Jetzt anmelden zur Corona-Impfung - OB Kaminsky schreibt Bürger*innen ab 70 Jahren an (26.02.2021 14:00 Uhr)

Die Öffnung der Impfzentren für Zugehörige der zweiten Impfgruppe, zu der auch Menschen ab 70 Jahren zählen, nimmt Oberbürgermeister Claus Kaminsky zum Anlass, einen persönlichen Brief an den derzeit impfberechtigten Personenkreis zu schreiben und die umfangreichen Unterstützungsangebote der Stadt zu erläutern.
In seinem Schreiben erläutert Kaminsky, dass der Anmeldeweg weiterhin über die Telefonnummern 116117 oder die 0611/50592888 führt. Die Online-Buchung eines Impftermins ist über die Internetseiten www.impfterminservice.hessen.de oder www.impfterminservice.de möglich. "Ich weise aber darauf hin, dass die Stadt Hanau keine Impftermine vergibt und auch keinen besonderen Behördenzugang zur Terminbuchung hat", zeigt der OB die Grenzen der kommunalen Hilfemöglichkeiten auf. Die Stadt könne lediglich behilflich sein, wenn es darum gehe, die Buchung über die vom Land vorgegebenen Varianten vorzunehmen. ...
Aus vielen Anrufen beim Bürgertelefon weiß der OB, dass schon die Anmeldung zur Impfung für manche ältere Mitbürger*innen eine unüberwindbare Hürde zur Impfung darstellt. "Sollten Sie Probleme bei der Buchung eines Impftermins haben, werden wir Ihnen als Stadt Hanau zur Seite stehen, um Sie zu unterstützen", verspricht er den Betroffenen und fordert sie auf, sich unter der Rufnummer 06181- 67660-2001 zu melden.
Auch die Anfahrt zum Impfzentrum greift OB Kaminsky in seinem Schreiben auf und weist darauf hin, dass die Hanauer Straßenbahn (HSB) ihre Buslinie 7 eigens bis zum Impfzentrum verlängert hat. Für die Anreise mit dem PKW stehen kostenfreie Parkplätze direkt an der Halle zur Verfügung. Wer jedoch keine der beiden Varianten nutzen könne und die Anfahrt nicht selbst bewältigen könne, hat auch in Hanau die Möglichkeit, sich beim Bürgertelefon (06181- 67660-2001) zu melden. Für diesen Personenkreis organisiert die Stadt Hanau die Hin- und Rückfahrt zum Impfzentrum in der August-Schärttner-Halle und begleitet – soweit dies erforderlich ist – auch im Impfzentrum. "Diese Leistungen sind für die Bürger*innen kostenfrei", macht Hanaus OB deutlich, dass es der Stadt ein wichtiges Anliegen ist, allen Impfberechtigten auch den Zugang zur Impfung zu ermöglichen. "Der Schutz Ihrer Gesundheit liegt uns am Herzen."
Zu guter Letzt weist der OB noch darauf hin, dass in der zweiten Impfgruppe sich auch Menschen mit Demenzerkrankung, Menschen mit Trisomie 21, Transplantationspatienten, Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen und Schwangeren impfen lassen können. "Da wir diese Personen aber nicht statistisch erfasst haben und anschreiben können, dürfen Sie gerne dieses Schreiben weitergeben, wenn Sie eine der o.g. Personen in Ihrem Familien- oder Bekanntenkreis haben", so Kaminsky.

Corona-Schnelltests ergänzen Hygienekonzept Stadt Hanau organisiert Angebot für alle Wahlhelfer*innen (23.02.2021 14:00 Uhr)

