land (22.03.2020 18:40 Uhr)

"Jetzt haben wir endlich mehr Klarheit." Mit diesen Worten hat Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky am Sonntagabend auf die neuen Leitlinien der Bundesregierung und des Landes Hessen zur  Beschränkung sozialer Kontakte im Rahmen der Corona-Krise reagiert. Er begrüßte dabei vor allem, dass das Land Hessen jetzt auch die Öffnung von Frisörgeschäften, Tattoostudios und Fußpflegepraxen verbietet, was die Stadt Hanau bereits am Freitag beschlossen hatte. "Jetzt haben wir in Hessen endlich eine klare gemeinsame Linie." ...
Dass die Zahl der erlaubten Sozialkontakte in Hessen offenbar noch schärfer gehandhabt wird als es die Bundesregierung empfiehlt, hält Kaminsky für absolut richtig: "Unser Ziel muss es sein, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Es ist hart, auf die Nähe zu lieben Menschen verzichten zu müssen, aber je strikter wir uns daran halten, desto größer ist die Chance, dass wir sie bald wieder in die Arme schließen können."
Der Oberbürgermeister zeigte sich auch erfreut darüber, dass Bundes-Gesundheitsminister Jens Spahn seinen Gesetzentwurf zum sogenannten Rettungsschirm für Krankenhäuser unter dem Eindruck des bundesweiten Protestes und dem Einsatz der Landes-Gesundheitsminister offenbar erheblich nachbessert und die Entschädigungszahlungen höher ausfallen als ursprünglich von Spahn geplant. "Auch wenn die Details noch nicht kennen, scheint die Richtung zu stimmen", kommentierte Kaminsky. Er hatte nach Bekanntwerden der Spahn-Pläne scharfe Kritik an dem Gesetzesentwurf geübt.

Hanau beendet die „Hamsterkäufe“
Waren dürfen ab Montag nur noch in haushaltsüblichem Umfang ausgegeben werden (22.03.2020 12:00 Uhr)

Die Stadt Hanau macht im Kampf gegen die "Hamsterkäufe" Ernst: Ab Montag dürfen Waren nur noch in haushaltsüblichem Umfang an eine Person abgegeben werden. "90 Prozent der Menschen sind vernünftig, aber der kleine Teil der Unvernünftigen gefährdet zunehmend die Versorgungslage", begründet Oberbürgermeister Claus Kaminsky die entsprechende Allgemeinverfügung, die ab Montag (23. März 2020) gilt. Hanau orientiert sich dabei auch am Landkreis Marburg-Biedenkopf, der ein entsprechende Regelung bereits am Samstag auf den Weg gebracht hatte. ...

"Mit der neuen Anordnung wollen wir verhindern, dass die Ehrlichen am Ende die Dummen sind. Und wir wollen damit auch den Kassiererinnen und Kassierern den Rücken stärken", erklärt Kaminsky. Er habe am Wochenende mehrere Rückmeldungen bekommen, dass das Kassenpersonal beleidigt und angefeindet wird, wenn es "Hamsterkäufer" um Rücksichtnahme bittet. "Das ist unerträglich und muss ein Ende haben", stellt Kaminsky klar.
Hanaus Oberbürgermeister hatte "Hamsterkäufe" bereits in der vergangenen Woche als "asozial" bezeichnet und mögliche Konsequenzen angedroht. Trotzdem waren auch am Wochenende viele Regale leer – insbesondere im Hygienebereich. "Das führt dann auch dazu, dass jene, die sich tagsüber zum Beispiel um Kranke oder unsere Versorgung kümmern, nach Feierabend kein Klopapier mehr bekommen", erläutert Kaminsky: "Das ist in höchstem Maße unmoralisch."
In der Allgemeinverfügung wird die Zahl derer, die sich auf der Verkaufsfläche aufhalten dürfen, in Abhängigkeit zur Geschäftsgröße ebenso begrenzt wie die Zahl der Einkaufswagen, die insgesamt zur Verfügung stehen dürfen. Zudem darf jeder Kunde die Geschäfte nur noch mit einem Einkaufswagen betreten. "Die Geschäfte haben damit eine klare Handhabe, um die ‚Hamsterkäufe‘ zu unterbinden. Ich hoffe sehr, dass die Kassiererinnen und Kassierer damit entlastet werden und sie sich nicht mehr beschimpfen lassen müssen. Auch für sie gilt nämlich unser Credo: ‚Wir lassen niemanden allein!‘", unterstreicht der Oberbürgermeister.
Ein positives Beispiel für Rücksichtnahme und Wertschätzung haben nach Kaminskys eigenen Beobachtungen am Samstag Kunden und Beschicker des Hanauer Wochenmarkts geliefert. "Es ging da sehr geordnet zu: strukturierte Schlangen, ausreichend Abstand, Verständnis füreinander. Das war vorbildlich", lobt der Oberbürgermeister. Sein besonderer Dank gilt den Händlern, die sich auf die außergewöhnliche Lage schnell eingestellt hätten und trotz der Widrigkeiten gekommen sind. "Unser Wochenmarkt trägt seinen Teil dazu bei, dass die Lebensmittelversorgung sichergestellt bleibt. Deshalb war es auch logisch, dass wir den Beschickern bis Jahresende die Gebühren erlassen", so Kaminsky abschließend.
Die neue Allgemeinverfügung der Stadt Hanau ist im Internet unter www.corona.hanau.de in der Rubrik Rechtsgrundlagen zu finden.

Spahn-Rettungsschirm hat große Löcher: Kliniken droht Zusammenbruch OB Kaminsky: „Krankenhäuser sind das Rückgrat unserer Gesundheitsversorgung. Herr Minister, handeln Sie!“ (22.03.2020 12:00 Uhr)

Die Corona-Epidemie wütet, die Lage wird auch für die Krankenhäuser in Deutschland ernster. Die Kliniken in Hanau haben bereits vor Wochen drastische Schritte umgesetzt, um bestmöglich auf die Versorgung von Covid-19-Patienten vorbereitet zu sein. So wurde etwa vergangenen Sonntag ein Fieberzelt vor dem Klinikum Hanau aufgestellt, planbare Aufnahmen, Operationen und Eingriffe wurden abgesagt, um Kapazitäten zu schaffen. Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky: "Die Krankenhäuser haben sofort geliefert – aber jetzt plant Bundesgesundheitsminister Spahn, die Klinik-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Regen stehen zu lassen. Mit einem Rettungsschirm, der das Wort nicht verdient hat." ...

Seit Samstag liegt der Gesetzentwurf zu diesem sogenannten Rettungsschirm vor. Danach sind die Finanzhilfen für die von der Politik geforderten zusätzlichen Intensivplätze viel zu niedrig angesetzt. Weiterhin soll es keine finanzielle Unterstützung für die hohen Mehrkosten für die persönlichen Schutzausrüstungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geben. Das Ministerium verlangt von den Krankenhäusern, dass in einem Klein-Klein mit den Krankenkassen die Personalkosten für Krankenschwestern und Pflegern ausgehandelt werden sollen. OB Kaminsky: "Das ist bürokratisch und technokratisch."
Er drückt den Gesundheitsministerinnen und Ministern der Länder, die am heutigen Sonntag mit dem Bundesgesundheitsminister über den Gesetzentwurf sprechen die Daumen und fordert Minister Spahn auf: "Handeln Sie! Es kann nicht sein, dass in einer nie dagewesenen Krise Unterstützung versprochen wird – und dann ein existenzbedrohendes Rettungsschirmchen aufgespannt werden soll. Die Krankenhäuser sind das Rückgrat unseres Gesundheitssystems, wir müssen gerade jetzt denen helfen, die uns helfen."

Ein klares Signal der Wertschätzung
Kampagne #hanauhelden ab sofort online (22.03.2020 09:10 Uhr)

Mit einer Kampagne in den Sozialen Medien macht die Stadt Hanau auf die zahlreichen Menschen aufmerksam, die häufig unbemerkt von der Öffentlichkeit ihre aktuell lebensnotwendige Arbeit für die Allgemeinheit tun. Unter #hanauhelden bekommen sie ab sofort auf Instagram und Facebook ein Gesicht. Der Kassierer im Supermarkt, die Kranken- und Gesundheitspflegerin auf der Intensivstation, der Taxifahrer, Stadtpolizist und viele andere mehr erzählen hier ihre Geschichte ...

Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky ist begeistert: "Sie sind die, die den Laden jetzt am Laufen halten. Vieles, was wir unter normalen Umständen für völlig selbstverständlich halten, machen sie aktuell überhaupt möglich. Dafür wollen wir ihnen mit dieser Kampagne ‚Danke‘ sagen." Es könne nicht angehen, so Kaminsky weiter, dass sich Mitarbeitende in Drogeriemärkten sogar noch beschimpfen lassen müssten, weil sie nicht schnell genug das Toilettenpapier auffüllten. Oder das Pflegepersonal im Altenheim auf das Unverständnis von Angehörigen zum Besuchsverbot stoße. "Wir wollen damit auch ein klares Signal in Richtung Wertschätzung für diese ganzen Berufsgruppen schicken. Aus diesem Verständnis heraus finden wir die Entscheidung des Lebensmittelhandels, der Forderung nach einer Sonntagsöffnung nicht nachzukommen, nachvollziehbar und begrüßen sie. Die Mitarbeitenden gehen schon jetzt häufig an ihre Grenzen und brauchen Ruhepausen." Dass ein großer Teil der Bevölkerung indes wisse, was all diese Menschen in der Coronakrise zu leisten bereit sei, zeigten viele kleine Beispiele. Dazu gehöre, dass sich immer mehr Kunden nach dem Einkauf an der Kasse bedankten oder dass um 21 Uhr zahlreiche Bürgerinnen und Bürger ans Fenster oder auf den Balkon stellten und den Helden applaudierten. Eins, das ihm besonders aufgefallen sei, sei das einer Hanauer Familie, die trotz der aktuell ausgesetzten Kinderbetreuung freiwillig die Gebühren weiterzahlen wolle. "Für Familie Dotzauer ist das ein Akt der Solidarität. Sie wollten damit nach eigener Aussage auch ihre Dankbarkeit an die ausdrücken, die nun das Notprogramm stemmen. Das finden wir einfach großartig. Und genau in dieser Logik steht auch unsere Kampagne #hanauhelden." Solidarität sei etwas, das die Gesellschaft jetzt mehr denn je brauche.
Wer noch weitere Helden des Alltags kennt, kann diese gerne auf hanauhelden@hanau.de benennen. Benötigt werden Name, Mobilnummer und Arbeitsort. Nur nicht vergessen, dass die potenziellen Kandidaten vorher nach ihrer Genehmigung gefragt werden.
Die Hanau Helden sind zu finden auf www.helden.hanau.de, www.facebook.com/hanauerleben, www.instagram.com/hanau_erleben.
#hanaustehtzusammen #hanauhelden

„Größtmögliche Fürsorge für die Menschen unserer Stadt“
OB Kaminsky begründet restriktives Vorgehen und Schließungen (21.03.2020 15:30 Uhr)

„Unser Ziel ist die größtmögliche Fürsorge für die Menschen unserer Stadt“, erklärt Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky am Samstag die ergänzende Allgemeinverfügung, mit der die Stadt Hanau die Vorgaben der Landesverfügung präzisiert und mit eigenen restriktiven Regelungen darüber hinaus geht. „Wir halten daran fest, dass Nagel- und Tattoostudios, Kosmetikstudios, Sonnenstudios sowie Friseurgeschäfte und Blumenläden in Hanau bis auf weiteres geschlossen bleiben müssen. Auch Tabak- und E-Zigarettenläden dürfen mindestens bis zum 19. April nicht öffnen.“ Das Land hatte an dieser Stelle mehr Ausnahmen zugelassen. ...

Hanaus OB sieht allerdings vor allem auch durch die Nähe zur bayrischen Landesgrenze für die Stadt besonderen Handlungsbedarf, da im Nachbarbundesland weit strengere Auflage gelten. Die Tatsache, dass an Feiertagen, die nur in Bayern gelten, ein erhebliches Einpendeln nach Hanau zu beobachten ist, lässt Kaminsky befürchten, dass sich ähnliches auch dann entwickeln könnte, wenn in Hanau mehr Freiräume geboten würden als beispielsweise in Aschaffenburg. „Das würde zu einem heutzutage unerwünschten Einkaufs-Tourismus führen.“
Mit den neuen Regelungen soll eine generelle Ausgangssperre überflüssig gemacht werden. In der Verfügung der Stadt wird ausgeführt, dass alle Maßnahmen erforderlich sind, um eine weitere Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen. Der derzeit zu beobachtende rasante Anstieg der Infektionsfälle erfordert nach den Worten des OB, dass neue Ansteckungen so wie möglich minimiert werden. „Dafür ist es notwendig, jeglichen vermeidbaren Kontakt zu unterbinden.“
Die Distanz zu anderen Menschen sei der beste Schutz vor einer möglichen Infektion mit dem Corona-Virus und damit sei die Maßgabe derzeit, soziale Kontakte zu vermeiden, wo immer dies möglich ist. Diesem Ziel geschuldet ist auch die Anordnung, dass nur noch Zusammenkünfte von bis zu fünf Menschen möglich sind.
Deswegen müssen seit Samstag mittag auch alle Restaurants, Gaststätten, Imbissgeschäfte und Eisdielen in Hanau schließen. Erlaubt sind seither lediglich der Verkauf der Speisen und Getränke zum Mitnehmen, sofern sehr strenge Hygienevorschriften eingehalten werden können, sowie gastronomische Lieferdienste für den täglichen Bedarf nach telefonischer oder elektronischer Bestellung. „Es gab in den letzten Tagen, wenn neue Verordnungen veröffentlicht werden, immer wieder mal verwirrende Interpretationen oder irreführende Auslegungen. Dem wollen wir mit der klaren Benennung der erlaubten Dienstleistungen und Angebote entgegentreten“, macht der OB deutlich, dass in Hanaus alles geschlossen ist, was entweder in der städtischen Allgemeinverfügung oder in der Landesverordnung verboten ist. Auf der Internetseite der Stadt Hanau www.corona-hanau.de können alle Verordnungen und Verfügungen eingesehen werden.
Weiterhin dürfen in Hanau Geschäfte zur Allgemeinversorgung öffnen.
Dazu zählen Lebensmitteleinzelhandel (auch Reformhäuser und Feinkostgeschäfte), Getränkemärkte, Bäckereien, Drogerien, Apotheken, Sanitätshäuser, Tankstellen, Poststellen, Banken-und Sparkassen, Waschsalons, Reinigungen, Zeitungsverkauf, Baumärkte, Gartenbau- und Tierbedarfsmärkte sowie der Großhandel, Kioske, Zeitungsverkauf und der Wochenmarkt (ohne Tische und Bänke). Alle Aufenthaltsbereiche in den Geschäften müssen aber geschlossen bleiben. Weiterhin gelten für alle noch öffnenden Geschäfte strenge Auflagen zur Steuerung des Zutritts, zur Vermeidung von Warteschlangen und für Hygienemaßnahmen gemäß einer von der Stadt Hanau zu erlassenen Hygieneverordnung, die sich an den Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes orientiert.