Trotz der Corona-Pandemie wurde im Mai 2020 der Termin der Kommunalwahl durch die Landesregierung auf den 14. März 2021 festgesetzt, so dass diese jetzt unter epidemiologischen Voraussetzungen zu organisieren ist. Die Stadt Hanau hatte bereits im Januar ein umfassendes Hygienekonzept für die Durchführung der Wahl aufgestellt. Dieses Konzept wird nun ergänzt durch das Angebot an jede Wahlhelferin und jeden Wahlhelfer, einen Schnelltest durchführen zu lassen. ...
Dieses Angebot gilt für alle Wahlhelfer*innen, unabhängig davon, ob sie in den Wahllokalen, bei der Briefwahl oder für die Auswertung der Einzelstimmen zum Einsatz kommen. Die Schnelltests sollen neben den vorgesehenen Maßnahmen nach dem Hygienekonzept wie Trennscheiben, Reinigungs- und Ordnungsdienst, Einmalkugelschreiber, Abstandsregelungen und Einbahnstraßenverkehr das Infektionsrisiko weiter reduzieren. Das Angebot an alle Helferinnen und Helfer zur Testung ist freiwillig. Der Schnelltest ist vor und nach der Wahl möglich. Eine Verpflichtung zur Testung besteht jedoch nicht.
 
Die entsprechende medizinische Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums sieht weiterhin vor, dass Schnelltests nur von medizinisch geschulten Personal vorgenommen werden. Sogenannte Selbsttests sind bisher nicht zugelassen.
 
Die Stadt Hanau hat deshalb entschieden, den sicheren Weg zu gehen und für die Hanauer Wahlhelfer*innen ein solches Angebot selbst zu organisieren. Für die Testungen werden zwei Testzentren in Hanau zur Verfügung stehen. Alle Wahlhelfer*innen werden vom Wahlbüro über das Testangebot mit den erforderlichen Details persönlich informiert. Sollte am 28. März 2021 eine Stichwahl erforderlich sein, wird für die Wahlhelfer*innen vor und nach der Stichwahl ebenfalls ein entsprechendes Angebot von Schnelltests organisiert.
 
Bei der Kommunalwahl ist die Mithilfe von rund 800 ehrenamtlichen Wahlhelfer*innen erforderlich. Wer hieran Interesse hat, wird gebeten, sich beim städtischen Wahlbüro zu melden. Auf der Internetseite der Stadt Hanau (unter Rathaus/Wahlen/Wahlhelfer) ist für interessierte Personen ein elektronisches Formular hinterlegt. Ausreichend ist auch eine formlose E-Mail an wahlbuero@hanau.de. Telefonisch ist das Wahlbüro unter der 06181-295-283 erreichbar.

Mutmacher für Gastronomie und Einzelhandel
Heraeus Noblelight und Stadt Hanau unterstützen Anschaffung von UV-C Luftreinigern (12.02.2021 07:30 Uhr)

Handel und Gastronomie für die Wiedereröffnung wappnen – das steht im Mittelpunkt des „Plans für den Neustart“, mit dem die Stadt Hanau den besonders von der Corona-Pandemie betroffenen Branchen unter die Arme greifen will. Dazu gehören auch die Luftreinigungsgeräte von Heraeus Noblelight. „Das Unternehmen wird Hanauer Händlern und Gastronomen Sonderkonditionen einräumen. Und die Stadt wird die Anschaffung zusätzlich subventionieren“, kündigt Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky. Die Luftreinigungsgeräte seien ein Baustein der Maßnahmen, die es zum einen den Kundinnen und Kunden ermöglichen sollen, in Hanau mit gutem Gefühl einkaufen, genießen und erleben zu können und zum anderen für das Servicepersonal einen zusätzlichen Schutz bieten. ...

„Handel und Gastronomie geht es schlecht, viele kämpfen ums Überleben. Wir wollen mit unserem Programm helfen und Mut machen“, erklärt Kaminsky. Die Luftreinigungsgeräte von Heraeus Noblelight, die mit Hilfe von ultraviolettem Licht SARS-CoV2-Viren und auch die Mutationen sofort zerstören, seien genauso ein Mutmacher, so der OB. Die ersten Geräte sind im Café Schien am Kanaltorplatz sowie in der Tanzschule Berné installiert. „Wir gehen hier konsequent den nächsten Schritt, um mit Hilfe der UV-C-Technologie das Risiko einer COVID-19-Ansteckung zu reduzieren“, sagt Kaminsky. Bisher hat die Stadt dank ihrer strategischen Partnerschaft mit Heraeus Noblelight bereits in HSB-Bussen und ersten Schulräumen die UV-C-Luftreiniger eingesetzt.
Bei einem Ortstermin im Café Schien dankte Kaminsky Heraeus Noblelight dafür, dass das „Unternehmen mit Weltruf“ Hanauer Betreiber*innen von Gastronomie, Handel und Freizeiteinrichtungen einen Sonderpreis gewähre.  Wer ein Gerät gekauft hat, kann anschließend zudem einen Förderzuschuss bei der Stadt Hanau beantragen. Der beträgt maximal 1.000 Euro pro Betrieb. Hier geht es zum Antrag.

„Wir haben in unserem ‚Plan für den Neustart‘ 100.000 Euro dafür vorgesehen“, berichtet der Oberbürgermeister. Die Interessierten müssen die Geräte aber zunächst anschaffen und können dann im Nachgang eine anteilige Erstattung bei der Stadt beantragen. Die entsprechenden Formulare sind im Internet unter www.corona.hanau.de zu finden.
Kaminsky betont in diesem Zusammenhang, dass die Anschaffung der Luftreinigungsgeräte nicht nur „Corona-Wirtschaftsförderung“ sei, sondern nachhaltige Vorteile für die Unternehmen bringt – auch über die aktuelle Pandemie hinaus. In Kombination mit dem überaus erfolgreichen Hygiene-Check, an dem inzwischen rund 400 Geschäfte und Einrichtungen teilnehmen, könne sich Hanau als Standort profilieren, in dem ein besonderes Augenmerk auf Corona-konformes Einkaufen und Genießen gelegt werde, so Kaminsky: „Die Anschaffung der Geräte hat also auch langfristig positive Effekte.“ Im Sinne eines nachhaltigen Invests für den Standort, verpflichten sich die Empfänger städtischer Fördermittel zudem, Grimmscheck-Partner zu werden oder sich an die Kernöffnungszeiten (10 bis 18 Uhr) zu halten. „Das wird sich positiv auf das Einkaufserlebnis in unserer Stadt auswirken“, ist sich der OB sicher.

Jens Arndt, Betreiber des Cafés Schien, hat sich bereits zwei UV-C-Luftreiniger in seinem Gastraum installieren lassen. Er bedankte sich beim OB-Besuch für die Unterstützung durch Stadt und Heraeus Noblelight und meinte: „Alle Gewerbetreibenden, insbesondere die Gastronomie, sollte für sich diese Chance erkennen. Denn nicht nur die Kundschaft soll im wahrsten Sinne des Wortes befreit aufatmen können. Vielmehr gilt es gerade auch das Service-Personal zu schützen!“
Tanzschulbetreiberin Ute Berné blickt optimistisch in die nahe Zukunft: „Wir können es kaum erwarten, die Tanzfreudigen wieder bei uns begrüßen zu können. Dank der UV-C-Geräte ist uns bei Wiederöffnung wohler in unserer Haut. Denn ein Freizeitvergnügen soll Spaß machen, und die Gedanken an das Virus sollen trotz aller weiter nötigen Sicherheitsvorkehrungen auch gedanklich wieder mehr in den Hintergrund treten.“  

Martin Ackermann, Geschäftsführer von Heraeus Noblelight, freut sich über das „enorm gewachsene Interesse an unserer UV-C-Technologie in Hanau und weit darüber hinaus“. Er versichert: „Luftreinigung mit UV-C ist die weltweit beste Technologie gegen das SarsCov2 Virus und gegen alle anderen Viren.“ UV-C-Licht zerstöre das SarsCov2-Virus und die Mutationen sofort. UV-C-Luftreiniger von Heraeus benötigten keine teuren Filter und seien so über die Lebenszeit „bis zu 80 Prozent günstiger als vergleichbare Anlagen mit Filter“. Er lobte die Stadt Hanau dafür, dass sie „deutschlandweit Vorreiterin im Einsatz neuer Technologien“ sei. Ihn beeindrucke die „schnelle Umsetzung neuer Ideen“, wie sich nach dem Einsatz in Bussen und Schulräumen jetzt auch bei Hanauer Betrieben zeige. Dies unterstütze man seitens Heraeus Noblelight am Heimatstandort gern mit einer Rabattierung für heimische Händler und Gastronomen.
Grundsätzliche Fragen zu dem Einsatz von UV-C-Luftreinigern können per Mail an wirtschaftsfoerderung@hanau.de, Ansprechpartner bei Heraeus Noblelight ist Nico Barthel (nico.barthel@heraeus.com, Telefon: 06181 35 9379).