„Bleibt Ihr für uns zuhause!“
Beistand und Unterstützung dank Hilfsangeboten und Aktionen (20.03.2020 17:27 Uhr)

Ein weiterer Versuch, die Aufforderung zum Abstandhalten mit Nachdruck unter die Menschen zu bringen, geht von verschiedenen Krankenhaus-Teams aus, die Fotos mit der klaren Aufforderung „Wir bleiben für Euch da – Bleibt Ihr für uns Zuhause!“ in den Sozialen Medien teilen. Daran beteiligen sich auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Klinikums Hanau und des Sankt Vinzenz Krankenhauses. „Diese Challenge ist mehr als nur ein unterhaltsamer Zeitvertreib“, unterstreicht OB Kaminsky, dass es unbedingt notwendig ist, durch den Verzicht auf persönliche Kontakte der Verbreitungsgeschwindigkeit der Krankheit entgegenzutreten.
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Dass räumliche Distanz und motivierender Beistand kein Gegensatz sein müssen, davon ist der Hessische Musikverband überzeugt und hat deshalb für Sonntag (22. März) eine Aktion „Musik vom Balkon“ initiiert. Musiker und alle, die sich beteiligen wollen, sollen um 18 Uhr ihr Instrument nehmen und als Zeichen der europäischen Verbundenheit zum Auftakt die Europahymne „Freude schöner Götterfunken“ spielen und anschließend alles, „was leicht von Lippen und Fingern geht“, so der Aufruf des Verbands. Und wer kein Instrument beherrscht, der soll einfach singen und so dazu beitragen, dass die Musik vom Balkon oder Fenster zu den Menschen kommt.
Angelaufen ist auch ein Bringdienst der Stadt Hanau, der Hanauer Bürgerinnen und Bürger die notwendigsten Waren des täglichen Lebens ins Haus liefert. „Dieses Angebot richtet sich an alle, die sonst keine Möglichkeit haben, selbst einzukaufen oder einkaufen zu lassen,“ stellt der OB klar, dass es sich hier nicht um ein Komfortangebot handelt, sondern um Unterstützung in einer schwierigen Lebenslage. Auf der Corona-Internetseite der Stadt ist unter www.corona-hanau.de sowohl ein Bestellformular herunterzuladen als auch eine Liste der Waren zu finden, die in den Lieferservice fallen. Daneben gibt es auch in einigen Stadtteilen bereits organisierte Nachbarschaftshilfe von Vereinen und anderen Institutionen. Auch diese Übersicht ist auf der Homepage zu finden. Da es bereits vorgekommen ist, dass Betrüger versuchen, die Not mancher Menschen auszunutzen, mahnt OB Kaminsky zur Skepsis und Vorsicht bei Hilfeangeboten von völlig Fremden: „Wenn Sie entsprechende Hinweise erhalten, prüfen Sie bitte immer sehr genau, ob der Absender vertrauenswürdig ist.“
Noch unübersichtlich und wenig konkret ist derzeit die Lage der Hilfsangebote von Bund und Land für Unternehmen, Handel und Gastronomie. Deshalb arbeitet die Stadt Hanau daran, den heimischen Marktteilnehmern klare Leitplanken zu geben. Damit die Hanauer Händler und Gastronomen über Themen wie Kredite, Kurzarbeit und Überbrückungsangebote durch KFW, KCA (Kommunales Center für Arbeit) und weitere klare Aussagen bekommen, werden von Anfang kommender Woche an direkte Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Auf der Homepage corona-hanau.de finden alle Interessierten dann einen direkten Zugang.
Hanau Marketing GmbH und Hanau Marketing Verein haben sich gemeinsam darauf verständigt, dass alle geplanten Handelsaktionstage für dieses Jahr ausgesetzt werden. Doch zum Krisenmanagement der Stadt Hanau gehört nicht nur, die aktuelle Hilfe zu organisieren, sondern auch, den „Tag 1 nach Corona“ gemeinsam zu gestalten. Mehmet Kandemir, 1. Vorsitzender des Hanau Marketing Vereins begrüßt, dass die Stadt Hanau das Heft des Handelns in die Hand nimmt: „Wir brauchen jetzt eine Perspektive und klare Handreichungen.“ Kandemir: „Die Unsicherheit ist groß. Die Hanauer Wirtschaft steht zusammen, die Stadt hilft uns, für die Bürger auch nach der Krise da zu sein. Jetzt an einem Programm für die Zukunft zu arbeiten, ist der richtige Weg.“

Presse-Kontakt: Magistratspressesprecherin Güzin Langner, Tel.: 06181-295 929, E-Mail: oeffentlichkeitsarbeit@hanau.de

Gaststätten und Restaurants müssen schließen
Hanau erlaubt Zusammenkünfte nur noch mit fünf Personen (20.03.2020 17:11 Uhr)

Abstand halten ist derzeit das Gebot der Stunde, denn die vernünftige Distanz zu anderen Menschen ist der beste Schutz vor einer möglichen Infektion mit dem Corona-Virus. „Leider ist zu beobachten, dass bei einigen Mitmenschen der Ernst der Lage und die Bedeutung noch nicht angekommen sind,“ erklärt Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky den Grund, dass Hanau die Regelungen ab Samstag mittag verschärft. So sind ab 12 Uhr nur noch Zusammenkünfte von bis zu fünf Menschen erlaubt, um die Ansteckungsgefahr so weit wie möglich zu reduzieren. ...

„Ausgangssperren können nur das allerletzte Mittel sein, wenn alles andere ausreichend greift“, so Kaminsky und betont, dass aber die Zahl der Neuinfektionen unbedingt gebremst werden muss. Ein Blick nach Italien zeige, warum es so immens wichtig sei, das Gesundheitssystem nicht zu überlasten. „Wenn sich alle an die Regeln halten und es uns gelingt, die sozialen Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren, können wir auf Ausgangssperren verzichten,“ macht der Hanauer OB deutlich, dass es hier darum geht, Menschenleben zu schützen und zu retten.
Mit der neuen Verfügung soll eine generelle Ausgangssperre überflüssig gemacht werden. Deswegen müssen ab Samstagmittag auch alle Restaurants, Gaststätten, Imbissgeschäfte und Eisdielen in Hanau schließen. Bisher galt, dass sie unter strengen Hygieneauflagen noch von 6 bis 18 Uhr geöffnet bleiben durften. Nach 18 Uhr durften sie Speisen und Getränke nur noch zum Mitnehmen verkaufen. Mit der neuen Allgemeinverfügung gilt, dass die Betriebe nur noch gastronomische Lieferdienste für den täglichen Bedarf nach telefonischer oder elektronischer Bestellung erbringen dürfen.
Schließen müssen in Hanau mit der neuen Regelung auch alle Nagel- und Tattoostudios, Kosmetikstudios, Sonnenstudios sowie Friseurgeschäfte.
„Jeder Tag zählt, weil die Zahl der Infektionen exponentiell zunimmt“, macht der Hanauer OB deutlich, dass ein einfacher Blick auf die ansteigende Kurve der Infektionen zeigt, wie essentiell wichtig es ist, dass alle Maßnahmen zur Verlangsamung der Ausbreitung schnell greifen und umfassend wirken. Am Freitagvormittag hatten deswegen der Städtetag und der Landkreistag um Unterstützung vonseiten der Landesregierung gebeten. „Eine Verschärfung der Regelungen und damit weitere Einschränkungen in der individuellen Bewegungsfreiheit sind unumgänglich“, weiß sich der Hanauer OB einig mit den anderen Mitgliedern des Hessischen Städtetags.
Diese hatten sich in einer Telefonkonferenz darauf geeinigt, die rechtliche Verschärfungen noch heute in ihren Städten auf den Weg zu bringen. „Wir stehen vor einer Herausforderung, die der Staat nicht allein bewältigen kann. Eine Krise dieser Dimension können nur alle Menschen gemeinsam überwinden“, nimmt OB Kaminsky jeden einzelnen in die Pflicht, durch sein verantwortungsbewusstes Verhalten einen Beitrag zu leisten und die sozialen Kontakte auf ein absolutes Minimum zu reduzieren. "Aber es ist leider so, dass wir offenbar ohne Verbote nicht erreichen, dass das Vernünftige getan wird."
Mittags kündigte die Landesregierung dann an, strengere Maßnahmen auch landesseitig auf den Weg zu bringen. In einer Telefonkonferenz zwischen dem Ministerpräsidenten sowie den Landräten und Oberbürgermeistern wurde dies präzisiert.
Einhellig wurde in Hanau die Entscheidung getroffen, Regelungslücken der Landesverordnung direkt vor Ort zu schließen und beispielsweise auch Nagel-, Tattoo- und Kosmetikstudios nicht länger geöffnet zu lassen.
Weiterhin dürfen in Hanau Geschäfte zur Allgemeinversorgung öffnen. Dazu zählen Supermärkte, Bäckereien, Drogerien, Apotheken, Sanitätshäuser, Tankstellen, Poststellen, Waschsalons, Reinigungen, Zeitungsverkauf, Baumärkte, Gartenbau- und Tierbedarfsmärkte sowie der Großhandel, Kioske und der Wochenmarkt (ohne Tische und Bänke). Alle Aufenthaltsbereiche in den Geschäften müssen aber geschlossen bleiben. Weiterhin gelten für alle noch öffnenden Geschäfte strenge Auflagen zur Steuerung des Zutritts, zur Vermeidung von Warteschlangen und für Hygienemaßnahmen gemäß einer von der Stadt Hanau zu erlassenen Hygieneverordnung, die sich an den Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes orientiert.“

Presse-Kontakt: Magistratspressesprecherin Güzin Langner, Tel.: 06181-295 929, E-Mail: oeffentlichkeitsarbeit@hanau.de

Festspiele, Märchenfest und Lamboyfest 2020 abgesagt (20.03.2020 13:15 Uhr)

OB verweist auf verantwortlichen Umgang mit Steuergeldern
Die Brüder Grimm Festspiele 2020 finden angesichts der Corona-Krise nicht statt. Das hat Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky am Freitag in Absprache mit Festspiel-Intendant Frank-Lorenz Engel entschieden. „Mir blutet bei dieser Entscheidung das Herz. Aber es gibt leider keine Hinweise, dass eine professionelle Vorbereitung in absehbarer Zeit möglich ist. Diese ist aber für die hohe künstlerische Qualität, die unsere Festspiele auszeichnen, unabdingbar“, begründet der Oberbürgermeister.  Die Festspiele waren eigentlich für den Zeitraum 15. Mai bis 27. Juli geplant. „Wir hätten übernächste Woche mit den Proben beginnen wollen – das ist aufgrund der aktuellen Lage schlichtweg nicht machbar“, ergänzt Intendant Engel. ...

„Dass inzwischen sogar der Hessentag Mitte Juni abgesagt worden ist, zeigt nachdrücklich, wie schwer es derzeit ist, Veranstaltungen in der Zukunft zu planen“, führt Kaminsky weiter aus. Da nicht absehbar sei, wie lange das öffentliche Leben lahmgelegt ist und wie lange Verbote und Anordnungen gelten werden, gleiche jede Prognose einem Blick in die Glaskugel. „Deshalb prüfen wir derzeit sehr genau, wo wir Steuergeld für Planungen von Veranstaltungen ausgeben, deren Realisierung ungewiss ist“, so der OB. Kaminsky hat deshalb am Freitag auch entschieden, dass das Hanauer Märchenfest (geplant für 9. und 10. Mai) und das Lamboyfest (geplant für 12. bis 14. Juni) in diesem Jahr ausfallen müssen. „Damit ist keine Aussage getroffen, dass wir im Mai oder Juni noch in dieser Lage sein werden, aber es wäre verantwortungslos, wenn wir die Entscheidungen, die für die Durchführungen dieser Veranstaltungen jetzt zu fällen sind und die unmittelbar weitere Kosten ausgelöst hätten, treffen würden“, begründet Kaminsky.
Oberbürgermeister und Intendant sagen aber zu, dass sie das Ensemble der Festspiele nicht im Regen stehen lassen werden: „Wir haben versprochen, dass wir in dieser Krise niemanden alleine lassen – wir werden kulante Lösungen für das Team finden.“ Engel will darüber hinaus prüfen, ob die für dieses Jahr geplanten Stücke („Das Tapfere Schneiderlein“, „Der Rattenfänger von Hameln“, „Schneeweißchen und Rosenrot“, „Der zerbrochne Krug“ und „Das kunstseidene Mädchen“) in die Saison 2021 verschoben werden können. Abgesagt wurden auch die Gastspiele der Festspiele in Bonn und in München.
Für die Brüder Grimm Festspiele 2020 wurden bislang im Vorverkauf rund 33.000 Karten verkauft. Ein nicht unerheblicher Teil davon wäre ohnehin weggefallen, nachdem das Hessische Kultusministerium entschieden hat, dass die Schulen nach ihrer Wiederöffnung bis zum Schuljahresende keine Ausflüge mehr unternehmen dürfen. „Wie mit den bereits gekauften Karten umgegangen wird, werden wir in den nächsten Tagen klären“, bitten Kaminsky und Engel um etwas Geduld.