Veranstaltungsformat „Hanau Daheim“ hält kulturelles und soziales Leben aufrecht Digitales Konzept hat sich bewährt und wird in der Corona-Krise ausgebaut (11.02.2021 11:30 Uhr)

Viel Lametta bei der Live-Übertragung der Advents-Galas aus dem Amphitheater live ins Internet über HanauDaheim.de und Soziale Medien.

Als eine der ersten Maßnahmen zum Gesundheitsschutz in der Corona-Pandemie wurden im vergangenen Frühjahr Veranstaltungen abgesagt. Zu dieser Zeit wie auch heute gilt es, Kontakte auf ein absolut notwendiges Mindestmaß zu reduzieren. "Deshalb musste und muss aber in Hanau niemand ohne Kultur auskommen. Wir haben sehr früh ein digitales Unterhaltungs-Format entwickelt und umgesetzt, das den Hanauerinnen und Hanauern besondere Momente in die Wohnzimmer bringt: ‚Hanau Daheim‘ ist mittlerweile eine Marke, die über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und beliebt ist", erklärt Oberbürgermeister Claus Kaminsky. ...

Als Antwort auf die Schließungen von Kulturstätten und Veranstaltungs-Absagen setzte die Stadt Hanau ihr Konzept "Hanau Daheim" um: Es ist eine Internet-Plattform, auf der digitale Angebote für alle Altersgruppen zum Anschauen, Mitmachen, Lernen sowie zur virtuellen Kontaktpflege gebündelt sind. Bürgerinnen und Bürger, freie und institutionelle Kulturschaffende der Brüder-Grimm-Stadt sowie viele weiteren Aktive und Kreative aus Bildung und Sport gestalten das Programm. Start war am 4. April 2020 unter anderem mit der Premiere des Musicals "Vom Fischer und seiner Frau" der Brüder Grimm Festspiele. In der "Online Kita" erzählten Erzieherinnen Kinder-Geschichten, lasen Gedichte vor, bemalten Luftballons. Tipps gaben Profis Hanauer Tanzschulen, und beim "Objekt der Woche" wurden Kunstwerke aus der Hanauer Museumssammlung vorgestellt. Als Kirchen, Synagogen, Moscheen und weitere religiöse Räume und Einrichtungen wegen der Corona-Krise geschlossen waren, nutzten sie die Plattform, um neben der Übertragung von Gottesdiensten weitere, vielfältige Angebote für Gläubige über alle Religionsgrenzen hinweg, anzubieten. An Ostern feierten Hanauer Kirchen Gottesdienste über die Internetplattform "Hanau Daheim", und Geistliche verschiedener Religionsgemeinschaften sendeten Videobotschaften.
 
Schon früh waren – und sind bis heute – Live-Übertragungen von Konzerten feste Säulen des "Hanau Daheim"-Programms. Die für Publikum geschlossenen Veranstaltungsorte Comoedienhaus und Amphitheater dienten bei 50 Veranstaltungen als Bühnen für Musikerinnen und Musiker aus Hanau und der Region sowie Schauspielerinnen und Schauspieler, deren Lesungen via Livestream übertragen worden waren.
 
Die für das Publikum kostenlosen Übertragungen – zuletzt die Faschingsshow "Hanau Helau" am Sonntag – sind über die Internetseite www.hanaudaheim.de sowie die städtischen Social-Media-Plattformen Facebook und YouTube zu erreichen, auch über die Live-Sendung hinaus können sie angeschaut werden.
 
"Mit den Live-Übertragungen aus dem Comoedienhaus haben wir so gute Erfahrungen gemacht, dass wir im Sommer ins Amphitheater umgezogen sind", so Bernd Michel vom städtischen Veranstaltungsbüro.  Die Open-Air-Saison "Hanau Daheim – der Sommer" im Amphitheater startete am 4. Juli als "Hybrid"-Version: Sie wurde live ins Internet übertragen und bis zu 249 Zuschauerinnen und Zuschauer konnten unter den gebotenen Hygiene-Regeln Konzerte, Kultur und Kindertheater vor Ort erleben. "Als eine der ersten hessischen Kommunen haben wir es ermöglicht, in ein organisiertes Kulturleben zurückzukehren", ordnet Kaminsky ein.
 
Zunächst erlaubte die Pandemie-Lage 99 Zuschauerinnen und Zuschauer bei den Freiluftveranstaltungen im Amphitheater zuzuschauen, dann 249. Die Zahl des Internet-Publikums hingegen wuchs. Als dann im Herbst der zweite Lockdown erneut keine Veranstaltungen vor Live-Gästen erlaubte, bot die Stadt Hanau unter dem weiterführenden Titel "Hanau Daheim – der Winter" die nächsten Unterhaltungsmöglichkeiten an. "Für die arg gebeutelten Kulturschaffenden ist ‚Hanau Daheim‘ eine wichtige Einnahmequelle und sie erfüllt den Zweck, dass die Technikerinnen und Techniker, Musikerinnen und Musiker endlich wieder arbeiten können. Eine Idee, aus der Not geboren, ist mittlerweile eine echte Marke", freut sich Michel.
 
In der Weihnachtszeit brachte das "Hanau Daheim"-Team vier Adventsshows auf die Bühne des Amphitheaters und verfeinerte das Konzept von reinen Konzertübertragungen hin zu Showkonzepten. "Einen Advent, wie wir ihn kennen, war im vergangenen Jahr aufgrund der Corona-Pandemie nicht möglich. So galt es für, mit den Live-Übertragungen sehnsüchtig erwartete Weihnachts-Atmosphäre in die Wohnzimmer der Bürgerinnen und Bürger zu bringen", so OB Kaminsky. Mit der großen Silvester-Gala endete auch das "Hanau Daheim"-Jahr mit einer Live-Übertragung.
 
Bislang erreichten die "Hanau Daheim"-Livestreams mehr als 1,5 Millionen Menschen. "Diese Zahl ist sehr erfreulich. Bedeutend ist vor allem das, was dahintersteht: In der Corona-Krise gilt in besonderer Weise, zusammenzustehen. Mit den Angeboten haben wir nicht nur Unterhaltung gefördert und für notwendige Zerstreuung gesorgt, sondern ein Stück weit auch geholfen, das soziale Leben zu erhalten – in dem Wissen, dass eine Internet-Plattform persönliche Treffen nicht ersetzen kann", so Hanaus Oberbürgermeister. Wenn es die Corona-Lage zulasse, werden in diesem Jahr Veranstaltungen vor Publikum durchgeführt werden, weiterhin prüfe man, inwieweit sie online realisierbar sind. "‚Hanau Daheim‘ ist gelernt und erfolgreich, auch über unsere Stadtgrenzen hinaus. Also gehen wir diesen Weg weiter. Neben reinen Live-Streams sind auch Übertragungen von Hanauer Kulturveranstaltungen denkbar", so Kaminsky.

„Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“ (09.02.2021 22:00 Uhr)

Hanau handelt mit einem Plan für den Neustart: Umfangreiche Maßnahmen für Handel, Gastronomie und Veranstaltungen ausgearbeitet.
"Wir sind gerüstet für den Moment, wenn das öffentliche Leben langsam wieder hochgefahren wird, und die derzeitigen Corona-Auflagen gelockert werden." Mit diesen Worten unterstreicht Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky, dass "Hanau einen Plan für den Neustart hat". Die einzelnen Maßnahmen, die insbesondere zur Unterstützung von Handel, Gastronomie und Veranstaltungen dienen sollen, wurden am Dienstagabend im Haupt- und Finanzausschuss vorgestellt. Kaminsky betont: "Die Herausforderungen sind für alle Städte enorm. Wir stellen uns dem und geben nicht auf." Bei aller gebotenen Vorsicht brauche es jetzt auch Zuversicht. "Denn wir können das normale Leben nicht auf Dauer aussetzen. Viele Teile der Wirtschaft, insbesondere Handel, Gastronomie und Dienstleister, überleben das sonst nicht", mahnt der Oberbürgermeister.  Hanau habe die Zeit des Lockdowns genutzt, um sich mit Konzepten für die Wiedereröffnung zu wappnen. "Wir haben uns dabei auch auf Tugenden des Stadtumbaus rückbesonnen: Das Unmögliche wagen, stets im Diskurs mit den Akteuren. Herausgekommen sind pragmatische und zielgerichtete Lösungsansätze. Sie sollen Zuversicht ausstrahlen." ...