Presse-Kontakt: Magistratspressesprecherin Güzin Langner, Tel.: 06181-295 929, E-Mail: oeffentlichkeitsarbeit@hanau.de

„Ein Zeichen der Wertschätzung und Anerkennung“ Applaus für besonderen Einsatz / Neue Homepage am Start (19.03.2020 17:20 Uhr)

"Die Welt lebt von Menschen, die mehr tun als ihre Pflicht." Dieses Zitat des Schauspielers Ewald Balser beschreibt die aktuelle Situation nach den Worten von Oberbürgermeister Claus Kaminsky perfekt. "Dabei finden sich die Frauen und Männer, die sich über die Pflicht hinaus engagieren, bei der Polizei ebenso wie bei den Rettungs- und Pflegekräften bis hin beim Personal, das in den Supermärkten dafür sorgt, dass die Versorgung auch in diesen schwierigen Zeiten funktioniert, oder in der unmittelbaren Nachbarschaft." Als eine tolle Geste der Wertschätzung bezeichnet der OB deshalb die Aktion "Wir applaudieren unseren #Coronahelden", die derzeit in den sozialen Medien für Aufmerksamkeit sorgt. Im Mittelpunkt steht dabei die Verabredung, als Dank für diesen Einsatz im Interesse der Gemeinschaft jeden Abend um 21 Uhr am geöffneten Fenster oder auf dem Balkon laut zu klatschen und zu jubeln. "Auch in unserer Stadt wird unter dem Motto ‚Hanau applaudiert mit - Wir danken allen Helfern!‘ dazu aufgerufen und es wäre ein schönes Zeichen, wenn sich möglichst viele einreihen," hofft Kaminsky auf eine rege Beteiligung in der Hanauer Bürgerschaft, nachdem in den letzten Tagen in einigen Straßenzügen bereits lauter Applaus zu hören war. "Wir müssen zwar Abstand halten, aber dieses lautstarke Signal verbindet auch über alle räumliche Distanz hinweg." ...
Mit jedem Tag, der vergeht, wächst das Bedürfnis in der Bevölkerung nach Information und Unterstützung. "Wir lassen jetzt in der Krise niemanden allein mit seinen Sorgen und Nöten", erläutert OB Kaminsky. Eine neue Homepage, die alle Hinweise und Hilfsangebote bündelt, ist am Donnerstagnachmittag an den Start gegangen. "Unter www.corona.hanau.de sind ständig aktualisierte Informationen ebenso zu finden wie eine umfangreiche Linksammlung mit weiterführenden Erklärungen und grundsätzliche Informationen in verschiedenen Sprachen. Die bereits etablierte Seite wurde jetzt überarbeitet und erweitert.
 
Dort finden auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Hinweise, welche Hilfsangebote es für sie gibt und wo sie Unterstützung finden können, falls sie jetzt von Jobverlust bedroht sind. "Im Zuge unserer Sorgekultur für unsere Bürgerinnen und Bürger bereiten wir derzeit zusätzlich eine telefonische Hotline vor", so der OB. Wie er weiter erklärt, wird dort von Anfang nächster Woche an ein eigens dafür zusammengestelltes Team als erste Anlaufstelle bereitstehen. Zu den Aufgaben dieser Gruppe gehört das Aufnehmen der konkreten Fälle und nach einer ersten Einschätzung auch die Weiterleitung an das Kommunale Center für Arbeit oder die Arbeitsagentur.
 
Weitergehende Hinweise rund um das Thema Corona gibt es auch auf der städtischen Homepage www.corona.hanau.de. Der Internetauftritt wird ständig aktualisiert. Neben aktuellen Angaben zur städtischen Lage, etwa Schließungen öffentlicher Einrichtungen, veränderter Öffnungszeiten, verschobener und abgesagter Veranstaltungen, sind dort auch wichtige Rufnummern und Informationen zu medizinischen Fragestellungen aufgelistet. Darüber hinaus führen Links zu weiterführenden, offiziellen Internetseiten. Veranstalter und Vereinen können an stab-corona@hanau.de Absagen und Verschiebungen melden – auch diese werden auf der städtischen Internetseite veröffentlicht. Informationen liefert die Stadt auch via Twitter (@Brueder_Grimm).
 
Ab sofort hat die Stadt Hanau unter der Telefonnummer 06181/ 6764117 ein Bürgertelefon geschaltet, das am Wochenende jeweils von 9 bis 18 Uhr und ab Montag von 7 bis 18 Uhr erreichbar ist. Wichtiger Hinweis: Medizinische Fragen werden dort nicht beantwortet – hierzu wenden sich Bürgerinnen und Bürger an die Hotline des Main-Kinzig-Kreises (06051-8510000) oder im Notfall an den Ärztlichen Bereitschaftsdienst 116 117 beziehungsweise an den Hausarzt.

Hanau organisiert Lieferservice für in Not geratene Bürger OB Kaminsky: „Auch in der Corona-Krise lassen wir keinen allein“ (19.03.2020 16:42 Uhr)

Mit einem kommunalen Lieferservice will die Stadt Hanau während der Corona-Krise die Versorgung von Bürgern sicherstellen, die sich in einer Notlage befinden, in ihrer Mobilität eingeschränkt sind und keine Hilfe haben oder wegen Quarantänemaßnahmen die Wohnung nicht verlassen können. Der Service startet am Freitag, 20. März, und soll die Grundversorgung der Betroffenen sicherstellen.
 
Getreu dem Motto "Hanau lässt keinen allein" solle dafür gesorgt werden, dass sich auch die am stärksten von den Einschränkungen Betroffenen keine Sorgen um die Bewältigung des Alltags machen müssen, erklärt dazu Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky in einer Pressemitteilung. Der Lieferservice wird von der Stadt in Kooperation mit Rewe Markt Cifci organisiert und koordiniert. ...
Dabei gehe es nicht darum, den bereits bestehenden Lieferdiensten Konkurrenz zu machen, erklären dazu Barbara Battenhausen und Bernd Michel von der Stadt, die das Projekt leiten. Der Service sei vor allem als Notdienst gedacht, insbesondere für ältere Menschen, denen dieses System bisher fremd ist, die alleinstehend sind oder sich das eigenständige Einkaufen nicht zutrauen.
 
Die Abwicklung soll dabei möglichst einfach und unkompliziert ablaufen. Die betroffenen Personen können sich beim speziell gebildeten Versorgungsteam per Telefon unter 06181-2958130 oder per E-Mail an versorgung@hanau.de melden und mit der Stadt Kontakt aufnehmen. Das Versorgungsteam ist ab Freitag, 20. März, montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr und samstags von 9 bis 13 Uhr telefonisch erreichbar.
 
Hier wird dann die Bestellung aufgenommen, wobei eine Notfall-Produktauswahl angeboten wird, die auch vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe als Grundversorgung vorgeschlagen wird. Die Produktliste, die zudem im Internet www.corona.hanau.de einsehbar ist, umfasst dabei unter anderem Nudeln, Konserven, Obst, Gemüse und auch Drogerieartikel. Die Bestellung wird dann mit Hilfe des Supermarktes zusammengestellt und am Folgetag von Mitarbeitern der Stadt Hanau an die Betroffenen geliefert.
 
Dabei wird ebenfalls streng auf die Hygiene-Empfehlungen geachtet. Ein direkter Kontakt zwischen Helfer und Kunden ist nicht vorgesehen. "Wir stellen uns das so vor, dass der Helfer die Ware vor die Tür stellt, klingelt und dann in entsprechendem Abstand wartet, bis der Besteller die Lieferung angenommen hat. Aus diesem Grund wird die Bestellung auch nicht an der Haustür kassiert. Die Stadt Hanau finanziert die Bestellung vielmehr im voraus und schickt dann eine Rechnung an die Besteller", erläutert Bernd Michel.
 
"Leider können wir durch die aktuelle Lage, die durch die verantwortungslosen Hamsterkäufer entstanden ist, keine konkreten Produkte mit definierten Preisen anbieten", so Barbara Battenhausen. Vielmehr sei auf der Produktliste jeweils ein Mindest- und ein Höchstpreis pro Produkt vermerkt, wobei garantiert werde, dass jeweils das günstigste verfügbare Produkt geliefert wird.
 
Zusätzlich gibt es ein Angebot mit zahlreichen Tiefkühl-Fertiggerichten eines externen Anbieters, das vor allem für Menschen gedacht ist, die nicht mehr selbst kochen können. Außerdem findet man auf der Internetseite oder als Beratung am Telefon Hinweise auf Restaurants, die auch außerhalb der begrenzten Öffnungszeiten fertige Mahlzeiten zum Abholen oder als Lieferservice anbieten, wobei auch hier das Versorgungsteam der Stadt Hilfestellung leisten kann.
 
"Für uns ist wichtig, dass sich niemand in dieser Stadt Sorgen machen muss, mit seinen Problemen allein da zu stehen", so Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky zu dem außergewöhnlichen Angebot. Man denke dabei vor allem an Menschen, die keine andere Hilfsmöglichkeit finden. In diesem Zusammenhang lobt der OB aber auch die zahlreichen Initiativen von Vereinen, Organisationen, Privatpersonen und Nachbarn, die Hilfe anbieten und sich solidarisch um ihre Mitbürger kümmern. Nach der schrecklichen Terrornacht des 19. Februar habe die Losung gelautet "Hanau steht zusammen". Dies spüre man jetzt auch in der Corona-Krise und das mache dankbar und stolz, so der Oberbürgermeister abschließend.

Weitergehende Hinweise rund um das Thema Corona gibt es auch auf der städtischen Homepage www.corona.hanau.de. Der Internetauftritt wird ständig aktualisiert. Neben aktuellen Angaben zur städtischen Lage, etwa Schließungen öffentlicher Einrichtungen, veränderter Öffnungszeiten, verschobener und abgesagter Veranstaltungen, sind dort auch wichtige Rufnummern und Informationen zu medizinischen Fragestellungen aufgelistet. Darüber hinaus führen Links zu weiterführenden, offiziellen Internetseiten. Informationen liefert die Stadt auch via Twitter (@Brueder_Grimm).
 
Die Stadt Hanau hat unter der Telefonnummer 06181/ 6764117 ein Bürgertelefon geschaltet, das täglich von 7 bis 20 Uhr erreichbar ist. Wichtiger Hinweis: Medizinische Fragen werden dort nicht beantwortet – hierzu wenden sich Bürgerinnen und Bürger an die Hotline des Main-Kinzig-Kreises (06051/8510000), an die Nummer des Landes Hessen (0800/5554666) oder im Notfall an den Ärztlichen Bereitschaftsdienst 116 117 beziehungsweise an den Hausarzt. Menschen, die Probleme mit Versorgung haben, können sich bei der Stadt Hanau unter 06181/2958130 melden.

„Die Einrichtung einer Schutzzone war dringend erforderlich“: Schleusenzelt am Klinikum Hanau ist seit 48 Stunden im Betrieb (19.03.2020 15:36 Uhr)

Rund 2.500 Personen wurden innerhalb der ersten 48 Stunden im Schleusenzelt vor dem Klinikum Hanau gezählt. "Das dokumentiert besser als alles andere, wie dringend geboten der Aufbau einer Schutzzone zwischen Klinik- und Außenbereich war," kommentiert Oberbürgermeister Claus Kaminsky die ersten Erfahrungen. Seit Dienstag nachmittag ist die Absperrung aus Bauzäunen rund um das Gelände des Klinikums Hanau geschlossen und das Areal damit ausschließlich über den kleinen Parkplatz zugänglich. Auch am das Sankt Vinzenz Krankenhaus ist am Donnerstag ein Zugang mit einer solche Schleusenfunktion in Betrieb gegangen. "Normalerweise können die Gebäude des Klinikums über 80 unterschiedliche Zugänge betreten werden", so Oberbürgermeister Claus Kaminsky. Damit sei bisher die Überprüfung eines potentiellen Infektionsrisikos kaum möglich gewesen. ...

Auch wenn es zu Verzögerungen beim Betreten des Areals führen kann: Zum Schutz aller muss künftig jede und jeder, die oder der auf das Gelände will, im Schleusenzelt zunächst vier Fragen nach eventuellen Kontakten mit Infizierten, Aufenthalten in Risikogebieten oder auch Krankheitssymptomen beantworten. Anhand der Antworten kann das Klinikpersonal eine Risikoabschätzung treffen, bevor der Zugang gewährt wird. Dieses Procedere betrifft die wenigen, noch zugelassenen Besucherinnen und Besucher ebenso wie einbestellte Patientinnen und Patienten oder externe Dienstleister. "Wer einen Termin im Klinikum hat, sollte deshalb ein Zeitpolster einplanen, denn es gibt keine bevorzugte Behandlung", bittet OB Kaminsky um Verständnis für die Maßnahme.
 
Je nachdem, ob Kontakt zu einer positiv getesteten Person bestand oder es ein Aufenthalt einem Risikogebiet gab, ob es Symptome gibt oder andere Beschwerden vorliegen, dürfen die Menschen das Gelände betreten oder werden ans Gesundheitsamt verwiesen.
 
"Es würde allen das Leben erleichtern, wenn wir den Ärztlichen Bereitschaftsdienst auslagern könnten", erklärt OB Kaminsky seinen jüngsten Vorstoß beim hessischen Sozialminister Kai Klose für einen Umzug der Einrichtung ins Hans-Böckler-Haus. Dies würde gleichzeitig das Schleusenzelt entlasten, ohne das Infektionsrisiko zu erhöhen, und wäre dennoch nah genug am Klinikum für die notwendige Zusammenarbeit. Der Ärztliche Bereitschaftsdienst (116 117) ist neben den niedergelassenen Ärzten und dem Gesundheitsamt die Anlaufstelle für alle, die Symptome verspüren und den Umgang damit abklären wollen.
 
"Wir haben auch auf unserer Homepage www.corona-hanau.de die wichtigsten Fragen rund um das Corona-Virus beantwortet", weist Hanaus OB auf eine verlässliche Informationsquelle für Hanauer Bürgerinnen und Bürger hin. "Dort sind auch die wesentlichen Verhaltensregeln für den Fall, dass die Gefahr einer Ansteckung besteht, zu finden." Grundsätzlich gelte aber, dass der Verzicht auf vermeidbare Sozialkontakte die wichtigste Maßgabe sei, die es zu beachten gilt.
 