Ob Subventionen für Handel und Gastronomie, Konzepte für Veranstaltungen und Aktionen oder Strategien, die insbesondere einem Abwärtstrend in der Innenstadt entgegenwirken sollen – die Hanau Marketing GmbH (HMG), die den "Plan für den Neustart" federführend entwickelt hat, hat ein ganzes Bündel an Maßnahmen zusammengestellt, das den Weg zurück in den (Ausnahme-)Alltag ebnen soll. Entwickelt wurde das Paket in Abstimmung mit dem Hanau Marketing Verein, der IHK und dem Einzelhandelsverband. Martin Bieberle, Stadtentwickler und Geschäftsführer der HMG, unterstreicht: "Die Probleme des Einzelhandels sind ja schon länger bekannt, sie wurden durch Corona aber verstärkt. Wir haben uns bereits Ende 2019 daran gemacht, unter dem Titel ‚Hanau aufLADEN‘ Konzepte zur Stärkung der Innenstadt zu entwickeln. Das hat uns jetzt enorm geholfen." Für ihn sei klar, dass die Innenstadt ihre Funktion als zentraler Versammlungsplatz und Bezugspunkt der Stadt, der Austausch und soziales Miteinander fördere, erhalten werde müsse. Bieberle: "Auch wenn sich die Nutzung verändert – die Innenstadt ist seit Jahrhunderten die Energiequelle einer Stadt. Das gilt es zu bewahren. Viele der jetzt geplanten Schritte sind deshalb auch eine Investition in die Zukunft." Dabei brauche es neue Ideen, denn der klassische Handel werde in seiner Bedeutung für die Innenstadt angesichts des drohenden Ladensterbens abnehmen, so der HMG-Geschäftsführer.
 
Im Zentrum des "Plans für den Neustart" steht deshalb das Programm "Hanau aufLADEN", in dem die Stadt ein ganzes Bündel an Maßnahmen zur Weiterentwicklung der Innenstadt und auch der Stadtteilzentren zusammengefasst hat und das seinen Ursprung im Prozess "Zukunft Hanau" mit dem Bürgerwochenende im März 2019 hat. "Mit den Vorkaufsrechtssatzungen haben wir uns Einfluss auf den Immobilienmarkt gesichert, jetzt gilt es, diesen für die Zukunft mit Ideen für Neuansiedlungen zu nutzen", sagt der Oberbürgermeister. So wird es ein Förderprogramm ("Newcomer-Starthilfe") geben, in dessen Rahmen neue, innovative Geschäftskonzepte mit bis zu 10.000 Euro unterstützt werden sollen, auch in den Stadtteilen. Die Stadt will zudem den Kurs der Pop-up-Konzepte fortführen und Händlern weiter die Chance geben, sich mit kurzfristigen Mietverträgen im Markt auszuprobieren.
 
"Neu in unserem Konzept ist, dass wir als HMG auch in die Rolle des Betreibers gehen wollen", erläutert Bieberle. So will die HMG noch im Frühjahr einen "KunstKaufLADEN" eröffnen, in dem Kunst für jedermann und für jeden Geldbeutel angeboten werden soll. Verkauft werden sollen dort Werke von Künstlerinnen und Künstlern aus der Region. "Wir wollen Kunst dort aber nicht nur verkaufen, sondern auch erlebbar machen und den Austausch fördern", umreißt Bieberle, der betont: "Wir planen keine Galerie, in der man Kunst nur anschauen kann, sondern eine Art Supermarkt mit hohem Erlebniswert."
 