Weitergehende Hinweise rund um das Thema Corona gibt es auch auf der städtischen Homepage www.corona.hanau.de. Der Internetauftritt wird ständig aktualisiert. Neben aktuellen Angaben zur städtischen Lage, etwa Schließungen öffentlicher Einrichtungen, veränderter Öffnungszeiten, verschobener und abgesagter Veranstaltungen, sind dort auch wichtige Rufnummern und Informationen zu medizinischen Fragestellungen aufgelistet. Darüber hinaus führen Links zu weiterführenden, offiziellen Internetseiten. Informationen liefert die Stadt auch via Twitter (@Brueder_Grimm).
Die Stadt Hanau hat unter der Telefonnummer 06181/ 6764117 ein Bürgertelefon geschaltet, das täglich von 7 bis 20 Uhr erreichbar ist. Wichtiger Hinweis: Medizinische Fragen werden dort nicht beantwortet – hierzu wenden sich Bürgerinnen und Bürger an die Hotline des Main-Kinzig-Kreises (06051/8510000), an die Nummer des Landes Hessen (0800/5554666) oder im Notfall an den Ärztlichen Bereitschaftsdienst 116 117 beziehungsweise an den Hausarzt. Menschen, die Probleme mit Versorgung haben, können sich bei der Stadt Hanau unter 06181/2958130 melden.

Stadtwerke Hanau und Hanau Netz GmbH: Energie- und Trinkwasserversorgung ist weder gefährdet noch beeinträchtigt

"Kundinnen und Kunden müssen sich keine Sorgen machen. Die Energie- und Trinkwasserversorgung in Hanau ist auch in der jetzigen Corona-Krise weder gefährdet noch beeinträchtigt." Das versichern Martina Butz, Geschäftsführerin der Stadtwerke Hanau, und Adrian Szabo, Geschäftsführer der Stadtwerke-Tochter Hanau Netz GmbH. Die beiden kommunalen Unternehmen sind "gut aufgestellt", um in allen Sparten Strom, Gas, Wasser und Wärme arbeitsfähig zu sein, bekräftigen sie. ...

Dennoch haben die Stadtwerke und der lokale Netzbetreiber gemeinsam umfangreiche Schritte in die Wege geleitet, um die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Corona-Virus zu verlangsamen und die Gefährdung der Beschäftigten so gering wie möglich zu halten. So wurden für die einzelnen Bereiche Notfallpläne und Vorsorgemaßnahmen erarbeitet.
Ein Beispiel: Bei SWH und Netzgesellschaft wurden Zweitteams gebildet, die zunächst komplett von zu-hause agieren und sich regelmäßig mit den Erstteams abwechseln, die momentan im Einsatz sind. Um am Arbeitsplatz gebührend Abstand zu halten, wirken Mitarbeiter dort räumlich getrennt und unabhängig voneinander. Zu anderen Mitarbeitern herrscht Kontaktverbot. "Wenn dann doch mal ein Team in Quarantäne muss, bleibt das andere arbeitsfähig", erläutert Geschäftsführerin Butz. Als weitere Regel gilt: Wer von zu Hause aus arbeiten kann, tut das auch.
Außerdem bestimmten die Geschäftsführungen, welche betrieblichen Kernfunktionen uneingeschränkt aufrechterhalten werden müssen und innerhalb welcher Bereiche nur dringende Arbeiten erledigt werden. "So sind Schäden natürlich weiterhin schnellstmöglich zu beheben, turnusmäßige Instandhaltungen hingegen können verschoben werden, um die Kontaktmöglichkeiten unter den Mitarbeitern zu minimieren", erklärt Geschäftsführer Szabo.
Den persönlichen Kundenkontakt haben Stadtwerke und Netzgesellschaft komplett eingestellt. So ist das Kundenzentrum im Forum Hanau geschlossen – zunächst bis zum 19. April, bis dahin sind auch Schulen und Kindertagesstätten nicht geöffnet.
Externe Besuchende werden im Stammsitz von Stadtwerken und Netzgesellschaft nur in besonderen Ausnahmefällen ins Haus gelassen. In der Regel werden vor der Tür stehende Kunden abgewiesen und auf Mail- oder Telefonverkehr hingewiesen.
Zu den Vorkehrungen gehört auch, dass alle Dienstreisen und Veranstaltungen abgesagt sind. Laufende Bauprojekte in der Stadt wie der Leitungsbau am Bahnübergang Frankfurter Landstraße, die Fertigstellung der Steinheimer Straße und im Pioneer-Park werden vorerst weiter bedient. "Neue Baustellen werden, wo es möglich ist, aktuell nicht angefangen", betont Butz.
Die Geschäftsführerin bekräftigt: "Alle Beschäftigten werden permanent über alle wichtigen Entwicklungen informiert. Wir verfügen über gute, schnelle und verbindliche Kommunikationswege zwischen Mitarbeitern und Führungskräften."
Für Kundinnen und Kunden sind die Stadtwerke per E-Mail erreichbar unter service@stadtwerke-hanau.de und telefonisch über 06181 /365-1999. Registrierte Online-Kunden der SWH können per Online-Service selbst Zählerstände mitteilen, Kundendaten aktualisieren und Rechnungen einsehen. Defekte Straßenleuchten und Ampeln lassen sich per Online-Formular über die Homepages von Stadtwerken und Netzgesellschaft melden. Die SWH-Störhotline ist weiterhin 24 Stunden am Tag erreichbar unter 0800 365-2000. Netzauskünfte sind über das Onlineportal der Hanau Netz einholbar oder können per E-Mail unter netzauskunft@hanau-netz.de angefordert werden.
"Störungen im Ablauf sind sicher nicht auszuschließen. So werden wir gegebenenfalls nicht immer ganz unmittelbar antworten können, aber wir antworten!", versichert Butz und bittet für eventuelle Unannehmlichkeiten schon jetzt um Entschuldigung.

„Hamsterkäufe sind asozial“
Hanaus OB Kaminsky verurteilt panisches Kundenverhalten (18.03.2020 17:45 Uhr)

„Wer panisch seinen Einkaufswagen vollpackt, handelt nicht nur sinnfrei und verantwortungslos, sondern schadet auch der Gemeinschaft.“ Mit diesen Worten hat Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky in einer Presserklärung das Kaufverhalten verschiedener Bürger kritisiert. Und er bringt seine Meinung mit drastischen Worten auf den Punkt: „Hamsterkäufe sind asozial“, so Kaminsky ...

Der Wahnsinn sei, so der OB, dass durch Hamsterkäufe erst die eigentlichen Probleme entstünden und manche Artikel zeitweise ausverkauft seien. Leere Regale seien kein Ausweis einer unzureichenden Versorgungslage, sondern einer rational abgestimmten Logistik, die nicht so schnell auf ein völlig irrationales Verhalten von Verbrauchern reagieren könne, so Kaminsky. Supermärkte und Discounter würden nach einem ausgefeilten System und aufgrund jahrelanger Erfahrungswerte quasi „just in time“ beliefert. Wenn nun plötzlich aus welchen Gründen auch immer kurzfristig die Nudelregale leergekauft werden, könne man nicht von heute auf morgen einen „Nudellaster“ auf die Reise schicken.
„Es gibt keinen Grund, Angst davor zu haben, dass Menschen in Deutschland wegen der Corona-Krise hungern müssen oder nicht genügend Papier für den Allerwertesten haben“, so Kaminsky, der sich über das Verhalten mancher Zeitgenossen nur wundern kann. Deutschland sei Dank seiner leistungsfähigen Landwirtschaft in der Lage, sich selbst zu versorgen. Abgesehen davon habe die Bundesrepublik riesige Lagermengen zum Beispiel an Grundnahrungsmitteln, auf die bisher selbst in schwierigsten Situationen in Deutschland noch nie zurückgegriffen werden musste.
Über das Kaufverhalten einiger egoistischer Zeitgenossen können man auch angesichts der Auswahl nur den Kopf schütteln. Die offensichtliche Angst davor, dass Klopapier knapp wird, müsse man eher amüsiert zur Kenntnis nehmen. „Weshalb aber in manchen Drogeriemärkten wegen der Hamsterkäufe zum Beispiel Tabs für die Geschirrspülmaschine oder Weichspüler zeitweise ausverkauft sind“, so der OB, „erschließt sich mir wirklich nicht.“ Der Oberbürgermeister vermutet auch hier einen irrationalen psychologischen Effekt. „Wir sind an übervolle Regale gewöhnt. Offenbar löst jetzt ein nicht mehr ganz so volles Regal einen Run auf das entsprechende Produkt aus – obwohl dies aktuell gar nicht benötigt wird.“
Kaminsky denkt im Zusammenhang mit den Hamsterkäufen auch an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Geschäften. „Sie leisten bereits einen großartigen Dienst bei der Versorgung der Bevölkerung“, so der Oberbürgermeister, „man sollte ihnen das Leben nicht noch dadurch erschweren, dass sie permanent Regale neu auffüllen müssen.“ Es sei doch völlig widersinnig, wenn Produkte in den Geschäften fehlen, die sich zuhause in den Wohnungen stapeln.
Das Hamstern führe im Kampf gegen das Virus nur zu zusätzlichen Problemen. Wer etwa wirklich ein bestimmtes Produkt benötigt und dafür drei oder vier Geschäfte abfahren muss, weil die Hamsterer die Regale leergeräumt haben, belaste nicht nur die Umwelt, sondern erhöhe zwangsläufig seine Kontakte zu anderen Menschen. „Aber gerade das soll ja vermieden werden“, so Kaminsky.
Hanaus Oberbürgermeister rät dringend, sich an die Empfehlungen der entsprechenden Bundesbehörden zu halten und einen bestimmten Vorrat für 14 Tage vorzuhalten. Infos gibt es zum Beispiel beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz unter www.bbk.bund.de im Internet. Die für die Versorgung wichtigen Geschäfte würden auf jeden Fall geöffnet bleiben, teilweise würden die Öffnungszeiten sogar ausgeweitet. Und wer sich beim Einkaufen an die Empfehlungen der Behörden halte, zum Beispiel an der Kasse einen Mindestabstand zum Nachbarn einzuhalten und sich regelmäßig - auch nach dem Einkauf – die Hände zu waschen, der minimiere das Risiko für sich und andere. Der Oberbürgermeister wird aber auch deutlich: „Wenn die Probleme durch das Hamstern einiger anhalten, müssen wir uns als Stadt Hanau Maßnahmen überlegen, die dieses gemeinschaftsschädliche Verhalten unterbinden. Dazu haben wir die Möglichkeit.“ 
Diejenigen, die sich irrational und egoistisch verhielten, sollten sich die Mehrheit der Hanauerinnen und Hanauer zum Vorbild nehmen, die konsequent und dennoch ruhig den Empfehlungen und Anordnungen der Behörden folgen und sich solidarisch zeigen. Als Beispiel nannte Kaminsky die Eltern aus den relevanten Berufen, wie etwa aus dem Gesundheitsdienst oder den Rettungskräften, die Anspruch auf eine Betreuung ihrer Kinder haben. Auch wenn es hier und da nochmal holpere, habe es sehr viel Lob für das Angebot der Stadt gegeben, das der OB direkt an die Betreuerinnen und Betreuer vor Ort und den Eigenbetrieb Kindertagesstätten weitergibt: „So stelle ich mir Zusammenhalt und Gemeinschaftssinn vor – Hanau steht eben auch in dieser Krise an ganz vielen Stellen zusammen.“
Für die Stadt Hanau kündigte Oberbürgermeister Claus Kaminsky zudem die Einrichtung eines Lieferservice an, mit dem vor allem Personen versorgt werden sollen, die selbst nicht einkaufen gehen können oder sich in Quarantäne befinden. Der Service werde noch in dieser Woche gestartet, so der OB. „Statt Panik ist jetzt Vernunft und vor allem Gemeinsinn gefragt. Unser Land führt einen Kampf gegen das Corona-Virus. Wir sollten keinen Kampf untereinander führen“, so Kaminsky abschließend.

„Was in Aschaffenburg richtig ist, kann in Hanau nicht falsch sein“ OB Kaminsky ordnet in Allgemeinverfügung weitreichende Schließungen an (17.03.2020 16:50 Uhr)

Täglich neue Verordnungen und restriktive Maßnahmen dokumentieren besser als alles andere die enorme Dynamik, die derzeit von der Verbreitung des Corona-Virus ausgeht. Die Stadt Hanau trifft in Abstimmung mit Land und Kreis vorausschauend und verantwortungsbewusst Regelungen, mit dem Ziel, die Verbreitung des Virus verlangsamen. Jetzt hat Oberbürgermeister Claus Kaminsky am Dienstag entschieden, in einer Allgemeinverfügung (siehe www.corona.hanau.de) über die bisherigen Landesvorgaben hinaus weitreichend Schließungen anzuordnen und die Ausnahmen sehr dezidiert zu benennen. ...

Geöffnet bleiben dürfen nach dieser Regelung ausschließlich Einzelhandelsgeschäfte für Lebensmittel, Wochenmärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Banken und Sparkassen, Reinigungen, Frisöre, Waschsalons, der Zeitungsverkauf, Bau-/Gartenbau-/ und Tierbedarfsmärkte sowie der Großhandel, Lieferdienste und Poststellen.
 
"Was in Aschaffenburg richtig und vernünftig ist, kann in Hanau nicht falsch sein," verweist er dabei auf die restriktiven Anordnungen im Nachbarbundesland Bayern. Für Hanauer Restaurants, Speisegaststätten und Kantinen gilt ab Mittwoch, 18. März, dass diese nur noch bis 18 Uhr geöffnet haben dürfen. In den Räumen sind maximal 30 Personen gleichzeitig und mit einem Mindestabstand von 1,5 Meter erlaubt. Außerhalb der erlaubten Öffnungszeiten dürfen Speisen und Getränke nur noch zu Mitnehmen oder im Lieferservice angeboten werden.
 
"Wir sind uns sehr bewusst, dass die Zeiten für den Handel und Gastronomen sowie die lokalen Firmen eine enorme Belastung darstellen, deshalb haben wir bereits eine ‚Steuerungsgruppe Wirtschaftsstandort Hanau‘ gegründet, mit dem Ziel, alle für die Wirtschaft relevanten Informationen zusammenzutragen und sie für die Hanauer Unternehmen, Selbstständige und Beschäftigten transparent und zugänglich zu machen sowie verschiedene lokale Soforthilfemaßnahmen in die Wege zu leiten," kündigt der OB an, dass die ersten Maßnahmen wie Steuerstundungen und Gebührenerlass eingeleitet worden sind.
 
Auch in öffentlichen Bereichen bleiben immer mehr Türen geschlossen. Nachdem das Rathaus mit allen Abteilungen bereits keinen Bürgerservice im direkten Kontakt mehr anbietet, haben jetzt auch die
 
Ortsgerichte und die Schiedsämter die Arbeit eingestellt. Vorläufig bis 19. April werden keine Sprechstunden stattfinden. Auch Schätzungen werden nicht durchgeführt.
 
Geschlossen bleiben bis mindestens zum Ende der Osterferien auch das Stadtteilbüro Südliche Innenstadt, das Quartiersbüro Freigerichtviertel und das Weststadtbüro in Kesselstadt.
 
Nur noch eingeschränkt erreichbar sind ab sofort auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Baugesellschaft Hanau. Das Geschäftsgebäude ist bis auf weiteres nur am Empfang für Besucherinnen und Besucher geöffnet. Dort können dringend benötigte Unterlagen abgegeben oder abgeholt werden. Der Empfang ist montags bis donnerstags von 8.00 bis 16.00 Uhr geöffnet und freitags von 8.00 Uhr bis 12.00 Uhr. Gesprächstermine im Haus sind bis zum 19. April nicht möglich. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind jedoch telefonisch und per E-Mail erreichbar. Hausbesuche werden ebenfalls nur in dringenden Fällen durchgeführt. Auch diese müssen zuvor telefonisch vereinbart werden.
 
Die Sozialberatung der Baugesellschaft ist unter der Nummer 06181/2501-91 erreichbar und wird sich in dringendem Fragen um hilfsbedürftige Mieterinnen und Mieter kümmern.
 
Wohnungsbewerbungen können grundsätzlich online auf der Internetseite der Baugesellschaft www.bau-hanau.de eingereicht werden. Wohnungsbesichtigungen sind nach derzeitigem Stand allerdings erst nach dem 20. April möglich.
 
Daneben bittet Geschäftsführer Jens Gottwald darum, die Allgemeinräume und Treppenhäuser so wenig wie möglich zu betreten und unbedingt die Hygienerichtlinien, die an den schwarzen Brettern ausgehängt wurden, zu beachten. Dort, wo Reinigungsfirmen für die Hausordnung beauftragt sind wurden diese angewiesen, Handläufe und in den Allgemeinräumen Türen und Türgriffe zu desinfizieren.
 
Schäden in den Wohnungen können zwar gemeldet werden. Es werden aber nur noch jene Kleinreparaturen abgearbeitet, die Folgeschäden verursachen könnten, wie z.B. laufendes Wasser oder einen Stromausfall. "Ein klemmendes Fenster oder ein defekter Rollladen fallen definitiv nicht unter die Schäden, die sofort behoben werden", macht Gottwald deutlich, dass diese Maßnahme sowohl dem Schutz der Mieterinnen und Mieter als auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Handwerksfirmen dient. Geschlossen sind ab sofort auch alle Spielplätze in den Liegenschaften. Einschränkungen
Die entsprechende Allgemeinverfügung finden Sie hier.

Ausgewählte Geschäfte dürfen sonntags öffnen OB Kaminsky bedauert spätes Eintreffen der Landesverordnung

„Es ist leider so, dass wir ohne Verbote nicht erreichen, dass das Vernünftige getan wird“, erklärt Oberbürgermeister Claus Kaminsky, dass es „unter den gegebenen Umständen im Interesse der Allgemeinheit und zum Schutz der Schwächsten unserer Gesellschaft unumgänglich ist“, klare Regeln aufzustellen und deren Einhaltung zu kontrollieren. Um die Verbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen, sei es zwingend notwendig, die sozialen Kontakte auf ein absolutes Minimum zu reduzieren. „Vor diesem Hintergrund haben wir am Dienstag entschieden, vor dem Eintreffen einer Landesverordnung in einer eigenen Allgemeinverfügung klare Regelungen zu treffen, um nicht weiter Zeit zu verlieren.“ Denn der Zeitfaktor, mit dem soziale Kontakte unterbunden würden, so der OB, sei ein ganz wesentlicher, wenn es darum gehe, die Infektionsrate zu verlangsamen. ...

Als gegen 18.15 Uhr schließlich die Regelungen des Landes bei der Stadt eintrafen, zeigte sich, dass die Unterschiede zur städtischen Allgemeinverfügung nur marginal waren, so der OB und zählt neben dem Verbot von touristischen Übernachtungen in Hotels auch die explizite Betriebsgenehmigung für Dienstleister und Handwerker auf. „Hier wünsche ich mir, dass in einem weiteren Schritt präzisiert wird, welche Berufsgruppen darunter fallen. Das würde uns die Kontrolle hier vor Ort sehr helfen.“
Im Gegensatz zum Land hatte die Stadt in ihrer Allgemeinverfügung die Ausnahmen von der weitreichenden Schließungsregelung genau benannt. Danach dürfen ausschließlich Einzelhandelsgeschäfte für Lebensmittel, Wochenmärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Banken und Sparkassen, Reinigungen, Frisöre, Waschsalons, der Zeitungsverkauf, Bau-/Gartenbau-/ und Tierbedarfsmärkte sowie der Großhandel, Lieferdienste und Poststellen geöffnet bleiben. Die Verordnung des Landes regelt darüber hinaus, dass auch die Berufe des Gesundheitswesens unter Beachtung der gestiegenen hygienischen Anforderungen weiter ausgeübt werden dürfen. Positiv bewertet Hanaus OB die Tatsache, dass jene Bereiche, die von dem Schließungsgebot ausdrücklich ausgenommen sind, ihre Öffnungszeiten vorläufig bis zum 19. April auch auf die Sonn- und Feiertage ausdehnen dürfen. „Auch das kann dazu beitragen, Menschenansammlungen zu entzerren.“

Dass jetzt vonseiten des Landes die Spielplätze geschlossen wurden, begrüßt der OB ausdrücklich. „Dass wir dies für richtig und wichtig halten, zeigt sich darin, dass in Hanau die Entscheidung bereits vor zwei Tagen gefallen ist.“ Die entsprechende Beschilderung sei auf den Weg gebracht, auch wenn es eine gewisse Zeit in Anspruch nehme, bis jeder der rund 220 Spielplätze damit ausgestattet sein würde.

Auch während Corona-bedingter Schließungen lassen sich städtische Dienstleistungen online erledigen (18.03.2020 16:00 Uhr)

Auch wenn Rathaus, Technisches Rathaus, Ordnungsbehörde und städtische Gesellschaften in Hanau derzeit wegen der Corona-Krise geschlossen sind, bieten sich per Internet doch einige Alternativen, um Dienstleistungen online zu erledigen sowie über E-Mail oder Telefon. "In der momentanen Lage hilft uns die Digitalisierung, damit Bürgerinnen und Bürger wenigstens ein Stück Alltagsnormalität erfahren, auch wenn die Bearbeitung des einen oder anderen Anliegens länger dauern kann als gewohnt", sagt Stadtrat Thomas Morlock. ...

Was auf dem Online-Portal https://www.hanau-digital.de/hanau an Dienstleistungen aufgelistet ist, kann weiterhin zum Großteil abgerufen werden. Dazu gehören Anträge auf Bewohner-Parkausweise, Führungszeugnisse, Leseausweise für die Stadtbibliothek, Urkunden zu Geburt, Ehe, Lebenspartnerschaft oder Sterbefall genauso wie Services rund um Fahrzeugzulassung und Rundfunkbeitrag, Meldungen von defekten Straßenleuchten, Ausleihe von Medien der Stadtbibliothek sowie Auskünfte aus Melde-, Gewerbezentralregister und Steueridentifikationsnummer vom Bundeszentralamt für Steuern. Das Portal liefert darüber hinaus Informationen, wie weit das Bearbeiten eines Reisepasses oder eines Netzanschlusses für Energie und Trinkwasser gediehen ist. Bei Verwarngeld-Verfahren können auf diesem Weg Strafzettel eingesehen und kommentiert werden. Ebenso lässt sich der straßenbezogene persönliche Abfallkalender herunterladen.
Einschränkungen gibt es momentan beim Vereinbaren von Terminen im Stadtladen oder in den Stadtteilläden und beim Einholen eines Termins für die Sperrmüllabfuhr. Diese erfolgt nur in nachweislichen Notfällen, wenn beispielsweise jemand die Wohnung räumen muss, und ausschließlich über die Telefonnummer 295-566.
Die gesamte Verwaltung der Stadt Hanau befindet sich im Notdienst, der nur dringende und unaufschiebbare Anliegen bearbeitet. Eine vollständige Liste mit den Ansprechpartnern, Telefonnummern sowie den Zeiten der Erreichbarkeit sind auf der Internetseite der Stadt www.corona.hanau.de zu finden.

Welcher Online-Service besteht bei den städtischen Gesellschaften?
Die Baugesellschaft Hanau bietet eine Wohnungsbewerbung auf der Homepage unter www.bau-hanau.de. Wichtige Kleinreparatur-Meldungen mit möglichen Folgeschäden wie etwa bei Wasseraustritt können Mieterinnen und Mieter per E-Mail über info@bau-hanau.de melden.

 Die Stadtwerke Hanau bieten ihren Onlineservice, damit Kundinnen und Kunden jederzeit persönliche Daten beispielsweise bei Umzug aktualisieren und ihre Zählerstände aktualisieren können. Auf diesem Kundenportal befindet sich auch ein Überblick zu Produkten, Verbrauchswerten und Rechnungen. Jegliche vertriebliche Kundenanfragen werden per E-Mail an service@stadtwerke-hanau.de beantwortet oder telefonisch unter 06181/365-1999. Der 24-Stunden- ist nur telefonisch erreichbar unter der kostenlosen Nummer 0800 365-2000.
Bei der Hanauer Parkhaus Gesellschaft (HPG) lassen sich Dauerparker-Anträge und Kündigungen im Internet unter www.parken-hanau.de abwickeln oder via E-Mail mit der Adresse info@hanauer-parkhaus.de. Der Betrieb der Parkhäuser ist auf weiteres meist rund um die Uhr sichergestellt. Verträge verschickt die HPG aktuell per Post, ebenso die Dauerkarten und Einzeltickets. Die Bereitschaft ist so eingeteilt, dass möglichst wenig persönlicher Kontakt untereinander stattfindet, so dass im Zweifel der Betrieb möglichst lange so aufrechterhalten werden kann. Störungen lassen sich zu 90 Prozent von der Leitstelle aus beheben, so dass in den Parkhäusern kein persönlicher Kontakt nötig ist. Der Notdienst ist weiterhin rund um die Uhr erreichbar über die Telefonnummer 06181/28800. Aus Hygienegründen empfiehlt die HPG möglichst auf Bargeld zu verzichten und mit EC- oder Kreditkarte zu bezahlen.
Damit der Übertragungsweg Bargeld ausgeschlossen wird, hat die Hanauer Straßenbahn HSB) in ihren Bussen den Vorneeinstieg beim Fahrpersonal eingestellt. Stattdessen sind Fahrscheine online buchbar über RMV-App und Handyticket sowie über den DB-Navigator. Die RMV-MobilitätsZentrale am Busbahnhof Freiheitsplatz ist für den Besucherverkehr geschlossen, aber bei Anliegen montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr weiter erreichbar unter Telefon 06181/3008846 oder per E-Mail an mobizentrale.hanau@hsb.de.

„Wir lassen unsere Unternehmen nicht allein!
Stadt richtet Steuerungsgruppe ein – Steuer werden gestundet, Gebühren gestrichen (17.03.2020 13:30 Uhr)

„Wir lassen unsere Unternehmen und Selbständigen in der Krise nicht allein! Aus diesem Grund haben wir sehr schnell erste Maßnahmen beschlossen und eine Steuerungsgruppe ‚Wirtschaftsstandort Hanau‘ gegründet, die sich um die derzeit drängendsten Fragen und Maßnahmen kümmert und die vorhandenen Informationen bündelt“, macht Oberbürgermeister Claus Kaminsky deutlich, dass die Stadt – unabhängig von Bund und Land – auch eigene Maßnahmen ergreift, um die heimische Wirtschaft zu unterstützen. Die ersten Entscheidungen sind bereits getroffen worden: Steuern werden teilweise gestundet, Gebühren gestrichen. ...

„Die ‚Steuerungsgruppe Wirtschaftsstandort Hanau‘ haben wir mit dem Ziel gegründet, alle für die Wirtschaft relevanten Informationen zusammenzutragen und sie für die Hanauer Unternehmen, Selbstständige und Beschäftigten transparent und zugänglich zu machen sowie verschiedene lokale Soforthilfemaßnahmen in die Wege zu leiten“, erläutert Kaminsky. Die Projektkoordination der Steuerungsgruppe liegt in der Hand von Erika Schulte, Geschäftsführerin der Hanau Wirtschaftsförderung GmbH. Des Weiteren zählen zur Steuerungsgruppe: Barbara Battenhausen (Hanau Marketing GmbH), Monika Wendt (Jobcenter), Heike Hengster (Bundesagentur für Arbeit), Jürgen Dräger (Abteilung „Finanzen“ der Stadt Hanau), Dr. Gunther Quidde (IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern), Robert Weissenbrunner (IG Metall) sowie Nicole Laupus (Kreishandwerkerschaft Hanau).
 