Unter der Überschrift "Hanau aufLADEN" finden sich aber nicht nur Ideen für neue Einzelhandelskonzepte, sondern auch Hilfsangebote zur Unterstützung des Bestands. "Wir werden um jeden Einzelhändler, um jeden Gastronomen kämpfen", betont Kaminsky. Klar sei dabei: Die Unternehmen müssten bereit sein, sich neu auszurichten. Das gilt insbesondere für das Thema Online. "Corona hat nochmal ganz deutlich gezeigt, dass Händler im Netz zu finden sein müssen und in der Lage sein müssen, über die neuen Medien mit ihren Kundinnen und Kunden zu kommunizieren", erläutert Bieberle. Deshalb wird die HMG noch im Februar ein entsprechendes Unterstützungsprojekt starten. Im Rahmen eines "Online-Checks" werden digitale Angebote interessierter Händler von Experten analysiert. Daraus werden Handlungsempfehlungen und Verbesserungsvorschläge abgeleitet. "Der Check ist für die Teilnehmer kostenlos, etwaige Maßnahmen zur Verbesserung des Online-Auftritts werden wir zudem finanziell unterstützen", erklärt Bieberle. Die HMG will auf diesem Weg auch Bedarfe ermitteln und sich im zweiten Halbjahr mit der Frage beschäftigen, ob und wenn ja welche zentralen Plattformen sich die Hanauer Händler wünschen. "Unsere Maßnahmen sollen immer zielgerichtet sein", unterstreicht der Oberbürgermeister.
 
Diese Zielgenauigkeit hat die Stadt im Herbst des vergangenen Jahres mit der Grimmscheck-Aktion unter Beweis gestellt, in deren Rahmen ein Umsatz von mindestens 12 Millionen Euro ausgelöst wurde. "Angesichts des großen Erfolgs dieser Aktion werden wir sie natürlich wiederholen", betont Kaminsky. Der genaue Zeitpunkt sei noch offen, zunächst müssten die Öffnungsschritte abgewartet werden. "Wir wollen diese Aktion aber im Frühjahr neu auflegen", kündigt der OB an.
 
Geplant sind auch zwei Sonder-Grimmschecks: für den Wochenmarkt und für die Gastronomie. "Insbesondere die Gastronomie ist schwer getroffen, Deshalb wollen wir sie besonders unterstützen", sagt der Oberbürgermeister. Die Subventionierung baulicher Veränderungen, die im Zusammenhang mit den Corona-Auflagen stehen, werde ebenso fortgesetzt, wie der Erlass der Gebühren für die Außenflächen. Zudem stellt die Stadt einen Topf zur Verfügung, aus dem die Anschaffung der von Heraeus entwickelten Luftreiniger bezuschusst wird. "Heraeus wird für alle Hanauer Einzelhändler und Gastronomen Sonderkonditionen anbieten – wir werden die ersten 100 Betriebe aber nochmal zusätzlich unterstützen", kündigt Kaminsky an. Zudem werde die Stadt über ihr Hygiene-Team natürlich alle intensiv beraten, welche Hygiene-Auflagen bei der Wiedereröffnung zu beachten sind. Denn die Pandemie werde auch in den kommenden Monaten das Leben begleiten. "Für das Jahr 2021 ist Zuversicht erlaubt, wir werden an unserer Grundhaltung, dass Hanau in der Mannschaft ‚FC Vorsicht‘ spielt, aber festhalten", sagt der Oberbürgermeister.
 
"Wir werden Handel und Gastronomie in vielfacher Weise bei der Wiedereröffnung unterstützen", verspricht HMG-Geschäftsführer Bieberle, betont dabei aber auch: "Im Sinne der Nachhaltigkeit für den Standort erwarten wir von jenen, die Subventionen bekommen, aber auch, dass sie an den Aktionen der Stadt teilnehmen, dass sie Grimmscheck-Partner werden und dass sie die Kernöffnungszeiten einhalten." Man werde diese Voraussetzungen künftig in den Fördergeld-Anträgen verankern, kündigt Bieberle an, stellt dabei aber klar: "Die Teilnahmen werden den Antragsteller natürlich nichts kosten."
 