„Die Stadt Hanau wird Soforthilfen umsetzen, die vor allem für Gastronomen und kleine Betriebe Erleichterung schaffen sollen“, erläutert Kaminsky. So sei beispielsweise eine Stundung oder Herabsetzung von Gewerbesteuervorauszahlungen vorgesehen. Unternehmen, die diese in Anspruch nehmen wollen, können eine Mail an steuern@hanau.de mit der Begründung für die Stundung und dem Betreff „Corona“ senden und um die Herabsetzung der Vorauszahlung 2020 oder eine Stundung für 2020 bitten. „Wir versprechen eine rasche und unbürokratische Bearbeitung“, so Kaminsky.
Als weitere kurzfristige Maßnahmen verzichtet die Stadt auf Sondernutzungsgebühren für Außenbestuhlung, Plakatierung, Marktstände etc. „Wir wollen damit ein direktes Zeichen der Hilfe setzen: So werden wir jenen Beschickern, die jetzt kommen und ihren Beitrag zur Versorgung der Bevölkerung leisten, die Gebühren bis zum Ende des Jahres erlassen“, so Kaminsky.
 
„Es ist elementar, dass in dieser Krise der Wirtschaftsstandort Hanau nicht geschwächt wird. Zum einen tragen viele Unternehmen und Betriebe dazu bei, die Versorgungsinfrastruktur aufrecht zu erhalten, zum anderen sind sie – jetzt und in Zukunft - wichtig als Arbeitgeber und Steuerzahler“, so der Oberbürgermeister. Zudem gibt es in Hanau Unternehmen, deren Produktion für den pharmazeutischen Bereich von hoher Bedeutung ist. Aus diesem Grund werde die Stadt die lokalen Wirtschafts-Akteure mit Rat und Tat so gut wie möglich unterstützen. 
 
Darüber hinaus hat der Oberbürgermeister alle Abteilungen der Unternehmung Stadt Hanau darauf hingewiesen, dass sie gegenüber ihren Vertragspartnern der Lage entsprechend kulant agieren sollen.
 
Für Unternehmer und Unternehmerinnen sowie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hat die Stadt auf der Webseite www.corona.hanau.de bereits eine Fülle von wichtigen Informationen gebündelt. Hier können sich Interessierte einen Überblick über ein breites Spektrum geförderter Finanzierungsprodukte verschaffen, die das Land Hessen über die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank) und die Bürgschaftsbank Hessen anbietet, um insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei Investitionen und mit Betriebsmitteln zu unterstützen. Auch der Link zum aktuellen Maßnahmenpaket der Bundesregierung zur Abfederung der Auswirkungen des Corona-Virus ist hier zu finden, genauso wie der Link zur Bundesagentur für Arbeit in Hanau. Sie informiert ausführlich rund um das Thema Kurzarbeit. Wer erfahren will, ob und wie Kurzarbeitergeld beantragt werden kann, sollte sich an Agentur für Arbeit Hanau wenden.

Rathaus ab sofort komplett geschlossen
Weitreichende Einschränkungen im Alltagsleben (16.03.2020 17:00 Uhr)

„Wir befinden uns in einer absoluten Ausnahmesituation, in der wir die Lage immer wieder neu bewerten und unsere Maßnahmen aktuell daran ausrichten müssen“, beschreibt Oberbürgermeister Claus Kaminsky die Notwendigkeit zu weiteren Entscheidungen, die sich auf den Alltag der Hanauer Bürgerinnen und Bürger auswirken. ...

Zur Bekämpfung der Ausbreitung des Corona-Virus wird ab sofort das Rathaus mit allen Abteilungen geschlossen. Dazu gehören auch das Technische Rathaus und die Ordnungsbehörde. „Für absolute Notfälle haben wir unter der Nummer der Rathausinformation 06181/295-8135 eine Hotline geschaltet. Dort kann im Gespräch der Einzelfall geprüft und im berechtigten Fall entsprechende Schritte veranlasst werden“, verspricht der OB, dass niemand alleingelassen wird.
Auch die Servicezeiten des Kundenzentrums der Stadtwerke am Freiheitsplatz sind vorläufig ausgesetzt. Kundinnen und Kunden können ihre Anliegen telefonisch unter der Servicenummer 06181 365-1999 oder per E-Mail unter service@stadtwerke-hanau.de vorbringen.
Die Hanauer Straßenbahn GmbH (HSB) reduziert bis auf Weiteres die Öffnungszeiten der RMV-MobilitätsZentrale am Busbahnhof Freiheitsplatz. Diese ist ab sofort montags bis freitags von 7 bis 15 Uhr (statt 7 bis 18 Uhr) besetzt und bleibt am Samstag geschlossen.
Die ursprünglich vom 27. März bis 6. April 2020 geplante hessenweite Jugendsammelwoche muss dieses Jahr entfallen. Daher entfällt auch der geplante Ausgabetermin der Unterlagen am 19. März 2020 im Hans-Böckler-Haus. Weitere Infos zur Jugendsammelwoche sind im Internet auch unter www.hessischer-jugendring.de zu finden.
„Abgesagt sind bis mindestens 19. April auch alle städtischen Veranstaltungen“, macht der OB deutlich, dass es keine Ausnahmen gibt. Unter diese Regelung fallen die Angebote der Frauenwochen ebenso wie die Veranstaltungen, die in diesem Zeitraum im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus geplant waren.
Auch die geplanten Feierlichkeiten der Stadt zum 75. Jahrestag des Luftangriffs auf die Hanauer Innenstadt am 19. März 1945 wurden komplett abgesagt. Eine gute Gelegenheit, dennoch einen kleinen Einblick in die Sonderausstellung „Leben im Krieg“ zu bekommen, die wegen der Corona-Pandemie bis mindestens 19. April geschlossen bleibt, bietet ein Beitrag der Hessenschau. Andreas Hieke hat dafür dieser Tage mit seinem Team im Schloss auch mehrere Zeitzeuginnen und Zeitzeugen befragt. Dieser Beitrag wird voraussichtlich am 18. März um 19:30 Uhr im Hessenfernsehen ausgestrahlt und ist dann auch im Netz unter www.hessenschau.de abrufbar.
Nicht länger zugänglich sind ab sofort auch die städtischen Spielplätze. Entsprechende Hinweisschilder, die auf die Sperrung aufmerksam machen, werden zeitnah aufgehängt.
Drastische Einschränkungen gelten auch für Beerdigungen und Trauerfeiern auf den Hanauer Friedhöfen. Für diese sind ab sofort nur noch zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer zugelassen.
„Es ist eine Frage der Solidarität und Rücksichtnahme, jetzt auf vermeidbare Sozialkontakte zu verzichten“, erinnert OB Kaminsky die Hanauer Bürgerschaft daran, dass es derzeit vor allem darum geht, Infektionsketten zu unterbrechen und selbst nicht als Überträger andere Menschen zu gefährden.

Fieberzelt am Klinikum als Zugangsschleuse.
Besuchsverbot und Einschränkungen gelten bis mindestens 19. April (15.03.2020 15:17 Uhr)

In Reaktion auf die aktuellen Entwicklungen hat sich die Stadt Hanau entschieden, von Montagnachmittag an ein Fieberzelt mit Triage am städtischen Klinikum zu installieren. Patienten werden dort nach ihren Beschwerden kategorisiert und eventuell gleich abgesondert. "Das Zelt hat vor allem eine Schleusenfunktion, die verhindern soll, dass Corona-Infizierte das Haus betreten," erklärt Oberbürgermeister Claus Kaminsky, dass bisher der Zugang zum Klinikum für jedermann möglich ist, ohne dass zuvor überprüft wird, ob eventuell ein Risiko der Übertragung von Infektionen besteht. ...

Daneben soll auch die Diagnostik in Sachen Corona-Infektion für die Hanauer Bürgerschaft erleichtert werden. "Wenn wir es ernst meinen, dass alle sozialen Kontakte auf ein unverzichtbares Minimum reduziert werden sollen, kommen wir gar nicht umhin, für die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt ortsnah ein solches Angebot zu unterbreiten, um ihnen unnötige Wege nach Gelnhausen zu erleichtern", so der OB und erklärt weiter, dass derzeit die Sondergenehmigung für ein Testzentrum in Hanau eingeholt wird. Dabei gilt jedoch, dass jede Testung auf das neuartige Coronavirus nach strengen medizinischen Kriterien angeordnet wird, d.h. dass nicht bei jeder Kontaktperson automatisch ein Abstrich zur Untersuchung erfolgt. Sollten Kontaktpersonen beispielsweise Atemwegsbeschwerden innerhalb der folgenden 14 Tage nach dem letzten Kontakt entwickeln, sollte eine Testung auf SARS-CoV-2 erfolgen. Diese Entscheidung trifft momentan noch das zuständige Gesundheitsamt.
 
Auch für das öffentliche Leben und die Verwaltung in Hanau ergeben sich aus der aktuellen Lage in Sachen Coronavirus weitere Konsequenzen. "Unser Ziel ist und bleibt es, eine Verbreitung des Virus zu verlangsamen. Dass sich daraus Erschwernisse für den einzelnen ergeben können, lässt sich leider nicht vermeiden", macht Oberbürgermeister Claus Kaminsky deutlich, dass jeder dieser Schritte im Interesse des Gemeinwohls unumgänglich ist. "Alle Einschränkungen und Schließungen gelten vorläufig mindestens bis zum 19. April."
 
Das öffentliche Leben wird in den nächsten Wochen nahezu zum Erliegen kommen. "Um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen, sollen und müssen wir bis auf Weiteres auf alle vermeidbaren Sozialkontakte verzichten", beschreibt der OB die Maßgabe, an der sich die Frage, ob eine Einrichtung geöffnet bleiben könne oder nicht, zu orientieren hat. In der konkreten Umsetzung bedeutet diese Maxime, dass bis mindestens zum Ende der Osterferien alle städtischen Einrichtungen wie Museen, Jugendzentren, Sporthallen und -anlagen, Bürger- und Mehrgenerationenhäuser sowie das Heinrich-Fischer-Bad und das Lindenaubad ihren Betrieb einstellen. Gestrichen sind bis mindestens zum 19. April auch alle Veranstaltungen, Kurse oder Zusammenkünfte in städtischen Räumlichkeiten. "Auch das Kulturforum mit der Stadtbibliothek ist ab sofort geschlossen", stellt der OB klar, dass hier jedoch nur von der städtischen Einrichtung innerhalb des Forums die Rede ist. Das Einkaufszentrum ist von dieser Regelung nicht betroffen.
 
Schließlich regelt eine neue Allgemeinverfügung des Main-Kinzig-Kreises, dass die Durchführung von Veranstaltungen mit mehr als 100 Teilnehmern ab sofort verboten ist, auch aus privaten Anlässen. Dabei gilt, dass diese auch dann nicht stattfinden dürfen, wenn mehr als 100 Gäste zu erwarten sind. Darüber hinaus wird dringend empfohlen, öffentliche oder private Veranstaltungen mit weniger Gästen auch nur dann durchzuführen, wenn hierfür eine zwingende Notwendigkeit besteht.
 
Restriktive Eingriffe gibt es nach dieser Allgemeinverfügung ab sofort auch bei den Besuchszeiten in den Hanauer Krankenhäusern sowie in Seniorenheimen und Altenpflegezentren. Hier gilt ein grundsätzliches Besuchsverbot, das nur in Einzelfällen und in Absprache mit der Einrichtung für Eltern oder Sorgeberechtigte von minderjährigen Kindern sowie für Angehörige von Patienten in palliativer Situation aufgehoben wird.
 
Betroffen von Einschränkungen sind auch die individuelle Sperrmüllabfuhr und die Sperrmüllentsorgung auf dem Bauhof in der Daimlerstraße. Während die Abfuhr zuhause am Montag und Dienstag noch erfolgt, bleibt der Bauhof ab sofort geschlossen. Die Müllabfuhr erfolgt weiterhin im Regelbetrieb wie im Abfallkalender ausgewiesen.
 
Bereits von Montag, 16. März, an bis zum Ende der Osterferien am 19. April finden kein regulärer Unterricht und keine regelhafte Betreuung in den Hanauer Schulen mehr statt. Dieser Tag dient einzig für kurze Absprachen zwischen Schülerinnen und Schülern mit ihren Lehrerinnen und Lehrern.
 
Weitergehende Hinweise rund um das Thema Corona gibt es auch auf der städtischen Homepage www.corona.hanau.de. Der Internetauftritt wird ständig aktualisiert. Neben aktuellen Angaben zur städtischen Lage, etwa Schließungen öffentlicher Einrichtungen, veränderter Öffnungszeiten, verschobener und abgesagter Veranstaltungen, sind dort auch wichtige Rufnummern und Informationen zu medizinischen Fragestellungen aufgelistet. Darüber hinaus führen Links zu weiterführenden, offiziellen Internetseiten. Veranstalter und Vereinen können an stab-corona@hanau.de Absagen und Verschiebungen melden – auch diese werden auf der städtischen Internetseite veröffentlicht. Informationen liefert die Stadt auch via Twitter (@Brueder_Grimm).
Ab sofort hat die Stadt Hanau unter der Telefonnummer 06181/ 6764117 ein Bürgertelefon geschaltet, das am Wochenende jeweils von 9 bis 18 Uhr und ab Montag von 7 bis 18 Uhr erreichbar ist. Wichtiger Hinweis: Medizinische Fragen werden dort nicht beantwortet – hierzu wenden sich Bürgerinnen und Bürger an die Hotline des Main-Kinzig-Kreises (06051-8510000) oder im Notfall an den Ärztlichen Bereitschaftsdienst 116 117 beziehungsweise an den Hausarzt.

Stadt hofft auf großzügiges Verständnis bei Arbeitgebern.
Schulen, Kitas und Tagesmütter stellen bis 19. April regulären Betrieb ein (14.03.2020 15:20 Uhr)

Nachdem die Stadt Hanau und der Main-Kinzig-Kreis am Freitag bereits angekündigt hatten, die eigenen Schulen und Kindertagesstätten vor Ort zu schließen, wurden die Rahmenbedingung für diese Sicherheitsmaßnahme durch das Land Hessen im Laufe des Tages präzisiert. Wichtigste Aktualisierung ist dabei die Ausweitung des Zeitraums bis zum 19. April, in der kein Unterricht stattfinden und keine reguläre Betreuung in den Kindertagesstätten stattfinden wird. Daneben umfasst die Anordnung des Landes auch die Betreuung durch Tagesmütter und -väters, die von der Stadt Hanau zunächst ausgenommen wurden. ...

"Nachdem wir zu der Überzeugung gekommen waren, dass dieser Schritt unumgänglich ist, um die Verbreitung des Corona-Virus einzudämmen oder zumindest zu verlangsamen, haben wir schon am frühen Nachmittag unsere Entscheidung getroffen, um allen Betroffenen möglichst viel Vorlaufzeit zu verschaffen. Denn es ist uns sehr wohl bewusst, welche persönliche Erschwernisse und welcher Organisationsaufwand durch den Wegfall einer geordneten Kinderbetreuung in Kita und Schule entstehen können", erklärt Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky und hofft auf großzügiges Verständnis bei den Arbeitgebern, wenn zu Wochenbeginn eventuell mancher Mitarbeiter oder Mitarbeiterin wegen ungeklärter Betreuungsfragen ausfällt.
Das Hessische Kultusministerium hatte schließlich entschieden, dass bis zum Ende der Osterferien am 19. April kein regulärer Unterricht stattfinden wird. Am Montag, 16. März, sollen jedoch alle Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte noch einmal die Gelegenheit bekommen, in den jeweilige Schulen zusammenzukommen, um Verabredungen für die unterrichtsfreie Zeit zu treffen und eventuell Lehrmaterial zur eigenverantwortlichen Bearbeitung abzuholen. Die Schulbusse der Hanauer Straßenbahn GmbH (HSB) werden am Montag noch ihre üblichen Touren absolvieren und erst ab Dienstag ihren Dienst einstellen.
Auch das Landesabitur, so die Regelung des Ministeriums, soll trotz der Umstände ermöglicht werden, so dass die schriftlichen Prüfungen nach heutigem Stand am 19. März beginnen werden – auch in Hanau.
"Wichtig ist auch die Verpflichtung der Schulen, für die Schülerinnen und Schüler der Schuljahrgänge 1 bis 6 eine Notbetreuung in kleinen Gruppen zu gewährleisten", unterstreicht der Hanauer OB, dass dieses Angebot sich allerdings nur an Kinder richtet, deren Eltern in sogenannten kritischen Infrastrukturen tätig sind. Darunter fallen jene Berufsgruppen, die zur Sicherstellung der öffentlichen Daseinsfürsorge unabdingbar sind. Eine genaue Festlegung der "Funktionsträger in der gesundheitlichen Versorgung von Menschen und der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit oder Ordnung" hat das Ministerium vorgenommen. Wichtig ist auch, dass im Normalfall beide Elternteile diese Bedingung erfüllen müssen.
Die gleichen Maßgaben gelten auch für die Kindertagesstätten und die Kinderbetreuung durch Tagesmütter. Die 29 städtischen Kitas sowie die der freien Träger sind von Montag an bis zum 19. April geschlossen. Die rund 70 Tagesmütter müssen ihre Betreuung ebenfalls einstellen. Um die Arbeitsfähigkeit für Betriebe der Daseinsvorsorge, für Polizei und Rettungsdienste, aber auch für die Kliniken und die Pflegeheime sicherzustellen, hat sich die Stadt aber sofort der Aufgabe zugewandt, einen Notdienst zu organisieren. Dabei handelt es sich hier ebenfalls um ein Angebot, das sich ausschließlich an jene Personen richtet, die im Interesse der öffentlichen Daseinsvorsorge weiterarbeiten müssen. "Beschäftigte der genannten Bereiche, die ohne funktionierende Kinderbetreuung ihren Dienst nicht aufnehmen können, müssen sich aber über ihre Vorgesetzten oder ihren Arbeitgeber mit dem Eigenbetrieb Kindertagesbetreuung in Verbindung setzen, damit im Einzelfall geklärt werden kann, ob der Anspruch auf einen Notplatz besteht. Selbstverständlich werden gezahlte Gebühren für die Zeit der Schließung erstattet."
Für Arbeitgeber und Vorgesetzte der öffentlichen Daseinsfürsorge, die einen Notbetreuungsplatz für unverzichtbare Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter benötigen, sind auf der städtischen Internetseite Informationen und Kontaktdaten zusammengestellt. Die zentrale Koordination und Vergabe der Notplätze läuft ausschließlich über die Emailadresse eigenbetrieb-kindertagesbetreuung@hanau.de
Weitergehende Hinweise rund um das Thema Corona gibt es auch auf der städtischen Homepage www.corona.hanau.de. Der Internetauftritt wird ständig aktualisiert. Neben aktuellen Angaben zur städtischen Lage, etwa Schließungen öffentlicher Einrichtungen, veränderter Öffnungszeiten, verschobener und abgesagter Veranstaltungen, sind dort auch wichtige Rufnummern und Informationen zu medizinischen Fragestellungen aufgelistet. Darüber hinaus führen Links zu weiterführenden, offiziellen Internetseiten. Veranstalter und Vereinen können an stab-corona@hanau.de Absagen und Verschiebungen melden – auch diese werden auf der städtischen Internetseite veröffentlicht. Informationen liefert die Stadt auch via Twitter (@Brueder_Grimm).
Ab sofort hat die Stadt Hanau unter der Telefonnummer 06181/ 6764117 ein Bürgertelefon geschaltet, das am Wochenende jeweils von 9 bis 18 Uhr und ab Montag von 7 bis 18 Uhr erreichbar ist. Wichtiger Hinweis: Medizinische Fragen werden dort nicht beantwortet – hierzu wenden sich Bürgerinnen und Bürger an die Hotline des Main-Kinzig-Kreises (06051-8510000) oder im Notfall an den Ärztlichen Bereitschaftsdienst 116 117 beziehungsweise an den Hausarzt.

„Alle städtischen Gebäude und Einrichtungen werden geschlossen“ Weitreichende Entscheidungen zum Schutz der Bürgerschaft (13.02.2020 15:30 Uhr)

„Seit Tagen beschäftigt uns die Frage zum richtigen Umgang mit dem Coronavirus und es gibt bisher noch kein Patentrezept, diese herausfordernde Situation aufzulösen. Mit Blick auf die aktuellen Ereignisse und deren wachsender Dynamik haben wir aus Verantwortungsbewusstsein für unsere Bürgerinnen und Bürger jetzt offiziell den Krisenstab der Stadt Hanau einberufen, wo am Freitag festgelegt wurde, dass wir überall dort, wo wir es selbst in der Hand haben, öffentliche Räume schließen“, erklärt Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky die weitreichende Entscheidung der Stadt, die auch zu einer Schließung der Schulen in Hanau und aller städtischen Kindertagesstätten von Montag an bis vorläufig 10. April führt.-Ausbreitung verlangsamen wollen, zählt jede Stunde“, sagt Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky. ...

Da „Um die Arbeitsfähigkeit für Betriebe der Daseinsvorsorge, für Polizei und Rettungsdienste, aber auch für die Kliniken und die Pflegeheime sicherzustellen, werden wir einen Notdienst einrichten“, kündigt Bürgermeister Axel Weiss-Thiel als der zuständige Dezernent an. Dabei handele es sich aber um ein Angebot im Rahmen eines Krisenfalls, das heißt, Beschäftigte der genannten Bereiche, die ohne funktionierende Kinderbetreuung ihren Dienst nicht aufnehmen können, müssen sich über ihre Vorgesetzten mit dem Eigenbetrieb Kindertagesbetreuung in Verbindung setzen, damit im Einzelfall geklärt werden kann, ob der Anspruch auf einen Notplatz besteht. „Selbstverständlich werden gezahlte Gebühren für die Zeit der Schließung erstattet.“
„In enger Abstimmung mit dem Sankt Vinzenz-Krankenhaus bereitet sich auch das Hanauer Klinikum auf die Behandlung von schwerwiegend erkrankten Corona-Patienten vor“, erklärt Hanaus OB. So wurde eine Station vorsorglich geräumt, um einen Quarantäne Bereich vorzuhalten. Geplante und nicht zwingend notwendige Operationen werden verschoben. Ein eigens dort eingerichteter Krisenstab bewertet die Lage regelmäßig neu. „Wichtig für Patienten sowie Besucherinnen und Besucher ist die Verkürzung der Besuchszeiten und die Regelung, dass ab sofort nur noch „ein gesunder Besucher pro Patient und Tag“ zugelassen ist.
Betroffen von der weitreichenden Schließung sind bis auf weiteres auch alle Stadtteilläden. Wie Stadtrat Thomas Morlock erklärt, wird es im Stadtladen der Innenstadt montags bis freitags von 8 bis 13 Uhr einen Notdienst geben. „Ich bitte allerdings dringend darum, vor jedem Besuch im Rathaus eingehend zu prüfen, ob das Anliegen nicht zu einem späteren Zeitpunkt erledigt werden kann“, weist Morlock darauf hin, dass es sich um einen Notdienst für wirklich dringende Fälle handelt.
Nachdem der Main-Kinzig-Kreis am Donnerstag mit seiner Entscheidung für erste Klarheit gesorgt hatte, dass – zusätzlich zur hessischen Verfügung – alle Veranstaltungen in geschlossenen Räumen mit 300 Personen und mehr nicht stattfinden dürfen, geht die Stadt jetzt mit ihren Anordnungen darüber hinaus. „Um die Verbreitung des Corona-Virus einzudämmen, sollen und müssen wir bis auf weiteres auf alle vermeidbaren Sozialkontakte verzichten“, beschreibt OB Kaminsky die Maßgabe, an der sich die Frage, ob eine Einrichtung geöffnet bleiben könne oder nicht, zu orientieren hat. „Jede unserer Entscheidungen, die wir hier und jetzt treffen, hat erhebliche Nebenwirkungen und Begleiterscheinungen, das ist uns bewusst. Aber wenn wir uns selbst aufgeben, alles zu tun, um eine Verbreitung dieser Erkrankung zu verlangsamen, mit der Betonung auf alles, dann gibt es keine Alternative zu diesen Entscheidungen.“
Die Konsequenzen für das öffentliche Leben in den nächsten Wochen werden einschneidend sein, denn geschlossen bleiben bis zum 10. April neben den Museen und dem Kulturforum auch die Jugendzentren, Bürgerhäuser und Mehrgenerationenhäuser. Auch das Heinrich-Fischer-Bad und das Lindenaubad stellen ihren Betrieb ein. Ausfallen werden auch alle Veranstaltungen, Kurse oder Zusammenkünfte in städtischen Räumlichkeiten. „Angefangen bei den Feierlichkeiten zum 19. März über die Angebote des Congress Park Hanau und Comoedienhaus bis hin zu den Kursen der Volkshochschule oder des Seniorenbüros werden alle Versammlungen abgesagt,“ so Hanaus Oberbürgermeister.
Die Hanauer Straßenbahn (HSB) lässt wegen der Corona-Krise Fahrgäste von Samstag, 14. März, an nur noch an den hinteren Bustüren ein- und aussteigen und nicht mehr vorne. Gleichzeitig wird damit der Bargeld-Fahrscheinverkauf beim Fahrpersonal eingestellt. „Nur gemeinsam mit gesunden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Bussen können wir für unsere Fahrgäste einen zuverlässigen ÖPNV-Betrieb sicherstellen“, begründet HSB-Geschäftsführer Thomas Schulte den ungewöhnlichen Schritt. Mit einer Sicherheitszone hinter dem Fahrerarbeitsplatz, die durch Flatterband abgetrennt wird, soll das Fahrpersonal als besonders gefährdete Berufsgruppe geschützt werden.
Schulte betont, dass diese Regelung „nicht vom Fahrscheinkauf entbindet“. HSB-Verkaufsstellen gibt es in der RMV-MobilitätsZentrale am Busbahnhof Freiheitsplatz sowie in Kesselstadt (Trinkhalle Schöbel), Lamboy (Bäckerei Brotkorb), Steinheim (MS Pavillon), Großauheim/Waldsiedlung (Apostos Nastos) und Bruchköbel (Schreibwaren Schenker). Tickets sind darüber hinaus erhältlich in den Hanauer Bahnhöfen an den dortigen RMV-Fahrkartenautomaten. Online lassen sich Fahrscheine erwerben über die RMV-App und den DB-Navigator.
Weitergehende Hinweise gibt auch auf der städtischen Homepage www.hanau.de. Zudem hat die Stadt ein Bürgertelefon unter 06181/6764117 geschaltet, das heute (Freitag) bis 20 Uhr, am Wochenende von 9 bis 18 Uhr sowie am Montag ab 7 Uhr erreichbar ist. Bei medizinischen Fragen wenden sich die Hanauerinnen und Hanauer aber direkt an das Gesundheitsamt des Main-Kinzig-Kreises unter 06051/8510000. Der Internetauftritt wird ständig aktualisiert. Neben aktuellen Angaben zur städtischen Lage, etwa Schließungen öffentlicher Einrichtungen, veränderter Öffnungszeiten, verschobener und abgesagter Veranstaltungen, sind dort auch wichtige Rufnummern und Informationen zu medizinischen Fragestellungen aufgelistet. Darüber hinaus führen Links zu weiterführenden, offiziellen Internetseiten. Veranstalter und Vereinen können an stab-corona@hanau.de Absagen und Verschiebungen melden – auch diese werden auf Hanau.de veröffentlicht. Informationen liefert die Stadt auch via Twitter (@Brueder_Grimm).

Stadt Hanau und Main-Kinzig-Kreis lassen ab Montag alle Schulen zu (13.03.2020 15:30 Uhr)

Die beiden Schulträger Main-Kinzig-Kreis und Stadt Hanau haben am Freitag bekanntgegeben, ab Montag die Schulen im gesamten Kreisgebiet geschlossen zu lassen. Sie appellierten zugleich an das Staatliche Schulamt, eine Notbetreuung zu organisieren, um Härtefälle abzufedern. Grund ist die Ausbreitung der Coronavirus-Erkrankung. Binnen zweier Tage hatte der Main-Kinzig-Kreis 13 neue bestätigte Fälle gemeldet, neun am Donnerstag, vier weitere aus Linsengericht, Birstein, Großkrotzenburg und Hanau am Freitag. Damit ist das neuartige Virus in bereits neun Kommunen des Main-Kinzig-Kreises angekommen. ...