Dass die Rückkehr zu mehr Normalität im Veranstaltungsbereich noch etwas länger auf sich warten lassen wird, ist für die Stadt sicher. Aber auch für diesen Bereich sind die Planungen bereits weit vorangeschritten. "Klar ist: Noch ein Jahr, in dem wir alle Veranstaltungen absagen, wird es nicht geben", verspricht der Oberbürgermeister. Wenn es die Corona-Lage nicht zulasse, Veranstaltungen vor Publikum durchzuführen, werde man in jedem Fall prüfen, inwieweit sie online realisierbar seien. "Wir haben mit der Marke und dem Konzept von ‚Hanau Daheim‘ ein Angebot geschaffen, das bundesweit Beachtung findet und das wir auf jeden Fall beibehalten werden", so der OB. Er gibt sich gleichfalls zuversichtlich: "Mitte Mai sollen die Brüder Grimm Festspiele beginnen – und welche Veranstaltung ist besser dazu geeignet, ein Signal der Hoffnung zu setzen? Deshalb haben wir den Vorverkauf gestartet - auch wenn zunächst nur 250 Plätze zur Verfügung stehen werden."
 
Ein besonderes Hilfsprogramm mit dem Titel "Hanau macht Musik" ist auch für Musikerinnen und Musiker in Planung – denn, so Kaminsky, auch diese Branche leide immens unter dem Lockdown. Die Stadt will deshalb eine gewisse Zahl an Musikern für eine gewisse Zahl an Konzerten verpflichten und ihnen, auch mit Vorauszahlungen, etwas mehr Planungssicherheit bieten. Die Künstler sollen dann im Rahmen der städtischen Aktionen und Veranstaltungen auftreten – oder bei interessierten Einzelhändlern und Gastronomen. "Unser musikalischer Adventskalender hat gezeigt, dass der Solidaritätsgedanke zwischen Handel und Musik ausgeprägt ist – darauf wollen wir aufsetzen", erläutert Bieberle.
 
Da abzusehen ist, dass zumindest die großen Feste und Veranstaltungen im ersten Halbjahr kaum durchführbar sein werden, will sich die Stadt zudem um mobile und dezentrale Angebote kümmern. So soll mit einem Bauwagen eine "mobile Veranstaltungsstätte" angeschafft werden, die von Vereinen und Initiativen genutzt werden kann, damit sie ihre Feste durchführen können. Zudem prüft die Stadt gerade intensiv, wo im Stadtgebiet Outdoor-Veranstaltungsflächen geschaffen oder unterstützt werden können. "Wir werden dabei helfen, dass kleine Formate realisiert werden können", betont Bieberle. Dies gelte natürlich auch für die Erstellung von Hygienekonzepten. "Unser Hygiene-Team wird jeden dabei unterstützen, der es möchte."
 
Für die umfangreichen Maßnahmen sind im städtischen Haushalt bereits 1,2 Millionen Euro bereit gestellt worden, weitere Finanzmittel sollen aus den Budgets der jeweiligen Fachbereiche organisiert werden. "Und wir sind sehr zuversichtlich, dass wir auch Fördergelder von Bund und Land bekommen", erklärt der Oberbürgermeister. Sowohl in Berlin als und in Wiesbaden seien in den vergangenen Wochen millionenschwere Hilfsprogramme für die Innenstädte angekündigt worden. "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Hanau handelt. Mit einem detaillierten Plan für den Neustart", so Kaminsky, der sich auch für die parteienübergreifende Unterstützung in Magistrat und Stadtverordnetenversammlung bedankt. "Die Menschen erwarten in Zeiten wie diesen zurecht gemeinsames Arbeiten", erklärt der Oberbürgermeister. Und Handel und Gastronomie erwarteten – ebenfalls zurecht – dass die zugesagten Hilfsgelder auch flössen. Kaminsky: "Die Hilfen, die Bund und Länder zugesichert haben, müssen endlich bei den Betroffenen ankommen – schnell und unbürokratisch. Weitere Hängepartien werden viele nicht überleben. Und es wird nicht dauerhaft vermittelbar sein, dass organisatorische und politische Defizite bei der Beschaffung und Bereitstellung von Impfstoffen zu Lasten ganzer Bereiche der Volkswirtschaft gehen."