Am Freitag hatte der Main-Kinzig-Kreis bereits die Friedrich-August-Genth-Schule in Wächtersbach vorsorglich schließen lassen, weil ein Mitglied der Schulgemeinde engen Kontakt zu einer erkrankten Person hatte. Um eine Weiterverbreitung möglichst zu verhindern, hatte der Kreis als Schulträger und mit seinem Gesundheitsamt – in Abstimmung mit der Schule und dem Staatlichen Schulamt – die Einrichtung geschlossen.
„Unser Ziel neben dem Erkennen und Absondern sind das Verlangsamen der Ausbreitung und der Schutz unserer Bürgerinnen und Bürger. Wir tun alles dafür, indem wir ab einem angemessenen Punkt und für einen vertretbaren Zeitraum eine erhebliche Zahl an Kontaktketten drastisch reduzieren“, erklärten Landrat Thorsten Stolz, Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler und der Kreisbeigeordnete Winfried Ottmann seitens des Kreises wie auch Oberbürgermeister Claus Kaminsky, Bürgermeister Axel Weiss-Thiel und Stadtrat Thomas Morlock seitens der Stadt Hanau.
Stadt und Kreis folgen damit den Beispielen anderer Bundesländer sowie den Empfehlungen der Bundeskanzlerin, sämtliche Sozialkontakte auf ein Mindestmaß zurückzuführen. Auch wenn für den Schulbetrieb das Land Hessen zuständig ist, haben sich der Main-Kinzig-Kreis sowie die Stadt Hanau für diesen sofortigen Schritt auf kommunaler Ebene entschieden, der vorerst seitens des Kreises auf einschließlich 3. April sowie seitens der Stadt Hanau auf den 10. April befristet ist und in Hanau weitere Einrichtungen ebenfalls umschließt.
„Seit zwei Wochen sehen wir auf Landesbene, dass nichts entschieden wird. Da gibt es keine Führungsstärke, es fehlt die Unterstützung an der Basis“, monierte Oberbürgermeister Claus Kaminsky. Landrat Thorsten Stolz ergänzte: „Wir reden über rund 100 Schulen im Bereich des Main-Kinzig-Kreises, mit all den Fragen der Lehrer und der Eltern, die nun aus unterschiedlichen Kommunen kommen. Entscheidungen wie an der FAG-Schule in Wächtersbach sind fachlich notwendig. Aber Insellösungen, das zeigt sich heute deutlich, sind nicht das Gebot der Stunde.“ Vor allem biete sich mit den zwei Wochenendtagen nun eine sinnvolle Zeitspanne, die sowohl die Eltern für ihre Wochenplanung als auch die Schulen für die weitere Vorbereitung nutzen könnten, so Stolz.
Oberbürgermeister Claus Kaminsky schloss daran an. „Um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen, sollen und müssen wir bis auf Weiteres auf alle vermeidbaren Sozialkontakte verzichten“, beschreibt OB Kaminsky die Maßgabe, an der sich die Frage, ob eine Einrichtung geöffnet bleiben könne, zu orientieren hat. „Jede unserer direkten Entscheidungen, die wir hier und jetzt treffen, hat erhebliche Nebenwirkungen und Begleiterscheinungen, das ist uns bewusst. Aber wenn wir uns selbst aufgeben, alles zu tun, um eine Verbreitung der Erkrankung zu verlangsamen, mit der Betonung auf langsam, dann gibt es keine Alternative zu diesen Entscheidungen. Mit Blick auf die aktuellen Ereignisse und auf die wachsende Dynamik haben wir aus Verantwortungsbewusstsein für unsere Bürgerinnen und Bürger am Freitag offiziell den Krisenstab einberufen, wo festgelegt wurde, dass wir überall dort, wo wir es selbst in der Hand haben, öffentliche Räume schließen“, erklärt Hanaus OB die weitreichende Entscheidung der Stadt, die auch zu einer Schließung aller städtischen Kindertagesstätten von Montag an bis vorerst 10. April führt.
Der Kreisausschuss wie auch der Magistrat der Stadt Hanau bitten die Elternschaft um Verständnis für diesen Schritt. Es werde sich zeigen, ob dieser Schritt ausreichend und angemessen gewesen ist. Aber „wir übernehmen damit im Hier und Heute Verantwortung“, man wolle verlangsamen und die Bevölkerung schützen, „wir sind dabei aber auch auf die Eigenverantwortung und die Mithilfe jeder Bürgerin und jedes Bürgers angewiesen“, so Kaminsky und Stolz gemeinsam.
„Der Zeitpunkt ist so früh gewählt, damit in den nächsten Tagen Kapazitäten zur Betreuung daheim geschaffen werden können. Das wird nicht einfach sein, das kann sich jeder denken, der Kinder hat. Aber es ist der aktuellen Epidemie-Situation angemessen“, appellierte Landrat Stolz an die Bürgerinnen und Bürger. Kreis-Schuldezernent Winfried Ottmann erinnerte an die besondere Situation unter Schulen: „Dieser Schritt kam für die Einrichtungen sicher nicht völlig überraschend angesichts der jüngsten bundesweiten Entwicklungen. Dennoch heißt das für alle Schulleitungen und Sekretariate jetzt natürlich einen erheblichen organisatorischen Aufwand. Wir werden als Kreis dabei alle Beteiligten permanent auf dem allerneuesten Stand halten und natürlich auch aufmerksam beobachten, was die Landesregierung entscheidet.“
Die Kreis- und Stadtspitzen wissen, dass die Entscheidung für Eltern eine Herausforderung bedeutet. Daher fordern sie das Staatliche Schulamt auf, genauso wie die Städte und Gemeinden nun Verantwortung zu übernehmen. An den Schulen des Main-Kinzig-Kreises wie auch der Stadt Hanau muss deshalb vor Ort ab der kommenden Woche eine Notbetreuung gewährleistet sein. „Das muss das Staatliche Schulamt organisieren und die Information zügig und zielgerichtet an die Schulgemeinden und Eltern weiterleiten“, fordern Landrat Stolz und OB Kaminsky. Es geht vor allem darum, für die Menschen Planbarkeit zu schaffen.

Aktuelle Situation im Main-Kinzig-Kreis
Im Main-Kinzig-Kreis sind am Freitag vier weitere Fälle von Coronavirus-Erkrankten aufgetreten. Zwei Frauen aus Linsengericht und Birstein, jeweils Jahrgang 1971, stehen im Zusammenhang mit dem Fall einer Frau aus Wächtersbach, die kürzlich aus dem Skiurlaub zurückgekommen ist. Außerdem wurden ein Mann, Jahrgang 1957, aus Großkrotzenburg und ein Mann aus Hanau, Jahrgang 1958, positiv getestet. Diese beiden letzten Meldungen erreichten den Kreis am frühen Nachmittag. Das Gesundheitsamt hat auch diese vier Fälle umgehend häuslich isoliert; auch die Kontaktpersonen werden häuslich abgesondert.
Die neuen Coronavirus-Meldungen und häusliche Isolierung der Kontaktpersonen aus dem Kreisgebiet betrafen auch die Friedrich-August-Genth-Schule in Wächtersbach sowie Bereiche der Main-Kinzig-Kliniken. Während der Kreis die FAG-Schule schließen ließ, stellten sich auch die Main-Kinzig-Kliniken auf die Situation unverzüglich ein. Unter den in dieser Woche neu gemeldeten Erkrankten befinden sich drei Mitarbeiter der Kliniken in Gelnhausen. Auch sie sowie alle identifizierbaren Kontaktpersonen befinden sich in häuslicher Isolierung. Gemeinsam mit den Kliniken steht das Gesundheitsamt mit ihnen in Kontakt. Parallel dazu werden schon ab heute gemäß eines aktuellen Beschlusses der Bundeskanzlerin und der Regierungschefs der Länder Maßnahmen umgesetzt, ursprünglich war dafür der kommende Montag geplant. Alle planbaren Aufnahmen, Operationen und Eingriffe werden, soweit medizinisch vertretbar, auf unbestimmte Zeit verschoben und ausgesetzt. Die Patienten werden über die Absage ihrer Operationen und Behandlungen informiert. Patienten, die hierzu Fragen haben, können sich an ihre bisherigen Ansprechpartner in den Kliniken wenden. Die Akut- und Notfallversorgung ist weiterhin gesichert.
Aufgrund der stark gestiegenen und erwartbar weiter steigenden Fallzahlen hatte der Main-Kinzig-Kreis bereits am Donnerstag eine Allgemeinverfügung angekündigt und am Freitag erlassen, die bereits seit Freitagmorgen, 8 Uhr, gilt. Demnach untersagt der Main-Kinzig-Kreis öffentliche und private Veranstaltungen im Gebiet des Kreises, bei denen mehr als 1.000 Personen unter freiem Himmel zu erwarteten sind und bei denen mehr als 300 Personen in geschlossenen Räumen zu erwarten sind. Darüber hinaus empfiehlt der Main-Kinzig-Kreis, auch auf die Durchführung von privaten und öffentlichen Veranstaltungen zu verzichten, bei denen weniger als 300 Personen erwartet werden und an denen erwartungsgemäß Personen teilnehmen, die laut Robert-Koch-Institut einer Risikogruppe angehören. Veranstalter werden insoweit aufgerufen, im Einzelfall ihre Planungen zu überdenken und ihre Veranstaltungen abzusagen oder zu verschieben. Einzelheiten zu den vom Robert-Koch-Institut definierten Risikogruppen finden sich auf der Homepage des Robert-Koch-Instituts: www.rki.de .

Corona-Verbreitung: OB Kaminsky begrüßt Einschränkungen (12.03.2020 09:00 Uhr)

OB Kaminsky begrüßt Einschränkungen großer Veranstaltungen/Nuhr-Auftritt und Konzert der Congress Park Sinfonie abgesagt
„Wenn wir in Deutschland die Corona-Ausbreitung verlangsamen wollen, zählt jede Stunde“, sagt Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky. ...

Daher hätte er sich von Hessens Sozialminister Kai Klose eine schnellere Entscheidung gewünscht, Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmenden – mit Ausnahme des Besuchs von Bildungseinrichtungen – per Allgemeinverfügung ab 13. März zu verbieten. Die Stadt Hanau habe frühzeitig selbst Verantwortung übernommen, erste eigene Veranstaltungen abgesagt und gebe auch für Zusammenkünfte mit wenigen hundert Menschen wichtige Handlungsempfehlungen. Die Verfügung des Landes habe Klarheit gebracht, dass die Veranstaltung mit Dieter Nuhr am 28. März in der August-Schärttner-Halle mit mehr als 2000 Gästen abgesagt sei. Bereits am Mittwochabend hat die 2. Basketball-Bundesliga Gmbh den 30. Spieltag in Pro A sowie die Play-offs und Play-downs der Pro A und Pro B am kommende Wochenende auszusetzen. Damit findet das Spiel der White Wings gegen Wedel am Samstag, 14. März, nicht statt. Für diesen Tag abgesagt ist auch ein Schwimmwettkampf im Heinrich-Fischer-Bad.

Umgekehrt hat der OB entschieden, dass der traditionelle Hanauer Wochenmarkt wie gewohnt samstags und mittwochs stattfindet. Seine Begründung: „Hier geht es – wie in ebenso zugänglichen Supermärkten – um die Lebensmittelversorgung der Menschen.“
Die Hanauer Feuerwehren lassen die für die nächsten Tage geplanten Jahreshauptversammlungen ebenfalls ausfallen. „Hier überwiegt das Bestreben, dass unsere Feuerwehrleute gesund und einsatzfähig bleiben müssen. Daher ist Vorsicht geboten, um die Ansteckungsgefahr zu mindern“, erläutert der OB. Nicht stattfinden werden derzeit auch Personalversammlungen bei Sparkasse, Stadtverwaltung und allen Sparten der Unternehmung Stadt wie beispielsweise im Klinikum, führt Kaminsky weiter aus. Der für Ende April geplante Betriebsausflug der Stadtverwaltung wird verschoben.  „Wir müssen nun von Tag zu Tag neu entscheiden, wie wir mit der sich ändernden Lage und mit eigenen öffentlichen Veranstaltungen weiter umgehen“, kündigt Hanaus Oberbürgermeister an.  Hier spiele die Größe der Veranstaltung eine Rolle, ob sie drinnen oder draußen stattfinden, ob regionale Besonderheit und Tradition eine Rolle spielen und welche wirtschaftliche Tragweite abzuwägen ist. Hier habe der Main-Kinzig-Kreis mit seiner aktuellen Entscheidung für Klarheit gesorgt, dass – zusätzlich zur hessischen Verfügung – alle Veranstaltungen in geschlossenen Räumen mit 300 Personen und mehr nicht stattfinden dürfen, weshalb das Konzert der Reihe Congress Park Sinfonie am 14. März verschoben werden muss. Entscheiden sich Private, Veranstaltungen in angemieteten städtischen Räumen ausfallen zu lassen, werde sich die Stadt kulant erweisen und die Miete rückerstatten, stellt Kaminsky in Aussicht. Auf der städtischen Homepage www.hanau.de, der des Main-Kinzig-Kreises (www.mkk.de) sowie beim Robert-Koch-Institut unter www.rki.de und unter https://www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus.html sind weitere wichtige Informationen zu finden. Fragen an die Stadt Hanau sind unter der E-Mail-Adresse stab-corona@hanau.de zu stellen. Das Bürgertelefon des Main-Kinzig-Kreises mit dem für Hanau zuständigen Gesundheitsamt ist von 9 bis 18 Uhr unter 06051-8510000 geschaltet.
 
Bürgerinnen und Bürger könnten mit einem angemessenen Verhalten das Bestreben unterstützen, die Verbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen, so Kaminsky abschließend. So sollten Menschen, die Kontakt zu einer erkrankten Person hatten oder aus einem der Risikogebiete kommen, beim Auftreten von Krankheitszeichen nicht selbständig einen Arzt oder ein Krankenhaus aufsuchen. Um unter diesen Umständen eine mögliche Ansteckung zu verhindern, sollte zunächst der Hausarzt oder das Gesundheitsamt des MKK telefonisch zu den weiteren Schritten befragt werden.
           

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